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Wirtschaftsethik_WS16 (Fach) / Klausurvorbereitung (Lektion)
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- Berthold Leibinger, Aufsichtsratsvorsitzender der Fa. Trumpf zur Wirtschaftsethik Wirtschaftliches Handeln ist die Grundlage der dt. Gesellschaftsordnung; Spielregeln; "Gesetzen des Marktes"; "weder moralisch noch moralisch ansprechbar oder bewertbar". Es bedarf eines Regulativs, einer moralisch-ethischen Grundkomponente. "Weltethos des Kaufmannslebens", auch Robert Bosch praktiziert, sozial- und wertorientiert. Wirtschatsethik wird immer mehr als Erfolgs- und Wohlfühlfaktor anerkannt. Das Bemühen um Nachhaltigkeit sowohl im sozialen wie im Umweltbereich zahlt sich auf Dauer aus.
- Wirtschaftsethik als Schlüsselkompetenz - zwei wissenschaftliche Perspektiven zwei Wissensperspektiven: - A. Verfügungswissen, - B. Orientierungswissen
- Orientierungswissen ist ein regulatives Wissen, ein Wissen um Ziele und Maximen. ist das, von dem man sagt, dass es in dieser Welt zunehmen fehlt.
- Verfügungswissen konstituiert in wesentlichen Aspekten die moderne Welt, nämlich in Form von rationalen, technischen Kulturen. Löst vielfältige Probleme; beantwortet Fragen nach dem, was wir tun können, aber nicht Fragen nach dem, was wir tun sollen. Also muss zum positiven Wissen ein handlungsorientiertes Wissen, eben ein Orientierungswissen hinzutreten, sonst Orientierungsdefizite. Also gehört auch beides, Verfügungswissen unde Orientierungswissen im Grunde zusammen.
- Küng - "Anständig wirtschaften" übt Kritik am Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit, einer der herausragenden, kritisch-streitbaren katholischen Theologen der Zeitgeschichte
- Drei Bedeutungen von ANSTÄNDIG (Küng) 1. Als umgangssprachliches Synonym für "kräftig, beträchtlich, stark" 2. Vom äußeren Anstand oder Umgang her verstanden als "zufriedenstellend, durchaus genügend, ordentlich" - "Dieser Geschäftsmann hat stets anständige Arbeit geleistet." - Anständiges Wirtschaften meint hier ein korrektes, solides, legales wirtschaftliches Handeln 3. Vom inneren anstand oder Charakter her verstanden meint es sittlich einwandfrei, rechtschaffen, honorig, redlich - Anständiges Wirtschaften meint dann nicht nur ein äußerlich korrektes, im Rahmen der Gesetze sich bewegendes Benehmen, sondern ein von innerer sittlicher Grundhaltung getragenes ethisches Verhalten, das rechtlich nicht erzwingbar und doch geschuldet ist.
- Bild mit Geldscheinen "Auf gute Zusammenarbeit" - eigene Gedanken - was heißt Wirschaftsethik? - wie beurteile ich wirtschaftsethische Überlegungen? -> Reader S.2 -> Reader S.2
- Daniel Dietzfelbinger mit der Frage: „Warum gerade heute Wirtschaftsethik“ (S. 25f – Reader, S. 3)? Aspekte, auf die Daniel Dietzfelbinger verweist:•Abzocker-Mentalität•Bestechung / Korruption•Geschäftsbetrug•Ellenbogengesellschaft•Rolle der Unternehmen•Folgen technischer Innovation•Globalisierung des Marktes•Individualisierung•Kommunikationsgesellschaft•Kulturvermischung•Leitfunktion der Wirtschaft•Lobbyismus•Medienkontrolle •Moralverlust•Mobbing•Neue Arbeitsorganisation•Neue Armut•Öffentliche Beobachtung•Ökonomisierung der Arbeitswelt•Orientierungslosigkeit•Rigorose Gesellschaft•Soziale Ungerechtigkeit (Managergehälter!)•Corporate Citizenship•Strukturverlust•Umweltprobleme•Unbeabsichtigte Wirkungen •Unlauteres Geschäftsgebaren•Unternehmenskultur•Unternehmensphilosophie•Verantwortung•Vorbildfunktion•Wertewandel•Wertschöpfung•Ziellosigkeit•Zweidrittelgesellschaft•Kinderarbeit•Nachhaltiges Wirtschaften…
- Zwei Positionen, die Wirtschaftsethik für Ökonomie ablehnen. Ihre Gründe? Ihre Gründe?
