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BWL_Miller (Fach) / Theoriefragen (Lektion)
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- Grenzen Sie die BWL von der VWL ab BWL: · Darstellung und Erklärung wirtschaftlicher Zustände und Vorgänge in Betrieben (Strukturen und Prozesse erkennen) · Entwicklung wirtschaftlicher Verfahren zur Realisierung der betrieblichen Ziele · wirtschaftliche Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten einzelner Unternehmen VWL: · betrachtet „Untersuchungsobjekt“ Wirtschaft · grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten einer Gesellschaft · untersucht Auswirkungen einzelbetrieblicher Entscheidungen über Verwendung knapper Güter für die gesamte Wirtschaft · Unterteilung in Mikroökonomie (einzelwirtschaftende Einheiten) und Makroökonomie (gesamtwirtschaftlich)
- 2. Die funktionelle Gliederung der BWL. Welche Funktionen gibt es im betrieblichen Umsatzprozess und welche Aufgaben haben diese jeweils? · Unternehmensführung und Organisation o Steuerungs- und Koordinationsfunktion der betr. Vorgänge o Bestimmung der Organisation- und Kommunikationsstruktur o Aufteilung der Tätigkeitsbereiche · Materialwirtschaft o Beschaffung o Lagerhaltung o Losgrößenplanung der Sachgüter · Produktionswirtschaft o Planung und Gestaltung des Produktionsablaufes o Produktions- und Kostentheorie · Marketing o Marktforschung o Absatz der Produkte o Gestaltung der Kundenbeziehung · Kapitalwirtschaft o Finanzierung (Kapitalbeschaffung/Rückzahlung vo Kapital) und Investitionen (Kapitalverwendung) · Personalwirtschaft o Beschaffung, Einsatz etc. von Personal · Rechnungswesen und Controlling o Informationsfunktion o Wertmäßige Erfassung der Daten um betriebliche Entscheidungen zu treffen
- 3. Welche Phasen hat der Lebenszyklus eines Betriebes nach der genetischen Gliederung? (je 3 Entscheidungen bzw. Charakteristika) · Gründungsphase o Entscheidungsphase über: § rechtlichen Aufbau § betriebliche Zielsetzung § Standortwahl § Art der Leistungserstellung · Umsatzphase o Aufarbeitung der getroffenen Entscheidungen in Phase 1 (ggf. Umstrukturierung) o Unternehmenszusammenschlüsse o Änderung der Leistungserstellung · Liquidations-/Auflösungsphase o Veräußerung aller Unternehmensanteile o Tilgung der Verbindlichkeiten o finanziellen Überschuss verteilen o Zeit der Unternehmenskrise
- 4. Charakterisieren Sie die menschlichen Bedürfnisse! · Bedürfnis = tatsächliches oder objektives Mangelempfinden mit gleizeitigem Wunsch nach Befriedigung des Mangels · Charakteristika: o sind unbegrenzt o bei jedem Menschen und zu jeder Zeit anders o unterschiedliche Wahrnehmung von Dringlichkeit o latente/offene Bedürfnisse o Individual-/Kollektivbedürfnisse
- 5. Was sind Defizit- und Wachstumsbedürfnisse? · Defizitbedürfnis: o Bedürfnisse müssen erfüllt sein, um keinen substanziellen Mangel zu empfinden (nach Erfüllung keine weitere quantitative Nachfrage) · Wachstumsbedürfnisse: o Bedürfnisse, die trotz Befriedigung weiter vorhanden sind (keine physiologische Begrenzung)
- 6. Erläutern Sie die Grundlage des Wirtschaftens! · Ausganspunkt des Wirtschaftens = Bedürfnisse des Menschen · Gliederung der Bedürfnisse in Existenz-, Grund- und Luxusbedürfnisse (Zuordnung einzelner Bedürfnisse ist individuell) · Zur Befriedigung der Bedürfnisse dienen Güter · Güter sind knapp oder frei · planmäßiger Einsatz knapper Güter zur Bedürfnisbefriedigung = „WIRTSCHAFTEN“ · Grundlage: ÖKONOMISCHES PRINZIP
