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Fleisch (Fach) / Untersuchungspflicht Frischfleisch nach H3 - Spezifische Gefahren (Lektion)

Untersuchungspflicht bei Frischfleisch nach H3 - spezifische Gefahren

Diese Lektion wurde von Fjalla20 erstellt.

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  • Trichinellose Untersuchungspflicht nah H3 für alle Schweine und Wildschweine, Einhufer und andere Tierarten,die an Trichinellose erkranken können (Wasserbiber, Dachs, Bär, Walross, Krokodil, Vögel..) Fleisch von Tieren mit Trichinellose = genussuntauglich! Pferd: mind 10 g (zungenmuskulatur/Kiefermuskulatur)- Ersatzprobe: Zwerchfell Hausschwein: 1 g (Zwerchfellpfeiler) Zuchtsau: 2 g (Zwerchfellpfeiler) Wildschwein: 5 g (Zungenmuskulatur, Unterarm, Zwerchfellpfeiler) sonstiges Wild: 10 g
  • Rotz =Einhufer! Burkholderia mallei (gram-neg. Stäbchen) Untersuchung nach Spaltung des Kopfes in Medianen und Auslösen des Nasenseptums --> sorgfältige Besichtigung der Schleimhaut von: Luftröhre Kehlkopf Nasenhöhle und Nebenhöhlen = granulomatöse Lymphadenitis - Ausbreitung auf weitere Organe Verlauf: Sepsis/Tod --> chronisch (Hautulzera, Rotzknötchen, Granulome) --> ruhende Vernarbungen (eisblumenartig auf Nasenseptum +/- Erregerpersistenz) Fleisch = genussuntauglich
  • Trichinellenuntersuchung seit 1872 (Virchow) Untersuchung auf Trichinella spiralis Trichinella = Nematoden => L1 in Muskulatur von Schlachttieren, Hinterende stumpf, Kopfende verjüngt, Durvhmesser 25-40 microm, 1 mm Länge Trichinellen-US ist CCP!! 9 Spezies und 3 Genotypen: Trichinella spiralis --> weltweit, in Europa bedeutendste Art (Carnivore und Omnivore)         --> hohe Pathogenität für Msch        --> Unschädlichkeit durch Kältebehandlung Trichinella pseudospiralis       --> weltweit (Wildvogel und Wildsäuger)       --> Kältebehandlung Trichinella nativa      --> sylvatische Säuger      --> hohe Überlebensrate bei Kältebehandlung T. nelsoni --> Afrika (Wildsäuger), Kältebehandlung, pathogen für Mensch mgr T. britovi --> Arktis (Nager, Schweine), Kältebehandlung, pathogen für Mensch mgr T. zimbabwensis, murelli, papuae
  • Abgrenzung Trichinellen zu Erdnematoden spitzes Vorder-und Hinterende Eigenbewegung nicht eingerollt Maßnahmen bei Erdnematoden: Hygiene!!
  • Lebenszyklus Trichinellen Infektion: durch orale Aufnahme (Fleischverzehr) L1 = infektiöses Larvenstadium, keine exogene Phase, vivipar L1 im Magen --> Duodenum, dann Häutung bis zu Adulten (24-36 h post inf.) und Paarung  ca 1 WO post inf. Gebären von lebenden L1 Neugeborene L1 gelangen über Darmwand --> Lnn --> D.thoracicus --> Herz --> Lunge bzw. Blut => Organe Gehirn, Herz, Muskel : Typische Verkapselung 4. Wo, Ernährung über ausgebildete Blutgefäße Verkalkung 5.Mo Larve bleibt 5-10 Jahre infektiös!!
  • Trichinellose beim Menschen IKZ = 1-30 Tage Biphasischer Krankheitsverlauf: Typhöse Phase Unwohlsein profuser Durchfall, Vomitus Bauchschmerzen Schüttelfrost Kopfschmerz, Schwindel Mattigkeit, Fieber => Symptome bis zu einem Jahr, verschwinden dann Komplikation: Herzmuskelentzündung 2. Rheumatoide Phase Lid-und Gesichtsödem Muskel-und Gelenkschmerzen Eosinophilie Augenschmerz Schweißausbrüche Atemnot Schluckbeschwerden WEiterer Verlauf: Erschöpfung, Immunsuppression, Pericarditis, Myokarditis, Bronchitis/Pneumonie,Enzepahlitis, Meningitis, periphere Neuritis.. Diagnose: Klinik, Blut (Eos), ELISA, Biopsie Therapie: Mebendazol, Corticosteroide Letalität 0-30%
  • Epidemiologie Trichinella spiralis Sylvatischer Zyklus : In Wildtierpopulation (Fuchs, Ratte/Maus, Wild, Bär, Dachs...) --> Infektion über Wildschwein und Fuchs = in synanthropen Zyklus Synanthroper Zyklus: Erreger zirkuliert über Hausschweinpopulation --> Infektion über Wildbret, Pferdefleisch, Hausschwein, Zootiere/Gehegewild, (Farmpelztiere)
  • Letzer Ausbruch Trichinellose 2013: 14 Fälle durch Wildschweinfleisch seit 2006 keine Ausbrüche durch Hausschweine mehr??
