342
Modul 1 Einführung in die Psychologie (Fach) / Einführung (Lektion)
Einführung nach Gerrig
Diese Lektion wurde von Stieler erstellt.
Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.
Anzeige
- Was werfen Kritiker der Emotionstheorie der kognitiven Bewertung vor? teilweise unterschiedliche Erregungszustände bei unterschiedlichen Emotionen keine kognitive Bewertung notwendig starke Erregung ohne offensichtlichen Grund -> negative Emotion (nach Emotionstheorie der kognitiven Bewertung … -> neutrale Emotion)
- Wie wirken sich Stimmungen auf die Informationsverarbeitung aus? bei negativer Stimmung eher Skepsis/Misstrauen -> bessere Aufmerksamkeit auf relevante Informationen bei positiver Stimmung -> breiterer, flexibler Verarbeitungsstil -> mehr Kreativität
- Wie wirken sich Emotionen auf die Informationsverarbeitung aus? Emotionen -> mehr mentale Ressourcen auf vorrangige Stimuli (vorrangig aufgrund von bestimmten Wahrnehmungseigenschaften) -> besseres Erinnern von diesen vorrangigen Stimuli, schlechteres Erinnern anderer Stimuli Unterschiedliche Wahrnehmung und Erinnerung einer stark emotional gefärbten Situation (als Wahrnehmung/Erinnerung einer weniger stark emotional gefärbten Situation bzw. neutralen Situation)
- Wie lässt sich Stress definieren? Reaktionsmuster des Organismus auf Stimulusereignisse (= Stressoren), die dessen Gleichgewicht stören und die Fähigkeit, Einflüsse zu bewältigen, stark beanspruchen oder übersteigen Bsp.: Vorverlegung des Klausurtermins um 4 Wochen Meistens negativ => „Distress“ Aber auch positiv => „Eustress“
- Wie reagiert der Körper auf Stress? Männer (Walter Cannon dachte auch Frauen): fight or flight Shelley Taylor ( u.a. 2000) -> andere Folgen der physiologischen Reaktionen auf Stress bei Frauen: „Tend-and-befriend“ („Tend“ = Kümmern um Nachwuchs, „Befriend“ = Anfreunden mit anderen Mitgliedern der sozialen Gruppe)
- Welche Körperteile sind bei der Verarbeitung von Stress beteiligt? Hypothalamus Autonomes Nervensystem Aktivierung der Körperorgane (z.B. schnellere Atmung) Adrenalinausschüttung Hirnanhangdrüse Hormonfreisetzung (Energiefreisetzung)
- Wie sieht das allgemeine Adaptionssyndrom bei chronischem Stress aus? Chronischer Stress -> Allgemeines Adaptationssyndrom Hans Selye (1976): Wiederherstellung der allgemeinen Homöostase vom Körper bei Stress = „allgemeines Adaptationssyndrom“ (3 Stufen): Alarm - Widerstand - Erschöpfung
- Was misst die „Social Readjustment Scale“? Lebensereignis-Skala = „Social Readjustment Scale“ (1960-er Jahre, Methode zur Einschätzung der Anpassung nach verschiedenen Lebensveränderungen; Hochzeit = 50) => Berechnung der Lebensveränderungseinheiten des einzelnen Individuums = Stressmenge im bisherigen Leben Aktualisierung der Skala in den 1990-ern (Ergebnis: höhere Stressmengen im Mittel, Frauen mit höherer Stressmenge als Männer) Bezug zu physischen Gesundheit: positive Korrelation zwischen Werten auf der Lebensereignis-Skala und Anzahl der medizinischen Konsultationen ….
