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Entwicklungspsychologie (Fach) / Jugenalter bis Alter (Lektion)

Vorlesung 7

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  • Definition - Jugend Zeit zwischen der Pubertät und dem Ende des zweiten Lebensjahrzehnts (ca. 10. - 20, Lj) =Adoleszenz
  • Grundlegende Prozesse der Entwicklung im Jugendalter Somatische Veränderungen: Körperhöhe: Am Anfang der Pubertät findet ein Waxhstumsschub statt (w: 10.-14. , m: 12.-16. Lj), danach verlangsamt sich die Geschwindigkeit und das Wachstum ist mit 16-17 Jahren bei Mädchen bzw. 17-19 Jahren bei Jungen abgeschlossen Körpergewicht: Parallel zu den Veränderungen der Körperhöhe erhöht sich das Gewicht. Dabei legen Mädchen mehr subkutanes Fettgewebe zu, während bei Jungen der Anteil an Muskelgewebe deutlicher ansteigt. Dies führt zu der erwachsenen Körpersilhouette Organsysteme: Das Herz verdoppelt seine Größe, die Herzfrequenz sinkt, der systolische Blutdruck steigt an und die Zusammensetzung des Blutes verändert sich. Dazu nimmt die Größe und Vitalkapazität der Lunge zu und der Stoffwechsel verlangsamt sich. Hierdurch vergrößert sich insgesamt die Leistungsfähigkeit Sekundäre Geschlechtsmerkmale-Jungen: Bei Jungen wachsen Hoden (11-15) und Penis (12-14), die Schambehaarung entwickelt sich (11-15) und zwei Jahre später erfolgt dann das Wachstum der Achsel- und Bartbehaarung. Späte pubertäre Ereignisse sind der Stimmbruch und der erste Samenerguss Sekundäre Geschlechtsmerkmale-Mädchen: Bei Mädchen bilden sich zuerst die Brüste heraus (11-15) und die Haare un der Schamgegend wachsen (11-14). Die inneren weiblichen Geschlechtsorgane durchlaufen einen Wachstumsschub (12-13), gekennzeichnet durch eine Vergrößerung und muskuläre Verstärkung der Gebärmutter, Entwicklung der Gebärmutterschleimhaut und Vergrößerung der Vagina. Um das 12. Lebensjahr kommt es im Durchschnitt zur ersten Regelblutung Endokrine Prozesse: Durch die Ausschüttung des Gonadotropin-Releasing-Hormons (GnRH) im Hypothalamus werden im Hypophysenvorderlappen Gonadotropine freigesetzt (LH, FSH), die wiederum bedingen, dass in den Gonaden Östrogen und Testosteron ausgeschüttet werden, die dann ihre Wirkung in der Umstrukturierung des Körpergewebes entfalten. Dazu wird die Hypophyse stärker aktiviert und im Hypophysenvorderlappen werden vermehrt Wachstumshormone und Schilddrüsenhormone freigesetzt.
  • Körperliches Entwicklungstempo Ursachen säkularer Akzeleration ( Vorverlegung der Pubertät): bessere Umweltbedingungen kalorienreichere Ernährung bessere medizinische Versorgung und sanitäre Bedingungen Biopsychosoziale Einflussfaktoren: genetischer (z.B. hohe Korrelation des Menarchenalters bei Mütter-Töchtern) und psychosozialer Einfluss (z.B. durch Belastungen) Auswirkungen früher und später körperlicher Reife: Abweichungshypothese (-> Anpassungsprobleme) Nimmt an, dass frühe und späte Reife in der Pubertät mit Anpassungsproblemen verbunden sind, weil sich solche Jugendlichen als von der Mehrheit der Altersgleichen abweichend erleben. Entwicklungsschlusshypothese (-> Überforderungsprobleme) Besonders frühe Reife kann in Problemverhalten münden, weil die Jugendlichen von den neuen Erfahrungen überfordert werden Biopsychosoziales Modell der Entwicklung von Problemverhalten während der Pubertät (Brooks-Gunn, 1994) Hormonelle Veränderungen und die fortschreitende Entwicklung sekundärer Geschlechtsmerkmale vermittelt durch soziale Geschehnisse (z.B. Hänseleien) und zentralnervöse Prozesse, bedingen Problemverhalten. Soziale Erfahrungen und zentralnervöse Veränderungen wiederum können auf die hormonellen Veränderungen Einfluss nehmen.