- 8. Was ist der Unterschied zwischen Bedürfnissen, Bedarf und Nachfrage? · Bedürfnisse = Mangelempfinden · Bedarf = mit Kaufwille ausgestattetes Bedürfnis · Nachfrage = Bedarf wird auf Markt an Anbieter herangetragen BEDÜRFNIS+KAUFWILLE=BEDARF BEDARF+KAUFKRAFT=NACHFRAGE
- 9. Das Unternehmen unterscheidet interne und externe Anspruchsgruppen. Nennen Sie diese und ihre Interessen gegenüber dem Unternehmen. · Eigentümer/Management o Gewinn/Einkommen o Erhaltung, Verzinsung, Wertsteigerung des eingesetzten Kapitals o Selbstständigkeit/Entscheidungsautonomie o Macht, Einfluss, Prestige o Entfaltung von Ideen und Fähigkeiten o Arbeit = Lebensinhalt · Mitarbeiter o Einkommen/Arbeitsplatz o soziale Sicherheit o sinnvolle Beschäftigung, Einbringung der eigenen Fähigkeiten o zwischenmenschliche Kontakte (Gruppenzugehörigkeit) o Status, Anerkennung, Prestige · Fremdkapitalgeber o sichere Kapitalanlage o befriedigende Verzinsung o Vermögenszuwachs · Lieferanten o stabile Liefermöglichkeiten o günstige Konditionen o Zahlungsfähigkeit der Abnehmer · Kunden o quantitativ und qualitativ befriedigende Marktleistungen zu günstigen Preisen o Service zu günstigen Konditionen · Konkurrenz o Einhaltung fairer Grundsätze und Spielregeln der Marktkonkurrenz o Kooperation auf branchenpolitischer Ebene · Staat und Gesellschaft o Steuern o Sicherung der Arbeitsplätze o Sozialleistungen o Einhaltung von Rechtsvorschriften und Normen o Beiträge an kulturelle, wissenschaftliche und Bildungsorganisationen o Erhaltung einer lebenswerten Umwelt
- 10. Das Unternehmen ist in eine gesellschaftliche, ökologische, technologische, ökonomische und politisch-rechtliche Umwelt eingebettet. Nennen Sie jeweils zwei Entwicklungen jeder Umwelt. · ökologisch o Umweltschutzauflagen (in Verbindung mit gesellschaftlicher und politischer Umwelt) o Verfügbarkeit von Rohstoffen · ökonomisch o Inflationsrate o Wechselkurse o Zinsniveau o Arbeitslosigkeit o Wirtschaftswachstum · sozio-kulturell o Veränderung der Überzeugung, Normen und Wertvorstellungen in einer Gesellschaft (z.B. steigendes Umwelt- und Gesundheitsbewusstsein) o demographischer Wandel · politisch-rechtlich o Gestaltung des Wirtschaftslebens, Subventionen o Wirtschafts- und Handelspolitik · technologisch o Informations- und Kommunikationstechnologie o E-Business o Schlüssel- und Basistechnologien
- 11. Beschreiben Sie die Prozesse 1 bis 9! 1. Beschaffung der PF (ausführende und dispositive Arbeit, Betriebsmittel, Werkstoffe) 2. Umwandlung der in 1. beschafften PF in Produkte und Dienstleistungen (DL) im Produktionsprozess 3. Absatz der in 2. produzierten Produkte/DL an private Haushalte oder betriebliche Abnehmer 4. Betrieb fließen Einzahlungen aus dem Absatz in 3. zu 5. Auszahlungen an Lieferanten aus 1. reduzieren finanzielle Mittel des Betriebes 6. Beschaffung finanzieller Mittel (Eigen- und Fremdkapital) auf Kapitalmarkt (Finanzierung von Investitionen) 7. Entgelt und ggf. Tilgung für Kapitalüberlassung 8. Subventionen des Staates als Einzahlungen/Unterstützung beim Betrieb 9. Staat erhebt Steuern/Steuerzahlungen (Auszahlungen beim Betrieb)
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- 12. Unterscheiden Sie den originären und derivativen Bestandteil. (Dispositive Produktionsverfahren) · originärer Bestandteil: Entscheidungsgewalt (Geschäfts- und Betriebsleitung), Leistung des Betriebes · derivativer Bestandteil: Planung, Organisation und Kontrolle im Betrieb (begrenzte Entscheidungskompetenz)