- Es gibt auch die andere Seite, die fragt, ob WE überhaupt möglich ist Drei Beispiele, die größte Vorsicht angeraten sein lassen:1.Seit Jahrzehnten fordern Bauern gerechte Milchpreise. Obwohl sie jeden Morgen und Abend im Stall stehen, stellen sie sich trotzdem schlechter als die, die ihre Landwirtschaft aufgeben und in die Fabrik gehen2.Unternehmen, die aus ethischen Überlegungen leistungsschwache Mitarbeiter/innen weiterhin beschäftigen, kommen schnell in wirtschaftliche Schwierigkeiten3.Es ist bekannt, wie schädlich der verbilligte Verkauf von landwirtschaftlichen EU-Produkten in Dritt-Welt-Länder ist. Die dort heimische Produktion wird unrentabel
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- Die, die ethische Überlegungen für die Ökonomie ablehnen, lassen sich in 2 Gruppen einteilen: (1) die sogenannte „empirische“ Ökonomik:-Das Wirtschaftsgeschehen und der Markt lassen ethische Grundsätze (meistens) nicht zu, auf alle Fälle nicht langfristig.-Da die Erfahrung, also die Empirie, die Ethik ausschließen, kann man von einer empirischen Ökonomik sprechen.Peter Ulrich hat diesen Ökonomismus mit 3 Punkten charakterisiert:1.Die ökonomische Rationalität verselbständigt sich2.Das Kosten/Nutzen-Denkens verabsolutiert sich3.Die Logik des Marktes wird überhöht. •(2) die sogenannte „normative“ Ökonomik:-Sie besagt: Seit es eine freie Marktwirtschaft gibt (z. B. Wegfall der Zunft- und Zollordnungen), ist Ethik überflüssig geworden.-Die Steuerungsfunktionen, die die Ethik hatte, übernimmt effektiver der Markt.-Ethik ist schädlich, siehe die Beispiele aus der EU-Agrarpolitik.-Man spricht hier von „normativer Ökonomik“. Ökonomische Prozesse – vor allem das Marktgeschehen - sind die beste Norm.30
- Fallbeispiel „Anton Agil“ Musterlösung im Reader, S. 4-9 Herrn Anton Agil, einem relativ jungen Mitarbeiter des multinationalen Konzerns Action AG, wird eine Führungsposition in der wirtschaftlich schwächelnden Tochter „Angeschlagen AG“ angeboten. Allerdings wird Herrn Agil die Auflage erteilt, bei Übernahme der Tochter 30 Mitarbeitende zu entlassen, um „Angeschlagen AG“ zu retten. Herr Agil weigert sich allerdings, da er erkennt, dass die Fehler nicht bei den Mitarbeitenden, sondern beim Management der Muttergesellschaft liegen. Herr Agil will seiner Beförderung nur zustimmen, wenn die beschlossenen Entlassungen der altgedienten Mitarbeitenden zurückgenommen werden.-> Was tun?