- Was unterscheidet die PTBS von "normalem" Stress? beständiges Wiedererleben des traumatischen Ereignisses in Form von Rückblendenoder Albträumen etc. -> emotionale Abgestumpftheit in alltäglichen Ereignissen, Gefühl der Entfremdung von anderen Menschen, etc.) Abgrenzung zu normaler Reaktion: Zeitspanne (längerer Zeitraum -> Diagnose PTBS)
- Welche Strategien des Stresscopings gibt es? Coping: problemorientiert (bei kontrollierbaren Stressoren) vs. emotionsorientiert (bei unkontrollierbaren Stressoren) 1. kognitive Bewertung anpassen/ 2. Modifikation kognitiver Strategien / Kontrolle über den Stressor aufbauen durch neues Crhalten 3. Soziale Unterstützung als Bewältigungsressource
- Anzeige
- Wie unterscheidet Lazarus primäre und sekundäre 1. Kognitive Bewertung von Stress Lazarus: Unterscheidung zwischen primärer (anfängliche Beurteilung der Schwere der Anforderung) und sekundärer Bewertung (Beurteilung der persönlichen und sozialen Ressourcen)
- Wie kann soziale Unterstützung helfen, Stress zu bewältigen? Soziale Unterstützung = Ressource, die anderen Menschen bereitstellen, indem sie Botschaften vermitteln, dass man geliebt, umsorgt und wertgeschätzt ist (= sozioemotionale Unterstützung) Materielle Unterstützung (Geld, Fortbewegung, Wohnung) Informierende Unterstützung (Rat, persönliches Feedback, Informationen)
- Wie sieht eine Stressimpfung nach Meichenbaum aus? Phase 1: Bewusstsein über Verhalten (Tagebuch führen) Phase 2: Identifikation von neuen Verhaltensweisen Phase 3: Anwendung der neuen Verhaltensweisen, Bewertung der Folgen, positive Selbstaussagen zur Stressbewältigun
- Warum ist der A-Typ anfälliger für Herzinfarkte als der B-Typ? Wegen seine Feindseligkeit - grundsätzlich ist er eher auf Konkurrenz asu.
- Wer definierte wie den Begriff Burnout? Christina Maslach: „Burn-Out“ als Bezeichnung für emotionalen Stress der Personen, die sich professionell um Gesundheit und Wohlergehen kümmern „Burn-out“ im Beruf als Syndrom (mehrere Symptome) aus emotionaler Erschöpfung, Depersonalisation und reduzierten persönlichem Engagement Cave: bisher keine eigenständige Diagnose im DSM, sondern Unterform der Depression
- Wie könnte man die menschliche Persönlichkeit definieren? komplexe Menge von einzigartigen psychischen Eigenschaften, welche die für ein Individuum charakteristischen Verhaltensmuster in vielen Situationen und über einen längeren Zeitraum hinweg beeinflussen
- Welche Rolle spielen Traits bei der Persönlichkeitsbildung? Gordon Allport: 1. Traits als Bausteine der Persönlichkeit und Quelle für Individualität2.als Bindeglied/intervenierende Variable zwischen Reiz und Reaktion Traits werden in drei Kategorien unterteilt:1. kardinale Traits: Eigenschaften, die das Leben bestimmen (z.B. Selbstaufopferung bei Mutter Teresa)2. Zentrale Traits: Eigenschaften, die die wesentlichen Charakteristika einer Person repräsentieren (z.B. Ehrlichkeit, Optimismus)3.sekundäre Traits: spezifische persönliche Merkmale, die Verhalten vorhersagen,aber nicht Persönlichkeit eines Menschen verstehen können (z.B.Kleidungspräferenzen) Einzigartige Kombination der drei Arten von EigenschaftenWeiterentwicklung:Raymond Cattell(1979): 16 Faktoren als source-traits(Quelle für Verhalten an der Oberfläche); definiert als Gegensatzpaare (z.B. zurückhaltend vs. offen)
- In welche drei Dimensionen entschlüsselte Eyseneck die Persönlichkeit? Eine weitere eigenschaftsbasierte Persönlichkeitstheorie (Traits) 3 breite Dimensionen (Introversion/Extraversion; emotionale Stabilität/Neurotizismus; Anpassung/ Psychotizismus) und Kreis mit vier Quadranten (Introversion/Extraversion;stabil/instabil).
- Was besagt das Modell der Big Five? Teil der Trait (eigenschaftsbasierten) Persönlichkeitsmodelle. Schlagwort OCEAN Offenheit für Erfahrungen bzw. Aufgeschlossenheit,conscientiousness/ Gewissenhaftigkeit (Perfektionismus),Extraversion (Geselligkeit),Agreeability/Verträglichkeit bzw. Rücksichtnahme, Kooperationsbereitschaft, Empathie sowieNeurotizismus ([seelische] Verletzlichkeit).