- 13. Welche vom Wirtschaftssystem unabhängigen Bestimmungsfaktoren hat ein Betrieb? · finanzielles Gleichgewicht, Prinzip der Wirtschaftlichkeit und der PF · nach Gutenberg: o betriebliche PF: gewährleisten betriebliche Leistungserstellung o formales Wirtschaftlichkeitsprinzip: möglichst hoher Gewinn auf eingesetztes Kapital (=Ziel) o finanzielles Gleichgewicht: Betrieb muss jederzeit Zahlungsverpflichtungen nachkommen könnenà keine Illiquidität o. Überliquidität
- was besagt das ökonomische Prinzip? · MINIMALPRINZIP o mit geringstmöglichem Mitteleinsatz soll ein vorgegebenes Ziel erreicht werden · MAXIMSLPRINZIP o mit gegebenem Mitteleinsatz soll eine maximale Ausbringungsmenge erreicht werden · GEHT NICHT!!! o größtmöglichen Ertrag mit geringstmöglichem Mitteleinsatz erwirtschaften (Eine Größe muss festgelegt sein, sonst inhaltsleeres Ziel) · MENGENMÄßIG o Produktivität = Ausbringungsmenge / Einsatzmenge aller Produktionsfaktoren · WERTMÄßIG o Wirtschaftlichkeit = Verkaufspreis / mit Kaufpreis bewertete Einsatzmenge aller PF
- Unterschied KMU / Großunternehmen KMU Unternehmensführung - EigentümerStellvertreter - kaum vorhandenEintscheidungs- und Informationswege - schnelle Wege, flache Hirachien, größere Flexibilitätinformelle Strukturen - große BedeutungMitarbeiterzahl und Potenzial - breites FachwissenFinanzierungsmöglichkeit - begrenzte finanzielle RessourcenZugang zum Kapitalmarkt - schwieriger Zugang, daher begrenzte FinanzierungsmöglichkeitenProduktionsstruktur - arbeitsintensiv GroßunternehmenUnternehmensführung - ManagerStellvertreter - in aller Regel für mehrere Jahre geplantEintscheidungs- und Informationswege - lange Wege aufgrund vorgeschriebener Abläufe, geringe Felxibilitätinformelle Strukturen - geringe Bedeutung, hohe formale Strukturen (Berichte etc.)Mitarbeiterzahl und Potenzial - strake Tendenz zur SpezialisierungFinanzierungsmöglichkeit - große finanzielle RessourcenZugang zum Kapitalmarkt - leichter Zugang, daher vielseitige FinanzierungsmöglichkeitenProduktionsstruktur - kapitalintensiv
- 16. Nennen Sie fünf wesentliche Eigenschaften der freien Marktwirtschaft und der Zentralen Planwirtschaft. · FMW: o keine Produktion des Staates o Privateigentum o uneingeschränkte Gewerbefreiheit o volle Vertragsfreiheit o Steuerungsorgan sind Angebot und Nachfrage o durch ständigen Ausleseprozess gekennzeichnet, auch Arbeitsmarkt und Löhne unterliegen Gesetzen des Wettbewerbs · ZVW: o Grundbesitz und Produktionsmittel gehören grundsätzlich dem Staat o Umfang der Produktion, Löhne, Preise, Im- und Export sind staatlich festgelegt o Staat ist alleiniger Arbeitgeber o gekennzeichnet durch großen Verwaltungsapparat und Volkswirtschaftsplan o Betriebe = Volkseigene Betriebe (VEB), aufgrund von Eigentumsverhältnissen
- 18. Es werden komplementäre, indifferente und konkurrierende Zielbeziehungen unterschieden. Nennen Sie je zwei Beispiele. · konkurrierende Zielbeziehungen o Erfüllung eines Zieles behindert die Erfüllung eines anderen Zieles o Kostenreduktion und Entwicklung von Innovationen o Personalentlassungen und Mitarbeitermotivation · komplementäre Zielbeziehungen o Erfüllung eines Zieles fördert die Erfüllung eines anderen Zieles o Mitarbeitermotivation und Kundenzufriedenheit o Produktivitätssteigerung und Gewinnsteigerung · Indifferente Zielbeziehungen o Erfüllung eines Zieles beeinflusst nicht die Erfüllung eines anderen Zieles o Markenmehrheit erhöhen und Produktionskosten senken o Umweltschutzmaßnahmen und Qualität der Produkte
