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Sozialwissenschaftliche Grundlagen (Fach) / Steinacker (Lektion)

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  • Wodurch unterscheidet sich Soziale Arbeit von Formen des spontanen, privaten  helfens?  Hilfe seit Beginn der Menschheit  gehört zum Mensch sein dazu  ­ Hilfe ein Strukturmerkmal Sozialer Arbeit  nicht  jede Hilfe Soziale Arbeit 
  • Was sind die (allgemeinen) Kennzeichen Sozialer Arbeit?  Gesellschaftliche Funktion Öffentliche Organisation und Verantwortung  ­ Bereitstellung: Angeboten der Hilfe, Bildung ,personenbezogene soziale Dienstleistungen  ­ professionelles Handeln 
  • Was sind die Kennzeichen professionellen Handelns?  wissenschaftsbasiert  ­ methodisch  ­ innerhalb einer Institution  ­ bezahlt!  ­ übernimmt grundlegende gesellschaftliche Aufgaben 
  • Worin besteht die Funktion bzw. was sind die gesellschaftlichen Aufgaben  Sozialer Arbeit?  Unterstützung von Menschen, die ohne Hilfe in der Gesellschaft scheitern  würden  ­ Schutz derjenigen, die ihre Interessen nicht selbst wahren können  ­ Verhinderung von pädagogischem Einschreiten und Abweichungen von  gesellschaftlichen ,,Normalen”  ­ Erziehung zur Grundordnung und den Werten dieser Gesellschaft  ­ Menschen bereit machen zur Integration in die Arbeitswelt 
  • Wie könnte eine angemessene Definition Sozialer Arbeit lauten? Soziale Arbeit/ Sozialpädagogik hat sich um ​ professionelle​  soziale ​ Hilfen​ , soziale  Dienstleistungen​  und die Initiierung von ​ Bildungsprozessen​  zu kümmern, die der  Staat ​ oder andere ​ öffentliche Institutionen ​ zur allgemeinen sozialen  Lebensbewältigungen sowie zur Gewährung ​ gesellschaftlicher Normalzustände organisiert. 
  • Welche gesellschaftlichen Gruppen galten im Mittelalter als arm?  ­ Witwen, Waisen, ,,Krüppel”, Kranke  ­ Angehörige ,,unehrlicher” Berufe: Prostituierte, Totengräber  ­ Selbstständige Handwerker Lohnabhängige Beschäftigte im Textilsektor, Bauhandwerk und  Agrarsektor 
  • Was ist mit den Begriffen absolute und relative bzw. primäre und sekundäre  Armut gemeint?  Von primärer/absoluter Armut ist die rede, wenn die Existenz unmittelbar bedroht  war  ­ Von sekundärer/relativer Armut ist die rede, wenn man (dauerhaft oder  zeitweise) unter den Standards der eigenen Klasse und Normen lebte   
  • Durch welche Grundüberlegungen zeichnete sich die Almosenlehre des Thomas  von Aquin aus?  Leibliche Almosen:  den Hungrigen speisen  den Durstigen tränken  ­ den Nackten bekleiden  ­ den Fremden aufnehmen  ­ den Kranken besuchen  den Gefangenen loskaufen  ­ den Toten begraben Geistige Almosen:  den Unwissenden lehren  ­ den Zweifelnden beraten  ­ den Traurigen trösten  ­ den Sünder bessern  ­ dem Beleidiger nachlassen  ­ die Lästigen ertragen  ­ für alle beten 
  • Durch welche Grundüberlegungen zeichnete sich das Verständnis von Armut und  Armenpflege von Juan Vives aus?  Armut  ­ Armut als mehrdimensionales (politisches, sozialhygienisches und  pädagogisches)  Problem mit gesellschaftlichen Folgewirkungen  ­ öffentliches Problem: Staat hat die Aufgabe, sich ­ im eigenen Interesse ­  um dieses Problem zu kümmern  ­ Problem, das mit öffentlichen Interventionen bearbeitet werden kann  Armenpflege  ­ soll die Armen systematisch erfassen, kategorisieren und kontrollieren  ­ Unterstützung richtet sich nach dem Bedarf im Einzelfall  ­ Arme unterliegen der Arbeitspflicht, Unterstützung NICHT voraussetzungslos 
  • Durch welche 4 Prozesse ist der Übergang vom mittelalterlichen  Almosenwesen zur (früh)neuzeitlichen Armenfürsorge gekennzeichnet?  Zunehmende Auflösung ländlicher Produktionsgemeinschaften  ­ Bevölkerungswachstum bei gleichzeitiger Verschlechterung der  Lebensbedingungen  ­ Zunahme von Bettelei und Überforderung der städtischen Armenpflege  ­ Veränderung im (christlichen) Weltbild 
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  • In welchen Formen Findet sich das (mittelalterliche) Almosenwesen auch in  heutigen Sozialstaaten?  Kommunalisierung  Rationalisierung  ­ Bürokratesierung  ­ Pädagogisierung 
  • Warum wahren auch lohnabhängig Beschäftigte im 17./18. Jh. armutsgefährdet?  durch Verschlechterung der Ernährungs­ und Lebenslagen durch  Preissteigerungen und stagnierende Löhne 
  • Durch welche (zwei) Strategien ist der Umgang mit Armut im Absolutismus  gekennzeichnet?  Armenpflege:  ­ Versorgung und Unterstützung  ­ Unterscheidung von würdigen und unwürdigen Armen  Kontrolle/Überprüfung und Verteilung durch besoldete Armenpfeger  Bettelrepression  ­ Bettelei und Almosen durchgängig Verboten!  ­ Abschieben von Bettlern  ­ Aufstellung von Diebes/Gaunerlisten zur Erfassung der nicht­seßhaften  Armutspopulation 
  • Welche Personen(­gruppen) wurden in den Zucht­ und Arbeitshäusern  untergebracht? Was haben sie gemeinsam?  Arbeitsscheue und Bettler  ­ verurteilte Verbrecher/Kriminelle  ­ Gebrechliche/Alte  ­ Waisenkinder, Witwen  ­ Psychisch Kranke  ­ Prostituierte  ­ unbotmäßiges Gesinde  ­ ungehorsame Kinder und Jugendliche alle wurden von der Gesellschaft als minderwertig angesehen
  • Welche Aufgaben wurden in den Zucht­ und Arbeitshäusern wahrgenommen?  Stationäre Armenpflege  ­ Erziehung zu bürgerlichen Normen Bettelbekämpfung  ­ Strafvollzug  ­ P Produktion/ Nutzung der Arbeitskräfte 
  • In wie weit erfüllten die Zucht­ und Arbeitshäuser 5 generalpräventive Aufgaben?  Sie erfüllten Aufgaben durch fünf Strukturprinzipien  Arbeit  ­  Gestaltung des Raums/Architektur  ­  Reglementierung der Zeit  ­  Sanktionen  ­  Gebet und Unterweisung