- Ein Fallbeispiel: „Der Fall Anton Agil“: Was tun? 1.In welcher Dilemmasituation befindet sich Herr Agil?2.Welche Handlungsalternativen hat er?3.Welche Werte geraten bei ihm in Konflikt?4.Welchen Wert hat die Konzernleitung?5.Unter welchen Kriterien vollzieht Herr Agil eine Güterabwägung?6.Welche Rolle spielen hier die Begriffe/Themen Verantwortung, Wett-bewerb, Konkurrenz, Gewinnmaximierung, Interessenkonflikt, Unter-nehmensethik? Welchen Rat würden Sie Herrn Agil geben? [Reader, S. 4-9]
- Was ist Wirtschaftsethik? „Wirtschaftsethik umfasst die Kombination von Wirtschaft und Management mit ethischen Themen. Jedes Wirtschaftsunternehmen kommt in Kontakt mit seiner sozialen, kulturellen und politischen Umwelt. In diesem Rahmen müssen Unternehmen sich positionieren und Stellung nehmen zu ethischen Themen wie z.B. Religion, Randgruppen oder dem sozialen Klima innerhalb des Unternehmens.“ •Der Begriff hat sich für die Behandlung ethischer Fragen der Ökonomie durchgesetzt.•Die ethische Reflexion ökonomischer Fragen reicht von ARISTOTELES über das Zinsverbot bei THOMAS VON AQUIN und MARTIN LUTHER bis zu ADAM SMITHS Konzeption der Wohlfahrt.•Auch die nicht primär ethisch motivierte Kapitalismuskritik von KARL MARX kann dieser Vorgeschichte der WE zugerechnet werden.•Mit MAX WEBER beginnt im eigentlichen Sinne die WE.•„Der Terminus stammt […] aus der Tradition der katholischen Sozialethik.“ •Zuerst verwendet wird er offenbar 1907 von I. SEIPEL.•Bei Max WEBER findet er sich erstmals 1916; später fügt er ihn auch in Neuauflagen der Protestantischen Ethik ein.•Webers Werk arbeitet vor allem die Beziehungen zwischen religiösen Überzeugungen in einer Gesellschaft (dem Wirtschaftsethos) und ihrer Leistungskraft heraus.•Insbesondere sieht er das calvinistische Ethos als einen unter mehreren für den Aufstieg Europas verantwortlichen Faktoren an. Indem er die Interdependenz von Moral und Wirtschaft betont, leistet Weber einen wegweisenden Beitrag vor allem zur deskriptiven Seite der WE.
- Wirtschaftsethik: drei ethische Bezugsebenen Auf der Makroebene: die WirtschaftsethikAuf der Mesoebene: die UnternehmensethikAuf der Mikroebene: die Managementethik
- Nach Wolfgang Huber müssen sich wirtschaftsethische Überlegungen auf vier Ebenen zugleich beziehen: 1Politische Ebene2Ebene der Unternehmen / oder anderer Organisationen3Ebene gesellschaftlicher Mentalitäten und sozikultureller Orientierungen4Ebene des Einzelnen.
- Wirtschaftsethik als anthropologische Notwendigkeit Und dennoch: Muss man nicht so argumentieren (?): Handeln ohne Handlungsmaxime ist unmöglich Da auch in der Wirtschaft immer gehandelt wird, findet immer eine zumindest implizite Parteinahme zugunsten oder gegen bestimme Werte statt Eine ethische Neutralität gibt es nicht Wenn Ethik Wertgrundsätze liefert, wonach sich alles Handeln orientiert, kann sie nicht einfach so nebenher betrieben werden Ethik geschieht auch nicht von selber, sondern ist ein bewusster Prozess Die „unsichtbare Hand“ (Adam Smith) mag zwar in der Wirtschaft wirken, allerdings ist das Resultat dieses Wirkens mindestens umstritten Eine ethische Beurteilung findet nie von selber durch den Markt statt, denn: Sie wird von Menschen gemacht und ist deshalb häufig kontrovers … Wirtschaftsethik - eine idealistische Schwärmerei oder nicht vielmehr eine anthropologische Notwendigkeit???
- Was ist Wirtschaftsethik (Mikroebene)? Managementethik„Drei Problemkreise sind es, die im Zusammenhang von Ethik und Unternehmensführung eine herausragende Rolle spielen:- Zum ersten: viele Manager sehen sich einem Dilemma zwischen unternehmerischem Auftrag und moralischem Handeln ausgesetzt (sollen zwar jederzeit das Überleben des Unternehmens garantieren und Dividende für ihre Anteilseigner erwirtschaften; andererseits wird seitens der Öffentlichkeit die Moral unternehmerischer Aktivitäten immer kritischer hinterfragt). - Zweitens: aus der Führungsposition ergibt sich zwangsläufig eine interne Verantwortung für die einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter + externe Verantwortung für Folgeschäden unternehmerischen Handelns - Drittens: Forderung, wonach Unternehmen bei der Fortschreibung und der gesetzlichen Verankerung moralischer Normen in besonderer Weise verpflichtet seien. Selbstbeschränkung rangiere vor staatlicher Kontrolle.“
- Moral? •Abzuleiten von Lat.: mos, mores - die Sitte, Gebrauch, Charakter)•Moral ist die Summe der tatsächlich geltenden Normen und Regeln in einer Gesellschaft•Moral ist das, wozu ich mich als Handelnder entscheide in Übereinstimmung mit der umgebenden Sitte/Moral – evtl. auch gegen sie •Moral beinhaltet somit den normativen oder wer-tebezogenen Grundrahmen für das Verhalten des oder der Einzelnen vor, zu und gegenüber den Mitmenschen.•Im Unterschied etwa zum Recht ist die Moral zu begreifen als eine geschichtlich gewachsene Lebensform; sie wird nicht vorgegeben (wie z. B. die Setzung des Rechtes durch den Staat), noch ist sie in jedem Fall mit Sanktionen (Strafen) verbunden.
