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Motivation und Emotion (Fach) / Motivationspsychologie 1 - 4 (Lektion)

Tu Chemnitz Einführung Methodik Freud Hull

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  • Welche drei Kriterien für ein Experiment werden benötigt um den wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen? Kontrollierbarkeit (der Störvariablen) Variierbarkeit (UV) Wiederholbarkeit (Dokumentation)
  • Welche Formen des wissenschaftlichen Experiments gibt es? Gedanken-Experiment Labor-Experiment Feld-Experiment Quasi-Experiment
  • Woher leitet sich die Folgende Aussage ab: Die Unterschiede innerhalb einer Gruppe sind in der Regel größer als die Unterschiede zwischen den Gruppen. Schlussfolgerung von einem normalverteilten Merkmal
  • Was sind Merkmale für Motivation? Die Wahl der Aufgaben- bei free-choice Bedingungen Anstrengung- vor allem bei schwierigen Aufgaben oder Materialien Ausdauer= "Persistenz" Leistung- Aufgabenwahl, Anstrengung und Ausdauer sind leistungs-fördernde Faktoren
  • Wie definiert man Motivation? Motivation ist das, was uns in Bewegung setzt= absichtlich ausgeführtes Verhalten
  • Wie definiert sich die Motivationspsychologie? Die Motivationspsychologie umfasst die Gesamtheit der Prozesse, die zielgerichtetes Verhalten auslösen und aufrechterhalten.Die Motivationspsychologie beschäftigt sich mit der Frage, warum Lebewesen sich so verhalten, wie sie es tun.
  • Durch welche zwei Erklärungsansätze kann man motivationales Verhalten erklären? Problem-orientierte Motivationspsychologie= geordnet nach den Motiven zB. Machtmotiv, Leistungsmotiv... Theorie-orientierte Motivationspsychologie= geordnet nach Theorien zB. Behavioristische Theorien, Gestalttheorien...
  • Erkläre die grundlegenden Konzepte der Motivationspsychologie! Hedonismus ("pleasur-pain-principle")= Maximierung positiver Zustände (Freude) und Minimierung negativer Zustände (Schmerz) als Folgen unseres Handelns= Lust-Unlust-Prinzip Homöostase= Streben nach dem inneren Gleichgewicht- Bsp. Hunger stört das Gleichgewicht = Disäquilibrium- Gleichgewicht = Äquilibrium
  • Was studierte Sigmund Freud? Auf welchem Gebiet arbeitete er zunächst? Medizinstudium mit Spezialisierung in der Histologie und Neurophysiologie Er erforschte zunächst die Wirkung des Kokains als Schmerzmittel
  • Nenne vier Schüler Freuds! Alfred AdlerSandor FerencziErnest JonesC.G. Jung
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  • Nenne die grundlegenden Merkmale der psychoanalytischen Theorie! klinischer Ansatz S-R sowie S-C-R-Ansatz Persönlichkeitsmodell ohne Postulat systematischer interindividueller Unterschiede (z.B. ohne Neurotizismus, Extraversion usw.) Betonung von Konflikten und negativen Emotionen Theorie oftmals konträr zum Common Sense
  • Worin fließen die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse Freuds ein? psychische Energie (Übertragung physikalischer Kenntnisse in den psychologischen Kontext) Psychologischer Determinismus Resultierend daraus, dass Freud kein anderer methodischer Zugang offensteht, nutzt er Fallstudien als wissenschaftliche Methode zur Theoriegewinnung
  • Was versteht man unter psychischer Energie? Zu welchem theoretischen Ansatz kann man diese Begrifflichkeit zuordnen? Physik: Energieressourcen sind immer begrenzt Übertragung auf die Psyche: psychische Vorgänge erfordern Energie, welche bei jedem Menschen begrenzt sindzB. unglücklich verliebt: Großteil der Energie bindet sich an das Objekt, wodurch anderen Bereichen deshalb weniger Energie, die aufgebracht werden kann, zur Verfügung steht Einordung in den psychoanalytischen Kontext
