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Corporate Governance (Fach) / Lektion 04 (Interne CG-Mechanismen) (Lektion)

CG

Diese Lektion wurde von Dennis1602 erstellt.

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  • Allgemeine Vorbemerkungen - laut Studie ist die Interne Überwachung vielfach unwirksam, mangelnde Kontrolle durch Aufsichtsräte, Chef des Aufsichtsrates und Vorstand harmonieren oft nicht - CG-Mechanismen haben Ursprung in der spezifischen Organisationsstruktur eines U. - Interne CG Mechanismen = alle Maßnahmen, die unternehmensintern zur Disziplinierung des Managements eingesetzt werden können -> Vertrag zwischen Kapitalgebern und Unternehmensleitung von konstitutiver Bedeutung - Handlungsspielräume des Managements durch vertraglich eingeräumten Rechte begrenzt
  • Aufsichtsgremien - Institution/Personengruppe, die auf Ebene des Top Managements mit den CG-relevanten Überwachungskompetenzen ausgestattet ist - Aufgaben der im Sinne der Überwachungsrollen können unterschiedlich ausfallen - Ausrichtung der Überwachungslogik (Grafik) - Innengerichtete Überwachungs-/Unterstützungsfunktion (Finanzwirtschaftlicher Ansatz und Stewardship Ansatz) vs. Außengerichtete Frühwarnfunktion (RessourcenorientierterAnsatz undStakeholder Ansatz) - bei der Perspektive des finanzwirtschaftlichen Ansatzes steht Institutionalisierung eines unabhängigen Überwachungsgremiums im Mittelpunkt = Kontrollinstrumentarium -> Verhalten der Manager im Sinne der Eigenkapitalgeber überwachen (control role) - Stewardship Ansatz Institutionalisierung eines Gremiums -> Management Handlungsspielraum einräumen und sicherstellen = Aufgabe des Gremiums -> unterstützende Rolle (support role) - Ressourcenorientierter Ansatz und Stakeholder Ansatz unterstützen unternehmensexterne Perspektive - Ressourcenorientiert = Zugänge/Bindungen zu externen Ressourcen -> Überwachung des externen Umfeldes = Frühwarnfunktion -> Aufsichtsgremien = Bindeglied (linking role) zur Unternehmensumwelt -> Sicherstellung des Zugangs zu überlebenswichtigen Ressourcen -> Netzwerkressource - Stakeholderorientiert = Interessen der Stakeholder Ausdruck verschaffen -> angesichts Struktur des Gremiums und der darin vertretenen Interessenlage -> koordinierende Rolle (coordinating role) - Voraussetzungen und Wirkungszusammenhänge effizienter Überwachungsarbeit des Organs -- Größe, Zusammensetzung und Struktur des Gremiums - CG-Praxis durch Heterogenität des Überwachungsorgans gekennzeichnet, verallgemeinernde Aussagen weder möglich noch sinnvoll -- Qualifikationserfordernisse und -merkmale der Organmitglieder -- Amtsdauer der Organmitglieder und des Gremiums -- Möglichkeiten und Wirkungseffekte von Doppelmandaten -- Ausmaß und Umfang der Durchgriffsrechte dieses Gremiums gegenüber dem Management
  • Anreizsysteme - Anreizsysteme gerade in Öffentlichkeit beliebt -> kritische Konnotationen z.B. Kritik wg. Differenz zum Einkommensniveau von Arbeitnehmern (2011 Vorstandvorsitzender Winterkorn 17,4 Mio EUR) - Frage nach optimaler Vergütungsstruktur von Managern im Mittelpunkt -> Mischung aus monetären und nicht-monetären Komponenten - monetäre Komponenten = Mix von fixen (erfolgsunabhängigen) und variablen (erfolgsabhängigen) Bestandteilen -> sog. Pay for Performance Systeme sollen Interesse des Managers zielorientiert steuern und Opportunismus vermeiden - Vergütungssysteme stehen in engem Zusammenhang mit Motivations-, Selektions-, Koordinations- und Personalgewinnungs- bzw. Personalbindungsfunktion und sind deshalb sehr nützlich - Rahmenbedingungen zum Einsatz von Anreizsystemen -- Unternehmensrisiko, Arbeitsmarkt für Manager, Humankapitalkonzept, Managerial discretion, Produktmarktwettbewerb
  • Unternehmens-Risiko - Risiko ist ein Grundaxiom wirtschaftlichen Handelns - Vergütungssysteme müssen Ausgleich zwischen pareto-optimaler Risikoverteilung der Vertragspartner und Motivationsfunktion gewährleisten - Risikoniveau = Produkt einer Umwelt und nicht vom Management zu vertreten - z. anderen auch Risikoneigung des Managements (Risikoaversion, Risikoneutralität, Risikofreude)