  • Neuronales System und kognitive Entwicklung - Zentralnervöse Veränderungen Veränderungen in der Gehirnstruktur: Anteil weißer Hirnsubstanz wächst (zunehmende Myelinisierung) und Anteil grauer Substanz nimmt ab (Abnahme überflüssiger Nervenzellen) Kortikale Veränderungen in den verschiedenen Hirnregionen lafen asynchron (Heterochronozität) => Es reifen zum Beispiel erst die hinteren Anteile des Gehirns (okzipital) Funktionsweise des Gehirns: Abnahme der Dichte der Rezeptoren der erregenden Neurotransmitter: Dopamin (stimulierend) und Serotonin (Steuerung der Blutgefäßkontraktion) verringerte Reizzufuhr: Abnahme der Dichte hat zur Folge, dass weniger stimulierende Reize den Kortex erreichen präfrontaler Kortex und Limbisches System (Verarbeitung emotionaler Reize, Reizbewertung, Umsetzung von Aktivitäten) werden weniger stark aktiviert Jugendliche suchen aktiv nach neuartigen Erlebnissen/ starken Reizen => Risikoverhalten und Provokationen werden positiver bewertet
  • Neuronales System und kognitive Entwicklung - Fortschritte der kognitiven Entwicklung Intelligenz: Zunahme der vor allem der sprachlichen und nicht-sprachlichen Intelligenz Logisches Denken: Zunahme deduktiver gegenüber induktiver Argumentation (von einer Hypothese ausgehend werden Schlussfolgerungen gebildet vs. Beobachtungen führen zu einer Hypothese) + Einfluss des Kontext (Eltern, Schule) Urteil-/Entscheidungsprozess: Verwendung von Heuristiken (Nicht immer Nutzen von logischen Regeln und analytischen Pfaden, sondern frühere Erfahrungen und Annahmen als Entscheidungsgrundlage) und zunehmend Metakognition (Wissen über mentale Zustände), aber die emotionale Anfälligkeit bleibt Informationsverarbeitung: Verbesserung der Verarbeitungsgeschwindigkeit, des Arbeitsgedächtnisses und des Problemlösens Expertise: höhere bewusste Kontrolle durch Reifung des präfrontalen Kortex z.B. bei ambivalenten, stressigen oder emotionalen Situationen) + Einfluss Kontext (Kultur, Eltern, Schule)
  • Gesellschaftliche Rahmenbedingungen Biografischer Übergang (Transition): geordnete Folgen von neuen Positionen und Rollen, deren Gesamtheit den Lebenslauf ausmachen und entwicklungswirksam sind, weil sie Ziele, Verhaltensweisen und Kontexte verändern und damit neue Herausforderungen stellen Beispiel: Übergang in die Sekundarstufen des Schulwesens, Auszug aus dem Elternhaus...