- Was besagt das Konsistenzparadox? Es gibt bei menschlichem Verhalten oft keine objektive, aber subjektive situationsübergreifende Konsistenz), evt. bedingt durch falsche Kategorisierung der Situation, zum Beispiel:(Party≠Party; z.B. Feiern mit bekannten oder unbekannten Personen)
- Was wurde an den Trait-Theorien kritisiert? nur Beschreibung der Persönlichkeitseigenschaften nur statisches Bild der momentanen Persönlichkeitsstruktur keine Aussagen über Erklärung der Persönlichkeit keine Aussagen über Entwicklung der Persönlichkeit Andere Theorieansätze zur Erklärun: psychodynmaisch, humanistisch, kognitiv, lernbasiert
- Was verbindet die psychodynamischen Persönlichkeitstheorien? mächtige innere Triebe formen Persönlichkeit und motivieren Verhalten Motivation für jedes Verhalten (kein Zufall, keine zufällig auftretenden Ereignisse als Ursache für Verhalten) alle frühen Erfahrungen führen zu Reaktionen auf geistiger oder Verhaltensebene im späteren LebenEntwicklung des Konzepts der menschlichen Psyche mit Unbewussten als Lagerstätte für unbewusste InformationenUnterscheidung zwischen manifesten (bewusst) und latenten (unbewusst) Inhalt des Verhaltenslatenter Inhalt deutlich z.B. durch Träume,Assoziationen, Fehlleistungen
- Welche Kritikpunkte gibt es an dem psychodynamischen Modell? vage Formulierung der psychoanalytische Konzept und schwierige Operationalisierung (wissenschaftliche Prüfbarkeit; z.B. Widerstand bei Therapie) keine Vorhersagen über menschliches Erleben und Verhalten, sondern nur Erklärung für bereits vergangenes Erleben und Verhalten Entwicklungstheorie ohne Beobachtung von Kindern Herunterspielen von traumatischen Erlebnissen (Reinterpretation als kindliche Phantasien) Androzentristisch (auf den Mann konzentriert)
- Wie entwickelten Freuds Nachfolger dessen Theorien weiter? Alfred Adler: Minderwertigkeit > Kompensation/Überkompensation Carl Gustav Jung:kollektives Unbewusstes mit Archetypen als symbolische Repräsentation einer bestimmten Erfahrung Bedürfnis nach Kreativität und Bedürfnis nach Selbstverwirklichung
- Was kennzeichnet humanistische Persönlichkeitstheorien? holistisch: Persönlichkeit als Ganzes, nicht in Teilen für Verhaltenserklärung verantwortlich dispositional: große Wichtigkeit von angeborenen Eigenschaften; Umweltfaktorennur als Barrieren (cave: Disposition anders als bei psychodynamischen oder Trait.Theorien; „PantaRhei -alles fließt) phänomenologisch: Betonung der individuellen Bezugssysteme und der subjektiven Sicht der Realität; Betonung der Gegenwart
- Welche Probleme bringen humanistische Persönlichkeitstheorien mit sich? vage Formulierung der humanistischen Konzepte und schwierige Operationalisierung (wissenschaftliche Prüfbarkeit; s. Psychoanalyse) Ignorieren von Umweltfaktoren als mitbestimmenden Faktoren für das Verhalten
- Was hat es mit dem Erwartungswert bei der Persönlichkeitsbildung auf sich? Julian Rotter (1954): „Erwartung“ als wichtiger Faktor für Auftreten von VerhaltensweisenErwartung bestimmt durch frühere Erfahrungen (-> soziale Lerntheorie) Erwartungswert = Wert, der der erwarteten Verstärkung beigemessen wir Bsp.: Studium; frühere Erfahrungen in der Schule, bei anderen Ausbildungen;Wert des Studiums? -
- Wie sieht die kognitive Persönlichkeitstheorie a la Mischel aus? Walter Mischels kognitiv-affektive Persönlichkeitstheorie als kognitive Theorie (2004): aktive Teilhabe an der kognitiven Organisation der Interaktionen des Menschen mit der Umwelt; Verhalten als Funktion der Interaktionen zwischen Personen und Situationen:Person-Umwelt-Verhalten. Entstehung des individuellen Wertes bei den Variablen aufgrund der Geschichte von Beobachtungen und Interaktionen eines Individuums mit anderen Menschen und unbelebten Aspekten der Umgebung affektive Persönlichkeitstheorie: Hohe verbale Intelligenz +niedrige Aufmerksamkeitskontrolle =Aggressives Verhalten
- Was bedeutet reziproker Determinismus? Albert Bandura (1986): Kombination von Lernprinzipien mit Betonung von menschlichen Interaktionen in sozialen Umgebungen (Kombination aussozialen Lerntheorie und kognitiver Theorie) reziproker Determinismus:Untersuchung aller Komponenten notwendig um Verständnis des menschlichen Verhaltens, der Persönlichkeit und der sozialen Ökologie zu erhalten.
