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Entwicklungspsychologie (Fach) / Theorien der Informationsverarbeitung (Lektion)
Gedächtnis und Problemlösen
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- Was unterscheidet die Theorie der Informationsverarbeitung von der Theorie Piagets? -wichtige Veränderungen treten ständig auf -kognitives Wachstum findet in kleinen Schritten statt und durch Überwindung von Verarbeitungsbeschränkungen -Grundlage ist Speichermodell des menschlichen Verarbeitungssystems -> zeitabhängige Komponente des Gedächtnisses
- Welche Faktoren erklären die Entwicklung des Gedächtnisses? 1. Steigerung der Effizienz der Ausführung von Basisprozessen 2. Erwerb von Strategien 3. Erweiterung des Inhaltswissens 4. Entwicklung des Metagedächtnisses
- Was sind Basisprozesse? -einfachste und am häufigsten eingesetzte geistige Aktivitäten z.B. Speicherung (Enkodierung), Abrufen, Assoziation, Wiedererkennen, Verallgemeinerung Enkodierung: die Information, die Aufmerksamkeit erregt oder für wichtig erachtet wird -> Balkenwaagenexperiment (Siegler,1978) : Kinder (5J) Enkodieren Anzahl der Gewichte, nicht Angelpunkt und den Abstand der Gewichte vom Angelpunkt Visuelle Wiedererkennung: Mobile- Aufgabe nach Rovee-Collier - Babys zwischen 2 und 6 Monaten sind durch eine Schnur mit einem Mobile verbunden, 3Monate alte Babys strampelten 3mal so oft in der Minute, wenn sich Mobile bewegt -> assozitive Verbindung zwischen eigener Bewegung und der des Mobiles - > Posttest je älter die Babys, desto länger war der Erinnerungszeitraum Entwicklung der Verarbeitungsgeschwindigkeit : Anstieg der Verarbeitungsgeschwinigkeit mit dem Alter - im Kindesalter stärker als im Jugendalter; Gründe : Erfahrung, Reifung (körperliche) (Studie von Eaton &Ritchot),Myelinisierung der Axone von Nervenzellen -> schnellere Reizweiterleitung, Zunahme von Verbindungen zwischen Hirnregionen -> Zuwachs neuronaler Konnektivität,Erhöhung der Effizenz der Kommunikation von Hirnregionen untereinander
- Wie trägt der Erwerb von Strategien zur Entwicklung des Gedächtnisses bei? 1. Rehearsal: Wiederholung von Information als Gedächtnisstütze - Studie von Flavell,1966 , 10% der 5 jährigen, 60% der 7jährigen, 85% der 9jährigen nutzen Rehearsal 2. Lernen und Erinnern von kategorisierten Begriffen : LOGIK - Längsschnittstudie,2008, viele Begriffe in kurzer zeit einprägen, Begriffe aus unterschiedlichen Kategorien => Nutzung von Kategorien beim Einprägen führt zu einem Vorteil gegenüber Nutzung von Kategorien beim Abruf
- Was haben Strategien mit Mediationsdefizit, Produktionsdefizit und Nutzungsdefizit zu tun? 1. Mediationsdefizit: (3-4 Jahre) wenig spontaner Einsatz von Strategien, Kinder profitieren nicht von Unterweisung in Strategien 2.Produktionsdefizit: (ältere Kindergartenkinder, Schulanfänger) kaum spontaner Einsatz von Strategien, Verbesserung der Gedächtnisleistung durch Unterweisung 3. Nutzungsdefizit: spontaner Einsatz von Strategien verbessert Leistungen zunächst kaum Grund: Einsatz bindet mentale Energie, Vorteile erst nach wiederholter Erfahrung mit Strategie und zunehmender Automatisierung
