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Entwicklungspsychologie (Fach) / Kognitive Entwicklung im Säuglingsalter (Lektion)
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- Formen von Lernen HaibutationslernenWahrnehmungslernenStatistisches LernenKlassische KonditionierungInstrumentelle KonditionierungBeobachtungslernen
- Theorien: Denken im Säuglingsalter KernwissenshyptoheseFrühe "Physik"
- Habituationslernen o Habituation (≈ Gewöhnung, erlernte Verhaltensunterdrückung)o Eine Abnahme der Reaktion auf einen wiederholt dargebotenen Reiz zeigt Lernen an (Aufbau einer Gedächtnisrepräsentation des wiederholten (habituierten) Reizes)o Einfachste und früheste Form des Lernens im Säuglingsalter (-> etwas wiedererkennen)o Anpassung an die Umwelt -> verringerte Aufmerksamkeit für Bekanntes ermöglicht, Neues zu lerneno Die Habituationsgeschwindigkeit soll die Effizienz der Informationsverarbeitung widerspiegelno Habituation im Säuglingsalter korreliert substanziell mit kognitiven Fähigkeiten (z.B. IQ-Test) im Kindes- und frühen Erwachsenenalter (18 J.) -> Gewöhnt an den Stimulus -> Gedächtnisrepräsentation aufgebaut -> erkennen etwas wieder (den selben Reiz) -> Anpassung an die Umwelt -> Verringerung der Verarbeitung ermöglicht. neues zu Lernen-> schnelle langweile mit steigender kog. Fähigkeit (Auffassungsgabe schnelle Verarbeitung)-> Dishabituiert -> erkennen neue Situation o Dishabituation: Orientierungsreaktion, erhöhte Aufmerksamkeit auf neuen Reiz -> Säugling unterscheidet alten und neuen Reiz-> menschliches Gesicht mehrmals gezeigt -> aufmerksam anfänglich -> zeitlich aber schwindend = Blickdauer ist das Maß-> Neuer Stimulus > Orientierungsreaktion = Dishabituation -> alter und neuer reiz unterschieden (geht auch wenn man nur wenige teile im alten reiz ändert) - Habituationsmethode / Habituations-Dishabituations-Paradigma (Maß: Blickzeit) o Habituation: Stimulus wird wiederholt präsentiert bis Interesse des Säuglings (Blickzeit) bis zu einem Kriterium absinkt (z.B. 50% der ursprünglichen Blickzeit)o Test: neuer/alter Stimulus wird gezeigt -> Dishabituation, falls längere Blickzeit für „neu“ (-> neuer & alter Stimulus werden unterschieden)
- Wahrnehmungslernen o Babys suchen aktiv nach Ordnung und Regelmäßigkeiten in ihrer Umwelt o Perzeptuelle Differenzierung: Das Unterscheiden und Herausfiltern derjenigen Elemente aus dem sich ständig ändernden Reizangebot der Umwelt, die stabil und unverändert bleiben (Invarianten)- Bsp.: Assoziation von Gesichtsausdruck (z.B. lächelnd vs. finster) und Tonfall (z.B. fröhlich vs. verärgert) o Affordanzen: Handlungsmöglichkeiten, die Situationen und Gegenstände bieten- Bsp.: kleine, nicht große, Gegenstände lassen sich hochheben- Umwelt <-> Körper/Fähigkeiten -> Die verschiedenen Objekte der Umwelt haben verschiedene Affordanzen (Angebote) für das Hantieren mit ihnen. -> Das perzeptuelle Gedächtnis wird dem impliziten Gedächtnis zugerechnet, obwohl es eine Zwischenstellung zwischen bewusstem und unbewusstem Lernen einnimmt. Das perzeptuelle Gedächtnis ermöglicht ein Wiedererkennen von bereits bekannten Mustern, d. h., man erkennt jeden Apfel als Apfel, wenn er typische, im perzeptuellen Gedächtnis abgespeicherte Merkmale besitzt. Zwar ist jeder Apfel unterschiedlich und man hat nicht alle jemals gesehene Äpfel im Gedächtnis abgespeichert, sondern nur die Merkmale oder die Regel, die einen Apfel unverkennbar zu einem Apfel machen. Diese Merkmale bzw. Regeln sind uns nicht bewusst, wohl aber die Wahrnehmung oder die Erkennung des Apfels an sich. Gleiche Prinzipien gelten übrigens auch für die Gesichtererkennung, denn