153
Phytomedizin (Fach) / katalog Kak (Lektion)
Anzeige
- Krankheit jede Abweichung vom normalen Verlauf der Lebensvorgänge bei Pflanze, Tier und Mensch, die mit einer Schwächung des betreffenden Organismus oder seiner Teile verbunden ist und unter Umständen zum Tod führen kann.
- Schaderreger/-organismus Sammelbegriff für die (biotischen) Ursachen wirtschaftlicher Schäden an Nutzpflanzen, Nutzpflanzenbeständen und Erntegütern. Neben Mikroorganismen und Viren als Erreger von Krankheiten zählen dazu im weiteren Sinn auch Schadtiere und Schadpflanzen.
- Parasit Organismus, der an oder in einem Wirt lebt, Energie und Substanzen für Wachstum und Entwicklung ohne eine gleichwertige Gegenleistung von ihm bezieht.
- Pathogen krankheitsverursachender Organismus oder Virus
- Pathogenität genetisch fixierte Fähigkeit eines Pathogen, eine Erkrankung auszulösen.
- Pathogenese Entstehung und Verlauf einer Erkrankung; die Prozessfolge im Verlaufe einer Krankheitsentwicklung vom Initialkontakt zwischen einem Pathogen und seinem Wirt, im Allgemeinen bis zur Entstehung neuer Vermehrungseinheiten.
- Aggressivität Die Fähigkeit eines Organismus, eine Pflanze (einen anderen Organismus) zu befallen, anzugreifen, ihren Widerstand zu überwinden, sie für seine Zwecke (insbesondere hinsichtlich seiner Ernährung) zu nutzen und sich in oder auf ihr zu vermehren
- Virulenz Fähigkeit von Erregergenotypen, Sorten mit definierten Resistenzgenen zu befallen und sich an ihnen zu vermehren. Virulenz bezeichnet also die Fähigkeit, genetisch definierte Resistenz zu überwinden. Erregergenotypen, die dazu nicht in der Lage sind, werden als avirulent bezeichnet.
- Symptom sichtbare Veränderungen an Pflanzen, die durch Schadorganismen verursacht wurden
- Syndrom Gruppe verschiedener, aber zusammengehöriger Symptome, die ein Krankheitsbild charakterisieren
- Anzeige
- Abiotische Schadursachen (unbelebte Umwelt) abiotisch bedingte Pflanzenbeschädigungen werden durch Umwelteinflüsse verursacht. Alle Umweltfaktoren, an denen Lebewesen nicht erkennbar beteiligt sind, Sie stellen somit alle nicht belebten Interaktionspartner in einem Ökosystem dar.⦁ Witterung (Kälte, Hitze, Trockenheit, Nässe, Wind, Hagel/Eis, Sonneneinstrahlung)⦁ Nährstoffmangel/-überschuss (Stickstoffüberschuss, Stickstoffmangel, Kalimangel, Phosphormangel, pH-Wert)⦁ toxische Stoffe in der Luft (SO2, NOx, HF, NH3)⦁ toxische Stoffe im Boden (Schwermetalle, Salze, Herbizide)⦁ Agrartechniken (direkt durch Verletzungen, Verätzungen. Indirekt durch Bodenverdichtungen, Strohverteilung/-einarbeitung, Versalzung)⦁ Sie führen direkt oder indirekt zu Schäden oder Stress der Pflanze, durch die dadurch verringerte Photosyntheseleistung kommt es zu einem Ertrags- oder Qualitätsverlust.
- Biotische Schadursachen (belebte Umwelt) biotisch bedingte Pflanzenbeschädigungen gehen von der belebten Umwelt aus.⦁ Krankheitserreger: Viren/Viroide, Bakterien, Pilze⦁ tierische Schädlinge: Arthropoden, Nematoden, Schnecken, Wirbeltiere⦁ Unkräuter: Konkurrenzsituation⦁ Sie führen direkt oder indirekt zu Schäden oder Stress der Pflanze, durch die dadurch verringerte Photosyntheseleistung kommt es zu einem Ertrags- oder Qualitätsverlust.