  • Was versteht man unter dem Begriff psychologischer Determinismus? Zu welchem theoretischen Ansatz kann man dies zuordnen? Annahme, dass alle psychischen Phänomene (Gedanken, Handlungen...) eine Ursache haben müssen nichts passiert zufällig Vorhersage zukünftiger Ereignisse dadurch möglich zum psychoanalytischen Ansatz (Freud)
  • Nenne Beispiele für die Arbeitsweise Freuds! Technik der freien Assoziation Traumdeutung Fallstudien ( zB. zu Hysterie und Hypnose)
  • Was sind Triebe nach Freud? = innere Energiequelle des Verhaltens mit aufsuchendem Charakter
  • Beschreibe das Triebkonzept Freuds! Triebquelle (Erregungszustand) -> Triebobjekt (Objekt zur Erreichung des Triebziels) -> Triebziel (Aufhebung des Erregungszustands) Das Leitmotiv ist die Betonung der konflikthaften Natur verschiedener TriebeDas Verhalten wird dabei durch zwei gegensätzliche, gegeneinander kämpfende Triebe bestimmt (=Triebdualismus). Man kann zwischen zwei Varianten Freuds unterscheiden:   frühere Variante: Aggression ("egoistischer Trieb") und Sexualität (Selbst- und Arterhaltung)   spätere Variante: Eros (Lebens-) und Thanatos (Todestrieb)
  • Was bedeutet Triebdualismus? Das Verhalten wird durch zwei gegensätzliche, gegeneinander kämpfende Triebe bestimmt. Ziel: möglichst viel Verhalten mit möglichst wenig Konstrukten erklären
  • In welcher Reihenfolge entwickeln die drei Instanzen? ES=angeboren ICH=Entwicklung aufgrund der ICH-Umwelt-Differenzierung ÜBER-ICH=Entwicklung durch Überwindung des Oedipus-Komplexes
  • Charakterisiere das Es als Instanz aus Freuds Persönlichkeitsmodell! =Bedürfnisse und Triebimpulse, welche veranktert sind (z.B.: Hunger, Geborgenheit, Unabhängigkeit...) - Lustprinzip - ist angeboren - meist unbewusst (-> viel Kritik, weil es somit schwer wisseschaftlich erforschbar ist)
  • Welche der drei Instanzen besitzt eine vermittelnde Funktion? Das Ich (Vermittelt zwischen den Triebimpulsen des Es, Über-Ich und den realen Umweltgegebenheiten = Realitätsprinzip, teilweise bewusst) vermittelnde Funktion = Ich-Funktion
  • Was sind die Charakteristika des Über-Ichs? - ist nur teilweise bewusst- beinhaltet die Gebote, Verbote, Werthaltungen und soziale Normen, die durch die Umwelt verinnerlicht wurden
  • Unterscheide zwischen Ödipus-Konflikt und Ödipus-Komplex! Ödipus-Konflikt= Entwicklungskonzept der Psychoanalyse- Kind begehrt eigene Mutter und rivalisiert sich mit dem eigenen Vater- jedes männliche Kind durchläuft es im Laufe seiner Entwicklung- Lösung: Identifikation mit gleichgeschlechtlichem Elternteil (Übernahme der Normen und Werte -> Ausbildung des Über-Ichs) Ödipus-Komplex- Erwachsener verharrt immer noch mit dieser Problemstellung, da der kindliche Konflikt nicht befriedigend gelöst werden konnte
  • Beschreibe das Primärmodell zu Freuds und Handlungs- und Denkmodell! Handlungsmodell:Es -> Handlung -> Befriedigung= "Reflexbogen" Denkmodell:Es -> Objekt abwesend -> Halluzination -> Befriedigung=Phantasietätigkeit als Wunscherfüllung
  • Beschreibe das Sekundärmodell des von Freud postulierten Handlungs- und Denkmodell! Handlungsmodell:Es -> Ich -> Umweghandlung -> Befriedigung- das Ich verhindert eine unmittelbare Triebbefriedigung (Ich-Funktion)DenkmodellEs -> Ich -> Pläne -> (Ersatz-)Befriedigung- Kognitionen helfen bei der Zielereichung
  • Worin unterscheiden sich das Primär- und Sekundärmodell von Freud zu den Handlungs- und Denkmodellen? Das Sekundärmodell beinhaltet die vermittelnde Ich-Funktion, es gibt also eine "eingeschobene" vermittelnde Tätigkeit des Ich -> S-C-R-Modellen Das Primärmodell ist im Gegensatz dazu den S-R-Modellen zugeordnet.