ohne diese Form des Gedächtnisses könnte man Menschen nicht „automatisch“ wiedererkennen. Das perzeptuelle Gedächtnis ermöglicht schnelle Beurteilungen wahrgenommener Reize auf der Basis von Neuigkeit und Vertrautheit. -> Perzeptuelles Lernen erfolgt daher durch stete Wiederholung und beruht letztlich auf ausreichender Erfahrung, sodass sich für Menschen z.B. Objekte, die in ihrer Oberflächenbeschaffenheit sehr ähnlich sind, mit einiger Übung etwa schon durch Berühren unterscheiden lassen. Säuglinge benötigen in der Regel recht lange, bevor sie einen Gegenstand in ihr Wissenssystem einordnen können, wobei anfangs verschwommene Eindrücke allmählich Konturen erhalten. Den größten Fortschritt im visuellen Bereich macht das perzeptuelle Gedächtnis nach den ersten sechs Monaten, was auf einen Entwicklungsprozess im Hippocampus zurückzuführen ist. Quelle: http://lexikon.stangl.eu/14969/perzeptuelle-gedaechtnis/© Online Lexikon für Psychologie und Pädagogik
- Statistisches Lernen o Assoziationen zwischen Stimuli, die in einer statistisch vorhersagbaren Konfiguration vorkommen, werden erlernto Säuglinge sind schon sehr früh empfänglich für statistische Regelmäßigkeiten, mit denen ein Reiz auf einen anderen folgto Visuelles statistisches Lernen (Kirkham et al., 2002):- 2 – 8 Monate alte Babys- Habituation: z.B. auf schwarzes Quadrat folgt immer (100%) ein bestimmtes Kreuz- Dishabituation: Längere Blickzeiten bei neuer Abfolge (z.B. schwarzes Quadrat -> Kreis) o Auditives statistisches Lernen (Saffran et al., 1996): - 8 Monate alte Babys- Habituation: z.B. Lautfolge mit „a“ -> „b“ (100%), „b“ -> „e“ (33%)- Dishabituation bei neuer Lautfolge -> Wahrscheinlichkeiten lernen -> Muster in Kette von Ereignissen-> Abfolge: Übergangswahrscheinlichkeit (wie wahrscheinlich ist es das ein Stimuli auf den anderen folgt)-> Säuglinge lernen das Kreuz folgt: Habituationsphase-> Neuer Stimuli: Überraschung folgt und Blickzeit verlängert-> Im auditiven ebenfalls möglich - wichtig für den Spracherwerb
- Klassische Konditionierung Eine Form des Lernens, bei der ein ursprünglich neutraler Reiz (beim Pawlow’schen Hund ein Klingelton) mit einem unkonditionierten Reiz (Futter) assoziiert wird, der immer eine bestimmte Reaktion (Speicheln) auslöst o Unkonditionierter Stimulus (UCS) ->reflexhafte, unbedingte Reaktion UCRo Assoziation: Neutralen Reiz unmittelbar vor Futter darbieten- (Vor Assoziation: Neutraler Reiz -> kein Speichelfluss)o Konditionierter Stimulus CS -> Konditionierte, erlernte Reaktion CR- Sauger gezeigt und Flasche dargeboten ->Flasche löst ohne Sauger Saugreflex aus- eigentlich kein Verhalten, sondern eine Kette von Reizen die Reaktion auslöst
- Instrumentelle (operantes) Konditionierung o Lernen der Beziehung (Kontingenz) zwischen dem eigenen Verhalten und den daraus entstehenden eintretenden Folgeno Positive Verstärkungo Eine Belohnung, die verlässlich auf ein Verhalten folgt und die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass dieses Verhalten zukünftig wiederholt wird -> positiv oder negative Verstärkung -> Effekt für das verhaltensauftreten
- Instrumentelles Lernen: Kontingenzlernen o Kontingenzlernen (Gedächtnisleistung)2 bis 3 Monate alte Säuglinge lernen innerhalb weniger Minuten, dass ihr Strampeln ein Mobile wackeln lässtPhase 1: Strampelrate ohne Verbindung (ohne Verstärkung)Phase 2: Lernphase (mit Verstärkung -> Mobile)Phase 3: Abruf (ohne Verbindung zwischen Bein und Mobile) o Nutzung zur Untersuchung von Gedächtnisleistung- 3 M. behalten Kontingenz (Strampeln -> Effekt) für eine Woche- 6 M. behalten Kontingenz für zwei Wochen
