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Entwicklungspsychologie (Fach) / Sprachentwicklung (Lektion)

Sprache, phonologisch-prosodische Entwicklung, Grammatikerwerb, Unterstützung des Spracherwerbs, Ansätze zur Spachentwicklung

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  • Was versteht man unter Kategorialer Wahrnehmung von Sprachlauten? Wie entwickelt sich die Phonemwahrnehmung? breites Spektrum an akustischen Sprachsignalen führt zur Wahrnehmung einer begrenzten Anzahl von Wahrnehmungskategorien kontinuierlicher Übergang zwischen Lauten wird nicht wahrgenommen im Säuglingsalter: Sprachen unterscheiden sich in der Anzahl ihrer Phoneme bis 6 Monate: Säuglinge können zwischen den Phonemen der Muttersprache unterscheiden, aber auch zwischen den Phonemen anderer Sprachen differenzieren -> kein Unterschied in Wahrnehmung der Phoneme; 1 J.Phoneme der Muttersprache werden unterschieden (z.B. Unterscheidung zwischen r und l von japanischen Kindern); Sensibilität für Sprachlaute anderer Sprachen geht verloren
  • Wie gelingt es Babys, im Sprachfluss Wörter zu erkennen und diese herauszuhören? Sensibilität der Babys für Regelhaftigkeit ihrer Muttersprache z. B. betonungsmuster, Verteilungscharakteristik Betonungsmuster: Säuglinge, 9 Monate, richten Aufmerksamkeit auf Wortlisten, die dem Betonungsmuster der Muttersprache folgen ( hier engl.) Verteilungscharakteristik : Phänomen, das in jeder Sprache bestimmte Laute mit höherer Wahrscheinlichkeit zusammen auftreten als andere Sensibilität von Babys für derartige Regelmäßigkeiten
  • Wie entwickelt sich der frühe rezeptive Wortschatz? verstehen von Wörtern geht der Produktion von Wörtern voraus mit 4 Monaten: Erkennen des eigenen Namens mit 6 Monaten : Verständnis vertrauter Wörter ( Mama, Papa) mit 7 -8 Monaten: Erkennen und Abspeichern neuer Wörtern Schnelles Wortlernen (Vokabelspurt) ab 16 Monaten = Fast Mapping: schnelle Zuordnung eines Wortes zu einer ersten noch vorläufigen und unvollständigen Bedeutung
  • Wie werden Wortbedeutungen erschlossen? Pragmatische Hinweise Constraints für den Erwerb von Wortbedeutungen ( Ganzheits- ( neue Würter beziehen sich auf ganze Objekte), Taxonomie-( Wörter sind kategoriel verbundene Objekte),Disjunktionsconstraint(jedes Objekt hat nur einen Namen)) Nutzung formal-sprachlicher Hinweise (Grammatik, Kombination  von Wörtern)
  • Wie kommt es zum Erwerb der Grammatik? mit mit 12- 14 Monaten Sätze mit normaler Wortordnung mehr Aufmerksamkeit gewidmet 16 - 18 Monate Unterscheidung von Satzinhalten ( Bibo kitzelt Krümelmonster. Krümelmonster kitzelt Bibo.) ⇒frühes Verständnis für Satzbau , Grammatikveständnis geht Produktion von Mehrwortäußerungen voraus (Zweiwortsätze regelgeleitet)- ab 18 Monaten Produktion von "Sätzen"
  • Wie können Bezugspersonen den kindlichen Spracherwerb unterstützen? Abstimmung mit dem Blickverhalten des Kindes →frühes Lernen,das Objekte eine Bedeutung haben joint attention → ab 9 Monaten, Kind folgt dem Blick des Erwachsenen; gemeinsame Aufmerksamkeit auf das Objekt Abstimmung der Sprache des Erwachsenen auf den Entwicklungsstand des Kindes→implizit, aber nicht notwendig Indirekte Rückmeldung über die Grammatik anhand zweier Arten von Erweiterungen →Reformulierung- Wiederholung der korrekten Form;→Expansion - Wiederholung mit korrekter Form und Hinzufügung inhaltlicher Elemente
  • Für die Sprachentwicklung gibt es zwei theoretische Ansätze. Nenne diese! Welche Annahmen vertreten beide Theorien? nativistischer und konstruktivistischer Ansatz Sprache ist humanspezifisch und hat eine biolgische Basis. Spracherwerb wäre ohne eine sprachliche Umwelt nicht möglich. Spracherwerb erfordert eine gelungene Passung zwischen inneren Voraussetzungen des Kindes und äußeren Faktoren.