- Was hat es mit Selbstwirksamkeit und Selbstwirksamkeitserwartung auf sich? Banduras:Selbstwirksamkeit = Überzeugung, dass man in einer bestimmten Situation angemessene Verhaltensresultate erzielen kann („Ich bin verantwortlich für die Resultate.“ interne Lokation der Kontrolle) Selbstwirksamkeitserwartung = Erwartung, aufgrund eigener Kompetenzengewünschte Handlungen erfolgreich selbst ausführen zu können („Ich habe dieKompetenzen/Fähigkeiten, das Resultat zu erreichen.“) Bewertung der eigenen Selbstwirksamkeit: 1. Habe ich die gewünschte Leistung erbracht? 2. Habe ich andere dabei beobachtet, die Leistungen zu erbringen? 3. Bin ich überzeugt oder haben mich andere überzeugt, dass ich die Leistung erbringen kann?
- Anzeige
- Was unterscheidet projektive von objektiven Tests? Mehrdeutige Stimuli vs. eindeutige Fragen
- Mal angenommen, man würde die Persönlichkeitstheorien mit einer Autofahrt vergleichen: Welche Rolle würde weclhe Theorie spielen? Eigenschaftsbasierte Persönlichkeitstheorien: Bedienungsanleitung § Eigenschaftsbasierte Persönlichkeitstheorien: Bedienungsanleitung Psychodynamische Theorien: Motor und Treibstoff Humanistische Theorien: Fahrer soziale Lerntheorien: Lenkrad, Richtungssignale kognitive Theorien: Planung, Organisation und Erinnerung der Fahrt Theorien des Selbst: Welchen Eindruck erwecke ich mit meinem Fahrstil bei anderen?
- Was sind typische objektive Persönlichkeitstest? relativ einfache Anwendung und Auswertung Unterscheidung in Selbst- und Fremdberichtsverfahren § MMPI (MinnesotaMultiphasicPersonalityInventory) klinische Diagnostik anhand von 10 klinischen Skalen, etwa Depression, Schizophrenie etc. NEO:NEO-PI-R (NEOPersonalityInventory Messung von Persönlichkeitseigenschaften nicht klinischer Personen:Messung der BigFive(5 Skalen, je 6 Subskalen)
- Was sind typische projektive Tests? z.B. Rohrschach: Vorgabe mehrdeutigem Stimuli (abstrakte Muster, unvollständige Bilder,mehrdeutige Zeichnungen), Unterschiedliche tief liegende Gefühle, persönliche Motive und Konflikte ausvorangegangenen Lebenserfahrungen, Projektion auf die mehrdeutigen Stimuli, Interpretation durch ausgebildete Diagnostiker, Problem: Validität
- Woran machen wir eine psychische Störung fest? Kein Urteil über erkrankte Menschen, sondern reine Beschreibung und Hilfe: Beeinträchtigungen in Emotionen, Verhalten oder Denkprozessen; Folge:persönlicher + LeidensdruckBlockade der Fähigkeit, wichtige Ziele zu erreichen
- Wie ist "abweichendes" Verhalten nach Butcher definiert? 1.Leidensdruck oder Behinderung (kein Verlassen des Hauses ohne starke Angst) 2.Fehlanpassung (Alkoholgenuss, keine geregelte Arbeit) 3.Irrationalität (Reden mit imaginären Personen) 4.Unberechenbarkeit (ohne Grund aggressives Verhalten) 5.Außergewöhnliche und statistische Seltenheit 6.Unbehagen bei Beobachtern (lautes Reden mit sich selber auf Straße) 7.Verletzung moralischer und gesellschaftlicher Normen (Im-Stich-Lassen der Kinder)
- Ist man nur entweder psychisch krank oder gesund? Nein: Kein „entweder–oder“, sondern Kontinuum „psychische Gesundheit–psychische Erkrankung“
- Wie muss ein zuverlässiges Diagnose-/Klassifikationssystem psychicher Erkrankungen beschaffen sein? Klare Fachterminologie („Major Depression“ ist ...) Verständnis der Kausalität (Warum gibt es die Symptome? Ursache in Diagnose) Behandlungsplan (zur Behandlung der spezifischen Störung)
- Welches sind die beiden vorherrschenden Diagnose-Systeme? ICD (InternationalStatistical Classification of Diseases and Related HealthProblems;momentan ICD 10; häufig eingesetzt von ÄrztInnen/PsychiaterInnen DSM (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders;momentan DSM) häufig eingesetzt von PsychologInnen
