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Corporate Finance (Fach) / Lektion 06 (Unternehmensbewertung) (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Dennis1602 erstellt.

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  • Anlass, Zweck und Methoden der Unternehmensbewertung (Anlass) - Ermittlung des Unternehmenswerts zu einem Bewertungsstichtag - Unternehmenswert = subjektiv zu bemessener, zukünftiger Nutzen der Unternehmung - Unternehmensbewertung muss am Bewertungsanlas ausgerichtet sein - Durchführung bei z.B. erweiterten EK-Finanzierung oder wertorientierten Unternehmensführung - Strategische Bewertungsanlässe -- Bewertung alternativer, implementierbarer strategischer Konzepte -- Synergieeffektnutzung bei Zukauf einer Tochtergesellschaft oder Gründung Joint Venture - Konkrete Bewertungsanlässe -- entscheidungsabhängige, die Eigentumsverhältnisse ändern -- entscheidungsunabhängige, die Eigentumsverhältnisse nicht ändern z.B. steuerliche Anlässe
  • Anlass, Zweck und Methoden der Unternehmensbewertung (Zweck) - gibt keinen einzig richtigen Unternehmenswert, sondern stets abhängig vom Zweck - Untergliederung der Unternehmensbewertungszwecke -- Hauptfunktion: Beratungs-, Vermittlungs- und Argumentationsfunktion -- Nebenfunktion: Steuerbemessung, Vertragsgestaltung, Bilanzierung - Beratungsfunktion: Bereitstellung von Entscheidungswerten für Verhandlungen, geben Wertober- bzw. Untergrenze für Vorteilhaftigkeit des Kauf/Verkaufs - Vermittlungsfunktion: in Konfliktsituationen, es soll fairer Einigungspreis gefunden werden - Argumentationsfunktion: Untermauerung der Preis bei Verhandlungen - weitere Funktionen aufgrund verstärkten "Shareholder Value" Gedanken (relative Vorteilhaftigkeitsbewertung am Kapitalmarkt, Fair Value Ermittlung im Reporting, wertorientiertes Controlling - Methoden der Unternehmensbewertung: -- Einzelbewertungsverfahren: Substanzwertverfahren -- Gesamtbewertungsverfahren: Vergleichswerte (Multiplikatorverfahren), Zukunftserfolgswerte (DCF-Verfahren) - i.d.P. Gesamtbewertungsverfahren dominierend
  • Anlass, Zweck und Methoden der Unternehmensbewertung (Substanzwertverfahren) - statische, stichtagsbezogene Betrachtung der Summe aller Werte der einzelnen VG und Schulden Wert der einzelnen VW (Bruttosubstanzwert) - Wert der Schulden = Substanzwert (Nettosubstanzwert)
  • Anlass, Zweck und Methoden der Unternehmensbewertung (Vergleichswertverfahren (Multiplikator-Verfahren)) - dient der Abschätzung eines potenziellen Marktpreises, der realisiert werden kann - Wert errechnet sich aus der Börsenstruktur oder Transaktionsvolumen eines vergleichbaren Unternehmens (marktorientiertes Verfahren) - Multiplikatoren werden aus Börsenkursen oder anderen Marktpreises abgeleitet - Multiplikatoren sind branchenabhängig und sollen Spielraum haben - Unterschiede in Unternehmensgröße wird durch Ansatz festzulegenden Bezugsgrößen (EBIT, Umsatz, Kundenzahl) angepasst - pot. MP des zu bewertenden U. = Vergleichsgröße des zu bewert. U. * (Börsenkurs des Vergleich-U. / Vergleichsgröße des Vergleichs-U. - MPB = VB * (MPV / VV) - Beispiel: -- Konkurrent Surplus AG, Umsätze 85 Mio, Börsenkurs 52,50 Euro, Anzahl 5 Mio Stück, Marktkapitalisierung 262,5 Mio Euro -- eigenes Unternehmen, Umsatz 50 Mio, Börsenkurs 25,88 Euro, Anzahl 5 Mio Stück -- MP Optimus AG = 50 Mio * (262,50 Mio/85 Mio) = 154,41 Mio -- 154,41 Mio Euro / 5 Mio Aktien = 30,88 Euro tatsächlicher Kurs -- offensichtlich ist eigenes U. mit 5 Euro pro Aktie unterbewertet (Aktienkurse ca. 25 zu  ca.30) -- könnte er die Käufer überzeugen, dass der Vergleich mit Surplus AG realistisch ist, wäre 30,88 Euro ein realistischer Kaufpreis -- Aktionäre würden ein Plus von knapp 20% verbuchen (guter Grund Übernahme zuzustimmen)