  • Arbeitsmarkt für Manager - Arbeitsmarkt im Gleichgewicht = Vergütungshöhe entspricht Grenzproduktivität des Managers - Abweichungen von Grenzproduktivität = Anpassung der Vergütung (ex post settling up) - Typisch ist Reihenfolge von Ineffizienzen, besonders einprägsam Prozess der im CG-Kontext als bidding up beschrieben ist: -- im Mittelpunkt Anstieg des Vergütungsniveaus -> Ursache sind Marktvergleiche des Prinzipals -- Entkopplung der Vergütung von Grenzproduktivität -> kommt in U. Anreizsystem zur Anwendung, w. unter dem Marktdurchschnitt liegt -> Anwerbung fähiger Manager schwer -- War of Talents, bidding up Prozess eskaliert, immer höhere Vergütungsniveaus
  • Humankapitalkonzept - Akteure mit guten Managementfähigkeiten sind eine kostbare Ressource - Ressourcen als Kernkompetenz können wichtigen Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit leisten
  • Managerial discretion - Anforderungen an Management variieren von U. zu U. - unternehmensexterne Gründe, bspw. vorliegende Wettbewerbsdynamik oder Regulierungsdichte - unternehmensinterne Gründe, bspw. Unternehmensgröße oder Unternehmensstruktur - beide Aspekte münden in einem jeweils unterschiedlich großen Ermessenspielraum, die beachtet werden müssen
  • Produktmarktwettbewerb - Erfolg der Aktivitäten hängt von Wettbewerbsfähigkeit ab und diese ist abhängig von Wettbewerbsintensität -  wettbewerbsintensive Märkte -> U. muss sich besonders anstrengen -> vergütungsrelevant - Gestaltungsregeln als Grundlage für Anreizsysteme (Winter) -- Wirtschaftlichkeit = Einsatz Anreizsystems ist nur solange sinnvoll, wie die verursachten Kosten geringer sind als die Erträge -- Transparenz = transparent, wenn es individuell durchschaubar und verständlich ist -- Gerechtigkeit = ist gerecht, wenn die Vergütung der Leistung sowohl im Verhältnis zu anderen Personen als auch absolut angemessen ist -- Leistungsorientierung = leistungsorientiert, sobald Leistungsunterschiede differenziert vergütet werden -- Flexibilität = flexibel, wenn es unterschiedliche Zielsetzungen durch adäquate Berücksichtigung der Rahmenbedingungen unterstützt -- Dualität = erfüllt die Anforderung der Dualität, wenn es sowohl das Erreichen strategischer als auch operativer Ziele fördert -- Planungsgenauigkeit = erfüllt die Anforderung der Planungsgenauigkeit, wenn es die betroffenen Personen dazu bringt, ihre Informationen in der Zielplanung offen zu legen -- Akzeptanz = wird akzeptiert, wenn der betroffene Manager sich mit der Funktionsweise des Anreizsystems einverstanden erklärt -- Anreizkompatibilität = ist anreizkompatibel, wenn nur solche Verhaltensweisen belohnt werden, die im Interesse der Eigentümer stehen -- Risikoreduktion = erfüllt die Anforderung der Risikoreduktion, wenn es zur Verminderung des persönlichen Einkommensrisikos des Managers beiträgt
  • Konstruktionslogik eines Vergütungssystems entlang dreier Bestandteile - Vergütungskomponenten als leistungsunabhängiger Bestandteil nötig -> durch bidding up Prozess geprägt  - erfolgsabhängige Komponente -> Sicherstellung, dass das Management Handlungen und Entscheidungen am Erfolg des Unternehmens ausrichtet  - Monetäre und Nicht-Monetäre Vergütung -> Fixe Vergütungskomponenten (Fixgehalt, Sachzuwendungen, Nebenleistungen) und Variable Vergütungskomponenten -> Erfolgsabhängige Komponente (Bonus, Tantiemen) und Aktienbasierte Komponente (Aktien, Aktienoptionen) - Vergütungskomponente wird durch folgende Kategorien konkretisiert: -- Bemessungsgrundlage = Größe, von der die Prämienzahlung abhängig gemacht wird -> kann aktivitäts- oder eine ergebnisorientierte Basis haben -- Leistungsstandard = für die Prämienzahlung relevante Niveau der Bemessungsgrundlage (beispielsweise Umsatzwachstumsraten) -- funktionalen Zusammenhang = zwischen der Zielerfüllung und dem Auszahlungsstrom = klar definierten Bereich zur Relation zwischen Zielerreichungsgrad und Prämienzahlung -- aktienbasierte Komponente = im Bereich der variablen Vergütungsanteile = die Harmonisierung der Management- und Eigentümerinteressen in den Mittelpunkt -> langfristiger angelegt, außerdem resultiert aus der dabei vollzogenen Integration des Managements in den Kreis der Eigentümer die Gefahr einer Vergütungsminderung, sofern aufgrund von Fehlentscheidungen signifikante und gar dauerhafte Kursverluste eintreten
  • Kapitalstruktur/Eigentumsverhältnisse - Kapitalstruktur = Welche Kapitalformen hat ein U. zur Deckung seines Kapitalbedarfs gewählt? - Rückgriff auf EK oder FK, verschiede Überwachungsaufgaben damit verknüpft - Überwachungsaktivität für Fremdkapitalgeber = Bemühen mit der Kreditvergabe verbundenen Risiken zu minimieren -> vertragliche Gestaltung -> Zahlungsverpflichtungen des Schuldners + Einschränkung des Handlungsspielraums des Managers - populäres Beispiel sind Convenants (finanzielle Kreditklauseln) -> Kennzahlen zur Ertrags- und Liquiditätslage mit Schwellenwerten die nicht unterschritten werden dürfen -> Schuldner muss Kennzahlenregelmäßig berichten - Zins- und Tilgungsraten als Form der Überwachung - bei großen Fremdfinanzierungen außerdem Beteiligung am Unternehmen um Kreditrisiko zu minimieren und größerer Einflussnahme auf das Management - Relevanz für CG-Aktivitäten vom Verschuldungsgrad abhängig - Eigenkapitalgeber und Überwachungsfunktion -> Ausgangspunkt der Überwachungsmöglichkeit -> aus dem Eigentumsanteil resultierende Stimmrecht - bei großen Kapitalgesellschaften -> Versammlung der Anteilseigner -> Präsentation Jahresabschluss - Anteilseigner haben somit Einfluss auf Management (jedoch wird Mehrheit benötigt) - zur effektiven Ausübung des Stimmrechts sollte jeder Aktionär über die gleiche Anzahl von Stimmrechten verfügen, wie er Anteile hält -> One-Share-One-Vote - Wirksamkeit der Überwachungsmechanik abhängig von Zusammensetzung der Eigentümerstruktur -- Dispersed ownership-Strukturen = von geringer Eigentümerkonzentration geprägte heterogene Zusammensetzung der Anteilseigner -> mündet in Free Riding Problem -> Basis = rationale Apathie des Aktionärs zur Ausübung seines Überwachungsrechts  -- Concentrated ownership Strukturen = von hoher Eigentümerkonzentration geprägte Zusammensetzung -> kann im Extremfall durch einen Aktionär verkörpert werden -> institutionelle Investoren (Pensionskassen, Versicherungsunternehmen, Kapitalanlagegesellschaften) - führen zu horizontaler CG-Dimension und vertikaler CG-Dimension
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  • vertikale CG Dimension - Starke Streuung der Anteilseigner -> Unternehmen durch Management dominiert - Relativiert durch Delegation des Stimmenrechts -> Depotstimmenrecht bei Banken die zu Verwaltung der Anteile vom Aktionär beauftragt sind - Aktionär externalisiert Überwachungskosten + durch Bündelung der Stimmenrechte auf professionellen Vertreter -> Überwachungsaktivitäten erhalten mehr Gewicht - Vertreter kann jedoch Rechte zur Maximierung des persönlichen Nutzen benutzen
  • horizontale CG Dimension - Mögliche Interessenkonflikte zwischen dominanten Großaktionären und Gruppe der Kleinaktionäre - Prämisse einer Interessenhomogenität dieser beiden Shareholder ist nicht selbstverständlich - professionelle Investoren sind keine homogene Gruppe, Unterscheidung nach Anlageprofil/Zweck -- Investment und Pensionsfonds --- idealtypische Ausprägungsform der Investorengruppe, langfristige Ausrichtung --- CalPERS (California Public Employees Retirement System) / TIA CREF (Pensionskasse der amerikanischen Lehrkräfte und Wissenschaftler), in GER gering, USA weitverbreitet -- Private Equity Fonds --- Geschäftsmodell = Erwerb unterbewerteter Unternehmen, mittelfristig Ausrichtung --- Investoren sind für Beschleunigung struktureller Veränderungen verantwortlich, h. Wachstum -- Hedge Fonds --- vertreten am schnellsten wachsende Teilmärkte innerhalb der globalen Kapitalanlage --- kurzfristige Ausrichtung --- Klassische Hedge Fonds nutzen kurzfristige Marktschwankungen aus -> hohes Interesse an guter CG - Kritik durch Shareholder Activism = interventionistisches / aggressives Einwirken institutioneller Investoren auf das Management von Unternehmen, um ihre Ziele durchzusetzen (ggf. kurzfristige Renditeabsichten) -- Auftreten von Aktionärstreffen -- Anprangerung von Firmen mit schlechtem Ergebnis -- Diskussion mit Management über Missstände und mögliche Verbesserungen - von CalPERS veröffentlichte Liste mit U. mit besonders negativen Befunden zur CG-Praxis - CalPERS-Effekt = Einmal auf der Liste erfordert hohe Anstrengung um wieder runter zu kommen
  • Revision - institutionalisierte Form konsekutiver Überwachung - zeitlich nachgelagerte Überwachungsaktivität der Managementaktivitäten -> idealerweise durch prozessunabhängige unbefangene Person - Unterscheidung zwischen interner und externer Revision - Interne Revision -- Auftrag des Managements -- ist dem Management disziplinarisch unterstellt -- Unabhängigkeit der Überwachungsdistanz nur bedingt erfüllt -- Unterstützungsfunktion wenn auf Risikomanagement und Kontrollsysteme eingegangen wird - Externe Revision -- Abschlussprüfer -- Unterstützung des Aufsichtsgremiums -- Prüfung und Testierung des Jahresabschlusses