- Nennen Sie fünf Kategorien von Symptomausprägungen mit jeweils einem Schadorganismus, der diese verursacht. ⦁ Farbveränderungen: Chlorosen, Rost, verursacht durch Pilze, Gelbverzwergungs-Virus (BYDV), Gerstenvergilbungsmosaikvirus⦁ Welken: Erschlaffen durch Turgorverlust, verursacht durch Bakterien, Pilze⦁ Formveränderungen: Zwergwuchs verursacht durch Nematoden, PLRV (Potato Leaf Roll Virus), Kohlhernie beim Raps⦁ mechanische Gewebezerstörungen: Fraßschäden durch Schnecken und Insekten, Kartoffelkäfer, Maiswurzelbohrer⦁ Nass-/Trockenfäulen: Knollennassfäule (Erwinia spp.), nass > Bakterien, trocken > Pilze⦁ sichtbare Schaderreger: Braunrost⦁ Ausscheidung: Milben/Insekten z.B. Honigtau
- Auf welche Weise beeinflussen Nährstoffmangel oder –überschuss das Auftreten von Pflanzenkrankheiten? ⦁ Pflanzenphysiologie: chemische, biologische und physikalische Vorgänge in der Pflanze verändern sich⦁ Pflanzenmorphologie: Wuchsform der Pflanze (Zellgröße, Interzellulare, …)⦁ Mangelkrankheiten: z.B. Herz- und Trockenfäule durch Bormangel⦁ pH-Wert: z.B. Ammoniumversorgung: Fusarienbefall durch niedrigere pH-Werte begünstigt⦁ Bestandsklima: (durch veränderte Pflanzenmorphologie) abhängig von der Bestandsdichte
- 5. Welche Auswirkungen kann Stickstoffüberschuss auf Pflanzen und Pflanzenbestände haben? - Steigerung von: o Attraktivität für Schadorganismen o Lösliche N-Verbindungen o Assimilatgehalte o Zellgröße o Interzellularräume o Bestandesdichte - Senkung von: o Zellwandstabilität o Lignifizierung o Verkieselung o Kutinisierung (Auflagerung von Cuticula sinkt) o Seneszenz (Alterung, Pflanzen wachsen länger und altern deswegen erst später)
- 6. Welche Schadorganismen werden durch Stickstoffüberschuss gefördert? - Blattläuse: Da mehr Assimilate gebildet werden - Verschiedene Pilzkrankheiten: Da der Bestand schlechter abtrocknet (v.a. Mehltau), und durch die schlechtere Cuticula-Ausbildung können die Pilzhyphen leichter in die Pflanzen eindringen, Interzellularien der Epidermis größer - Es entstehen u.a.: Halmbruchkrankheit, Blattlausbefall, Blattkrankheiten: Rostpilze, Blatt- und Spelzenbräune, Septoria Blattdürre, Echter Mehltau, Blattmehltau
- 7. Nennen Sie Schadorganismen die durch einen hohen bzw. niedrigen pH-Wert beeinflusst werden. Niedriger pH-Wert: pilzliche Schaderreger Fusarien Kohlhernie (Erreger: Plasmodiophora brassicae) Hoher pH-Wert: bakterielle Schaderreger Kartoffelschorf
- 8. Nennen Sie fünf verschiedene abiotische Schadfaktoren. abiotisch bedingte Pflanzenbeschädigungen werden durch Umwelteinflüsse verursacht. Alle Umweltfaktoren, an denen Lebewesen nicht erkennbar beteiligt sind, Sie stellen somit alle nicht belebten Interaktionspartner in einem Ökosystem dar. - Witterung (Kälte, Hitze, Trockenheit, Nässe, Wind, Hagel/Eis, Sonneneinstrahlung) - Nährstoffmangel/-überschuss (N Stickstoffüberschuss, Stickstoffmangel, P Phosphormangel, K Kalimangel, pH-Wert) - toxische Stoffe in der Luft (SO2, NOx, HF, NH3) - toxische Stoffe im Boden (Schwermetalle, Salze, Herbizide) - Agrartechniken (direkt durch Verletzungen, Verätzungen. Indirekt durch Bodenverdichtungen, Strohverteilung/-einarbeitung, Versalzung) - Sie führen direkt oder indirekt zu Schäden oder Stress der Pflanze, durch die dadurch verringerte Photosyntheseleistung kommt es zu einem Ertrags- oder Qualitätsverlust.