  • Entwicklungsaufgaben Bei den biografischen Übergängen wird entwicklungspsychologisch die aktive Rolle der Jugendlichen bei der Verfolgung von Zielen betont Individuelle und kulturelle Unterschiede: Ursachen in der Person oder in der Herkunft: Familie, Kultur (Migration) => Zum Beispiel kann das Aufwachsen in einer Familie mit wenig strukturierten Aufgaben und hohem Konfliktpotenzial dazu führen, dass Jugendliche zu früh Autonomie entwickeln Heutiger sozialer Wandel (demografischer Wandel, ökonomische Unsicherheit -> zur Zeit hohe Jugendarbeitslosigkeit) Zusammenspiel verschiedener Entwicklungsdomänen Endokrinologische Prozesse in der Pubertät, Entwicklung des Gehirns vor allem im präfrontalen Kortex und durch soziale Erwartungen mitgestaltete persönliche Ziele Durch dieses Zusammenspiel ergibt sich, insbesondere durch die Ungleichzeitigkeit und Unverbundenheit dieser drei Entwicklungsaufgaben, eine erhöhte Vulnerabilität bei der Bewältigung von immer komplexeren Entwicklungsafgaben => von der externalen Unterstützung hin zur internalen Selbstregulation + Impulskontrolle Das Auseinanderdriften von Entwicklungsaufgaben im Zusammenspiel zwischen verschiedenen Entwicklungsdomänen im Jugendalter (Steinberg, 2006) Mit Beginn der Adoleszenz kommen neue Erfahrungen auf, deren emotionale Qualität stärker ist, als in der Kindheit gewohnt. Es Bedarf mehr Unterstützung des Umfelds, da die kognitive Entwicklung erst am Anfang steht, obwohl die Pubertät schon seit längerem begonnen hat.Spätere Adoleszenz: Zunehmend höhere kognitive Prozesse -> Voraussetzung für die Veränderung der Regulation von externaler Unterstützung und internaler der Jugendlichen selbst
  • Entwicklungskontexte Familie: Vertrauen zu beiden Eltern steigt (hohe emotionale Verbundenheit), aber auch vermehrte Konflikte in der Mitte der Adoleszenz (höhere affektive Intensität der Konflikte bei alltäglichen Problemen) mit zunehmender Anatomie => Individuation Ehemals früh Reifende Mädchen zeigten ihren Müttern gegenüber mehr Ablehnung im Sinne einer geringen Wertschätzung als andere Mädchen mit später oder normaler Reife Peers: Gleichaltrige Freunde: spielen eine zunehmend bedeutendere Rolle bei Entwicklungsaufgaben, z.B. bei sozialen Beziehungen, Identitätsbildung. Die Eltern sind weiter wichtig z.B. bei beruflicher Zukunftsplanung. Jugendkulturen: Gesamt der Wete, Orientierungen und Lebensstile als soziale Kategorie in Absetzung von anderen Lebensstadien (z.B. Schule, Medien, Freizeitstätten) Enge Freunde: Vertrauensvolle Beziehung außerhalb der Familie (Offenheit und Unterstützung) Ähnlichkeit zwischen Freunnden durch Selektion und Sozialisation: Selektion ähnlicher Personen (Attraktivität durch leichtere Kommunikation, weniger Konflikte) Sozialisation durch Kontakt (Gruppenkonformität steigt durch Übernahme von Einstellungen und Verhaltensweisen) => Man wird durch den Kontakt und die Übernahme von Einstellungen und Verhaltensweisen ähnlicher ->Gruppen fördern Konformität (Gleichheit, Anpassung) Romantische Beziehungen: 1) Initiation: Am Anfang muss man aus der Sicherheit der Peergruppe heraustreten um sich auf neue Beziehungen einzulassen 2) Status: Danach geht es darum, mit der/dem Richtigen zu gehen, denn man steht unter Bewertung der Peers und muss um sein Ansehen fürchten 3) Affection: Erst dann kommt es zur Ausrichtung auf die romantische Beziehung selbst, mit ihrer Verheißung von Offenheit, sexueller Erfüllung und Unterstützung, bei der die Peers weitgehend ausgeblendet sind 