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Entwicklungspsychologie (Fach) / Theorien des domänenspezifischen Kernwissens (Lektion)

Kernwissen, Intuitive Theorien, domänspezifisches Wissen

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  • Was ist Kernwissen? Durch was ist eine Theorie des Kernwissens gekennzeichnet ? In welchen Bereichen gibt es Kernwissen? 1. Kernwissen - angeborenes rudimentäres begriffliches Wissen; Leitet den Wissenerwerb über die Lebensspanne, implizites Wissen; domänspezifisches Wissen 2. Theorie - neben allgemeinen Lernfähigkeiten auch spezifische Lernmechanismen und angeborenes Wissen ( Kernwissen) in inhltsbereichen, die evlutionsgeschichtlich bedeutsam sind; schneller Erwerb von Wissen in Inhaltsbereichen , die Überleben sichern; domänspezifisch - begrenzt auf bestimmte Inhaltsbereiche 3.Domänspezifischen Kernwissen in : Biologie, Gesichtserkennung, Mathematik, Physik, Sprache, Psychologie
  • Welche Methode wird zur Erkenntnisgewinnung angewendet? Nenne Beispiele ! -Methode der Erwartungsverletzung - unerwartete Ereignisse sollten mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen -> Blickdauer höher - Beispiel : Kernwissen über physikalische Objekte: Spelke, 1994    - drei angeborene Prinzipien : Kohäsion - Objekte bewegen sich als zusammenhängende begrenzte Einheiten; Kontinuität/ Solidität - Objekte sind feste Körper, kontinuierlich existierende Entitäten; Kontakt - ein Objekt beeinflusst die Bewegung eines anderen nur über physischen Kontakt, nicht aus der Distanz - Ergebnis Kontinuitätsprinzip: längere Betrachtung des unmöglichen als des möglichen Ereignissen bei 4 Monate alten Säuglingen ( Kontinuitätsprinzip - Ball hinter einer Wand verschwindet, liegt auf oder unter dem Tisch) -Ergebnis Kontaktprinzip: Säuglinge, 7 Monate, längere Betrachtung Nichtkontaktereignis bei unbelebten Objekten, bei Personen kein Unterschied in Blickdauer
  • Wie entwickelt sich begriffliches Wissen auf Basis von Kernwissensystem weiter? Was kennzeichnet Intuitive Theorien aus ? Welchen Inhalt haben diese ? - eingebettet in größere begriffliche Systeme => intuitive Theorien - Intuitive Theorien: nicht angeboren, imd kulturellen Kontxt konstruiert; sprachlich repräsentiert; keine Konstanz über die Lebensspanne - veränderbar; explizites Erklärungswissen Kennzeichen: wichtige Wissensdomänen werden zu informellen Theorien strukturiert; rudimentär, informell, in sich organisiert ( Bestandteile sind miteinander verknüpft); neues Wissen wird in bestehende Organisation der Inhalte integriert oder bestehende Organisation muss an neues Wissen angepasst werden -Inhalte: Physik, Psychologie, Biologie
  • Nenne Beispiele für Intuitive Theorien in dem Bereich Physik! - Kinder im Vorschulalter (3-6) "Gerade-nach-unten-Regel" - Annahme: ein Objekt fällt immer gerade nach unten; Studie von Hood (1995): Ball finden, der durch eine von drei undurchsichtigen Röhren gerollt wird - wenn Kinder den Ball nicht finden, schauen sie an der Stelle unterhalb des Einstecklochs nach auch wenn die Situation die Umlenkung des Objektes nahe legt Gewicht: kein Verständnis von Gewicht als konstitutivem Merkmal von Materie, fühlbare Schwere als Merkmal z.B. Wiegt ein Reiskorn viel, ein bisschen oder gar nichts? Vorschulkinder : nichts ;Kann man durch Teilen jemals ein Stück erhalten, das nichts wiegt? ( 12 J. "nein") Dichte: (Kinder 8-10 J.) keine konsitente Unterscheidung zwischen absolutem Gewicht eines Objektes und dem spezifischen Gewicht des Materials, aus dem das Objekt gemacht ist; mangelde Differenzierung zwischen Gewicht und Dichte z.B. zylinder aus Stahl und Aluminium mit gleichem Gewicht werden vor den Kindern gewogen; Präsentation eines Stahl- und Aluminiumzylinders mit gleicher Größe; Wiegen sie gleich viel oder ist einer schwerer?
  • Nenne Beispiele Intuitiver Theorien im Bereich Psychologie! Theory of Mind - intuitives Verständnis des Einflusses von Gedanken, Überzeugungen und Absichten auf das Verhalten (Kail & Cavanaugh, 2000); alltagspsychologische Konzepte, die wir benutzen, um uns selbst und andern mentale Zustände zuzuschreiben (was wir wissen, wollen, denken, fühlen ect.) 2 J. Verständnis, das andere Menschen nach ihren Wünschen handeln, nicht das auch Überzeugungen zu Handlungen führen 3 J. Verwendung mentaler Begriffe wie denken, glauben, erinnern; beginnendes Verständnis für wunsch- und überzeugungsgeleitetes Handeln ( noch begrenzt) 4 -5 J. mentale Zustände werden zentral für das Verständnis des eigenen Verhaltens und des Verhaltens anderer; Verständnis für Verhalten aus Überzeugungen über Ereignisse und Situationen, auch wenn die Überzeugung falsch ist Beispiele: False-Belief-Aufgaben: anderer mensch hält etwas für wahr, von dem das Kind weiß, dass es falsch ist; Sally-Anne-Aufgabe: Wo sucht Sally nach dem  Ball, im Korb oder in der Box? 3 J. in der Box -> Kind denkt Sally weiß das selbe wie es selbst, 4-5 J. im Korb -> Kind weiß, das Sally nicht das gleiche weiß, wie es selbst; Smarties-Aufgabe: Was wird deine Freundin sagen, was in der Smarties Box ist? 3 J. nimmt an, das Freundin das gleiche weiß, wie es selbst -> Buntstifte
  • Nenne Beispiele für Intuitive Theorien im Bereich Biologie! Bewegung: Vorschulalter - Verständnis, das belebte Objekte sich selbst bewegen, unbelebte Objekte müssen bewegt werden, Tiere bewegen sich eher unvohersehbar, Maschienen bewegen sich regelmäßig und vorhersehbar Innenleben: Vorschulalter - belebte Objekte enthalten etwas anderes als unbelebte Objekte Vererbung: körperliche Eigenschaften werden von Eltern an Nachwuchs weiter gegeben, auch bei Aufzucht durch andere Eltern behält der Nachwuchs spezifische Eigenschaften; Fehlannahme: Wünsche der Mütter haben Einfluss auf die körperlichen Merkmale der Kinder, Spielverhalten von Mädchen und Jungen ist auf Verebung zurückzuführen Krankheit: krankheiten werden durch Erreger verursacht, psychische Prozesse ( Wissen das etwas Erreger enthält) verursachen keine Krankheit Genesung: Verletzungen von Lebewesen heilen alleine, unbelebte Objekte müssen repariert werden Wachstum: Tiere wachsen, wenn sie älter werden Fehlannahmen: Mensch ist kein Tier, Pflanzen sind keine Lebewesen da sie sich nicht bewegen obwohl sie wachsen,heilen,sterben ( erst mit 7-9 J.)
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