  • Der nativistische Ansatz unterscheidet sich zum konstruktivistischen Ansatz.... Wesentliche grammatische Strukturen sind angeboren und entfalten sich nach einem genetischen Bauplan. Grammatische Strukturen sind von Beginn an abstrakt. Sprache ist unabhängig von kognitiven Fähigkeiten. Sie ist ein seperates Modul. Die sprachliche Umwelt dient lediglich als Auslöser für den Erwerb der Sprache. Spracherwerb aus der Inputsprache ohne angeborene grammatikalische Strukturen wird als nicht möglich betrachtet.
  • Wie unterscheidet sich der konstruktivistische Ansatz vom nativistischen Ansatz ? Sprache entsteht auf der Basis der kognitiven und sozialen Fähigkeiten zur Imitation, Kategorisierung und Abstraktion, Symbolbildung und geteilten Aufmerksamkeit. Am Aufbau der Sprache sind anteilig viele Faktoren beteiligt, u.a. genetische, neuronale und umweltbedingte. Grammatische Strukturen sind zunächst inhaltsspezifisch und werden erst allmählich abstrakt. Sprache ist Teil der Kognition, und Sprachentwicklung Teil der kognitiven Entwicklung. Bei der Sprachentwicklung werden allgemeine Lernmechanismen angewandt. Kinder konstruieren grammatische Strukturen aus der Sprache der Umwelt. Dies geschieht mit Hilfe ihrer kategorisierungsfähigkeiten und Nutzung von distributioneller Information in der Inputsprache.
  • Entwicklung des Lesens und Schreibens Welchen Einfluss hat die Phonologische Informationsverarbeitung auf den Schriftspracherwerb? Phonologische Informationsverarbeitung setzt sich aus phonologischer Bewußtheit, phonologischen arbeitsgedächtnis und den Abruf phonologischer Informationen aus dem Langzeitgedächtnis zusammen. Phonologische Bewusstheit: im weiteren Sinne- größere lautliche Einheiten wie Silben oder Reime; im engeren Sinne: kleinste lautliche Einheiten - Phoneme Schreiben : Zerlegung der gesprochenen Wörter in Phoneme -> dann in Grapheme Lesen : Umkodierung der Grapheme in Phoneme -> Phoneme zu Wort zusammensetzen⇒Phonologische Bewusstheit im Kindergartenalter und zu Schuleintritt sagt die Lese- und Rechtschreibfähigkeit voraus
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  • Welche Relevanz hat das Phonologische Arbeitsgedächtnis auf den Schriftspracherwerb? kurzfristige Speicherung sprachlicher Informationen Phonologische Informationrn werden aufrecht erhalten - mental repräsentiert Beteiligung am Erlernen von Graphem-Phonem- Zuordnungen - Leseaufgabe: Speicherung der Phoneme, bevor diese zu Wörtern zusammengesetzt werden ⇒Leistungen des phonologischen Arbeitsgedächtnisses sagen Lese-Rechtschreibfähigkeit voraus
  • Welchen Einfluss hat der Abruf phonologischer Repräsentationen aus dem Langzeitgedächtnis auf den Schriftspracherwerb? Lesen: Effizienter Abruf phonologischer Repräsentationen wichtig, um von geschriebenen Wort zu lexikalischer Bedeutung zu gelangen⇒Geschwindigkeit der Benennung von z.B. Objekten oder Farbnamen sagt Lesefähigkeit voraus
  • Das Lesen und die Rechtschreibung entwickeln sich nach dem Phasenmodell von Frith in drei Phasen. Welche sind das? Logographische Phase -Lesen : Erkennung von Buchstaben und Wörtern direkt, Schreiben: Verschriftung weniger Buchstaben, später Skelettschreibungen - gewisse Ähnlichkeiten zu Wörtern vorhanden Alphabetische Phase - Lesen: Grapheme werden nacheinander in Phoneme umgewandelt und synthetisiert, erfolgreich bei lautgetreuen Wörtern; Schreiben: Zerlegung gesprochener Wörter in Phoneme, Übersetzung der Phoneme in Grapheme, erfolgreich bei lautgetreuen Wörtern Orthografische Phase - Lesen: direktes Erkennen bekannter Wörter durch Abruf abstrakter Wortrepräsentationen aus dem Langzeitgedächtnis; Schreiben: bekannte Wörter können durch Abruf abstrakter orthographischer Repräsentationen direkt geschrieben oder aus verschiedenen orthographischen Einheiten zusammengesetzt werden
  • Welche Ursachen hat die Lese- Rechtschreibstörung? spezifische/isolierte Störung des Leseerwerbs, bzw. lese- und Rechtschreiberwerbs biologische Ursachen: genetisch bedingt durch Konstellation verschiedener Gene kognitive Ursachen:phonologische Leistungen vermindert, Training kann helfen