- 9. Nennen Sie toxische Stoffe, die das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen können - Boden: Schwermetalle, Salze, Herbizide - Luft: SO2, NOx, HF, NH3
- 10. Beschreiben Sie, wie agrar- und kulturtechnische Maßnahmen das Pflanzenwachstum negativ beeinflussen können. - Direkt: durch Verletzungen (z.B. überfahren) oder Verätzungen (z.B. bei unsachgemäßer Anwendung durch den Flüssigdünger Ammoniumnitrat-Harnstoff-Lösung AHL) - Indirekt: durch Bodenverdichtungen, Versalzung und Strohverteilung/-einarbeitung
- 11. Durch welche Eigenschaften sind abiotische Schadfaktoren gekennzeichnet? Abiotisch bedingte Pflanzenbeschädigungen werden durch die unbelebte Umwelt, also Umwelteinflüsse, verursacht, unter denen Winterungsereignisse die bedeutendsten sind. Kennzeichnend ist die meist geringe direkte Beeinflussbarkeit durch den Menschen. Abiotisch verursachte Schäden sind nicht übertragbar und können, abgesehen von Totalschäden, selbst heilen, wenn der Schadfaktor nicht mehr wirksam ist. - Hohes Schadpotential z.B. Überschwemmungen Erkrankungen durch abiotische Faktoren sind nicht übertragbar Pflanzen können sich nach dem Abklingen teilweise wieder erholen
- 1. Was ist ein obligater Parasit? Nennen Sie drei Gruppen von Krankheitserregern, die als obligate Parasiten gelten. Obligate Parasiten ernähren sich biotroph. Das heißt, dass sie auf lebens- und funktionstüchtiges Wirtsgewebe zur Ernährung und eigenen Entwicklung angewiesen sind. Daher töten sie ihren Wirt nicht. Beispiele: Viren, Pilze (wie z.B. Mehltaupilz), saugende Insekten, phytophage (pflanzenfressende) Nematoden
- 13. Worin unterscheiden sich obligate Parasiten von nicht obligaten (fakultativen) Parasiten? - Obligate Parasiten: sind auf lebende Pflanzenzellen als Wirt angewiesen. - Fakultative Parasiten: Wenig spezialisierte parasitische Organismen, können sich auch saprophytisch entwickeln, sind somit nicht auf einen Wirt angewiesen. - Nicht obligate Parasiten können auch von totem Substrat leben, weshalb sie die Pflanze bzw. Pflanzenteile abtöten, z.B. Septoria tritici.
- 14. Was versteht man bei Krankheitserregern unter einer biotrophen und pertotrophen Ernährungsweise? - Biotrophe: benötigen lebens- und funktionstüchtiges Wirtsgewebe zur Ernährung und eigenen Entwicklung - Pertotroph: Ernährung von abgestorbenen Substrat, dessen Tod der Erreger durch Toxine und/oder extrazelluläre Enzyme selbst herbeigeführt hat
- 15. Wodurch sind obligate Saprophyten gekennzeichnet und auf welche Weise schädigen Sie Pflanzen? Obligate Saprophyten sind Zersetzer. Sie leben von abgestorbenen Pflanzengeweben, deren Absterben sie nicht verursacht haben àNekrophatie. Somit sind sie keine Parasiten.
- 16. Was ist ein Viroid und durch welche Merkmale ist es gekennzeichnet? Viroide sind infektiöse Moleküle, also Schaderreger. Sie unterscheiden sich von Viren dadurch, dass sie nur eine einsträngige RNA haben, keinen Proteinmantel und ein sehr geringes Molekulargewicht. Im Gegensatz zu Viren codieren Viroide keine Proteine. Die Replikation und der Transport erfolgen hauptsächlich mit Hilfe von Enzymen der Wirtspflanze, in der Pflanze breiten sie sich über das Phloem aus. Die Übertragung erfolgt mechanisch und/oder durch Insekten mit beißend-kauenden Mundwerkzeugen und durch Blattläuse. Es gibt keine Bekämpfungsmaßnahmen.
- 17. Wie sind Viren aufgebaut? Viren besitzen eine Nukleinsäure (DNA oder RNA), in der die genetische Information gespeichert ist. Ein Proteinmantel dient hier als Schutzfunktion. Sie besitzen keinen Zellkern und keine Zellwand. Weitere Bestandteile: Lipide befinden sich in der Hülle, Polyamine sind an die RNS gebunden und Metallionen bestimmen die Stabilität.