4) Bonding: Am Ende steht der Versuch zu dauerhaften Beziehungen, die den Überschwang der Gefühle halten und doch so zähmen, dass man gemeinsame Zukunftspläne zu schmieden beginnt Freizeitaktivitäten: Alterstypischer Verlauf 1) Jugendliche stehen zunächst unter dem Einfluss der von Erwachsenen für sie organisierten Freizeit => organized 2) Dann folgt eine Zeit der Dominanz von informellen Beziehungen unter gleichaltrigen Peers, bei denen gerade die Abkehr von Fremdgestaltung bedeutsam ist => casual, informal 3) Schließlich folgt, mit wachsender Selbstständigkeit und auch zunehmenden finanziellen Mitteln aus verschiedenen Quellen, die Hinwendung zu kommerziell gestalteten Freizeitangeboten => commercial Schule: Passung Entwicklungsstand und Lernumwelt: Schule legt die motivationalen und kognitiven Voraussetzungen für Arbeit und Beruf mit dem Ziel des selbstregulierten Lernens und fördert die soziale Entwicklung Probleme durch zunehmende Autonomie der Jugendlichen, sowie unterschiedliche Entwicklungstempi bzw. kognitiver Entwicklungsstände und den Anforderungen der Schule
  • Identität Identität ist die Antwort auf die Frage "Wer bin ich?" Im Allgemeinen führt die Antwort auf diese Frage zur Herausbildung von neuen Ganzheiten, in der Elemente des alten mit des Erwartungen and die Zukunft integriert sind Die Antwort auf die Identitätsfrage wird durch eine realistische Eischätzung der eigenen Person und der eigenen Vergangenheit sowie der eigenen Kultur und den Erwartungen der Umwelt an die eigene Person erreicht Gleichzeitig werden die kulturellen und sozialen Erwartungen kritisch hinterfragt Der Prozess des Hinterfragens kristallisiert sich um fundamentale Probleme (berufliche Zukunft, Partnerbeziehungen Er führt zur persönlichen Versplichtung in diesen Bereichen und ermöglicht die produktive Integration in die Gesellschaft Subjektiv vermittelt diese Integration ein Gefühl von "Loyalität und Treue", sowie ein tiefes Gefühl der Verwurzelung und des Wohlbefindens, der Selbstachtung und Zielstrebigkeit Die sensible Phase für die Entwicklung der Identität ist die Adoleszenz
  • Identitätsentwicklung Zentrale Fragen: Wer bin ich? Wohin will ich in meinem Leben? => Übergang zum Erwachsenen mit differenzierten sozialen Positionen und Rollen Stadien der Identitätsentwicklung: Foreclosure: übernommene Identität -> verbindliche Festlegung ohne Exploration Moratorium: Identitätskrise -> Exploration ohne Festlegung Diffuse Identity: Identitätsdiffusion -> gerineg Exploration und Festlegung Achieved Identity: erarbeitete Identität -> Festlegung nach erfolgter Exploration
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  • Entwicklungsergebnisse - Problemverhalten Substanzkonsum und -missbrauch: häufige Erfahrungen mit Alkohl/ Nikotin und teilweise illegale Drogen Erklärungsmodelle: Problemverhaltenstheorie => Nimmt an, dass in Persönlichkeit, wahrgenommener Umwelt und Verhalten jeweils sowohl Problemverhalten fördernde als auch hemmende Bedingungen vorliegen, die dann in der Balance aus Risiko und Protektion die Neigung zum Problemverhalten und damit das Verhalten vorhersagen Negativ: geringer Selbstwert, Erziehungsprobleme, geringe Bindung Positiv: positive Normorientierung, positive Familienbeziehungen, aktiv Sporttreiben Lernkompetenzprogramme: Training allgemeiner Lebenskompetenzen mit für Substanzkonsum spezifischen Kompetenzen (z.B. Nein sagen bei Konsumangeboten) und Wissen (z.B. kurzfristige Konsequenzen) kombiniert => späterer Einstieg in den