  • Discounted Cashflow-Verfahren - zukunftsorientiertes Verfahren, richtet sich auf zukünftigen Nutzen aus - Unternehmenswert aus Barwert der geschätzten, mit dem Unternehmen künftig erzielbaren, finanziellen Erfolge (unterliegen jedoch Unsicherheiten bzgl. Prognose) - Ermittlung Gesamtwert des U. als Marktwert des GK bzw. als Wert des EK durch Diskontierung zukünftiger erwarteter Cashflows - wollen Betrag ermitteln, der vor Befriedigung der Teilhaber, etc. zur Verfügung steht - Marktwert EK auch als Shareholder Value bezeichnet - prognostiziertes Cashflows sind dabei die erwartete Ertragskraft des U., CF ebenso Indikator für Selbstfinanzierungskraft und Ausschüttungsfähigkeit des Unternehmens - Unternehmensbewertung über Abzinsung zukünftiger Free Cashflows - Berechnung Free Cashflow I JÜ +/- Abschreibungen/Zuschreibungen +/- Erhöhung/Verringerung Rückstellungen +/- sonst. nicht zahlungswirksame Aufwendungen/Erträge = Free Cashflow - Berechnung Free Cashflow II FK Zinsen - Aufnahme FK + Tilgung FK + Gewinnauschüttungen + EK Rückzahlung/Aktienrückkäufe - EK Einzahlungen = FCF (Cashflow an Gläubiger und Eigentümer, CF aus Finanzierungstätigkeit) - im besten Fall beide Ergebnisse identisch
  • Discounted Cashflow-Verfahren (EVA) - Einsatz zur Ermittlung der Jahresperformance als auch zur Unternehmensbewertung - gewinnbezogene Unternehmensbewertungs-Methode in Verbindung mit DCF-Methode - 2 Möglichkeiten der Berechnung: -- Capital-Charge-Formel als Differenz aus operativen Ergebnis und den Kapitalkosten (Produkt aus WACC und eigesetztem Kapital) -- NOPAT ist der bereinigte Gewinn vor Zinsen nach Steuern -- EVA = NOPAT - WACC * investiertes Kapital -- Value-Spread-Formel als Differenz der Rendite auf das investierte Kapital und den Kapitalkosten multipliziert mit investiertem Kapital, Quotient aus NOPAT und investiertem Kapital auch als ROCE bezeichnet -- EVA = ((NOPAT/investiertes Kapital) - WACC) * investiertes Kapital -- EVA = (ROCE - WACC) * investiertes Kapital - durch Anwendung der Formel Identifizierung wertschaffender und wertvernichtender Geschäftsbereiche - zusätzlicher U-Wert, wenn Rendite auf investierte Kapital bzw. ROCE > Kapitalkosten - wird Kennzahl für Unternehmensbewertung verwendet ergibt sich U-Wert aus investierten Kapital und Barwert der zukünftigen EVA -- Summe (EVA/(1+WACC)t + investiertes Kapital
  • Berechnung NOPAT (Conversions) - bedeutet Umformung - aufgrund bestehender Wahlrechte in der Bilanzierung sind Unternehmensdaten/Bilanzdaten kaum vergleichbar - durch Conversions wird Vergleich möglich  - Operating C.: Fokus auf betriebliche Tätigkeit - Funding C.: Bereinigung von versteckten Finanzierungen (Leasing) - Shareholder C.: Erfassung von nicht erfassten EK-Größen - Tax C.: Anpassung der Steuerlast auf EK-Finanzierung
  • Berechnungsschema NOPAT JÜ + nichtbetriebliche Aufwendungen - nicht betriebliche Erträge = Betriebsergebnis nach Operating Conversion +/- Funding Conversions (z.B. Eliminierung von Zinsen aus Leasing- und Mietgeschäften) = Betirebsergebnis nach Operating und Funding Conersions +/- Tax Conversions (z.B. Eliminierung von Steuern aus nichtbetrieblichen Aufwendungen) - Steuervorteil aus FK-Finanzierung (Tax Shield) = Betriebsergebnis nach Operating, Funding und Tax Conversions +/- Shareholder Conversions (z.B. Korrektur der F&E-Aufwendungen) = NOPAT
