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Einführung in wissenschaftliches Denken (Fach) / Leib-Seele-Problematik und bio-psychologische Methoden (Lektion)

Lamm

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  • Psychologie ist eine... ...empirische Wissenschaft. Sie beschreibt und erklärt das Erleben und Verhalten des Menschen, seine Entwicklung im Laufe des Lebens und alle dafür maßgeblichen inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen.
  • Das Konzept der Analyse-Ebenen Menschliches Verhalten und Erleben:Molekular (i.e. Neurotransmitter, Enzyme etc.)Zellulär (i.e. Neuronen and their properties)Systemebene (i.e. visuell, auditorisch, motorisch etc.)Kognitiv (i.e. Informationsverarbeitung, “Denken”)Verhalten (i.e. “von außen” beobachtbare Handlungen)Makroebene (i.e. Sozialverhalten)
  • Psychologie und Neurowissenschaften - Psychologie ohne Neurowissenschaften würde eine potentiellwichtige Informationsquelle über mentale Prozesse vernachlässigen- Allerdings: Konzept der „levels of observation“ (Beobachtungsebenen): Neurowissenschaften oder biologisch-physiologische Betrachtungsweisen nicht per se und universell besser (im Sinne von informativer)
  • Leib-Seele-Problematik -Wie geht Seelisches (oder Psychisches) aus Körperlichem (oder Physischem) hervor? -> z.B. „hartes Problem der Bewusstseinsforschung“;Qualiaproblem-> objektives physikalisches (physiologisches) Geschehen: imGehirn fließen Ströme, werden chemische Substanzen freigesetzt-> subjektives psychisches (seelisches) Geschehen: im Geistfließen Gedanken, wird wahrgenommen, erlebt und gefühlt
  • Leib-Seele-Problematik Zwei Grundpositionen: Dualismus und Monismus
  • Dualismus Annahmen:-> Geist („res cogitans“) und Körper („res extensa“) gehörenunterschiedlichen Daseinsbereichen an.-> Der Körper existiert im Bereich des Physikalischen.-> Geist ist zumindest zum Teil nicht-physikalischer Art.-> entsprechende Annahmen wurden historisch z.B. von Platonund von Descartes vertreten („cogito ergo sum“).
  • Dualismus -Substanzdualismus: geistige und physikalische Substanz sind(„grundlegend“) verschieden voneinander
  • Dualismus -Emergentismus geistige Zustände gehen aus physikalischen (physiologischen) Zuständen hervor, sind aber von höherer Ordnung und lassen sich nicht auf physiologische Zustände reduzieren
  • Dualismus -interaktiver Dualismus Materie wirkt auf den Geist; Geist wirkt auf die Materie
  • Dualismus -Psychophysischer Parallelismus: psychische und physiologische Zustände entsprechen einander, aber siebeeinflussen sich nicht gegenseitig
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  • Dualismus -Epiphänomenalismus: Materie wirkt auf den Geist; aber Geistist nur ein „Echo“ oder Epiphänomen und wirkt nicht auf Materie
  • Materialistischer Monismus -> Identitätstheorie spezifische geistige Zustände sind ident mitbestimmten Gehirnzuständen (neuronalen Zuständen)
  • Materialistischer Monismus -> Funktionalismus: geistige Prozesse sind die Funktionenphysiologischer Hirnprozesse
  • Materialistischer Monismus -> Eliminativer Materialismus: geistige Zustände gibt es nicht, siesind eine „Erfindung“ der Alltagspsychologie
  • Materialistischer Monismus -Woher rührt die Überzeugung, Gehirne seien für psychisches Geschehen und sogar für Bewusstsein verantwortlich? -> Entsprechungen von Qualiamerkmalen und GehirnzuständenBsp.: „neuronale Entsprechungen“ illusionärer SeheindrückeBsp.: Veränderung oder Beseitigung visuellen Bewusstseinsdurch Läsionen (partielle Schädigungen des Gehirns).Bsp.: Erzeugung von visuellen Eindrücken durch Hirnstimulation.