- Ethik (Recht)? kann abgeleitet werden vom griech. Wort »ethos« = Gewohnheit, Sitte, Gebrauchkann abgeleitet werden vom griech. Wort »äthos« = Charakter, Grundhaltung der TugendWissenschaftliche Reflexion sittlicher Fragen und morali-scher EntscheidungenEthik hat Sitte und Moral zum Gegenstand •Ethos bezieht sich auf die moralische Grundhaltung des MenschenoEin Mensch, der eine bestimmte Form von moralisch anerkannten Regeln und Maßgaben für sich beansprucht und nach ihnen lebt, hat ein Ethos.oDieses setzt beim Menschen die Fähigkeit voraus, über sein eigenes Handeln nachdenken zu können, also moralisch entscheidungsbefugt zu sein.•Ethos kann, wie Werte, sittliches Empfinden, Haltungen etc. dem Einfluss von Kultur und Erziehung unterliegen und ist demnach entsprechend wandelbar.
- In welchem Verhältnis stehen Ethik und Recht? •Recht ist institutionalisierte Ethik. Ihre Normen gehen ein in spezifische Vorschriften und Regeln.•Zur Übereinstimmung und Divergenz von Ethik und Recht:Es gibt ethische Normen, die nicht in Gesetzen abgebildet sind (z.B. Untreue ggü dem Partner); andererseits gibt es Gesetze, die Dinge regeln, welche kein ethisches Thema sind (z.B. Ausweispflicht…)Bereich des Rechts: Gesetze, Richtlinien, Reglementierung, direkte SanktionierbarkeitBereich der Ethik: Moral, Normen, Werte, Freiwilligkeit, Code of Ethics, indirekte Sanktionierbarkeit…
- Ist der Mensch frei? „Im Unterschied zu anderen Wesen, lebenden oder unbeseelten, können wir Menschen zum Teil selbst ausdenken und wählen, wie wir leben wollen. Wir können uns für das entscheiden, was uns gut scheint, d.h. passend für uns, und gegen das, was uns schlecht und unpassend erscheint. Und weil wir denken und wählen können, können wir uns irren, was den Bibern, Bienen und Termiten normalerweise nicht passiert. Also scheint es vernünftig, gut darauf achtzugeben, was wir tun, und zu versuchen, uns ein gewisses Lebenswissen anzueignen, das es uns ermöglicht, richtig zu handeln. Dieses Lebenswissen, oder diese Kunst zu leben, […] nennt man Ethik.“ Fernando Savater, spanischer Philosoph,Ethik, S. 30. Ist der Mensch frei, so …… besteht die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen alternativen Möglichkeiten auswählen zu können ...…bestehen in der Freiheit auch immer gewisse Konsequenzen. Es kann gewählt werden, dann muss aber auch die damit einhergehende Wirkung akzeptiert werden…… gilt der Grundsatz: „Was gesät wird, wird auch geerntet …“… stellt sich die Frage nach dem Freiheitsgrad …
- Kant? Maxime? ... Seine moralische Maxime lautete (vereinfacht):„Handle so, dass die Maxime deines Handelns stets verallgemeinert werden kann … „
- Was ist eine Maxime? •Ein oberster Handlungsgrundsatz, dessen Erfüllung unbedingt notwendig (kategorisch) oder an bestimmte Bedingungen gebunden (hypothetisch) ist.•Maximen kann man als Normen in potenzierter Weise betrachten. Auch sie können einem historischen Wandlungsprozess unterliegen.
- KATEGORISCHER IMPERATIV »Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde.«•Er fordert zu Handlungen auf, die als solche für sich selbst - als unabhängige Handlung - gut sind.•Zugleich verlangt er die Verallgemeinerbarkeit des Handelns.•Der Mensch soll also nur so handeln, wie es wünschenswert ist, dass alle Menschen so handeln.•Maßstab ist allein das Gewissen.
- Einteilung der Philosophie nach Kant: „Das Feld der Philosophie lässt sich auf folgende Fragen bringen: 1.Was kann ich wissen? ► (Metaphysik)2.Was soll ich tun? ► (Moral)3.Was darf ich hoffen? ► (Religion)4.Was ist der Mensch?“ ► (Anthropologie) •Heute zählen wir die Religion nicht zu den philosophischen Disziplinen•Ferner würden wir für die anderen Zuordnungen folgende Begriffe wählen:Statt Metaphysik zum Beispiel Logik, Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie als Bereiche der theoretischen VernunftStatt Moral: Ethik als Bereich der praktischen Vernunft Es bleibt aber richtig, dass der Mensch im Zentrum aller philosophischen Betrachtung steht
- Was ist eine Norm? Vgl. Reader, S. 13-14. Was ist eine Norm?•Abgeleitet von lateinisch norma: ursprünglich ‚Winkelmaß‘, aber auch ‚Richtschnur‘, ‚Maßstab‘, ‚Regel‘, ‚Vorschrift‘•Normen sind einzelne oberste Grundsätze, Forderungen und (Verhaltens-)Regeln, die in einer mehr oder minder großen Gruppe gelten bzw. von ihr befolgt werden•In größeren Zeiträumen können sich Normen wandeln•Man unterscheidet zwischen Primärnormen, Se-kundärnormen und Tertiärnormen … •Der Begriff sagt nichts darüber aus, wie eine Gruppe ihre Normen begründet: religiös, biologisch, weltanschaulich, politisch …•Beispiele für geltende Normen:- Du sollst die Wahrheit sagen!- Du sollst nicht stehlen!- Du sollst nicht morden!- Du sollst Bekannte grüßen!- No Racism!- (leider auch das:) Man soll Angehörige einer anderen Rasse oder Nation verachten!- Man darf sich nicht in einen Andersfarbigen verlieben!
- Was sind Werte? •»Güter«, die materiell oder ideell sein können.•Sie haben für bestimmte Menschen einen inneren Wert, an ihnen „hängt ihr Herz“.• Bewusste / unbewusste Orientierungsstandards / Leitvorstellungen, von denen sich Individuen / Gruppen bei ihrer Handlungswahl leiten lassen.•Das moralische Bewusstsein eines Menschen wird auf Werte zurückgeführt, die unmittelbar überzeugen.•Man spricht in diesem Zusammenhang von moralischen Axiomen, die nicht mehr diskutiert und begründet werden.
- Was sind Werte? •Es lassen sich drei verschiedene „Güter“ unterscheiden: -materielle GüterNahrung, Geld, Kleidung, Wohnung …-Wettbewerbsgüter,Positionen, die jeweils nur einer oder nur wenige haben könnenOlympiasieger, Bundeskanzler, Direktor, Weltmeister-Ideelle Güter, deren Besitz die Möglichkeit gleichen Genusses für die anderen nicht verringertFreude, Liebe, Gesundheit, Kreativität, Selbstwert-gefühl, Geselligkeit, Freiheit, Gemeinschaft, Vater-landsliebe …
- Verhältnis von Wert und Norm? Wert Leben -> bedingt -> Norm Du sollst nicht töten -> Schützt -> Wert Leben •Wert: Das Leben eines Menschen.•Norm: Du sollst nicht töten!•Ohne Wert gäbe es keine Norm, er ruft erst eine mögliche Norm hervor:Der Wert bedingt die NormDie Norm: Schützt den Wert
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- Zwei Bedeutungen von Sein: o für alles, was ist ... o für das Unbedingte, also die Transzendenz (Gott) SEIN:•Ein Grundbegriff der Metaphysik [Lehre vom Ganzen]•Alles, was ist, hat ein Dasein, man spricht hier von Sein oder genauer: von „Seiendem“: Dinge, Zahlen, Gefühle, Ereignisse, Phantasien… Eben alles, was nicht „nicht ist“.•»Sein« kann zuweilen eine spezifische Bedeutung haben, nämlich bezogen auf das „höchste Seiende“, das Transzendente, Gott•Dann gilt: »Sein« ist das das Unbedingte, das als Bedingung für das Vorhandensein des Seienden gedacht wird.