- Wie wirkt sich die Erweiterung des Inhaltswissens auf die Entwicklung des Gedächtnisses aus? 1. Skripte - routinierter Ablauf bestimmter Typen von Alltagsereignissen; Skripte werden mit Alter und Erfahrung zunehmend stabiler und detaillierter => Erinnerung an Ereignisse wird erleichtert z.B. Arztbesuch, Schule, Restaurantbesuch, Ausflug, Urlaubsreisen 2. Experten vs. Novizen - Studie Schneider und Kollegen (1989) Fußballgeschichte: Kinder, die viel über Fußball wissen, behalten mehr Informationen aus einer Fußballgeschichte als andere Kinder, die interlligenter und älter sind aber weniger über Fußball wissen => Einfluss des Vorwissens stärker als Einfluss von Alter oder Intelligenz
- Wie trägt die Entwicklung des Metagedächtnisses zur Entwicklung des Gedächtnisses bei? Metagedächtnis: Wissen über Gedächtnisvorgänge 1. Deklarative Metagedächtnis: faktisch verfügbares und verbalisierbares Wissen um Gedächtnisvorgänge -Erwiterung vor allem im Grundschulalter 2. Prozedurales Metagedächtnis: Fähigkeit zur Regulation und Kontrolle gedächtnisbezogener Aktivitäten - schon im Vorschulalter möglich, Einsatz von Kontroll- und Steuerungsprozessen ab dem Schulalter, Verbesserung im Verlauf von Kindheit und Jugendalter bis hin zum Erwachsenenalter Beispiel
- Was versteht man unter einem Problem und Problemlösen? - Problem , wenn bestimmtes Ziel nicht unmittelbar erreicht werden kann - Problemlösen: Prozess der Überführung eines Ausgangszustands in einen Zielzustand durch Anwendung einer Strategie, mit der ein Hindernis überwunden werden kann - setzt sich zusammen aus mentaler Repräsentation - eines Zielzustandes, von Hindernissen, die dem Erreichen des Ziels im Wege stehen, Strategien, die zum Erreichen des Ziels geeignet sind, Evaluation der Ergebnisse von zielgerichteten Handlungen im Hinblick auf die Problemlösung
- Wie heißt der 1. Teilschritt beim Problemlösen? Ab wann können Kinder diesen Teilschritt ausführen? -Planen -Willats (1990) Untersuchung des Planens bei Kindern mit 12 Monaten mit einem Hindernis - rudimentäre Planung schon bei Kleinkindern -3-4 Jahre scheitern in Situationen, in denen Planen notwendig wäre -ab 5 Jahre Beginn systematischer Planung
- Nenne Gründe, warum Kindern das Planen oft nicht gelingt! 1.Handlungen zurückhalten - Strategiewahl treffen,Analysieren der erfolgversprechenden Strategie -> sofortige Impuls sich auf das Ziel zuzubewegen muss unterdrückt werden; Grund Reifung des Frontallappens, welcher für Inhibitionsprozesse ( Hemmungsprozesse) erst zwischen 5. und 12 Lebensjahr 2. übermäßiger Optimismus - Glaube an Ploblemlösung, ohne Planung; Wunschdenken 3. kognitiver Aufwand bei Planung - geringe Kapazität des Arbeitsgedächtnisses, geringes wissen über Strategien
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- Wie heißt der zweite Teilschritt beim Problemlösen? Was haben ein Kartenspiel und eine Balkenwaage damit zu tun? Kartenspiel: Umstellung der Sortierregeln - 1. Spiel: sortieren nach Farbe, 2. Spiel: sortieren nach Formen => ab 5 J. Umstellung auf neue Sortierregel ; Grund: Hemmung bei jewiliger Aufgabenstellung nötig; Reifungsprozesse des Präfrontalen Cortex erhöht im Alter von 4-7 Balkenwaage: Vorhersage treffen, wie sich Waage bei entsprechenden Gewichten verhält => Berücksichtigung von Anzahl und Abstand zum Drehpunkt Regel 1) Berücksichtigung nur der Anzahl Regel 2 Anzahl der Gewichte und bei gleicher Anzahl Abstand zum Drehpunkt Regel 3 Anzahl und Drehpunkt, wenn beide Informationen nicht im Gegensatz ( Abstand größer vs Anzah höher -> raten) Regel 4 Anzahl und Abstand zum Drehpunkt werdden berücksichtigt 5 J. Regel1, 9 J. Regel 2 und 3, 13 J. und 17 J. Regel 3, wenig Anwendung von Regel 4