- 18. Durch welche Merkmale zeichnen sich Viren aus? - Sie sind submikroskopisch klein, nicht größer als 300nm, nicht im Lichtmikroskop sichtbar - Viren haben keinen Zellkern und keine Zellwand - Enthalten DNA oder RNA - Kein eigener Stoffwechsel, die Vermehrung erfolgt nur in einer passenden Zellumgebung mit entsprechender Energielieferung. - Sie sind nicht in der Lage auf künstlichem Nährboden zu wachsen. - Sind gegenüber Antibiotika unempfindlich. - Sind obligate Krankheitserreger Können nicht über eine intakte Cutikula in die Pflanze eindringen.
- 19. Wie gelangen pflanzenpathogene Viren in ihren Wirt, wie vermehren sie sich in ihm und wie breiten sie sich in ihm aus? - Der Eintritt in ihren Wirt erfolgt über reversible Wunden von Zellwand und Plasmalemma oder durch tierische Vektoren (Insekten als Überträger, mechanisch), vegetative Vermehrung, Pollen und Samen. - Um ihre DNA oder RNA zu replizieren, wird der Replikationsapparat der Zelle benutzt. Die Vermehrung erfolgt durch die beiden Syntheseschritte Replikation der Nukleinsäure und Transkription des Genoms zu mRNA und Translation der Information in virusspezifisches Protein. - Das Virus vermehrt sich in den Parenchymzellen. - Die Ausbreitung von Zelle zu Zelle erfolgt über Plasmodesmen. Und über die Leitbündel zur Wurzel und über Phloem und Xylem in die gesamte Pflanze. - Die Geschwindigkeit der Ausbreitung ist abhängig von: Virus, Zelltyp und –zustand, Umweltbedingungen und Wirtspflanze.
- 20. Nennen Sie die wichtigsten Übertragungswege für Pflanzenviren. - Tierische Vektoren (90% Blattläuse) - Mechanische Übertragung / Kontaktübertragung - Vegetative Vermehrung - Pflanzenvermehren indem Teile von Wurzeln z.B. weitergezüchtet werden - Samen und Pollen - Pilze
- Anzeige
- Nicht persistente Virusübertragung: - Virusaufnahme erfolgt nach kurzer Zeit (sek.-min.) beim Ansaugen der äußeren Zellschicht durch Insekten (z.B. Blattlaus). - Das Virus gelangt nicht in den Vektor, sondern haftet äußerlich an den Mundwerkzeugen an. Daher sind sie leicht mechanisch übertragbar. Die Abgabe des Virus ist ohne Latenzzeit möglich. Schnelle Weitergabe beim erneuten saugen an einer anderen Pflanze. - Die nicht-persistente Übertragung ist die häufigste und hat die größte wirtschaftliche Bedeutung.
- Persistente Virusübertragung: - Das Virus gelangt über das Phloem in den Vektor durch längere Saugzeiten an einer infizierten Pflanze. - Im Vektor zirkuliert das Virus, nach durchdringen der Darmwand. Im Vektor kann sich das Virus vermehren. Aquisationszeit hoch. - Virusabgabe nach mehr als einem Tag bis Wochen möglich (hohe Latenzzeit). - Propagative Viren werden an die Nachkommen weitergegeben.
