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Persönlichkeit (Fach) / 99) Prüfungsfragen (Lektion)
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- Was ist ein Konstrukt? nicht beobachtbare hypothetische Begriffe, die über Zuordnungsregeln aus Beobachtungen von Verhalten in Situationen erschlossen bzw. über die operationalisiert werden können
- Was ist eine Disposition? Tendenz in bestimmten (konstruktspezifischen) Situationen ein bestimmtes (konstruktspezifisches) Verhalten zu zeigen
- Was bedeuten die Begriffe trait und state? trait= transtemporale und transsituational stabile Dispositionen state= transsituational, aber nicht transtemporale stabile Dispositionen
- Welche Arten von Konsistenz und Stabilität lassen sich unterscheiden? transsituational= t1 mit mehreren Situationen transtemporal= verschiedene Zeitpunkte, aber 1 Situation transsituational und transtemporal absolute Stabilität= Wert bleibt gleich relative Stabilität- zwei Merkmale ändern sich im gleichen Verhältnis zueinander Strukturstabilität= Zusammenhang von Merkmal A und B bleibt gleich
- Was sind Basisannahmen psychodynamischer Ansätze? Psychologischer Determinismus Mensch als Energiesystem Homöostase und Hedonismus Bedeutung frühkindlicher Erfahrungen Rolle des Unbewussten Therapieorientierung
- Welche Grundgedanken zu Freuds Theorie sind hervorzuheben? Annahme von Trieben (Eros & Thanatos) als Triebfeder menschlichen Verhaltens zentrale Rolle des Unbewussten, neben Vor- und Bewusstem Untergliederung psychischer Apparat in die Instanzen ES (Triebe), Ich (Kognitionen) und Über-Ich (Normen) Charakterentwicklung als Wechselspiel von angeborener Stärke der Funktionen der Instanzen und Triebbefriedigungserfahrungen während psychosexueller Entwicklungsphasen
- Welche Kritik wurde an Freuds Theorien vorgebracht? Wie wirken Freuds Theorien heute noch fort? Theorie- Kritik: Annahmen nicht empirisch falsifizierbar- Weiterwirken: Bedeutung unbewusster Prozesse allgemein anerkannt Praxis der PA- Kritik: unökonomisch, da zu langwierig; Nachweis der Effektivität fehlt und entspricht zT nicht den Standards- Weiterwirken: besondere Therapien geeignet für spez. Störungen
- Was sind Basisannahmen der Bedürfnis- und Motivationstheorien? Welche Bedürfnisse bringen nach Ansicht der Bedürfnistheorien verhalten in Gang und was sind Gemeinsamkeit bzw. Unterschiede zwischen Maslow, Murray und Rogers? Annahmen- Verhalten dient Erreichen von Zielen, die durch (individuell unterschiedliche) a) Art und Stärke zugrunde liegender Bedürfnisse und b) ihrer Wechselwirkung mit der Umwelt bestimmt ist Vergleicha) Murray: psychogene und viszerogene Bedürfnisseb) Maslow: Mangel- und Wachstumsbedürfnissec) Rogers: Bedürfnis nach Selbstaktualisierung
- Wie wirken Bedürfnistheorien heute in Forschung und Praxis fort? Anregung für spätere Theorien- Betonung subjektiver Erfahrung und situativer Bedingungen (zB. Kognitive und Interaktionistische Theorien) Fortwirken in der a) Therapie (zB. Klient-Zentrierung)b) Diagnostikc) A&O (zB. Leistungsmotivation)d) Forschung
- Wie lassen sich Lerntheorien in den wissenschaftshistorischen Kontext einordnen? Entwicklung als Reaktion auf psychodynamische/phänomenologische Ansätze, die Introspektion große Bedeutung beimaßen Ablehnung der Bedeutsamkeit intrapsychicher Vorgänge zur wissenschaftlichen Erklärung von Verhalten- aufgrund exp. Unzugänglichkeit Entwicklung humanistischer und kognitiver Ansätze als Gegenreaktion Cognitive Neuroscience= Integration lerntheoretisch-experimenteller und kognitiver Theorien
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- Wie lauten die Grundannahmen des klassischen Konditionierens, operanten Konditionierens und des Beobachtungslernens? Individuen präzidieren künftige Ereignisse anhand von zuverlässigena) Hinweisreizen (klassisches Konditionieren; Ausbildung von Reiz-Ergebnis-Erwartungen)b) Konsequenzen auf eigene Verhaltensweisen (operantes Konditionieren; Ausbildung von Verhaltens-Ergebnis-Erwartungen)c) Beobachtung von REK und VEK bei anderen Individuen (Beobachtungslernen; k=Kontingenzen)
- Welche differentielle und praktische Relevanz besitzen die Lerntheorien? Differentielle Relevanz- interindividuell unterschiedliche Lernerfahrungen resultieren in unterschiedlichen Ausprägungen von Verhaltensdispositionen- Persönlichkeit= individuelles Profil der Ausprägung dieser Verhaltensdispositionen Praktische Relevanz- Erklärung klinischer und pädagogischer Phänomene- Grundlage wirksamer verhaltenstherapeutischer Interventionen
- Womit befassen sich Differentielle und Persönlichkeitspsychologie? Beschreibung, Erklärung, Vorhersage und Modifikation vona) individueller Einzigartigkeiti. e. S. Persönlichkeitspsychologie- ideografischer Ansatzb) individueller UnterschiedeDifferentielle Psychologie- nomothetischer Ansatz menschlichen Erlebens und Verhaltens
- Welche Fragen sind an Theorien des Erlebens und Verhaltens zu stellen? angemessene Beschreibung und auf dieser Basis Vorhersage über 1) hinaus - Zugänge zur Modifikation von Erleben und Verhalten eröffnet Anforderungen an eine wissenschaftliche Theorie- Überprüfbarkeit- Vollständigkeit- Sparsamkeit- Widerspruchsfreiheitusw.