- 19. Was verstehen Sie unter Rentabilität und worin liegt der Unterschied zur Wirtschaftlichkeit? · Rentabilität = Verhältnis von Erfolg zu eingesetztem Kapital eines Unternehmens, sie ist das Maß für die Kapitalverzinsung innerhalb einer Abrechnungsperiode · Wirtschaftlichkeit = Maß für die Ergiebigkeit einer Leistung oder Kostenaufwands
- 21. Was sind Standortfaktoren? · Entscheidungsrelevante Kriterien, anhand der die Eignung eines bestimmten geografischen Ortes für die Errichtung einer Betriebsstätte überprüft werden kann
- 22. Nennen Sie 4 Standortfaktoren und erklären Sie 2 näher. Nennen Sie jeweils eine aktuelle Entwicklung. · Arbeitskräfte o Angebot, Qualifikation und Kosten o Streikbereitschaft o Produktivität der Arbeitskräfte o Demografische Entwicklung · Politische Situation o Stabilität und Rechtssicherheit eines Landes (wirken sich z.B. auf Wechselkursschwankungen der Heimatwährung aus) o Terrorismus und Sabotage o Streiks, Aufstände, Unruhen und böswillige Beschädigung von Eigentum o Aufruhr, Revolution, Rebellion, Meuterei, Staatsstreich, (Bürger-)Krieg · Infrastruktur, Kundennähe/Nähe zu Abnehmern
- 23. Was ist bei der Standortwahl der folgenden Produktionen/Betriebe zu beachten? globale oder lokale Standortstruktur, Nähe zu Kunden, Infrastruktur, Transport · Fitnesscenter o Lokal in Kundennähe, gute Infrastruktur · Produktion von Bier o i.d.R. lokal in der Nähe der Abnehmer, da Transportkosten einen erheblichen Teil der Gesamtkosten ausmachen · Produktion von Halbleitern o Sehr wenige Standorte, da Produktionseinrichtungen extrem kostenintensiv sind und Transportkosten zu Abnehmern niedrig · Produktion von Großpressen und –turbinen o Globale Produktion, da kostenintensive Produktionseinrichtungen o Transportwege beachten (Transport aufwändig und kostenintensiv)
- 24. Unterscheiden Sie Join Ventures und Tochtergesellschaften und nennen Sie jeweils einen Vor- und Nachteil der Unternehmensverbindungen. · Join Venture o Gemeinschaftsunternehmen, das von zwei oder mehr Unternehmen gemeinsam getragen wird und Aufgaben im beiderseitigen Interesse ausführt § Organisatorische Verknüpfung bestimmter Unternehmensaktivitäten § Einbringung von Ressourcen in eine rechtlich-selbstständige Einheit o Zusammenschluss für Entwicklungsprojekte, um z.B. Risiken zu streuen und hohe Kosten für Forschung und Entwicklung zu verteilen (Bsp. Siehe Präsentation VW) à Vorteile o Probleme: häufig bei Führung, vor allem bei kapitalmäßig gleichberechtigten Partnern (Bsp. Siehe Präsentation Samsung) · Tochtergesellschaften o Juristisch selbstständiges Unternehmen in einem Konzern unter Leitung einer Muttergesellschaft o Vorteile § Höhere Stabilität, da bei kooperativen Formen oft Verschiebung der Interessen und Erfahrungen der Partner im Zeitablauf Probleme auftreten können § Bessere Möglichkeit der Integration in die internationale Unternehmensstrategie § Einheitliche Steuerung der Tochtergesellschaft § Begrenzung des Know-How-Abflusses o Nachteile § Keine Marktverbindung zu örtlichen Partnern § Risiko der Absatz- oder Beschäftigungsmarktbearbeitung erheblich steigen kann § Risiken der Auslandstätigkeit als auch die Kosten alleine tragen