- Beobachtungslernen (Nachahmung/Imitieren) o Neugeborenenimitation -> Umstritten, ob Evidenz für Beobachtungslernen o Neugeborenenimitation: Kritik- Nur ca. 50% der Babys „imitieren“- Keine Korrelation mit späterem Imitationsverhalten (12 Monate)- Metaanalyse (Anisfeld, 1991, 1996): nur Herausstrecken der Zunge reliabel hervorrufbar- Jones (1996, 2006): Herausstrecken der Zunge auch bei nicht-sozialen Stimuli (Licht, Musik) o Beobachtungslernen: Verzögerte Imitation- Kleinkinder sehen viele Handlungen, die sie nicht (immer) direkt nachahmen können -> findet trotzdem soziales Lernen statt?- Verzögerte Imitation (neuer Handlungen) -> Repräsentation im Gedächtnis· 9 Monate alte Kleinkinder imitieren einfache Handlungen mit Objekten nach 24 Stunden Verzögerung (6-Monatige benötigen mehr Demonstrationen des Modells)· 14 Monate alte Kleinkinder imitieren einfache Handlungen auch nach einer Woche - Handlungsverständnis jedoch unklar - Erkennen Kleinstkinder Handlungsziele oder kopieren sie einfach Bewegungen? -> s.g. „head touch“ -> Handlung: button mit dem Kopf drücken - nicht mit der Hand o Beobachtungslernen: Imitation gemäß Handlungsziel - 15 – 18 Monate alte Kinder imitieren intendierte Handlung (nicht das Abrutschen) von Personen (a), nicht von Maschinen (b) - Erkennen des Handlungsziels -> Hantel will auseinandergezogen werden – VL rutscht aber immer ab -> (a) schreibt Kind ein Ziel zu. -> (b) Maschine - der schreibt man kein Ziel zu -> Untersuchung der Absichtlichkeit von Handlungen
- Beobachtungslernen: Imitation gemäß Handlungsziel -> 15 – 18 Monate alte Kinder imitieren intendierte Handlung (nicht das Abrutschen) von Personen (a), nicht von Maschinen (b) -> Erkennen des Handlungsziels -> Hantel will auseinandergezogen werden – VL rutscht aber immer ab -> (a) schreibt Kind ein Ziel zu.-> (b) Maschine - der schreibt man kein Ziel zu-> Untersuchung der Absichtlichkeit von Handlungen
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- Denken: Kernwissenshypothese (Cary, Spelke) o Angeborenes Wissen in wichtigen Domäneno Evolutionäre Bedeutsamkeito Kernprinzipien, die den Wissenserwerb leiten (z.B. “Physik”: Beschaffenheit und Eigenschaften von Objekten)o Kernprinzipien des Objektverständnisses
- Kernprinzipien des Objektverständnisses -> „Spelke-Objekte“ = kohärente, umgrenzte, dreidimensionale Entitäten, die sich als Ganzes auf kontinuierlichen Wegen durch Raum und Zeit bewegen -> Angeborene Kernprinzipien über Objektverständnis- Kontinuität- Solidität- Kohäsion- Kontakt o Objektwissen- Objektpermanenz (Wissen darüber, dass Objekte auch dann existieren, wenn sie sich außerhalb des Wahrnehmungsfeldes befinden)- A-nicht-B-Suchfehler o Physikalisches Wissen- Kontinuität und Solidität- Schwerkraft
- Denken: Kernwissenshypothese Objektpermanenz o Piaget- Keine Objektpermanenz bei Säuglingen unter 8 Monaten- Indikator: Suche nach versteckten Objekten o Nativisten/Kernwissenstheoretiker- Unterschätzung der frühkindlichen Kompetenz- Problematik: Aus defizitärer (Defizit) Handlungskoordination wird auf defizitäres Wissen geschlossen- Performanz- versus Kompetenzproblem - Neue Methoden der Säuglingsforschung ab 1970er Jahre· Blickzeitmethoden: Methode der Erwartungsverletzung· Logik: Unterscheidung von physikalisch möglichen und unmöglichen Ereignissen in Blickzeitexperimenten -> Bei Blickzeitunterschieden wird (physikalisches) Wissen unterstellt (Baillargeon; Carey; Spelke) -> Kritik an Piaget: angeborene Fähigkeiten-> Säugling ist motorisch noch nicht in der Lage -> Performanz -> motorisch nicht geschafft ist nicht unbedingt darauf zu schließen, dass er es nicht versteht-> kog. Repräsentation: Kompetenz generelle Unterscheidung zwischen der Performanz vs. Kompetenz-> besser ist hier die Blickzeitmethode zur Messung-> Habituation/Dishabituation: Erwartungsverletzung (physikalisch unmögliche Reize -> längerer Blickkontakt)