- 22. Nennen Sie die Gruppen von tierischen Vektoren, die Viren übertragen. Wie bedeutsam sind die einzelnen Gruppen? Tierische Vektoren: - Insekten (Blattläuse, Käfer, Wanzen) o Insekten mit beißenden Mundwerkzeugen, v.a. Ordnung Coleoptera (Käfer) bei 4 Familien nachgewiesen. Bedeutsam sind Chrysomelidae (Blattkäfer) und Curculionidae (Rüsselkäfer) - Nematoden o Larven u. Adulte von ektoparasitischen, wandernden Wurzelnematoden können Viren übertragen > Trichodorus, Paratrichodorus, Longidorus, Paralongidorus, Xiphinema - Milben
- geben Sie jeweils ein Beispiel einer wichtigen Kartoffel- und Getreidevirose mit dem entsprechenden Vektor. Getreide: - Vektor = Große Getreideblattlaus: Gelbverzwergungsvirus - Barley Yellow Dwarf Virus (BYDV) - Vektor = Fadenwürmer: Trichodorus TRV (Tabacco-Rattle-Virus) Kartoffeln: - Vektor = Grüne Pfirsichblattlaus: Y-Kartoffelvirus - Potato Virus Y - Vektor = Grüne Pfirsichblattlaus: Blattrollkrankheit PLRV
- 23. Wie bedeutsam sind Insekten als Virusvektoren? Nennen Sie die Insektenordnungen, die als Vektoren fungieren können. Insbesondere Insekten mit stechend-beißenden Mundwerkzeugen sind bedeutsame Virusvektoren. Blattläuse sind die häufigsten Überträger, Viren werden von mehr als 300 Blattlausarten übertragen, manche Arten übertragen sogar mehrere Viren. Es hat höchste wirtschaftliche Bedeutung, denn nicht-persistente Übertragung durch Blattläuse = keine Latenzzeit. Insektenordnungen: o Pflanzensauger (Blattläuse, Schmier- und Wolläuse, Mottenschildläuse, Zikaden) o Sonstige (Käfer, Fransenflügler, Wanzen, Zweiflügler)
- 24. Welche Bedeutung hat der Übertragungstyp von Viren (persistent/nicht persistent) für die Bekämpfung? Die direkte Bekämpfung von Viren ist nicht möglich, da Viren keinen eigenen Stoffwechsel haben. Daher beschränkt sich die Bekämpfung auf eine Vermeidung der Infektion. Die nicht-persistente Übertragung ist nur schwer zu verhindern, da die Aquisitionszeit so gering ist, dass eine ausreichende Wirkstoffaufnahme nicht stattfindet. Damit die Vektoren vor dem nächsten Anstich sterben, ist ein Kontaktinsektizid oder ein Insektizid mit Gasphase nötig. Systemische Mittel. Bei der persistenten Virusübertragung, ist es durch die längere Aqusitionszeit möglich mit Insektiziden die Vektoren (meist Blattläuse) wirksam zu bekämpfen, da die Vektoren lange genug an den Pflanzen saugen, um genügend Wirkstoff des Insektizids aufzunehmen.
- 25. Nennen Sie zwei Pilze, die als Virusvektoren dienen. Welche Viren übertragen sie und welche Bedeutung haben diese Viruskrankheiten? - Polymyxa betae: Rhizomania BNYVV (Wurzelbärtigkeit) An Zuckerrüben. Durch angegriffene Wurzel Blattaufhellungen und eine verzögerte Entwicklung. Großflächige Verbreitung im Boden. Ertrags- und Inhaltsstoffminderung, daher bedeutende Rübenkrankheit - Polymyxa graminis: Gelbmosaikvirus BYMV Bedeutung für Getreide. Ertragseinbußen bis 70 %. Können durch weniger anfällige Sorten abgeschwächt werden.
- 26. Von welchen Einflussfaktoren hängt die Ausprägung einer Viruserkrankung an Pflanze ab? - Umwelt: Saattermin, Pflanzenabstand, Wind, Bodenfeuchtigkeit, Temperatur, ackerbauliche Praktiken, sekundäre Infektion, Virusquellen - Vektor/Pflanze: Vektorresistenz, Saugverhalten, Blattstrukturen, Blattfarbe - Pflanze/Virus: Entwicklungsstand der Pflanzen, Resistenztoleranz der Pflanzen, Mischinfektionen, Virusisolat, Viruswanderung, Cross Protection - Virus/Vektor: Menge aufgenommener Viren, Übertragungsmodus, Mehrfachinfektion, Virusisolat
- 27. Definieren Sie die Begriffe Aquisitionszeit, Latenzzeit und Retentionszeit im Zusammenhang mit der Virusübertragung. - Aquisitionszeit: notwendige Saugzeit für die Virusaufnahme aus infizierten Pflanzen - Latenzzeit: Zeitraum zwischen Virusaufnahme und –weitergabe - Retentionszeit: Zeitspanne, in der ein Virus in einem Vektor infektiös erhalten bleibt (Persistenz).