- 25. Welche Bedeutung kommen Subventionen bei der Standortwahl zu? · Staatliches Ziel = Stärkung strukturschwacher Gebiete · Subventionen = Instrument zu Ansiedlung von Betrieben in diesen Gebieten · Finanzierungshilfen, Steuervergünstigungen · Ein Kriterium zur Standortwahl, da sie den standortabhängigen Gewinn erhöhen
- 26. Wie wird die Nutzwertanalyse erstellt? Zeigen Sie dies beispielhaft an 3 selbstgewählten Kriterien zur Standortwahl. · Relevante Standortfaktoren nach Zielkriterien in einer Liste zusammenfassen und nach Bedeutung für Unternehmen gewichten · Danach Bewertung der Standortfaktoren für jeden einzelnen Standort durch Vergabe von Punkten · Multiplikation der Bewertung mit Gewichtung ergibt eine Punktzahl, die summiert = Gesamtnutzen einzelner Standort · Beispielkriterien: o Standort (Hauptstraße, Nähe zu anderen Geschäften, Lagernähe) o Kosten (steuerliche Kosten, Miet-/Baukosten, Werbung) o Gewinnpotentiale (geringe Arbeitslosenquote und Konkurrenz, offene Kunden, …)
- 27. Welchen Einfluss hat der Freizeitwert eines Standortes auf die Lohnkosten? · Geringer Freizeitwert eines Standortes muss unter Umständen durch erheblich höhere Löhne/Gehälter kompensiert werden à Arbeitskräftegewinnung · Insbesondere Gewinnung von Führungskräften spielt dabei eine Rolle · Alternative zur Zahlung höherer Löhne o Schaffung neuer Freizeitanreize (z.B. kulturelle und/oder sportliche Veranstaltungen) durch Unternehmen
- 28. Begründen Sie Vor- und Nachteile einer Direktinvestition im Ausland. · Kundennähe · Schneller und flexibler auf Kundenwünsche reagieren, wenn Produktion im Ausland · Marktdurchdringung vor Ort · Schutz vor Importbeschränkungen und Wechselkursschwankungen · Lohnkosten z.T. erheblich niedriger · Steuersätze z.T. erheblich niedriger · Umweltschutzauflagen z.T. geringer als in Deutschland · Kürzere Wege als Zulieferer für Großunternehmen, die sich bereits im Ausland befinden (follow costumer)
- 29. Nennen Sie Vor- und Nachteile eines industriellen Engagements in Entwicklungsländern. Vorteile· Niedrigere Lohnkosten · Gerade für Unternehmen mit personalintensiver Produktion relevant · Meist geringere Auflagen (Arbeits-/ Umweltschutz, …) · Meist geringere Steuersätze Nachteile· Geringere Produktivität · Unzureichende Infrastruktur · Fehlende Ausbildungen und z.T. fehlende Arbeitsmotivation · Höhere Beschaffungskosten bei Nichtvorhandensein von Rohstoffen bzw. Zuliefererstrukturen · Politische Unruhen als schwer kalkulierbarer Störfaktor
- 31. Definieren Sie den Begriff „Kooperation“. · Freiwillige Zusammenarbeit von Unternehmen, die rechtlich und in den nicht vertraglich der Zusammenarbeit unterworfenen Bereichen auch wirtschaftlich selbstständig bleiben · Hintergründe: o Projekt übersteigt Kapazität des einzelnen Unternehmens o Unternehmen will Risiko nicht alleine tragen
- 32. Definieren Sie den Begriff „Konzentration“. · Verlust der wirtschaftlichen Selbstständigkeit mindestens eines der teilnehmenden Unternehmen (einheitliche Leitung) · Extremfall: o Alle Ausgangsunternehmen verlieren rechtliche/wirtschaftliche Selbstständigkeit (entspricht „Fusion durch Neubildung“)
- 33. Man unterscheidet drei Arten der Unternehmenszusammenschlüsse: a. Auf horizontaler Ebene b. Auf vertikaler Ebene c. Auf diagonaler Ebene Welche Art der Zusammenschlüsse ist bei folgenden Zielen zu wählen? · Sicherung der Rohstoffversorgung (B) · Rationalisierung durch Betriebserweiterung (A) · Reduzierung der Kosten für Forschung und Entwicklung (ABC) · Risikominimierung durch Erweiterung des Angebotsspektrums um andersartige Produkte (C) · Straffung und Vereinheitlichung der Vertriebsorganisation (A) · Reduzierung der Kapitalkosten als Großnachfrager von Fremdkapital (ABC möglich) · Sicherung der Absatzmöglichkeiten durch Zusammenschluss mit nachgelagerten Produktionsstufen (B, Vorwärtsintegration) · Erhöhung der Absatzpreise durch Einschränkung des Wettbewerbes (A) · Erzwingen von Mengenrabatten (AB)