- Was unterscheidet Fragebögen von Tests, und was zeichnet gute Fragebögen und Tests aus? Fragebögen: subjektiv, verfälschbar Tests: objektiv, schwer verfälschbar Gütekriterien- klassische und Nebengütekriterien
- Was sind die Basisannahmen kognitiver Theorien? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede finden sich bei Kelly, Rotter und Bandura? Basisannahmen= Rolle von Kognitionen und insb. Erwartungen als handlungsleitende Elemente Vergleicha) Kelly- persönliche Konstrukte zur Antizipation künftiger Ereignisseb) Rotter- situative Erwartungen: Antizipation der WS mit der Verhalten zu Verstärker führt- generalisierte Erwartungen: Erwartungen über den Ort der Kontrolle von Verstärkern: internal vs. externalc) Bandura- Erwartungen an Verhaltens-Ergebnis-Zusammenhänge (Ergebniserwartung)- Erwartungen an die Effektivität des eigenen Verhaltens (Selbstwirsamkeitserwartung)
- Inwiefern wirken kognitive Theorien heute noch in Forschung und Praxis fort? neurobiologische Resultate belegen zentrale Annahmen Kellys Erwartungs-x-Wert-Modelle (vgl. Rotter) nach wie vor erfolgreich zur Erklärung von der Wahl von Verhaltensalternativen Selbstwirksamkeit = wichtiger Prädiktor für Bewältigung kritischer Lebensereignisse sozial-kognitive Lerntheorien (vgl. Bandura) als aktueller Forschungsansatz; auch im Bereich Cognitive Neuroscience aktuell Versuch sozial-kognitive Lerntheorien mit Eigenschafts- und Biopsychologischen Modellen in Einklang zu bringen
- Was charakterisiert traittheorien und wofür eignen sie sich prinzipiell? Verhaltensbeschreibung/-vorhersage (ggf. erklärung) anhand von traits als transituational und transtemporal konsistente Tendenz in bestimmten Situationen bestimmtes Verhalten zu zeigen- erfordert zunächst Ordnung und Systematik in Vielzahl von Eigenschaftsbegriffen, Situations- und Verhaltensbeschreibungen zu bringen- darauf aufbauend Erklärungsversuche für Zustandekommen der Systematik
- Was sind die Grundgedanken Cattells und der FFM? Cattell- Verhalten vorhersagbar auf Basis der situativ gewichteten Ausprägungen in Temperaments-, Motivations- und Fähigkeitstraits FFM- Verhalten beschreib- und vorhersagbar anhand von 5 stabilen, generellen und universellen Eigenschaftsdimensionen
- Welchen Nutzen haben Cattells Theorie und das FFM in Forschung und Praxis? Cattell- Rahmenmodell für den diagnostischen Prozess (mit versch. Datenarten) FFM- reliable Vorhersage interindividueller Unterschiede- Gewissenhaftigkeit = Prädiktor Berufserfolg- Neurotizismus als Risikofaktor für affektive und Angststörungen
- Welche Kritikpunkte wurden an FFM vorgebracht? Problematik lexikalischer Ansatz Subjektivität Vorgehen Einschränkung Datenbasis Generalität und Anzahl Faktoren Mangel an Theorie und biologischer Basis
- Wie lauten die Grundzüge von Eysencks deskriptiver Theorie? Persönlichkeit hinreichend genau beschreibbar durch 3 stabile, generelle und universelle Eigenschaftsdimensionen Psychotizismus, Extraversion, Neurotizismus (PEN)
- Wie lauten die Grundannahmen von Eysencks Aktivierungstheorie der Persönlichkeit? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für das Leistungshandeln Extravertierter und Introvertierter? Extraversion vermittelt über ARAS-moduliertes Arousal in Antwort auf sensorische und kognitive Stimulation sowie VBS-Erregung Neurotizismus vermittelt über VBS-Stimulierte Activation in Antwort auf emotionale Reize interindividuelle Unterschiede im Grad des Arousals/Activation gehen einher mit spezifischen Unterschieden im Leistungsverhalten
- Was ist Sensation Seeking und welche biopsychologischen Grundlagen nimmt Zuckerman an? Sensation Seeking- Bedürfnis nach neuen, wechselnden, intensiven und komplexen Erregungen mit Bereitschaft, um dieser Erregung Willen, physische, soziale und finanzielle Risiken auf sich zu nehmen TAS, ES, DIS, BC moduliert durch Monoamine (DA, 5-HT, NA)
