9
Corporate Finance (Fach) / Lektion 02 (Aktien- und Portfolioanalyse) (Lektion)
CF
Diese Lektion wurde von Dennis1602 erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
- Risiko- und Performancemaße (Risiko und Risikomanagement) - Risiko = Ergebnis einer geschäftlichen Aktivität nicht zu erreichen, unerwarteter möglicher Verlust, welcher über geplanten Wert hinaus geht - Marktpreisrisiken = Preisveränderungen von Aktien, Anleihen, Währungen aufgrund von Marktbewegungen bzw. Veränderungen d. Zinsstrukturkurve oder Volatilitäten, folgende Differenz. -- Währungsrisiko = Abwertungsgefahr der Fremdwährung der Kapitalanlage -- Inflationsrisiko = Zahlungsmittelentwertung durch Teuerung, Ungewissheit über zukünftig erwartete Inflation problematisch -- Zinsänderungsrisiko = Abweichung von erwarteten Zinsniveau bzw. nachteilige Entwicklung des Zinses, betroffen sind fest oder variabel verzinsliche WP, ZÄR wird in Wiederanlagerisiko (Investor muss Erträge zu anderem Zinssatz als geplant wiederanlegen) und Kursrisiko eingeteilt, sollte sich Marktzinsniveau nach Kauf festverzinslicher WP ändern, ändert sich auch der Kurs der Anleihe, da Höhe der Kuponzahlungen fix ist -- Aktienkursrisiko = negative Kursentwicklung aufgrund Kursreduzierungen -- Rohstoffrisiko = Erfolgseinbußen aufgrund negativen Entwicklung von RP und Edelmetallpr. - Sonstige Risiken -- Länderrisiko = Transfer- und Zahlungsverbot und Moratorium eines Landes, Gefahr politischer Eingriffe in Finanzmarkt, ausländische Schuldner können somit aufgrund Devisenbeschränkungen des Kapitaldienst nicht mehr erbringen -- Liquiditätsrisiko = Risiko, dass Zahlungsströme nicht aufrecht erhalten werden können - Spezielle Anlegerrisiken -- Substanzerhaltungsrisiko = Gefahr des Kapitalverlustes (ganz/teilweise) bei Konkurs des U. -- Informationsrisiko = Gefahr, das Anleger unzureichend und verspätete informiert wird -- Abwicklung- und Verwaltungsrisiko = Veruntreuung/ungetreue Abwicklung von invest. Kapital -- Interessenvertretungsrisiko = Ausnutzung durch Vertreter z.B. Stimmrechtsabgabe auf HV -- Konditionenrisiko = Gefahr Anlage zu ungünstigen Bedingungen zu erwerben - Risikomanagement = systematische Erfassung, Bewertung und Steuerung der untersch. Risiken, Entwicklung/Implementierung von Prozessen zur Identifizierung, Messung und Managen der Risiken, zwei wichtige Risikomaße (Sharpe-Ratio und Treynor-Ratio)
- Risiko- und Performancemaße (Sharpe-Ratio (Reward to Variability-Ratio)) - ergibt sich aus Quotient aus der Überschussrendite und dem gesamten (historischen) Risiko - Maß für die erzielte Überschussrendite pro übernommene, absolute Risikoeinheit - berücksichtigt explizit die risikolose Verzinsung, folgende Formel: - Sharpe-Ratio des Portfolios = (Rendite Portfolio - Rendite risikolose Anlage) / Standardabweichung (Volatilität) - Je höher die Sharpe-Ratio ist, desto höher ist die Performance des Portfolios - z.B. 0,1667 -> jedes Prozent Risiko wird mit einer Risikoprämie von 16,67% entschädigt - Ranking durch Berechnung, sofern Portfoliowert über dem des BM-Portfolios liegt, wurde dieser risikoadjustiert besser verwaltet - Vorteil: intuitive Interpretierbarkeit, einfache Berechnung und Vergleichbarkeit - Nachteile: kritische Wahl der BM, fehlender Vergleich mit Gesamtrisiko, kein Einblick in Zusammensetzung des Portfoliorisikos
- Risiko- und Performancemaße (Treynor-Ratio (Reward to Volatility-Ratio)) - ergibt sich aus Quotient aus der Überschussrendite und dem nicht diversifizierbaren Risiko - Maß für die erzielte Überschussrendite pro übernommene Einheit an nicht diversifizierbaren R. - Formel: -- Treynor-Ratio des Portfolios = (Rendite Portfolio - Rendite risikolose Anlage) / Beta des Portfolios - Je höher die Treynor-Ratio ist, desto höher ist die Performance des Portfolios - Vorteil: möglicher Vergleich mit anderen Portfolios/BM, Einblicke in Portfoliostruktur - Nachteil: nicht Berücksichtigung des unsystematischen Risikos - bei gut diversifizierten Fonds, in denen kaum unsystematische Risiken vorliegen, sind die Rankings nach Sharpe und Treynor entsprechend ähnlich
- Risiko- und Performancemaße (Renditemaße) - Unterscheidung zwischen verschiedenen Renditemaßen, Renditen können zeitgewichtet oder geldgewichtet sein, Basisformel Renditeberechnung: - ohne Mittelabfluss oder Mittelzufluss - I0 = Investition zu Beginn der Anlage - I1 = Investition zu späteren Zeitpunkt - R= (I1-I0) / I0 *100% - Zeitgewichtete R.: Aufspaltung in mehrere Perioden, Ermittlung einzelner Renditen und Summierung zu zeitgewichteten Rendite - Geldgewichtete R.: Berücksichtigung der Zahlungsströme, Startwert, Endbestand und in Monaten zugerechneten Cashflows, Rendite abhängig von Timing einer Investition oder Entnahme - ist die geldgewichtete R. kleiner als die zeitgewichtete R., hatte der Anleger ein ungünstiges Timing bei seinen Ein- und Auszahlungen (umgekehrter Fall -> günstig)
- Aktienanalyse (Aufgaben) - Aufgaben: systematische Erhebung und Auswertung aller Informationen, die ein U. und sein Umfeld betreffen und daraus Prognose kurz- und langfristige Aktienkursentwicklungen - Infobeschaffung- und Aufbereitung, Fundamentale und markttechnische Bewertung, Ausblick/Prognose/Szenarien, Portfolioanalyse - Ziele: Entscheidungshilfen für Selektion, Timing, Asset Allocation - Differenzierung der Aktienkursprognoseverfahren in: -- objektive: Fundamentalanalyse, Technische Analyse, innovative Verfahren -- subjektive: Expertenbefragungen, intuitive Verfahren
- Aktienanalyse (Fundamentalanalyse) - versucht den fairen bzw. angemessenen Preis von Wertpapieren zu ermitteln (innerer Wert) - Wert ergibt sich durch interne und externe Unternehmensdaten - Feststellung Über- bzw. Unterbewertung durch Vergleich des Wertes mit Börsenkurs - wichtige Einflussfaktoren auf Aktienkurs sind volks- und betriebswirtschaftliche Daten - Ermittlung des inneren Wertes eines U. durch Discounted Cashflow Methode, aufwändiges Verfahren, deshalb versch. Kennzahlen zur Bewertung ob Aktie kaufwürdig ist oder nicht - leicht verfügbar und können z.T. aus Bewertung der Aktienmärkte abgeleitet werden, z.B.:
- Aktienanalyse (KGV oder P/E) - Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), Price-Earning-Ratio (P/E) -- Darstellung Verhältnis zwischen aktuellen Aktienkurs und geschätzten zukünftigen Jahresgewinn pro Aktie -- Vergleich ermittelter P/E kann mit Wettbewerber oder gesamten Markt -- liegt sie über dem Markt, ist Aktie relativ teuer, vice versa hat sie Aufholpotenzial ggü. Markt -- P/E (KGV) = Kurs/Gewinn pro Aktie oder Kurs = P/E * Gewinn pro Aktie -- Vergleich zweier Aktien, Investition in Aktie mit niedrigerem P/E, man erhält Investition schneller wieder zurück (z.B. 10 entspricht 10 Jahre bis man Investition wieder bekommt) -- Problem: P/E ist vergangenheitsorientiert (Aktueller Kurs zu letzten Jahresgewinn des U.) -- Börsenkurse beeinflusst durch Erwartungen der MT
- Aktienanalyse (Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCF)) - Quotient aus Aktienkurs und Cashflow pro Aktie, Cashflow pro Aktie betrachtet zukünft. Zahlungsströme des U., entsprechend zukunftsorientiert, weniger manipulierbar als bilanzrechtliche Gewinn des U., besserer internationaler Vergleich, da untersch. Rechnungslegungsnormen (Afa, Rückstellungen) eliminiert sind - KCF = Kurs/Cashflow pro Aktie - Cashflow = handelsrechtlicher Gewinn + Abschreibungen + Erhöhung der langfr. Rückstellungen - Problem: Fehlinvestitionen eines U. führen zu höheren Abschreibungsbetrag, der sich negativ auf KCF auswirkt, KCF somit nur ergänzende Kennzahl zur Bewertung des wahren W. - Aktienkurs durch viele Einflüsse induziert, Gründe für Aktienkursänderungen: Erwartungen der MT an VWL, Stimmungsindikatoren, Terminkontrakte, Prognosen v. Investmenthäusern, Speku.
- Aktienanalyse (Technische Analyse) - befasst sich ausschließlich mit Kurs- und Umsatzentwicklung von Wertpapieren - Prognoseverfahren besteht aus klassischen Chartanalysen und mathem. Prognosesysteme - klass. Verfahren: Darstellung Kursverläufe, um Orientierung für künft. Kurstrends zu schaffen, für zukünftige Entwicklungen müssen folgende Hypothesen zu Grunde liegen: -- Kursentwicklung entsteht aus Angebot und Nachfrage -- Vorliegen zahlreicher rationaler/irrationaler Einflüsse, die Markt kontinuierlich ausgleicht -- Kurse neigen dazu, sich in prognostizierbaren Phasen/Trends zu entwickeln -- Änderungen der Grundrichtung sind prognostizierbar -- vergangene Verläufe, ausgelöst durch best. Wirkungseinflüsse, wiederholen sich - Bestimmung von Trends, Unterstützungen, Widerständen und Formationen - Unterscheidung zw. Linien- und Balkencharts, Candle Charts, Point-Figure-Chartanalyse - Darstellungsanalyse = Darstellung in Charts und Suche nach spez. Signalen - Formationsanalyse = Untersuchung geometrischer Verläufe z.B. Dreiecke und ermittelt anhand der Muster zukünftig Verläufe mit Wahrscheinlichkeitsanagaben - Marktanalyse = Ermittlung Trends und Ermittlung pot. Unterstützungs- und Widerstandszonen - Innovative Verfahren basieren auf Chaostheorie, Unterstellung dass Bewegungen von Aktienkursen nicht zufällig sind, sondern nach best. komplexen Mustern erfolgen - Kursverlauf folgt nicht-linearem dynamischen Prozess, sondern Ursachen beeinflussen ihn - z.B. Simulationen auf Basis des neuronalen Netzes (noch keine Praxisdurchsetzung)
Anzeige