- 34. Eine Form der Unternehmenszusammenschlüsse ist die „strategische Allianz“. Nennen Sie drei Merkmale und vier Hauptmotive für die Bildung. · Merkmale o Längerfristige Beziehungen als Ziel o Ausnutzung von Synergiepotentialen o Kombination von Kernkompetenzen · Hauptmotive o Kostensenkung o Bündelung von Know-How, Austausch von Schlüsseltechnologien o Risikoverteilung/-streuung o Vergrößerung der Marktanteile, bessere Kundenbindung
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- 35. Welche Unterschiede bestehen zwischen einem Stammhauskonzern und einer Holding? · Stammhauskonzern o Operatives Geschäft quer durch alle Funktionsbereiche (Beschaffung, Absatz, Investition, Finanzierung) in Händen der Obergesellschaft · Holding o Steht an Konzernspitze einer Holding(-Gesellschaft) o Reduzierung der Aufgaben auf strategische Konzernverwaltung (Management- und Finanzholding)
- 36. Was versteht man unter einem „Faktischen Konzern“? Worin besteht der Unterschied zwischen freundlicher und feindlicher Übernahme? · Faktischer Konzern o Beherrschung durch Beteiligung (Mehrheitserwerb i.d.R. mehr als 50%) · Freundliche Übernahme o Aushandlung eines Verschmelzungsvertrages mit Vorstand des zu übernehmenden Unternehmens · Feindliche Übernahme o Erwerb der Kapitalmehrheit eines Unternehmens ohne vorherige Zustimmung/Information des Vorstandes, Aufsichtsrates und der Belegschaft des angegriffenen Unternehmens o Übernahmen gegen den erklärten Willen des Managements und der Belegschaft des angegriffenen Unternehmens o Verschaffen der Kontrolle über Aktienmehrheit o Besonders anfällig: § Unternehmen/AGs deren Kapital zu mehr als 50% in Streubesitz ist
- 37. Wo liegt der Unterschied zwischen Konzernbildung und Fusion? · Konzernbildung o Unternehmen behalten nach Zusammenschluss rechtliche Selbstständigkeit o Nur wirtschaftliche Einheit · Fusion o Nach Zusammenschluss rechtliche und wirtschaftliche Einheit
- 38. Es gibt zwei Arten von Fusionen – Aufnahme und Verschmelzung. Worin liegen die Unterschiede? · Fusion durch Aufnahme o Unternehmen A nimmt B auf à B geht unter (=untergehendes Unternehmen) o Die übertragene Gesellschaft veräußert gesellschaftliches Vermögen an A o A behält rechtliche Selbstständigkeit · Fusion durch Neugründung/Verschmelzung o Untergehende Rechtsträger A und B schließen sich unter einem Dach einer neugegründeten Gesellschaft AB zusammen
- 39. Welche Aufgaben hat die Fusionskontrolle? · Zusammenschlüsse unterliegen ab bestimmter Umsatzmenge und damit Marktbedeutung der beteiligten Unternehmen der Zusammenschlusskontrolle · Zuständig entweder nationale Wettbewerbsbehörden (in Deutschland Bundeskartellamt) oder bei höheren Umsätzen die Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission (bei EU-ansässigen Unternehmen) · Prüft die Auswirkungen des Zusammenschlusses auf die Marktstrukturen o Bei kritischen Zusammenschlüssen können diese untersagt werden