- Welche zwei Faktoren verursachen die psychischen Störungen, bzw. tragen zu ihrer Entwicklung bei? Zwei allgemeine Kategorien verursachender Faktoren: Biologischen Faktoren: Verursachung durch veränderte Hirnstrukturen, biochemische Prozesse oder genetische Faktoren Psychologische Faktoren: Verursachung durch psychische und soziale Faktoren Modelle der Theorien Psychodynamisches Modell: übermäßige Abwehrmechanismen Behaviorales Modell: erlernte ungünstigen Verhaltensweisen Kognitives Modell: fehlerhafte kognitive Prozesse Soziokulturelles Modell: bestimmte kulturelle Umstände Momentan: interaktionistische Perspektive (komplexe Interaktion zwischen biologischen und psychologischen Faktoren)
- Welche Angsstörungen gibt es? Generalisierte Angststörung Panikstörung Phobie Zwangsstörung Posttraumatische Belastungsstörung
- Woran erkennt man eine generalisierte Angsstörung? 14.2.1 Generalisierte Angststörung a.Übermäßige Angst und Sorge(furchtsame Erwartung) bezüglich mehrerer Ereignisse oder Tätigkeiten (wie etwa Arbeit oder Schulleistungen), die während mindestens 6 Monaten an der Mehrzahl der Tage auftraten b.Die Person hat Schwierigkeiten, die Sorgen zu kontrollieren c.Die Angst und Sorge sind mit mindestens drei der folgenden 6 Symptome verbunden (wobei zumindest einige der Symptome in den vergangenen 6 Monaten an der Mehrzahlder Tage vorlagen). Beachte: Bei Kindern genügt ein Symptom 1.Ruhelosigkeit oder ständiges "auf dem Sprung sein 2.leichte Ermüdbarkeit 3.Konzentrationsschwierigkeiten oder Leere im Kopf 4. Reizbarkeit 5.Muskelspannung 6.Schlafstörungen (Ein und Durchschlafschwierigkeiten oder unruhiger, nicht erholsamer Schlaf). Das Störungsbild geht nicht auf die direkte körperliche Wirkung einer Substanz (z.B. Droge, Medikament) oder eines medizinischen Krankheitsfaktors (z.B.Schilddrüsenüberfunktion) zurück und tritt nicht ausschließlich im Verlauf einer Affektiven Störung, einer Psychotischen Störung oder einer Tiefgreifenden Entwicklungsstörung auf.
- Woran erkennt man eine Panikstörung? 1. Wiederkehrende unerwartete Panikanfälle 2. Bei mindestens einer der Attacken folgte mindestens ein Monat mit mindestens einem der nachfolgend genannten Symptome: a) anhaltende Besorgnis über das Auftreten weiterer Panikanfälle, b) Sorgen über die Bedeutung der Anfälle oder ihre Konsequenzen (z. B. die Kontrolle zu verlieren , einen Herzinfarkt zu erleiden, verrückt zu werden), c)deutliche Verhaltensänderung infolge der Attacke
- Wie macht sich eine Major Depression bemerkbar? Affektive Störung: Mind 5 der folgenden Symptome bestehen über mind. 2 Wochen ein Symptom davon muss "depressive Verstimmung" (1) oder "deutlich vermindertes Interesse" (2) sein 1 depressive Verstimmung 2 deutlich vermindertes Interesse 3 Gewichts-Appetitverlust 4) Schlaflosigkeit/vermehrter Schlaf 5 Psychomotorische Unruhe/Verlangsamung 6 Müdigkeit/Energieverlust 7 Gefühle von Wertlosigkeit/Schuld 8 Konzentrations-und Entscheidungsprobleme 9 Tod, Suizidgedanken oder Handlungen
- Wie macht sich eine bipolare Störung bemerkbar? Affektive Störung: Bipolare Störung Typ I*: mindestens eine aktuelle oder zurückliegende manische Episode mit/ohne depressive Episode Bipolare Störung Typ II*:mindestens eine aktuelle oder zurückliegende Episode einer Major Depression und mindestens einehypomanische Phase (ohne Manie oder gemischte Episode) Manische Episode: über eine Woche (bei hypomanischer Episode nur 4 Tage) langmindestens vier manische Symptome inklusive veränderterStimmung 1.erhöhte oder gereizte Stimmung 2. verstärkter zielgerichteter Tatendrang oder psychomotorische Agitation 3. vermindertes Schlafbedürfnis 4.exzessives Ausleben von Freizeitaktivitäten mit wahrscheinlich negativen Konsequenzen 5. Selbstüberschätzung oder Grössenwahn 6.Ideenflut und rasende Gedanken 7.Zerstreutheit, Ablenkbarkeit