- Wie heißt der dritte Teilschritt ? Wie hilft uns dieser Teilschritt beim Problemlösen? Analoges Schließen - erinnern an ähnliche Situation, vergleich beider Situationen, Schluss ziehen, lernen -viele Probleme des Alltags werden so gelöst - Studie Chen et al. (1997) Kinder im Alter von 10 und 13 Monaten wird Situation präsentiert und Kinder können Lösung probieren oder lösung wird demonstriert, konfrontation mit 3 analogen Problemsituationen=> Kinder 10 Monate - Übertragung der Situation nur dann, wenn mehrere Oberflächenmerkmale enthalten ( Farbr, Form,Größe, Ort der Objekte)Kinder 13 Monate Analogieschluss auch bei weniger gemeinsamen Oberflächenmerkmalen=> rudimmentäre Form des analogen Schließens etwa ab einem Jahr, bleibt auf stark ähnliche Situationen beschränkt-Studie von Goswammi & Brown (1990)- Nutzung relationaler Ähnlichkeiten beim analogen Schließen - Aufgabentyp A:B = C: ?=> Relationale Analogien ab 4J., wenn Aufgabeninhalt aus Bereichen den Kindern vertrautWissenserweiterung mit dem Alter führt zu einer zuhname der Verwendung analogen Schlussfolgern zum Problemlösen
- Wie heißt der 4. Teilschritt beim Problemlösen ? Ab welchen Alter können Kinder diesen Teilschritt anwenden und wie entwickelt er sich weiter ? Deduktives denken - logischer Schluss aufgrund gegebener Vorausetzungen, ableitung aus lgischer Kombination von Prämissen - Kinder neigen dazu ihr Weltwissen heranzuziehen und aufgrund des Wahrheitsgehaltes der Prämissen zu urteilen a b e r unter bestimmten Instruktionsbedingungen, können Vorschulkinder logisch Schlussfolgern auch entgegen dem Wahrheitsgehalt z.B Fantasiekontext -Wasons Selektion task -Rückgriff auf pragmatische Denkschemata, Erlaubnisregeln, die aus Alltag bekannt sind -Studie Harris & Nunez (1996) Erlaubnisregel in verschieden Geschichten eingebettet -> aus vier Bildern das heraussuchen, das Regelverstoß darstellt => Kinder 3-4 J. zu Lösung fähig Entwicklung des Deduktiven Denkens kontinuierlich durch Verbesserung der Kapazität des Arbeitsgedächtnisses, Verbesserung der Problemlösestrategien, erweiterung des inhaltlichen Wissens, Verbesserung der Metakognition
- Wie heißt der 5. Teilschritt beim Problemlösen? Was beinhaltet dieser Schritt? Wissenschaftliches Denken - Anwendung systematischer Strategien der Hypothesenprüfung und der Bewertung von Befunden; d.h. Variablenkontrolle und Variablenisolation Ländsschnittstudie LOGIK (2008) : wissenschaftliches Denken Ende der Grundschulzeit bei unterstützenden Kontext (hier Flugzeug - wivon wird Treibstoffverbrauch eines Flugzeugs beeinflusst? Drei Variablen : Flügel, Nase, Position des Höhenruders; Frage : Wie musss man vorgehen, um herauszufinden, welches Flugzeug am wenigsten Treibstoff verbraucht? Präsentation der möglichen zu vergleichenden Modelle, die auf den Einfluss des Höhenruders schließen lassen. Die Flugzeuge die verglichen werden sollten, sollten sich nur beim Höhenruder und dessen Position unterscheiden.) Selbsterarbeitete Lösungen sind erst später möglich Leistungsunterschied bei Schülern verschiedener Schulformen (Gymnasium, Regelschule) - bleiben stabil über die Zeit Befunde zeigen, das wissenschaftliches Denken im Unterricht der Grundschule durch Strategietrainings oder durch wissenschaftstheoretischen Unterricht verbessert werden kann