- 40. Nennen Sie ihnen bekannte Merkmale, die bei der Gründung privater Betriebe beachtet werden müssen. · Leitungs- und Kontrollbefugnisse · Haftungsumfang · Gewinn- und Verlustbeteiligung · Finanzierungsmöglichkeiten · Publizität, Prüfung, Mitbestimmung der Arbeitnehmer · Steuerbelastung o Personengesellschaft à natürliche Person à Einkommenssteuer o Kapitalgesellschaft à juristische Person à Körperschaftssteuer
- 41. Unterscheiden Sie eine natürliche von einer juristischen Person. · Natürliche Person o Mensch als Rechtssubjekt, d.h. Träger von Rechten und Pflichten · Juristische Person o Von Rechtsordnung geschaffene Gebilde mit eigener Rechtspersönlichkeit o Besitzen vollständige Rechtsfähigkeit § Hat ein Gesamtvermögen mit dem vollständig gehaftet wird § Kann als Erbe eingesetzt werden § Kann in eigenem Namen klagen und verklagt werden
- 42. Nennen Sie 4 wesentliche Charakteristika von Personengesellschaften. · Meist persönliche Mitarbeit der Gesellschafter · Zumindest ein Teil der Gesellschafter haftet unbeschränkt o Z.B. bei KG § Komplementär haftet § Kommandist nicht · Mitgliedschaft ist meist auf Person zugeschnitten (nicht nur Kapital interessant, sondern auch Know-How) · Besteuerung nach Einkommenssteuer · Haben kein festliegendes Grundkapital
- 43. Nennen Sie 3 Unterschiede zwischen einer GBR und einer OHG. · GBR o Gesellschaftsform nicht zwingend auf Erwerbsbetrieb ausgerichtet (wie Gesellschaftsformen des HGB), sondern kann auch jedem anderem Zweck dienen für dessen Erreichung sich mehrere Leute zusammentun o Wirtschaftliche Tätigkeit erfordert keinen in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb à Buchführung und Finanzierung nicht zwingend notwendig o Geschäftsführung erfolgt gemeinsam à Prinzip der Einstimmigkeit o BGB als Grundlage · OHG o Zu Geschäften der Gesellschaft sind alle Gesellschafter verpflichtet und berechtigt o Jeder Gesellschafter ist alleine Vertretungs- und Geschäftsführungsberechtigt à Einzelgeschäftsführungsbefugnis und Vertretungsvollmacht o Muss ins Handelsregister eingetragen sein
- 44. Warum kann die Eigenkapitalerhöhung bei einer OHG über die Aufnahme neuer Gesellschafter problematisch sein? · Stark auf Vertrauen basierte Gesellschaftsform · Geschäftsführungsbefugnisse der vorhanden Gesellschafter werden verringert
- 45. Nennen Sie verschiedene Arten von Firmen. · Personenfirmen · Sachfirmen · Gemischte Firmen mit Personen- und Sachelementen
- 46. Nennen Sie einige Firmengrundsätze, die bei der Gründung zu beachten sind. · Nach §§3,18,21,30,37 HGB sind: o Wahrheit (bei Gründung muss Firmenkern wahr sein) o Klarheit (auf Firmenzusatz bezogen à KG, GBR, GmbH) o Beständigkeit (Firma bleibt trotz Inhaberwechsel bestehen) o Ausschließlichkeit (jede Firma muss sich von anderer unterscheiden)
- 49. Fallbeispiel 1 – Einzelunternehmung · Vorteile o Alleinige Entscheidungsgewalt o Keine Gewinnaufteilung o Schnelle Gründung möglich (keine notarielle Eintragung nötig) · Nachteile o Unbeschränkte Haftung o Alle Pflichten liegen alleine bei ihr à Allroundtalent (nur Wissen über z.B. Mode reicht nicht für eine Modegeschäft)
- 50. Fallbeispiel 2- 2 Diplomingenieure EDV-Unternehmung · OHG? · Beide nur jeweils 2500 € · Herr Müller (risikofreudige Urlaubsbekanntschaft) à 300000€ · Empfehlung: Kommanditgesellschaft