- 28. Wie lang sind Aquisitionszeit, Latenzzeit und Retentionszeit bei den verschiedenen Übertragungsformen der Viren? Übertragungsform Aquisitionszeit Latenzzeit Retentionszeit _________________________________________________________________nicht persistent Sekunden keine Stundensemi-persistent min min – Tage Tagepersistent min – Stunden Stunden – Tage Stunden – Wochen persistent-propagativ min – Stunden Tage – Wochen oft lebenslang
- ´29. Durch welche Gegenmaßnahmen lässt sich das Auftreten von Viren vorbeugend verhindern? - Verwendung von virusfreiem Pflanzmaterial und Saatgut (Aufbau gesunder Mutterpflanzenbestände) - Anbau virusresistenter und toleranter Sorten - Ausschalten von Infektionsquellen (Ausfallgetreide und Unkrautbekämpfung) - Verhinderung von Virusübertragungen (anbautechnische Verfahren, Vektorenbekämpfung, Hygienemaßnahmen bei Kultur- und Pflegearbeiten) - geeignete Pflanz- und Aussattermine - Verletzungen im Kartoffelbau vermeiden
- 30. Beschreiben Sie den Aufbau von Bakterien. - einzellige Mikroorganismen ohne echten Zellkern (Prokaryonten) - Größe: 0,5-3 µm - Besitzen eine feste Zellwand (je nach Absorption eine Farbstoffes Unterschiede bei Gram-positiven und -negativen Bakterien) - Zellkörper kugelig (Kokken), stäbchenförmig (Bazillen) oder schraubig gedreht (Spirillen) - verschiedene Begeißelungs- und Bewegungstypen - keine Zellorganellen, sondern Membrankompartimente (Mesosomen) - besitzen DNA (ringförmig frei im Cytoplasma) und RNA - Schleimkapsel zum Schutz - Grundplasma mit 70S Ribosomen - 1-2 große Plasmide - tubuläre-vesikuläre Membranstrukturen stehen mit Cytoplasmamembran in Verbindung - Sie sind im Unterschied zu Viren mit dem Lichtmikroskop sichtbar.
- 31. Durch welche allgemeinen Merkmale zeichnen sich Bakterien aus? - Prokaryonten (kein echter Zellkern) - Feste Zellwand - Sichtbar im Lichtmikroskop - Nukleinsäuren DNA und RNA - Wachsen auf künstlichem Nährboden - Vermehrung durch Zweiteilung - Befallen extra- und intrazelluläres Gewebe
- 32. Definieren sie die Begriffe Subspezies und Pathovar bei Bakterien. Dient der Klassifizierung und Nomenklatur von Bakterien. Subspezies (subsp.): Gruppe von Individuen innerhalb der Art, die sich morphologisch und genetisch klar von anderen Individuen einer Subspezies unterscheiden lassen Pathovar (pv.): Definierte Bakterienstämme einer Art, die sich morphologisch und genetisch nicht leicht unterscheiden lassen, mit unterschiedlichen pathogenen Eigenschaften, z.B. unterschiedlichem Wirtspflanzenkreis oder unterschiedlichen Krankheitssymptomen --> Subspezies und Pathovar zusätzliche Differenzierung von Bakterien neben Gattung und Art (Klassifizierung)
- 33. Wie und wo überdauern Bakterien? Überdauerung in: - Samen - Pflanzgut - Zwischenwirten - Pflanzenrückständen - Boden - Maschinen- und Arbeitsgeräten Wie: - Ecto- und Endosporenbildung
- 34. Wie werden pflanzenpathogene Bakterien übertragen? Übertragung geschieht durch: - Wind - Niederschlag (Regentropfen) - Insekten - Andere Tiere und den Menschen - Kulturmaßnahmen (Beregnung, Maschinen) - Pflanz-, Saat- und Erntegut Übertragung von einer Vegetationsperiode zur nächsten geschieht über Pflanzenrückstände, infiziertes Saat- und Pflanzgut, Bakteriengallen.