Alkohol- und Nikotinkonsum Erklärungsmodell/Risikofaktoren: familiäre Risikofaktoren: frühe ökonomische Benachteiligung -> inkonsistentes Erziehungsverhalten -> geringe sozial-kognitive Reife und Verhaltensprobleme -> Schulprobleme -> zunehmend Distanz zu den Eltern -> Hinwendung zu devianten peers Persönlichkeitsstruktur (aggressiv, antisozial, gerineg Selbstregulation) Entwicklungstypologie für jugendliches Problemverhalten: Auf das Jugendalter begrenzte Delinquenz: Jugendliche neigen zu Verhaltensweisen, die Ansehen unter Peers bringen. Bei der Übernahme von Erwachsenenprivilegien wie einem festen Arbeitsverhältnis verliert delinquentes Verhalten seine Funktion und sinkt Langfristige Auffälligkeit: Ursachen liegen schon in der Kindheit (Anpassungsprobleme, Impulsivität), die im Wechselspiel mit umweltbezogenen Merkmalen dazu führen, dass Jugendliche sich von normgerechten Orientierungen abwenden und langfristige Verhaltensprobleme und Delinquenz zeigen
  • Entwicklungsergebnisse - Posotive Jugendentwicklung Fördermaßnahmen richten sich nicht auf die Probleme, sondern Stärken der Jugendlichen Indikatoren für eine positive Jugendentwicklung: Competence: inter- und intrapersonale Kompetenz zum Lösen von Herausforderungen Character: Anerkennung von Regeln des Zusammenlebens, gefestigte moralische Orientierung, Integrität Confidence: Vertrauen in eigene Fähigkeiten und den Wert als Person Connection: positive Beziehungen zu Menschen und Institutionen Care: sich um andere kümmern (Contribution: aktiv an der Gesellschaft teilhaben und sich einbringen) Voraussetzungen für eine positive Jugendentwicklung: Internale und externale Entwicklungsressourcen innerhalb der Person (Erfahrungen, Kompetenzen) und ihrer Umwelt (Einstellung gegenüber Jugendlichen) Spiritualität/Religion und bürgerliches Engagement zeigen hohe Korrelationen Konzept der positiven Jugendentwicklung (Weichold&Silbereisen, 2007) Kontext: Externale Entwicklungsressourcen (Unterstützung und Entwicklungsoptionen) stehen in Wechselwirkung mit Individuum: internalen Entwicklungsressourcen (Stärken) Kompetenz, Character, Bewusstsein, Beziehungen, Um andere sorgen Gesunden, verantwortugsbewusste Jugendliche, die sich aktiv in die Gesellschaft einbringen Positive Entwicklung, Wohlbefinden und Partizipation im Erwachsenenalter
  • Berufliche Passung und Entwicklung Modell der beruflichen Passung (Holland, 1997) => Charakteristika, Persönlichkeitsbeschreibung, Beruflicher Bereich Realistisch - Bevorzugt manuelle, handwerkliche Tätigkeiten mit konkreten Ergebnissen - Technik, Handwerk, Landwirtschaft Intellektuell - Bevorzugt analytische Herangehensweise an Aufgaben und Probleme - Wissenschaft Künstlerisch - Bevorzugt offene, unstrukturierte, kreative Tätigkeiten, Selbstdarstellung - Kunsthandwerk, künstlerische Tätigkeiten Sozial - Bevorzugt Tätigkeiten mit anderen Menschen - Sozialpädagogische, pflegende Berufe Unternehmerisch - Bevorzugt Tätigkeiten, bei denen Einfluss auf Situationen oder Personen ausgeübt wird - Manager, Vertreter Konventionell - Bevorzugt geregelte, strukturierte Tätigkeiten - Administration, Buchhaltung Phasen der beruflichen Entwicklung (Super, 1993) => Phase - Beschreibung Wachstum - Entwicklung des Selbstkonzeptes durch Identifikation mit Bezugspersonen. Fanatsievorstellungen weden durch Herausbilden von Zielen und Interessen abgelöst Exploration - Erprobung der eigenen Interessen und Fähigkeiten bei Hobbys und in der Schule; Informationssuche über berufliche Option Berufliche Festlegung - Berufseintritt und Sicherung einer dauerhaften Position in einem Beruf Berufliche Festlegung - Aufrechterhaltung als zentrale Entwicklungsaufgabe im späten mittleren Erwachsenenalter Beruflicher Abbau - Aufgabe der Berufstätigkeit aufgrund der Abnahme der Leistungsfähigkeit (Berentung)