- 51. Beschreiben Sie die Ähnlichkeiten zwischen einer GmbH und einer AG, sowie die Unterschiede zwischen einem GmbH-Anteil und einer Aktie. · Ähnlichkeiten o Kapitalgesellschaften o Gründung: eine Person o Beide Gesellschaftsarten haften beschränkt (nur in Höhe der Einlagen) o Stamm- bzw. Grundkapital muss vorhanden sein § GmbH à Stammkapital = 25000€ § AG à Grundkapital = 50000€ o Grund-, Stamm-, gezeichnetes Kapital ist in mehrere/viele Anteile aufgeteilt o Geschäftsführung auf Organe verteilt § GmbH · Geschäftsführung à Leitungsorgan · Gesellschafterversammlung àBeschlussorgan · Aufsichtsrat (bei >500 Mitarbeiter zwingend erforderlich) § AG · Vorstand · Aufsichtsrat (immer zwingend erforderlich) · Hauptversammlung · GmbH-Anteil o Stärker personengebunden o Erlangung muss notariell beglaubigt werden o Geringere Anzahl an Anteilseignern/Gesellschaftern à schnellere Beschlüsse à größere Flexibilität · Aktie o Anteile an Aktiengesellschaft relativ frei und unkompliziert über Börse gehandelt
- 52. Was verstehen Sie unter Kapitalerhöhung einer Aktiengesellschaft? Nennen Sie zwei Ziele einer Erhöhung. · Kapitalerhöhung als externe Zuführung von Eigenkapital (EK) in ein Unternehmen und die Veränderung der Struktur des EK zugunsten des gezeichneten Kapitals · Ziele o Verfolgung Expansionskurs o Sanierungsmaßnahmen · Ordentliche Kapitalerhöhung (§§182-191 AktG) o Gesetzlicher Normalfall der Beteiligungsfinanzierung o Erhöhung des Grundkapitals durch die Ausgabe neuer (junger) Aktien o Höhe des Grundkapitals ist Satzungsbestandteil à Satzungsänderung nötig o ¾ des in der Hauptversammlung vertretenen Grundkapitals muss der Erhöhung zustimmen
- 53. Nennen Sie Vor- und Nachteile einer Eigenfinanzierung durch Kapitalerhöhung. · Vorteile o Erhöhung Kreditwürdigkeit o Keine festen Zins- und Tilgungsverpflichtungen o Unkündbarkeit des zugeführten Kapitals o Nicht zweckgebundene Einsatzmöglichkeiten o Vermeidung der Bestellung dringlicher Sicherheiten · Nachteile o Mitspracherecht der Gesellschafter o Mangelnde steuerliche Abzugsfähigkeit der Gewinnausschüttung
- 54. Was wird unter dem Bezugsrecht bei Ausgabe junger Aktien verstanden? · Bei Erhöhung des Grundkapitals einer AG steht dem Inhaber der alten Aktien grundsätzlich das Recht auf Bezug der neuen (jungen) Aktien zu. · Bezugsrecht dient dem Schutz der Altaktionäre vor Stimmrechts- und Vermögensverschiebungen, die ihnen bei einer Kapitalerhöhung entstehen würden. o Wahrung des Stimmrechtanteils in Hauptversammlung o Ausgleich der Vermögensanteile, da junge Aktien am bisherigen Unternehmenswert teilhaben, sodass sich die offenen Rücklagen und stillen Reserven auf eine größere Anzahl an Aktien verteilen
- 55. Unterscheiden Sie Inhaber- und Namensaktien voneinander. · Inhaberaktien o Anonyme Aktien à Übertragung kann anonym erfolgen o Nachteile § Gesellschaft kennt Aktionärsstruktur nicht à Aktionäre müssen über der Öffentlichkeit zugängliche Medien benachrichtig werden (z.B. bei Einladung zur Hauptversammlung) · Namensaktien o Name und Adresse des Aktionärs sind bekannt (in Verzeichnis geführt) o Übertragung durch Umschreibung o Übertragung kann satzungsgemäß von der Bestimmung der Gesellschaft abhängig gemacht werden o Einfluss auf Aktionärsstruktur
- 56. Unterscheiden Sie den Nennwert von dem aktuellen Kurswert einer Aktie. · Nennwert o Summe der Nennwertaktien ergibt Grundkapital der AG o Der in Geld ausgedrückte Nennbetrag ist mind. 1€ o Höhere Beträge müssen auf volle Beträge gerundet werden (EURO) o Ist unabhängig vom aktuelle Kurswert einer Aktie à kann demnach stark vom realen Wert abweichen · Kurswert o Wert der Aktie, der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt