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Wirtschaftsethik (Fach) / Lektion 01 (Wirtschaftsethik - Ursprünge und Merkmale) (Lektion)

Ethik

Diese Lektion wurde von Dennis1602 erstellt.

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  • Begriffsdefinitionen (Moral) - Moral = das, was an Werten existiert und welche traditionelle Vorstellungen von gutem und schlechtem Handeln vorhanden sind = sittliches Bewusstsein (Wissen um Werte) -- regelt, was man in einer sittlichen Gemeinschaft darf oder nicht darf -- erzeugt Selbstbindung und macht Leben in Freiheit möglich -- Moral ist demnach immer Gruppenmoral, also das Werte- und Normengefüge einer Gemeinschaft --- Kleingruppenmoral (Vertrauen, Solidarität, Liebe, Hilfs- und Opferbereitschaft) --- Ferngruppenmoral (Annonymität, Skepsis, Sachlichkeit, Eigeninteresse) - es gelten innerhalb der Gruppen unterschiedliche moralische Maßstäbe ("abgestufte" Moralität), verschiedene Normen - Moral nicht statisch, sondern durch Politik/Gesellschaft veränderungsfähig - moralische Urteile häufig nur oberflächlich, da sie von mehrheitsfähigen gesellschaftlichen Strömungen getragen werden u. durch rationalanalytische Kriterienlosigkeit gekennzeichnet werden
  • Moralentwicklung erfolgt in 3 Stufen (Lawrence Kohlberg): - Als dauerhafter und lebenslanger Prozess kann die Moralentwicklung des Menschen in drei Stufen nach Lawrence Kohlberg systematisiert werden. - In der präkonventionellen Phase Lehre von Regeln und Gebote, die es zu akzeptieren und denen es zu gehorchen lernt. Im Kern stehen in dieser Lebensphase das Vermeiden von Strafe sowie die Schaffung von Nutzen durch die Befolgung von Regeln. Dieser fremdbestimmte Lernprozess ist streng situationsbezogen. Das urteilende Kind wägt sein Handeln gegen die sich daraus ergebenden Folgen ab. (Moral nach Vorschrift: Lass dich nicht erwischen!) (Bestrafung - Belohnung) - Die konventionelle Phase ist durch die Einsicht geprägt ist, dass Normen und Regelungen nicht einseitig von Erwachsenen vorgegeben sind, sondern ein funktionierendes Zusammenleben erst ermöglichen. Mit dieser Erkenntnis beginnt das Streben der Heranwachsenden, den vorgelebten moralischen Normen des Umfeldes oder der Gesellschaft nachzueifern und diesen zu entsprechen. Orientierung zu moralischen Urteilen bietet dementsprechend das kulturelle Umfeld oder die Gesellschaft. (Moral auf GEgenseitigkeit: Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu!) (Soziale Normen - Rechtsnormen) - Auf der postkonventionellen Ebene, also der eines mündigen Erwachsenen, haben die in der Kindheit erlernten Verhaltensweisen und Normen ihre absolute Gültigkeit verloren, da diese durch Reflexion und Abwägung in Frage gestellt werden. Die zu Vergleichen und zur Reflexion herangezogenen Beispiele werden im Normalfall selbst gewählt, da der Mensch auf dieser Ebene eine gewisse Unabhängigkeit von gesellschaftlichen Erwartungen erreicht, die ihn in die Lage versetzt, die Gesellschaft und ihre Praktiken kritisch zu beurteilen. (Eigenverantwortliche Moral: Wie wünschenswert ist das machbare?) (Eigenes Gewissen - Allgemeingültige Prinzipien)
  • Charakterisierung von Werte und Normen - Werte = Ideen / Verhaltensweisen, die einer einzelnen Person, Gruppe oder Institution erstrebenswert erscheinen - Norm = Verdichtung von Werten zu einer verhaltensrelevanten Regel, Steuerungsmechanismus des sozialen Zusammenlebens, zielsetzend, richtungsweisend, Leit- und Orientierungsfunktion - Quelle von Normen und Merkmale: -- Transparenz -- Politische Macht -- Praktische Vernunft -- Diskurs und Konsens  -- Tradition
  • Maxime, Ethos, Moral, Ethik - Maxime = gilt kategorisch für ein Individuum, es lassen sich weitere Normen ableiten - Ethos = innere Verpflichtung des Menschen zur Befolgung von Normen, persönliches Wertgefüge kann von Gesellschaftsnormen abweichen -- Grundlage = Lebens- und Arbeitsformen, die der Mensch als richtig empfindet, einzel- und gruppenspezifische Ethik, griechischer Begriff (Sitte, Gewohnheit, Brauch) - Moral = auf die Praxis bezogen - Ethik = wissenschaftliche Reflexion über die Praxis = Moralphilosophie
  • Ethik fügt sich den vier Kantischen Fragen - Was kann ich wissen (Metaphysik)? - Was ist der Mensch (Anthropologie)? - Was darf ich hoffen (Religion)? - Was soll ich tun (Ethik)? 
  • Spektrum der von Ethik wahrzunehmenden Aufgaben - Formulierung von Normen und Regeln - Unterscheidung allgemeinverbindlichen/nicht allgemeinverbindlichen Regeln - Begründung und Rechtfertigung allgemein verbindlicher Regeln - Auseinandersetzung mit Normenkonflikten
  • Ethik - Ethik ist also nicht Moral (-lehre), sondern (Reflexions-) Theorie der Moral - Änderungen der Moral haben immer Rückwirkungen auf die Ethik - Moral (Überzeugungen) -> Ethos (Regeln für Gruppen, Werte, Tugenden) -> Ethik (begründete, reflektierte Normen und Werte, Ethik-Kodex) - Moral -> automatisches Speisen von Gewissheiten aus Religion, Traditionen oder gesellschaftlichen Konventionen - Ethik -> Suche nach Gewissheiten ->Aufforderung zu eigenverantwortlichem Handeln -> Abkehr von Unmündigkeit/Bequemlichkeit -> Fähigkeit Handlungssituationen auf moralische Dimension hin abzuschätzen -> nächste Schritte sorgfältig planen -  ETHIK = Sequenz von Reflexionsstufen, durch die Menschen/Individuen in Entscheidungs- und Problemsituationen moralische Kompetenz entwickeln - kein Automatismus, sondern abhängig von gewissen Voraussetzungen: -- Entwicklung eines moralischen Sinnes  -- Empathie -- Bewusstsein für moralische Konfliktsituationen -- Selbstkritisches Urteilsvermögen
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