- Welche Erklärungsmodelle (psych. Strömungen) für affektive Störungen gibt es? Biologische Ansätze: Ungleichgewicht von bestimmten Neurotransmittern (Serotonin, Noradrenalin), Veränderte Hirnaktivität, Genetische Prädisposition Psychodynamisches Modell:Unbewusste Konflikte und feindselige Gefühle durch Selbstprojektion(Abwehrmechanismus) Behavioristisches Modell: mangelnde positive Verstärkung, häufige Bestrafung Aufrechterhaltung: Depression> Isolation > wenige Situationen für positive Verstärkung Kognitives Modell:Anwendung auf den menschlichen Attributionsstil internale (ich bin schuld), stabile (das wird mir immer so passieren) und globale (das wird mir auch in anderen Situationen und auf anderen Themen so ergehen) Attribution negativer Ereignisse
- Was sind somatoforme Störungen? Hauptsymptom: physische Krankheiten oder Beschwerden, die durch tatsächliche medizinische Befunden nicht völlig erklärt werden können, zum Beispiel: Konversionsstörung ( dissoziative Störungen), Hypochondrie (mind. 6 Monate, ärztl. Diagnose beruhigt nicht), Schmerzstörung, Körperdysmorphe Störung, Undifferenzierte, Somatoforme Störung) Hypochiondrie Folgen:Veränderte Hirnaktivitätsmuster (Ursachen oder Folge?), Kognitive Komponenten: Aufmerksamkeitsbias (Konzentration auf Symptome und Krankheiten), Stress und Angst, physische Symptome (verstärktes Schwitzen,beschleunigter Herzschlag), vermehrte Konzentration auf vermeintliche Krankheitssymptome und Bestätigung für Krankheitsempfinden Dissoziativ:a)Das Hauptmerkmal der Dissoziativen ldentitätsstörung ist das Vorhandensein von zwei oder mehr unterscheidbaren Identitäten oder Persönlichkeitszuständen,b) die wiederholt die Kontrolle über das Verhalten der Person übernehmen. c) Es besteht eine Unfähigkeit, sich an wichtige persönliche Informationen zu erinnern; diese ist zu umfassend, um durch gewöhnliche Vergesslichkeit erklärt zu werden.
- Woran erkennt man Persönlichkeitsstörungen und welche gibt es? Hauptmerkmal: chronisches, unflexibles, fehlangepasstes Muster der Wahrnehmung, des Denkens oder des Verhaltens 1. Borderline: tiefgreifendes Muster von Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, im Selbstbild und in den Affekten sowie von deutlicher Impulsivität. Die Störung beginnt im frühen Erwachsenenalter und tritt in den verschiedensten Situationen auf. Mindestens 5 der folgenden Kriterien müssen erfüllt sein: 1. Verzweifeltes Bemühen, tatsächliches oder vermutetes Verlassenwerden zu vermeiden. Beachte: Hier werden keine suizidalen oder selbstverletzenden Handlungen berücksichtigt, die in Kriterium 5 enthalten sind 2. Ein Muster instabiler, aber intensiver zwischenmenschlicher Beziehungen, die durch einen Wechsel zwischen den Extremen der Idealisierung und Entwertung gekennzeichnet ist 3. Identitätsstörung: ausgeprägte und andauernde Instabilität des Selbstbildes und der Selbstwahrnehmung 4.Impulsivität in mindestens zwei potentiell selbstschädigenden Bereichen (Geldausgaben, Sexualität, Substanzmittelmissbrauch, rücksichtsloses Fahren,"Fressanfälle"). 5.Gefühl der inneren Leere 6. Wut 7.Vorrübergehende, belastungsabhängige paranoide Gedanken und Vorstellunge oder schwere dissoziative Symptome Ursache: Diathese (Disposition)-Stress-Modell/ll (Vulnerabilitäts-Stress-Modell) , genetische Komponente (Zwillingsstudien:), Umweltfaktoren (frühe und schwerwiegende traumatische Erlebnisse) Antisozial: a) Missachtung und Verletzung der Rechte Anderer, Mindestens 3 der folgenden Kategorien müssen erfüllt sein: 1. Versagen sich Normen anzupassen 2. Falschheit 3. Impulsivität oder Versagen, vorausschauend zu planen 4. ReizbarkeitundAggressivität 5. RücksichtsloseMissachtung der eigenen Sicherheit bzw. der Sicherheitanderer 6.Durchgängige Verantwortungslosigkeit, die sich imwiederholten Versagen zeigt, eine dauerhafte Tätigkeit auszuüben oder finanziellen Verpflichtungen nachzukommen 7. Fehlende Reue Bereits vor dem 15. Lebensjahr erkennbar, Ursachen wie Borderline
- Was sind typische psychische Störungen in der Kindheit? ADHS und Autismus. ADHS "Zappelphilipp" oder ADS (ohne die Komponente Hyperaktivität) "Hans guck in die Luft) Entweder Punkt (1) oder Punkt (2) müssenzutreffen: 1) Sechs (oder mehr) der folgenden Symptome während der letzten sechs Monate beständig 1.Flüchtigkeitsfehler/Zappeln, Unaufmerksamkeit nicht zuhören etc. Autistische Störung: Es müssen mindestens sechs Kriterien aus (1), (2) und (3) zutreffen, wobei mindestens zwei Punkte aus (1) und je ein Punkt aus (2) und (3) stammen müssen: 1. Qualitative Beeinträchtigung der sozialen Interaktion in mindestens zwei der folgenden Bereiche:ausgeprägte Beeinträchtigung im Gebrauch von Gestik und Mimik zur Interaktion, Unfähigkeit Beziehungen zu Gleichaltrigen aufzubauen, Mangel, Interessen oder Erfolge mit anderen zu teilen, Mangel an sozio-emotionaler Gegenseitigkeit Qualitative Beeinträchtigung der Kommunikation in mindestens einem der folgenden Bereiche:verzögerte Entwicklung von gesprochener Sprache, deutliche Beeinträchtigung der Fähigkeit, ein Gespräch zu beginnen oder fortzuführen, stereotyper oder repetitiver Gebrauch der Sprache oder idiosynkratische Sprache, Fehlen von verschiedenen entwicklungsgemäßen Rollenspielen oder sozialen Beschränkte, repetitive und stereotype Verhaltensweisen, Interessen und Aktivitäten in mindestens einem der folgenden Bereiche: umfassende Beschäftigung mit einem oder mehreren Stereotypen und begrenzten Interessen, wobei Inhalt oder Intensität abnorm sind, auffällig starres Festhalten an bestimmten nichtfunktionalen Gewohnheiten oder Ritualen, stereotype und repetitive motorische Manierismen (z. B. Biegen oder schnelle Bewegung von Händen oder komplexe Bewegungen des ganzen Körpers), ständiges Beschäftigen mit Teilen von Objekten Ursache:Diathese-Stress-Modell Genetische Komponente (Identifikation von möglichen genetischen Veränderungen, schnelleres Hirnwachstum, fehlende Anwendung der „Theorie des Geistes“) Umweltkomponente
- Fassen Sie kurz die verschiedenen Therapie-Formen zusammen? biomedizinische Therapien: Veränderungen der Mechanismen des zentralen Nervensystems durch Medikamente oder chirurgischen Eingriffen Psychotherapien: Veränderungen des fehlerhaften Verhaltens psychodynamische Therapie: psychisches Leiden als äußeres Symptom innerer ungelöster Traumata und Konflikte -> Herausfinden und Bearbeitung der zugrundeliegenden Traumata/Konflikte durch therapeutisches Gespräch Verhaltenstherapie: Störungen als erlernte Verhaltensmuster -> Veränderung des fehlerhaften Verhaltens durch Veränderung der verstärkenden Kontingenzen, Löschung konditionierter Reaktionen und Modellierung effektiven Problemlösens Kognitive Therapie: Veränderung der Gedanken -> veränderte Erklärung und Sichtweise der Probleme-> Bewältigung vorhandener Probleme humanistische Therapie: Verbesserung der Lebensführung -> Verbesserung der Probleme