- Kernwissenshypothese: Denken über Objekte Experimente - Methode der Erwartungsverletzung (Maß: Blickzeit)1) Habituation (z.T. auch einmalige Darbietung eines Ereignisses)2) Testo Erwartungskonformes Ereignis vs. Erwartungswidriges Ereignis ->Längere Blickzeit auf erwartungswidriges Ereignis signalisiert „Überraschung“, Erwartungsverletzung -> Untersuchung der Fähigkeit zur Entwicklung von Interpretationen zu „rätselhaften Ereignissen“ an Säuglingen - Objektpermanenzo Baillargeon (1987): Repräsentieren 3,5 – 5,5 Monate alte Säuglinge Objekte als dauerhaft existent?o Erwartungsverletzungsparadigma- Habituationsphase: Säuglinge sahen Schirm vor- und zurückklappen- Bei Habituation: Aufstellen einer Box- Test: mögliches vs. unmögliches Ereignis- Ergebnis: Längere Blickzeiten auf unmögliches (unerwartetes) Ereignis -> Evidenz für Erwartung, dass Objekte permanent existieren, auch wenn sie nicht wahrgenommen werden -> Objekte: Schirm bewegt sich hin und her, gewöhntes Ereignis: Blickzeit sinkt-> c vs. d. Schirm stoppt in c oder Schirm geht durch Objekt hindurch d-> Säugling schaut mehr auf d. als auf c. - Denken über ObjekteBelege für die Fähigkeit der Babys, über die Eigenschaften unsichtbarer Objekte „nachzudenken“ o Materialeigenschaften (z.B. weich vs. hart) des Hindernisses beeinflussen die Erwartung bei 7,5 Monate alten Kinderno Höhe der Schachtel beeinflusst die Erwartung bei 6,5 Monate alten Kindern, wo der Schirm stoppen sollte - A-nicht-B-Suchfehlero Piagets Interpretation: Kinder bis zum 1. Geb. verstehen nicht, dass ein Objekt unabhängig von ihren eigenen Handlungen mit diesem Objekt existiert (daher Erwartung: Ort A)o Tests zur visuellen Aufmerksamkeit beim A-nicht-B-Suchfehler belegen-> Wenn Kinder beobachten, wie etwas nach Ort A an Ort B versteckt wird, blicken sie an den richtigen Ort B.-> Beim Blickverhalten begehen sie keinen A-nicht-B-Suchfehler o Diskrepanz zwischen Blick- und Suchverhalteno Erklärungsansätze- Gedächtnisbeschränkungen/Interferenzprobleme (Gedächtnisrepräsentation von A & erfolgreicher Suche + Gedächtnisrepräsentation von neuem Ort B)· Jedoch: Suchfehler tritt auch auf, wenn Objekt unter durchsichtiger Abdeckung vollständig sichtbar ist (kein Behalten nötig)- Unzureichende inhibitorische Kontrolle (Hemmung) (Reifung des präfrontalen Kortex)· Neigung zu Perseveration (Haftenbleiben: Wiederholung einer Verhaltensantwort)· Jedoch: Suchfehler tritt auch auf, wenn nur gesehen wurde, wie Objekt in A mehrmals versteckt und gezeigt wurde
- Physikalisches Wissen o Kontinuität und Solidität- 4 Monate alte Säuglinge -> Längere Blickzeit auf unerwartetes Ergebnis bei solidem Regal -> Ball fällt einfach durch eine Trennwand· Evidenz für Kontinuität (Ball ist immer da -> längere Blickzeit wenn der geworfen und dann verschwunden ist) und Soliditätsprinzip o Schwerkraft- Entwicklung des Verstehens vertikaler Stabilität = Verständnis für die Bedingungen, unter denen ein Objekt stabil auf einem anderen Objekt aufliegen kann
- Nativisten, Kernwissenstheoretiker VS Konstruktivisten, Empiristen - Nativisten, Kernwissenstheoretikero Kognition im Säuglingsalter: Reiches Wissen und intelligente Schlussfolgerungeno Domänenspezifische Verarbeitung von Lernerfahrungeno Angeborene Fähigkeiten von evolutionärer Bedeutung - Konstruktivisten, Empiristeno Frühe „Kompetenzen“ schließen Lernprozesse nicht auso Ohne Lernprozesse/Erfahrung kein Wissen