10
Internationale und Vergleichende Erziehungswissenschaft (Fach) / D1 - Strukturfunktionalistische und Marxistische Zugänge (Lektion)
Theorien, Strukturfunktionalismus und Marxismus
Diese Lektion wurde von palipalu erstellt.
- Was sind Theorien? "[...] Wissen über die natürliche, geistige, kulturelle [...] Lebenswelt auf systematisch strukturierte und methodisch kontrollierte Weise zu generieren" --> unterschiedliche Aspekte/Typen von Theorien Gegenstände wissenschaftlichen Forschens werden in Theorien systematisch erfasst und strukturier --> Grundlage des Forschens beschreiben, erklären, vorhersagen
- Abstraktionsgrad von Theorie Abstraktionsgrad: je abstrakter/komplexer, desto seltener Theorien mit hoher Komplexität weitgehend der empirischen Forschung entzogen
- Theoretische Landkarte der IVE 2 Große Ausrichtungen (Humanismus und Funktionalismus) 4 Ausrichtung1) Radical Humanist --> Can be2) Humanist --> Be-ing3) Radical Functionalist --> Will be4) Functionalist --> Must be verschiedene Orientierungen (Wandel oder Stabilität?) Erklärungsweise Grundannahmen über Gesellschaft (Konflikt oder Konsensus?)
- Theorien der IVE Strukturfunktionalistische Zugänge (Konsensus) - Modernisierungstheorie- Humankapitaltheorie Marxistische Zugänge (Konflikt)- Dependenztheorie- Befreiungstheorie
- Grundannahmen Strukturfunktionalismus Gesellschaft als System aus integrierten Teilen oder Subsystemen suchen Gleichgewicht/Stabilität Konflikt dysfunktional Lineare Vorstellung von Entwicklung --> graduelle, stufenweise Veränderung und Anpassung Stabilitätsannahme: Gesellschaft ein hierarchisch organisiertes, stabiles Gefüge von Elementen Funktionalitätsannahme: jedes Element leistet seinen Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft Konsensusannahme: Gesellschaft beruht auf Konsensus ihrer Mitglieder
- Modernisierungstheorie als Theorie der Entwicklung --> von traditionell (statisch, irrational, ländlich) zu modern (dynamisch, rational, städtisch) erst modern, wenn Bevölkerung moderne Haltungen übernommen hat Bildung --> fördert Akzeptanz des Wirtschaftssystems Grundannahmen- Moderne Werte Voraussetzung für Entwicklung- traditionelle Werte inkompatibel mit Modernisierung- autonome Nationalstaaten als Fokus- Korrelation Modernisierung = Produktiviät- Lineare Vorstellung von Entwicklung - Wandel zunehmend und friedlichKonflikte dysfunktional
- Humankapitaltheorie Annahme: höhere Bildung --> erhöhte Produktivität im ArbeitsmarktBildung als Katalysator für Vermehrung von Reichtumdirekte funktionale Beziehung zw. Bildung und Entwicklung Grundannahmen: - Wirtschaftswachstum und Entwicklung setzen technologische Innovation, Effizienz und Humanressourcen voraus- Verbesserung der Bevölkerung als bester Weg zur Entwicklung- führt wirtschaftliche Unterentwicklung auf interne Faktoren der Länder selbst zurück- Ignoriert Konflikte und Ungleichheit als Dimension sozialen Wandels
- Grundannahmen Marxismus Gesellschaft besteht aus 2 Strati (Klassen) die polarisiert und in Konflikt stehen Hauptfaktor des sozialen Wandels ist Wirtschaftsstruktur einer Gesellschaft Gesellschaftliche Institutionen verstärken und stabilisieren Status quo Lineare aber evolutionäre Vorstellung von Entwicklung Wandel kommt nur durch abrupte Veränderungen
- Dependenztheorie - Betont Existenz hierarchischer Abhängigkeiten zwischen Industrie- und Entwicklungsländern- sieht Entwicklungsmöglichkeiten durch Hierarchiverhältnis als begrenzt- untersucht Beziehungen zw. Klassen Grundannahmen:-Verbindet Unterentwicklung einer Gesellschaft mit Entwicklung einer anderen- berücksichtigt externe Faktoren in der Analyse von Entwicklung- Eliten in armen Ländern = Nutznießer, Barriere für Entwicklung
- Befreiungstheorie - Abhängigkeitsverhältnisse werden als Unterdrückungsverhältnis gesehen- drastische, radikale Veränderung notwendig- Wandel der Weltordnung Voraussetzung für gerechte Verhältnisse- Bildung kann unterdrückten helfen --> Bewusstsein für Ungleichheit schaffen, Wandel forcieren Grundannahmen: - Mitgleider unterentwickelter Gesellschaften als Unterdrückte der eigenen Länder- Befreiung mit Entwicklung gleichgesetzt- Entwicklung eher Gerechtigkeit als Reichtum- Alphabetisierung als Voraussetzung
Anzeige