- Sein und Sollen Ethische Streitfrage:•Lässt sich aus einem Sein (z.B. der deskriptiven Darstellung eines schlimmen Zustandes) ein Sollen / eine Pflicht zu helfen ableiten?Das Humesche Gesetz spricht von einer Sein-Sollens-Dicho-tomie. Gemeint ist:Von einer Menge rein deskriptiver Aussagen kann nicht ohne weiteres auf normative / präskriptive Aussagen logisch geschlos-sen werden.Denn: das Bewusstsein unterteilt sich in Vernunft und Wille, und von Vernunft (Realitätswahrnehmung) kann nicht zwangsläufig auf den Willen (die Erfüllung von Dingen / Zuständen) geschlossen werden. [Sichtweise neuerdings bestritten durch Eilert Herms, Uni Tübingen]
- verschiedene Perspektiven von Gerechtigkeit Was heißt Gerechtigkeit?Geht es um die Verteilung von Gütern und Chancen, kommt dieser Begriff ins Spiel [hohe Bedeutung im Bereich der Ökonomie]Ob Kundin, Konsument, Betriebsangestellter, Führungskraft, Bürger, Politiker, als Privatperson oder Freizeitmensch – jeder wird von seinem Sinn für Gerechtigkeit beeinflusst, gesteuert, getrieben …»Gerechtigkeit« als Thema war in den Denktraditionen der Menschheit stets gegenwärtigInteressant ist der Zusammenhang zwischen Gerechtigkeit und Gleichheit, Leistung, Status, Chancen und Bedürfnissen …
- Was heißt Statusgerechtigkeit? Beheimatet in aristokratischer GesellschaftenAnsatz: für soziale Statusgruppen gibt es unterschiedliche Rechte - jeweils andere Gerechtigkeitsverhältnisse galten etwa für Sklaven und Freie, für Herren und Knechte, für Bürger und Adelige.Heute: vergleichbare Unterschiede etwa zwischen Topmanagern und geringfügig Beschäftigten oder zwischen Menschen in westlichen Industrienationen und in den armen Ländern dieser Welt.Das Problem ist, dass nicht alle Menschen einer Gesellschaft nach denselben Gerechtigkeitsprinzipien behandelt werden.
- Was heißt Leistungsgerechtigkeit? Jeder erhält nach seinen Leistungen gesellschaftliche VorteileIndem zum Beispiel durch Lohnzahlung oder Gewinnausschüttung Vorteile gewährt werden, realisiert sich eine Tauschgerechtigkeit.Gerechtigkeitsverständnis der Marktwirtschaft.Dieser Gedanke enthält ein großes Motivationspotenzial, Leistung zu zeigen.Wie man zu den Leistungen kommt und ob man für sie tatsächlich allein verantwortlich ist, das wird oft nicht erwogen.In der ökonomischen Neoklassik und im politischen Liberalis-mus zielt dieses Gerechtigkeitsverständnis auf die Leistungs-fähigkeit des Einzelnen und auf minimale staatliche Eingriffe.
- Was heißt Bedürfnisgerechtigkeit? Man bekommt, was er zum Leben benötigt.Prinzip der soziale Marktwirtschaft mit ihren Ausgleichsfunktionen / des Sozialstaates.Zugrunde liegt dem das mütterliche Prinzip der Fürsorge.oSo empfinden wir es als gerecht, dass Kinder bis zu einem be-stimmten Alter alles nach ihren Bedürfnissen Notwendige erhalten, ohne dass sie etwas dazu tun können.Hier stellt sich die Frage nach der Eigenverantwortung und dem Abhängigwerden der Bedürftigen.Als „vorrangige Option für die Armen" findet sich eine ähnliche Gerechtigkeitsvorstellung mit dem Ziel einer gesellschaftlichen Integration Benachteiligter in der jüdisch-christlichen Tradition.
- Gerechtigkeit als Gleichheit? Man geht davon aus, dass die Menschen als gleichberechtigte Bürger bzw. als gleichwertige Geschöpfe Gottes geboren werden und dass jeder ohne Ansehen seiner Person, Religion, Herkunft gleiche Chancen haben soll.Wo Chancen und Güter ungerecht verteilt sind, soll ein Aus-gleich vorgenommen werden. Und in der Tat macht es Sinn, Menschen - seien sie nun Arbeitnehmer, Kunden oder Privatpersonen - als Gleiche unter Gleichen zu behandeln.Auf diesem Prinzip der gleichen Rechte basiert die Demokratie.Problemanzeige: dass manche Ungleichheit sinnvoll sein kann, z.B. bei den biologischen Geschlechterrollen, und Bewertungsmaß-stäbe für Gleichheit schwierig zu finden sind.