  • Berufsausbildung und beruflicher Eintritt Berufsorientierte Werte weniger wichtig als früher (Zunahme an Freizeit- und Genussorientierung) Zunehmende Rollenvielfalt: ab dem Jugendalter nehmen die Rollen zu (Ausbildung, Freizeit) und im jungen Erwachsenenalter kommen weiere hinzu (Bürgerpflichten, Haushalt, Beruf) -> höhere Anforderungen Einflüsse auf die Berufswahl: Geschlecht, sozioökonomischer Status, Lebensregion, elterliche Einflüsse, Chancen am Arbeitsmarkt, Neigungen der Peers Zunehmend mehr Frauen im Beruf, jedoch immer noch Nachteile
  • Freizeit Freizeit ist ein Lebensbereich, in dem klare normative Regeln fehlen. Eine Zeit in der Tätigkeiten frei gewählt werden können. Freizeitaktivitäten tragen zur Lebenszufriedenheit bei. Freizeitentwicklung über die Lebensspanne: Menschen, die ihren Freizeitaktivitäten viel Zeit einräumten, taten das unverändert auch Jahre später noch Freizeit hängt auch davon ab, wie zeitlich beanspruchend jeweils die bezahlte Arbeit ist Menschen in höherem Alter bevorzugen in ihrer Freizeit eher passive Erholung (wegen abnehmenden Körperressourcen, reflektiert aber auch eine veränderte Motivation) Von 1960 bis 1990 nahmen persönliche Pflege, Schlaf und Ausruhphasen tendenziell ab => allgemeine Tendenz zu aktiveren Freizeitgestaltungen
  • Zweikomponentenmodell der intellektuellen Entwicklung Unterscheidung zwischen biologischen und kulturellen Determinanten kognitiver Leistungen Mechanik der Kognition: grundlegende biologische Lernkapazitäten des Individuums, neuronale Vernetzungen des kognitiven Systems Basisprozesse der Intelligenz Pragmatik der Kognition: kulturelle Dimension der intellektuellen Entwicklung inhaltliche Ausgestaltung des Denkens und Wissens durch den Enkulturationsprozess Die beiden Komponenten sind weitgehend distinkt. Es besteht jedoch eine gewisse Interaktion zwischen den Komponenten. Eine abnehmende kognitive Mechanik kann durch lokale Stärken in der kognitiven Pragmatik ausgeglichen werden. Gleichzeitig beeinträchtigt die altersbedingte Abnahme der kognitiven Mechanik die Fähigkeit zur Aufnahme weiteren Wissens (kognitive Pragmatik) Entwicklungsverläufe Während die beiden Komponenten im jungen Alter rapide ansteigen, bleibt die Komponente der kognitiven Pragmatik relativ stabil im Alter. Die kognitive Mechanik lässt im Alter zunehmend nach Altersanfällige Leistungen: Koordination, Genauigkeit, Schnelligkeit => räumliches Vorstellungsvermögen, Merkfähigkeit und Wahrnehmungsgeschwindigkeit Altersresistente Leistungen: Größe und Qualität von Wissensbeständen (Kopfrechenen und verbale Fähigkeiten im Wortschatz) Relative Stabilität intellektueller Leistungen über die Lebensspanne Veränderungen in der relativen Stabilität oder dem Ausmaß, in dem interindividuelle Unterschiede in späteren durch interindividuelle Unterschiede in früheren Abschnitten der Ontogenese vorhergesagt werden können Veränderungen der Heritabilität oder dem Ausmaß, in dem interindividuelle Unterschiede in intellektuellen Leistungen auf genetische Unterschiede zurückgehen Veränderungen im Ausmaß der Kovariation zwischen verschiedenen intellektuellen Fähigkeiten oder im Ausprägungsgrad des Generalfaktors der Intelligenz