- Was sind die Annahmen der revidierten Reinforcement Sensitivity Theory von Gray? BAS moduliert Annäherungsverhalten in Antwort auf appetitive Reize FFFS moduliert Vermeidungsverhalten in Antwort auf aversive Reize BIS = Detektor von Verhaltenskonflikten (zB. durch aber nicht nur bei Neuheit)- beeinflusst kognitive Vorgänge (zB. Aufmerksamkeit) und körperliche Prozesse (Erregung) Rolle der Monoamine weniger eindeutig spezifiziert
- Was sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Gray, Zuckerman und Cloninger? deskriptive Teile- analog zu Eysenck 3 Eigenschaftsdimensionen, aber inhaltich nur teilweise identisch explanative Teile- Annahmen zu Hirnsystemen, die Annährung und Vermeidung beeinflussen und in ihrer Aktivität durch die NT DA, NA und 5-HT moduliert werden- exakte Rolle der Monoamine unterschiedlich beschrieben alle 3 wirken nachhaltig in Forschung fort
- Was ist die Konsistenzdebatte? Hartshorne & May (1928)- durchschnittl. Korrelation einzelner Verhaltensweisen in traitspezifischen Situationen gering (r=.23)= geringe transsituative Konsistenz Mischel (1968)- Fazit zur Vorhersagbarkeit von Verhalten anhand von Persönlichkeitsdimensionen- durchschnittl. Korrelation selten höher als r=.30 (Ausnahme Intelligenz)
- Welche Arten von Personen-Situations-Interaktionen lassen sich unterscheiden? reaktive Interaktion proaktive Interaktion evokatione Interaktion manipulative Interaktion
- In welchen anderen Theorien finden sich Konzepte von Mischel? kognitive und behaviorale Konstruktionskompetenzen > Fähigkeiten Kodierstrategien und persönliche Konstrukte > Persönlichkeitseigenschaften i. e. S.; Kellys persönliche Konstrukte VEE und REE > operatens und klassisches Konditionieren subjektive Reizwerte > Bedürfnisse und Motive selbst-regulative Systeme und Pläne > Selbstverstärkung, Selbstwirksamkeit, Ziele
- Was ist Intelligenz? Wie lassen sich Intelligenzleistungen erfassen? Definition- umfasst Problemlösefähigkeiten in verschiedenen, aktuell akzeptierten Bereichen: akademische, praktische, soziale/emotionale und operative Intelligenz sowie Kreativität Erfassung- Tests: va. akademische Intelligenz, sowie Aspekte emotionaler Intelligenz und Kreativität- Arbeitsproben: va. praktische Intelligenz- Rollenspiele/Simulationen: praktische, soziale und emotionale Intelligenz- computergestütze Simulationen: operative Intelligenz
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- Wie lauten die Grundannahmen von Spearman und Thurstone? Wie lassen sich diese Modelle integrieren? Spearman: Intelligenz als einheitliche Fähigkeit Thurstone: Intelligenz als Bündel spezieller Fähigkeiten Integrationsmöglichkeiten- hierarschie Natur von Intelligenzleistungen (Cattell/Carroll)- Thurstones Primärfaktoren auf höherer Abstraktionsebeneeinem bzw. mehreren generellen Faktoren i. S. Spearmans g-Faktor zuordenbar- mehrmodale Natur von Intelligenzleistungen (Guilford/Jäger)- Intelligenzleistungen mehreren Modi (zB. Inhalte vs Operationen) zuordenbar, die Primärfaktoren und in der Summe g-Faktor darstellen
- Welche Arten von Intelligenztests lassen sich unterscheiden? Nenne je ein Bsp. Spezifische Tests- Erfassung bereichsspezifscher Intelligenzleistungen, die für konkrete Fragestellung relevant sindzB. MWT "Markiertests"- Erfassung von INtelligenzleistungen, die hinreichend hoch mit g korrelieren, um als g-Kurztest eingesetzt werden zu könnenzB. ZVT umfassene Intelligenztests- Erfassung mehrerer Intelligenzleistungen, die innerhalb einer Intelligenztheorie postuliert werden und einen oder mehrere Bedeutungsbereiche von Intelligenz exemplarisch abdecken (zB. I-S-T 2000 R, BIS-4, WT-2)