  • Materialistischer Monismus Grundannahme bzw. “Axiom“ bio-psychologischer ErklärungsansätzeDerzeit nicht empirisch belegbarHinweise durch Einsatz bio-psychologischer Methoden
  • Messungen des peripheren Nervensystems: -Psychophysiologie Verbindung von psychischen mitphysiologischen Vorgängen
  • Messungen des peripheren Nervensystems: -Physiologie: „Lehre von den physikalischen und biochemischenVorgängen in den Zellen, Geweben und Organen aller Lebewesen;“
  • Autonomes Nervensystem -Sympathetic Fight or flight responseMobilize energy source and prepare body to handle stress
  • Autonomes Nervensystem -Parasympathetic Active during rest, digestion, energy storage, immune response
  • Autonomes Nervensystem -Antagonistic functions Divisions in competition with each other, but more of abalance between the two systems at any one time
  • Messungen des peripheren Nervensystems: Psychophysiologie – Methoden: Herz: Elektrokardiogramm – Sympathikus (Herzrate) und (Variabilität) Parasympathikus Haut: Hautleitwert - sympathetische Aktivierung („emotionales Arousal“)Muskel:  Gesichts-ElektromyographieEndokrines System: Hormonmessungen und -gabe…und vieles andere (Blutdruck, Atmung, Bewegung, …)
  • Messungen des zentralen Nervensystems: Elektroenzephalographie (EEG)Magnetenzephalographie (MEG)funktionelle und strukturelle Magnetresonanztomographie (fMRT, sMRT)Positronenemissionstomographie (PET)Transkranielle Magnetstimulation (TMS)Transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS)Läsionsstudien
  • Messungen des zentralen Nervensystems: -Klassifikation nach a. räumlicher und zeitlicher Auflösungb. korrelative vs. kausale Aussagenc. topographisch vs. tomographische MessungenMRT, PET – tomosEEG, MEG – topos (inverses Problem)
  • Klassifikation nach korrelative vs. kausale Aussagen EEG, fMRT, PET :    → „neuronale Korrelate“TMS, tDCS, Läsionsstudien:     →  Kausation
  • Elektroenzephalogramm (EEG) - 1924 von Hans Berger entdeckt- nicht-invasives Verfahren- misst vornehmlich EPSPs und IPSPs (exzitatorischeund inhibitorische post-synaptische Potentiale)
  • Ereigniskorrelierte Potentiale (EKPs) - engl. ERPs (Event-Related Potentials)- von Sinneseindrücken, kognitiven Prozessen oder Reaktionen ausgelöste EEG-Aktivität-> Aufzeichnung der Aktivität, zeitlich synchronisiert mit reizseitigem oder antwortseitigem Ereignis-> dann Mittelung über DurchgängeDurchgang 1Durchgang 2            Durchgang 3                →         Grand average: gemittelt über Durchgänge und ProbandenDurchgang X -> Aktivitätsmittelung über Durchgänge-> systematische Effekte des Ereignisses (Signal) wachsen, unsystematisches (Rauschen) schrumpft-> Komponentenstruktur      
  • fMRT -> fMRT: funktionelle Magnetresonanztomographie-> engl. fMRI: functional Magnetic Resonance Imaging- Induktion von Magnetfeldern- Hämoglobin (roter Blutfarbstoff)              - mit Sauerstoff angereichert: diamagnetisch             - ohne Sauerstoff: paramagnetisch
  • fMRT: - Was wird gemessen? -> BOLD-Antwort (von engl. ‘Blood Oxygen Level Dependent’)-> Messung der Magnetisierbarkeit von Gewebe-> BOLD-Antwort stärker wo Sauerstoff verbraucht wird (als wo er nicht verbraucht wird)-> paradox, da Sauerstoff die Magnetisierbarkeit mindert-> mögliche Erklärung: überschießende Nachschubversorgung mit sauerstoffhaltigem Blut
  • fMRT -Was wird berechnet? -> Berechnung von BOLD-Differenzen (z.B. Aufgabe minus Pause)-> Verfahren löst räumlich gut auf; Voxel (Würfel) mit ca. 4 mm Kantenlänge-> Verfahren löst zeitlich schlecht auf; eine Messung pro ca. 1 - 2 Sekunden
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  • fMRT -Wichtig: fMRT misst die Sauerstoffversorgung, nicht die neuronale Aktivität Aber: neuronale Aktivität ist für Verarbeitung von Information im Gehirn verantwortlich→ BOLD-Antwort ist daher indirektes Maß der Verarbeitung-> Was die BOLD-Antwort genau widerspiegelt wird erforscht!
  • tDCS & TMS ermöglicht Testen kausaler HypothesenTMS: Auslösung von AktionspotentialentDCS: Erhöhung oder Dämpfung der Erregungsschwelle
  • Zusammenfassung zu Methoden -> Vielzahl an bio-psychologischen Methoden existiert (mittlerweile)-> Erlauben Zugang zu unterschiedlichen physiologischen Prozessen-> jede Methode hat Vor- und Nachteile (z.b. räumliche undzeitliche Auflösung, Korrelation vs. Kausation, Durchführbarkeit, Kosten, …)-> viele mentale Prozesse nach wie vor nicht zugänglich/schwer fassbar-> bio-psychologische Methoden sind nur ein Teil psychologischer Forschung(smethoden)
  • Zusammenfassung allgemein -> unter den Auffassungen vom Gehirn-Geist-Verhältnis dominiertder materialistische Monismus-> bio-psychologische Methoden haben diese Auffassung geprägt-> es existiert eine Vielzahl an bio-psychologischen Methoden,die Zugang zu unterschiedlichen neuronalen Prozessen liefern-> diese sind aber lediglich ein Aspekt psychologischerForschung(smethoden), und als komplementär zu sehen(Konzept der Analyseebenen)-> viele Bereiche des Psychischen bis heute, trotz Hirnforschung,kaum verständlicher