- 35. Wie dringen Bakterien in die Pflanze ein? Nennen Sie die wichtigsten Infektionswege. Unbewegliche (nicht begeißelte) Bakterien können nur über Vektoren in die Wirtspflanze gelangen. Bakterien mit Geißeln können sich innerhalb eines Wasserfilms aktiv fortbewegen und über natürliche Eintrittspforten oder Wunden in die Pflanze eindringen. Besiedlung über intakte Abschlussgewebe ist nicht möglich. Eindringen über: - Natürliche Öffnungen (Stomata, Lentizellen, Hydrathoden (Wasserspalten)) - Nicht kutinisierte Stellen (Wurzelhaare, Narben, Nektarien (Saftdrüsen)) - Wunden (Wuchsrisse, biotisch, abiotisch)
- 36. Wie breiten sich Bakterien in ihrer Wirtspflanze aus? Innerhalb der Pflanze besiedeln Bakterien den Interzellularraum und breiten sich durch Eigenbewegung vom Infektionsort in die nähere Umgebung aus. Für eine systemische Besiedlung der gesamten Pflanze ist ein Übertritt in das Xylem erforderlich. Über den Wasserfluss kann dann eine rasche Besiedlung auch entfernter Pflanzenteile erfolgen. (abhg. von der Sorte und Umwelteinflüssen, hier entscheidend die Temperatur)
- 38. Wie lassen sich Bakterien wirkungsvoll bekämpfen? Nennen Sie die wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen. Direkte Bekämpfung nur mit Antibiotika (in Deutschland nicht zugelassen, Ausnahme: Feuerbrand des Kernobstes mit Genehmigung – Mittel: Plantomycin) oder Bodenentseuchung (chemisch oder dämpfen) in Anzuchtbeeten möglich, sonst eigentlich keine direkte „effektive“ Möglichkeit. Vorbeugende Maßnahmen: - Quarantäne - Beseitigung von Infektionsquellen (Versuche zeigten aber hohen Schwierigkeitsgrad) - Fruchtfolge (abhg. von Überdauerungsrate der Bakterien im Boden à bestimmt dann über den Zeitraum der Anbaupausen) - Düngungsmaßnahmen - Bodenbearbeitung à Beseitigung von Pflanzenresten - Desinfektion von Lagerräumen und Geräten - Erzeugung gesunden Saat- und Pflanzgutes (Gesundlagen) à bei z.B. Kartoffeln - Vermeidung von Verletzungen - resistente Sorten - Düngungsmaßnahmen (Anwendung physiologisch saurer Düngemittel à pH-Wert)
- 39. Durch welche Bakterien wird die Knollennass- und Stängelfäule der Kartoffel verursacht? Beschreiben Sie die Biologie und Epidemiologie der Erreger. MUSS ERWEITERT WERDEN, TAB als Bild - Biologie: alle peritrich begeißelt (Geißeln an der Seite zur Fortbewegung im Wasser), stäbchenförmig, Gram-negativ, fakultativ anaerob, Optimum ca. 20°C - Wirtspflanzen: Kartoffeln, Karotten, Kohlarten, Zwiebeln, Salat, Gurken - Epidemiologie: Pflanzgut Hauptquelle für Verbreitung, ssp. carotovora größeren Wirtspflanzenkreis als ssp. atroseptica, E. chrysanthemi befällt Kartoffel Ackerbohne Mais und zahlreiche Gemüsearten (siehe Abb.). o Infektion der Knollen über Wunden, Überwinterung in Pflanzenrückständen im Boden und in Knollen, Übertragung des Bakteriums im Bestand durch befallene Knollen, die vielfach latent verseucht sind, und Bearbeitungsgeräte, Ausbreitung im Lager durch faulende Knollen und Beschädigungen an den Knollen durch Ernte und Lagerung. o Infektion von Mutterknolle aus, auf Tochterknollen über Bodenwasser oder Leibahnen. (Epidemiologie = Teil der Pflanzenpathologie, beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen einer Population von Krankheitserregern oder Symptomen und einer Wirtspflanzenpopulation. Es gilt dabei, Veränderungen während der Zeit der Interaktion quantitativ zu erfassen und zu beschreiben und mit Hilfe dieser Erkenntnisse den Verlauf von Epidemien zu beeinflussen) (Symptome: Schwarzbeinigkeit > Stängelbasis schwarz gefärbt und verfault, Blätter hellgrün bis gelb, Fiederblätter teilweise eingerollt (Verwelken), Pflanzen lassen sich leicht aus dem Boden ziehen, Knollen weichfaul, breiige Masse wird nur durch die Schale zusammengehalten, stechender Geruch)