- Gerechtigkeit als Fairness – John Rawls er versucht den Gleichheitsgrundsatz mit der Leistungsmotivation zu verbinden•Prinzip der Fairness:Handle so, dass alle Betroffenen sowohl an den Vorteilen wie an den Lasten gleichermaßen beteiligt sind.Diese Regel bedeutet, allen Gruppen die gleichen Rechte und Chancen zu gewähren.
- Gerechtigkeit als Fairness – John Rawls Gedankenexperiment Sein Gedankenexperiment, um dieses Prinzip durchzusetzen:Er schlägt vor, dass diejenigen, die Regeln und Normen für eine Gesellschaft aufstellen, nicht wissen, welche Rolle sie später in diesem Gemeinwesen einnehmen werden. Diese Haltung ist eine Grundbedingung jeder Politik und müsste auch zum Leitprinzip unter den Nationen werden.
- Gerechtigkeit als Fairness – John Rawls Seine zwei Grundsätze Seine zwei Grundsätze lauten:1.Gleiche Freiheit für alle2.Soziale und wirtschaftliche Ungleichheiten sind nur dann gerecht, wenn sich daraus Vorteile für die am wenigsten Begünstigten ergeben.Kritische Anfrage:Ist das möglich: Gleiche Freiheit und Gerechtigkeit für alle? Ist das nicht eine Annahme, die sich orientiert am zeitgebundenen Leitgedanken westlicher Demokratien? Vgl. Sie zum Gerechtigkeitsbegriff: Reader S. 15-16 sowie Huber, S. 78-84.
- zwei verschiedene Ethik-Sichtweisen: o beschreibend o normativ = wertend Es gibt zwei »Sichtweisen« von EthikA. Deskriptive EthikB. Normative EthikZu A: Wie schon das Wort „deskriptiv“ sagt, beschreibt, systematisiert und erklärt sie verschiedene Normensystem in verschiedenen Gesellschaften, ohne sie zu bewerten. Sie ist methodisch gehalten, offene und besonders auch versteckte normative Urteile zu vermeiden.Zu B: Normative Ethik nimmt dagegen wertend Stellung!
- Deskriptive Ethik A. Deskriptive Ethik:(1) Wenn ein Ethnologe das System der Sitten eines Indianerstamms im Amazonasgebiet erklärt.(2) Eine historische Untersuchung erklärt die moralischen Sitten im Römischen Reich.
- Normative Ethik Wenn ATTAC (globalisierungskritische Organisation) die augenblickliche Weltwirtschaftsordnung als ungerecht bezeichnet, trifft sie ein Urteil im Rahmen der normativen Ethik. Die Ethik analysiert menschliches Handeln unter der Perspektive von gut und böse bzw. von moralisch richtig und moralisch falsch.Diese Perspektive auf menschliches Handeln unterscheidet sich zum Beispiel von der psychologischen, gruppendyna-mischen oder historischen Perspektive.Normative Ethik fragt im Blick auf Wirtschaftsethik zum Beispiel: „Ist die Marktwirtschaft bzw. unter welchen Bedingungen ist die Marktwirtschaft gut, moralisch richtig oder gar moralisch geboten?“
- Deontologische Ethik (Pflichtenethik) Bsp. Kant (Reader Seiten 17-19) Kant als Deontologe bringt ein berühmtes Beispiel:•Was tun, wenn Sie ein Mörder nach dem Aufenthaltsort seines Feindes fragt und Sie den Ort kennen? Dürfen Sie lügen, um ihn zu retten?•Kant schrieb über diese Problematik 1797 einen Aufsatz mit dem Titel: „Über ein vermeintes Recht aus Menschenliebe zu lügen.“•Kant ist der Meinung:„dass die Lüge gegen einen Mörder, der uns fragte, ob unser von ihm verfolgter Freund sich nicht in unser Haus geflüchtet, ein Verbrechen sein würde.“ „Wer also lügt, so gutmütig er dabei auch gesinnt sein mag, muß die Folgen davon, selbst vor dem bürgerlichen Gerichtshofe, verantworten und dafür büßen: so unvorhergesehen sie auch immer sein mögen; weil Wahrhaftigkeit eine Pflicht ist, die als die Basis aller auf Vertrag zu gründenden Pflichten angesehen werden muß, deren Gesetz, wenn man ihr auch nur die geringste Ausnahme einräumt, schwankend und unnütz gemacht wird. Es ist also ein heiliges, unbedingt gebietendes, durch keine Konvenienz einzuschränkendes Vernunftgebot: in allen Erklärungen wahrhaft (ehrlich) zu sein.“ Inwiefern hat der Kategorische Imperativ nicht nur mit Pflicht, sondern auch mit Glück zu tun?Was unterscheidet den Kat. Imperativ vom hypothetischen?Weshalb gibt es nur einen Kategorischen Imperativ?