  • Discounted Cashflow-Verfahren (Divided Discount Model (DDM)) - Ermittlung der zukünftig an Aktionäre zu zahlenden Dividenden - Kalkulationszinssatz ist derjenige, der die vom Investor geforderte Rendite wiederspiegelt (Forderung der EK-Geber) - i.d.P. häufiger zur Bewertung von Aktien als zur U-Bewertung - Summe der diskontierten zukünftig vom U. zu zahlenden Dividenden Wert des Unternehmens zum Zeitpunkt t0 (W0) = Summe (Dividendenzahlungen / (1+r)t
  • WACC Verfahren und Zirkelbeziehungen - durchschnittliche Kosten für EK und FK - am häufigsten verwendete Variante der Unternehmensbewertung, besonders für Konzerne - Berücksichtigung von Steuerwirkungen des Kapitals im Kapitalkostenansatz (Tax Shield) - Modell berücksichtigt explizit Steuerersparnisse (taxshield), die durch das FK bzw. die Zinszahlungen entstehen und zu einem höheren Barwert der Cashflows führen WACC = EK/GK * kEK + FK/GK * kFK * (1-S) - Unternehmenswert wird durch interne und externe Einflüsse bestimmt -  Unternehmensinterne Determinanten: Risikostruktur von Relevanz, höheres Risiko = höhere zu zahlende Prämie, Kapitalstruktur von Relevanz, hoher Verschuldungsgrad = riskantes Engagement des Kapitalgebers, außerdem Kapitalstruktur für Gewichtung von EK und FK relevant - Unternehmensexterne Determinanten: Situation am Geld- und Kapitalmarkt relevant und Steuersatz - Zirkularitätsproblem: für Gewichtung der Kapitalkosten muss der Wert des EK bekannt sein, dieser Wert kann aber nur mit Hilfe der Kapitalkosten bestimmt werden - zunächst müssen Marktwerte für das EK und FK ermittelt werden - da sich Kapitalstruktur üblicherweise stetig verändert, müsste auch der Kapitalkostensatz an die aktuelle Kapitalstruktur des Unternehmens angepasst werden - in Praxis wird jedoch üblicherweise ein einziger WACC für einen zukünftigen Bewertungszeitraum zugrunde gelegt - entscheidend ist, wie die Kapitalzusammensetzung bei dieser einmaligen Ermittlung festgelegt wird - um besondere Einflüsse, wie bspw. eine primär fremdfinanzierte Firmenübernahme (z. B. LBO) auszuschließen, wird eine Zielkapitalstruktur festgesetzt, die für die gesamte Lebensdauer des Unternehmens konstant gesetzt wird. - somit wird auch das Zirkularitätsproblem des EK gelöst, da Kapitalkosten, der Gesamtunternehmenswert und die Kapitalstruktur voneinander abhängig sind. - ohne Zielkapitalstruktur wäre Bewertung des Unternehmens nur über eine iterative Vorgehensweise möglich - Grundlage der Zielkapitalstruktur ist die aktuelle Kapitalstruktur des Unternehmens. - Die Kapitalstruktur vergleichbarer Unternehmen kann ebenfalls für die Ermittlung der Zielkapitalstruktur, z. B. durch ein Benchmarking, herangezogen werden - Bestimmung Marktwert für EK und FK, wenn U. börsennotiert ist: -- MW EK = Aktienkurs * Anzahl ausgegebener Aktien -- MW FK = Anleihekurs* Anzahl emittierter Schuldtitel  - Bestimmung Marktwerte für U., die nicht börsennotiert sind: -- Grundlage sind Barwerte der Auszahlungsströme an die Kapitalgeber -- für FK dienen vertragliche Vereinbarungen zu den Zahlungsweisen und Verzinsung  -- Zahlungsreihen werden mit Rendite diskontiert, die der Kapitalgeber für börsennotierte Anlagen mit vergleichbarem Risiko erhalten würde  - ausgehend von dem WACC kann der U-Wert zu einem Zeitpunkt durch Diskontierung der erwarteten zukünftige Cashflows ermittelt werden (Abzinsen der FCF mit WACC und Summieren)
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