  • VO 1375/2015 Untersuchungspflicht auf Trichinellose für: alle Eber und Zuchtsauen 10% der Schlachtkörper von Schweinen aus Betrieben mit amtlich anerkannten kontrollierten Haltungsbedingungen systematische US auf Trichinellen bei Schweinen aus nicht amtlich anerkannten kontroll. Haltungsbedingungen Ausnahmen von Untersuchungspflicht nach Artikel 3: Fleisch,das Gefrierbehandlung unterzogen wurde Schweine < 5 WO Schweine aus amtlich anerkannten kontrollierten Haltungsbedingungen sofern sie.. a) in den vergangenen 3 Jahren kein einheimischer Trichinellenbefall bei Hausschweinen festgestellt wurde b) anhand von historischen Daten der regelm. US mit 95%iger Zuverlässigkeit belegt wird, dass Prävalenz des Trichinellenbefalls bei < 1:1 Million liegt c) Haltungsbetriebe mit kontrollierten Haltungsbedingungen aus Belgien, Dänemark
  • Kontrollierte Haltungsbedingungen Anerkennung durch zuständige Behörde nach Kontrolle und Prüfung der Vorraussetzungen: Schadnagerbekämpfung kontrollierte Fütterung und Haltung durch Lemi-Unternehmer FuMi: gemäß Vo 183/2005, Lagerung in geschlossenen Silos, Wärmebehandlung Tote Tiere unverzüglich sammeln, kennzeichnen und transportieren Kennzeichnungspflicht für Hausschweine Zukäufe nur aus Betrieben mit ebenfalls anerkannten, kontroll. Haltungsbed. kein Freigang für Tiere (außer Beleg durch Risikoanalyse, dass keine Gefahr) kein Entladen an einer Sammelstelle
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  • Nachweisverfahren Trichinellen steht im Anhang 1 der VO 1375/2015 1.) Magnetrührverfahren (künstliche Verdauung von Sammelproben) = Referenz-NW 2.) Stomacher Methode (künstliche Verdauung von Sammelproben/Sedimentationstechnik) (Quetschverfahren aus 2075/2005 nur noch für Hausschlachtungen??!!!Eher obsolet)
  • Magnetrührverfahren Einzelproben --> Sammelprobe (bis 100g) BG-und fettfrei Homogenisation (Mixer) => Fleischbrei Ansatz: 10g Pepsin, 2 Liter H2O2 vorerhitzt auf 46 °C, 16 ml HCl =30 min Verdauung Abgießen über Sieb (Rückwaage! Nicht mehr als 5%,sonst schlechte Verdauung) Sedimentation1= 30 min 40 ml in Bechergas zügig abgießen Sedimentation 2 = 10 min 30 ml Überstand absaugen und verwerfen 10 ml Rest in Zählkammer geben + 10 ml H2O2 nachspülen Zählkammer durchmustern => 10 min (Trichinoskop/Stereomiskroskop) 15x-20x
  • Was tun bei positiven oder nicht eindeutigen Ergebnissen bei Trichinellen-US? von jedem Schwein weitere 20 g Probe entnehmen 20 g Proben von 5 Schweinen zusammengefasst und wieder untersucht = 20 Gruppen a 5 Schweine => bei positivem Ergebnis in einer Gruppe: Einzeluntersuchung der Proben Flüssigkeiten mit + Befund dekontaminieren: Erhitzen auf 60°C Parasitenproben für Referenzlabor in 90%igem Alkohol aufbewahren
  • Stomacher Methode NW-Verfahren für Trichinellen = automatisches Verdauungsverfahren für Sammelproben bis 35 g (Trichomatic 35) = on-Filter-Technik (mechanisch unterstützende Methode zur Verdauung) = Latexagglutinationstest (Larven-NW) = PrioCHECK Trichinella AAD Kit (in vitro NW von Larven in Fleischproben von Hausschweinen)
  • Quetschverfahren und Trichinoskopische US stand in 2075/2005 --> heute in VO 1375/2015 nicht mehr enthalten --> nur noch für Hausschlachtung zulässig?? Haselnuss große Muskelprobe aus beiden Zwerchfellpfeilern werden in 28 Stücke geschnitten und mikroskopisch untersucht
  • Gefrierbehandlung von Frischfleisch = Anhang 2 der 1375/2015: Ausnahme von Trichinellen-US Für alle Verfahren gleich: Gefrorenes Fleisch muss in diesem Zustand gehalten werden --> isolierende Verpackung vor Gefrieren entfernen, --> getrennt und unter Verschluss gelagert --> Datum und Uhrzeit des Verbringens in Gefrierraum Verschiedene Verfahren: 1.) Temperatur -25 °C, Fleischdicke bis 25 cm --> 10 Tage, 25-50 cm --> 20 Tage 2.) -15 °C = Fleisch bis 15 cm, 20 Tage 3.) Viele Zeit-Temp-Kombinationen: z.B. -26°C 2 tage, -37°C 30 min....
  • Zerlegung von Schlachttierkörpern bis Ergebnis der TU dürfen max. in 6 Teile zerlegt werden und Schlachthof erst bei negativem Ergebnis verlassen
  • Dunckerscher Muskelegel = Alaris alata, Mesozerkarien 0,5 cm, zweigeteilt Entwicklung dauert ca. 100 Tage Eier --> Mirazidien im Wasser = 1.Zwischenwirt Wasserschnecke, dort multiple Vermehrung Sporozyste -->  Zerkarie (Gabelschwanz) = 2. ZW Kaulquappe/Frosch, dort Abwurf Schwanzes und Entwicklung zu Mesozerkarie Endwirt= Caniden (Fuchs) frisst ZW => Eier über Kot in Umwelt oder paratenischer Wirt = Wildschwein (Muskulatur!) Zoonose bei Konsum von befallenem Wildschweinfleisch!Aktive Wanderung! Problem: Bisher kein richtiges NW-Verfahren vorhanden => Probe: FG/intermuskul. BG Nachweis im Blut: Baermann-Trichter-Auswanderverfahren (Uni Leipzig 2010-2013)