- Konsequentialistische Ethik: Utilitarismus. Zwei bedeutende Vertreter: Bentham und Mill Konsequentialistische Ethik:•Es sind die Konsequenzen von Handlungen, die die Handlung als gut oder böse qualifizieren.•Beispiel: Eine Handlung, die die Milderung von Armut und Arbeitslosigkeit zur Folge hat, wird als gut eingestuft.•Grundgedanke konsequentialistischer Ethik: „Der Zweck heiligt die Mittel.“•Es geht also um das Abwägen von Vor- und Nachteilen von Handlungen•(das, was eine deontologische Handlung ablehnt…)
- Konsequentialistische Ethik. Reader S. 20-22. Jeremy Bentham und John Stuart Mill - Inwiefern unterscheiden sich beide Utilitaristen? - Wie könnten sich Deontologie und Konsequentialismus zusammendenken lassen? •Sie wägt ab zwischen- dem Zweck- den Mitteln- den außer dem Zweck eintretenden Folgen- den unerwünschten Nebenwirkungen- Den langfristigen und weitreichenden sozialen Folgen, zum Beispiel Klimaveränderungen, Inflation …•Die prominenteste Variante dieses ethischen Ansatzes ist der Utilitarismus:•Gut = jene Handlung, die das größtmögliche Glück für die größtmögliche Zahl von Menschen erreicht.
- Bio-Bauer Bernd und seine Birnen: Alltagsbeispiel für ein utilitaristisches Kalkül Ein praktisches Beispiel: Bio-Bauer Bernd und die Birnen Lesen Sie S. 23 im Reader.Führen Sie die Berechnung eines utilitaristischen Kalküls durch.Geben Sie für die höchste Freude / das höchste Glück 5 GLE.Geben Sie für das tiefste Leid / schlimmste Unglück – GLE.Legen Sie die Höhe der GLE nach Ihrem subjektiven Empfinden fest. Ihre Werte tragen Sie bitte auf S. 24 des Readers ein. Zu welchem Ergebnis kommen Sie? Kritisch gesehen werden muss die Subjektivität; Freude und Schmerz beruhen auf der subjektiven Einschätzung der untersuchenden PersonenKönnen alle Vorteile, zum Beispiel eines guten wirtschaftlichen Vertrages gemessen werden? Messbarkeit der materiellen / immaterielle Vorteile?oWie lassen sich Krankheit, Gesundheit, Überstunden Kinderarbeit bewerten?Wie ist es mit der Verteilung der Nützlichkeit? Was ist mit denen, „die hinten runter fallen“ (Minoritäten)?
- Das Verbindende im Ansatz von Homann und Wieland •Wieland vertritt eine monistische Position der Wirtschaftsethik [=WE]•Das verbindet seine Position mit der des wohl bedeutendsten Wirtschaftsethikers Karl Homann•Monistische Positionen gehen von der prinzipiellen Vereinbarkeit von Ethik und Ökonomie, von Moral und Eigeninteresse aus
- Monistische Positionen Monistische Positionen gehen von der prinzipiellen Vereinbarkeit von Ethik und Ökonomie, von Moral und Eigeninteresse aus.
- Moralische Güter •Wieland verzichtet weitgehend auf den ethischen Begrün-dungsdiskurs.•Seine Konzeption von Wirtschaftsethik: als Management-Theorie aufgebaut.•Er hebt die Bedeutung von Moral als Ressource für Unternehmen hervor:Moralisches Handeln im Unternehmen „produziert“ moralischer Güter, die für unterschiedliche betriebliche Aspekte von Bedeutung sind.