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Entwicklungspsychologie ROSSMANN (Fach) / Allgemeines (Lektion)
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- Was bezweckt die wissenschaftliche Psychologie? Die Beschreibung, Erklärung, Vorhersage u Beeinflussung menschlichen Verhaltens und Erlebens.
- Mit was beschäftigt sich die Entwicklungspsychologie? Mit Verhalten u Erleben unter dem Aspekt seiner Veränderung über die Zeit
- Nenne Ziele entwicklungspsychologischer Forschung Orientierung über den menschlichen Lebenslauf Beschreibung der typischen Entwicklung u Probleme in bestimmten Lebensabschnitten Erstellung von Entwicklungsnormen Kennenlernen der Auswirkungen verschiedener Entwicklungsbedingungen Verhersage ihrer Wirkungen Erkennen atypischer Entwicklungsverläufe Planung, Durchführung u Evaluation von Interventionen
- Was sind Entwicklungsprozesse? sämtlichen ontogenetische Veränderungen, die relativ überdauernd (langfristig) sind, eine irgendwie geartete Ordnung u einen inneren Zusammenhang aufweisen und mit dem Lebensalter (Zeitkontinuum) in einer mehr oder weniger engen Beziehung stehen.
- Was heißt Ontogenese? Entwicklung eines einzelnen Lebewesens
- Was heißt Phylogenese? stammesgeschichtliche Entwicklung einer ganzen biologischen Art
- Nenne die Aspekte von Entwicklungsprozessen: Wachstum Reifung Differenzierung Lernen Prägung
- Erkläre Wachstum, einen Aspekt der Entwicklungsprozesse quantitative Aspekte des Entwicklungsgeschehens (in der Biologie = Volumenszunahme, in der Entwicklungspsychologie = Zunahme des Wortschatzes von Kindern)
- Erkläre Reifung, einen Aspekt der Entwicklungsprozesse Entfaltung von genetisch festgelegten Strukturen u Funktionen, wichtige Rolle bei der körperlichen Entwicklung
- Erkläre Differenzierung, einen Aspekt der Entwicklungsprozesse Prozesse der fortschreitenden Verfeinerung, Spezialisierung u Strukturierung von Funktionen u Verhaltensweisen, meistens verflochten mit Wachstums- u Reifungs- u Lernprozessen; ist motorisch
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- Erkläre Lernen, einen Aspekt der Entwicklungsprozesse Verhaltensänderungen oder Änderungen im Verhaltenspotential auf Grund von Erfahrung, Übung oder Beobachtung (Ermüdungseffekte u Auswirkungen von Verletzungen sind abzugrenzen)
- Erkläre Prägung, einen Aspekt der Entwicklungsprozesse Irreversible Spezialisierung eines Auslöseschemas für Instinkthandlungen innerhalb einer kritischen Phase (aus der Ethologie = spezielle Art von Verhaltensänderung, zbsp Konrad Lorenz u die Graugänse)
- Was heißt Ethologie? vergleichende Verhaltensforschung
- Was heißt Ethnologie? kulturvergleichende Völkerkunde
- Was heißt Ethik? Lehre vom sittlichen Wollen u Handeln des Menschen
- Was heißt Sozialisation? Einfluss soziokultureller Faktoren auf die Entwicklung im Sinne des Hineinwachsens in eine Gesellschaft
- Was ist eine Theorie? Theorien sind wissenschaftliche Aussagen und dienen zur ordnenden Beschreibung u Erklärung von Phänomenen
- Was sind Hypothesen? (theoretisch / von einer Theorie abzuleiten) begründete Annahmen über einen Sachverhalt in der Realität =Ableitung Bsp aus der Physik: Wärme = Molekularbewegung, je wärmer desto schneller Ableitung 1: Moleküle werden dicker - Tendenz zur Ausbreitung
- Wie kommt man zur Hypothesenprüfung? Theorie Hypothese Experiment oder Erhebung Daten
- Was heißt deduktiver Schluss? vom Allgemeinen aufs Besondere
- Was heißt induktiver Schluss? vom Besonderen aufs Allgemeine
- Erkläre kurz das "Bobo doll" Experiment von Bandura: Man war einer Puppe gegenüber aggressiv und filmte das. Eine Gruppe Kinder bekam den Film vorgeführt eine Gruppe nicht. Danach kam Kind für Kind in einen Raum mit so einer Puppe. Es wurde beobachtet, dass die Kinder, welche den Film gesehen haben, wesentlich aggressiver der Puppe gegenüber waren. Aufzeichnung der Daten: Die unabhängige Variable wäre Kein Film u Aggressiver Film Die abhängige Variable wäre die Aggressivität.
- Wie kommt man zu Daten? Systematische Beobachtung Interviews Fragebogen u Tests Physiologische Variablen
- Erkläre die systematische Beobachtung: exakte Definition der Verhaltenskategorien, Vermeidung von Datenverzerrungen, repräsentativer Ausschnitt, Zeitstichprobe, Ereignisstichprobe, Blindversuche (Beobachter soll nicht wissen zu welcher Gruppe ein Klient gehört), Doppelblindversuche (Beobachter und Klient wissen nicht zu welcher Gruppe der Klient gehört)
- Erkläre Interviews: strukturierte / standardisierte Interviewleitfäden, soziale Interaktion, Selbstbeurteilunge, Selbstpräsentationstendenzen, Kombination mit Fremdbeurteilungen und/oder Beobachtungsdaten
- Erkläre Fragebogen u Tests: maximale Standardisierung der Befragungssituation, Normdaten, relative Position, Prozentrangwerte, Selbstbeurteilung, Selbstpräsentationstendenzen, Fremdbeurteilung: soziometrische Methoden(Schulkindalter, Beurteilung eines Kindes von einer Gruppe), Peer-Nomination-Techniken (keine Selbstbeurteilung, Peer=gleichaltrig, gleichrangi), "guess-who"-Technik (Schulkindalter)
- Erkläre physiologische Varibale: somatische u physiologische Daten, physikalisch-technisches Maßsystem
- Erkläre Fallberichte: Generieren von Hypothesen über mögliche Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten
- Erkläre Erhebungen: =korrelative Studien Überprüfung von Hypothesen, repräsentative Stichproben von Personen, Zusammenhänge zwischen Variablen, Korrelationskoeffizient, keine Information über die Richtung von kausalen Beziehungen
- Erkläre Experiment: Gezielte Variation einer UV (unabhängige Variable), Messung einer AV (abhängige Variable), Randomisierung, Prüfung von Hypothesen über kausale Beziehungen zwischen Variablen, Variation in der UV ist EINE der Ursachen für die Variation in der AV, ethische Probleme beim Experimentieren
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- Erkläre Querschnittstudie: Personen aus verschiedenen Altersstufen zum gleichen Zeitpunkt beobachtet. Ökonomisch, aber keine Infos über intraindividuelle Veränderungen, Konfundierung von Alters- u Kohorenteffekten
- Erkläre Längsschnittstudie: Beobachten einer Kohorte über länger Zeit. Sehr zeitaufwändig, Ausfall von ProbandInnen, Probleme mit der Repräsentativität, Konfundierung von Alter- u Kohorenteffekten, prospektiv (UV einige Zeit vor AV erfasst) [retrospektiv: UV soll rückblickend erfasst werden, Gefahr von Datenverzerrungen]
- Erkläre sequentielle Studien: gleichzeitig mehrere zeitversetzt parallel laufende Längsschnittstudien, ermöglicht die getrennte Beurteilung von Alter- u Kohorteneffekten