  • Beschreibe die wichtigsten Aspekte und Erkenntnisse des Falls von "Fräulein Elisabeth von R." ! - war ein "hoffnungsloser" Fall aus medizinischer Sicht (Lähmungserscheinungen ohne medizinische Grundlage)- sie war sehr depressiv verstimmt -> Freud konnte sie nicht in einem Gespräch verwickeln = Freud entwickelte die Technik der freien Assoziation (Patientin berichtet selbstständig mit Unterstützung von Freud) Erkenntnis daraus:- Existenz von Abwehrmechanismen (Themen, die sie vermied, waren entscheidend)- Konflikte als Ursache psychischer Probleme- verdrängte Inhalte  sind psychologisch aktiv- Bedeutung der "Katharsis" (= ein Wiedererleben der zuvor verdrängten Inhalte, ermöglicht eine Bewältigung des Konfliktes -> "Heilung" der neurotischen Störung)
  • Wie definierte Freud den Begriff der Katharsis? = ein Wiedererleben der zuvor verdrängten Inhalte - ermöglicht eine Bewältigung des Konfliktes -> "Heilung" der neurotischen Störung
  • Treffe Aussagen zur Falsifizierbarkeit der Erkenntnisse Freuds anhand des Falls von "Elisabeth von R."! Appignanensi und Forrester (1992) Gespräch mit Elisabeth von R.-> Darstellung, dass Freuds Annahmen (sie sei in ihren Schwager verliebt) nicht wahr sind = Problem der Theorien von Freud:- man kann es nicht falsifizieren (nicht widerlegen)    - Zustimmung der Patientin zu Freuds Annahmen = nicht widerlegt    - Ablehnung der Patientin zu Freuds Annahmen = Konflikt wurde komplett verdrängt (Abwehr)=Wahrnehmungsabwehr
  • Nenne Studien zur Wahrmehmungsabwehr (psychoanalytischer Ansatz)! McGinnies (1949) - Tabuwörter Blum (1961) - hysterische Blindheit Bargh et al. (1996) - unbewusste Informationsverarbeitung Chen & Bargh (1997) - automatisches Verhalten
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  • Skizziere kurz das Experiment nach McGinnies 1949! UV: Darbietung von neutralen vs. Tabuwörtern AV: Benötigte Darbietungsdauer zur Wahrnehmung der Wörter        -> durch Lesen des Wortes zum Einen und durch Reaktion der Hautleitfähigkeit zum        Anderen Ergebnisse:       -> Darbietungsdauer bei neutralen Wörtern: 80 ms       -> Darbietungsdauer bei Tabuwörterm: 125 ms       -> Reaktion der Hautleitfähigkeit nicht bei neutralen Wörtern       -> Reaktion der Hautleitfähigkeit immer bei Tabuwörtern, egal ob Benennung des        Wortes möglich war oder nicht Schlüsse: es existiert eine unbewusste Wahrnehmung, bevor eine bewusste stattfindet
  • Nenne Kritikpunkte am Experiment von McGinnies (1949)! neutrale Wörter kommen in der Sprache häufiger vor als Tabuwörter -> schneller erkennbar (Howes & Solomon, 1951) es besteht die Möglichkeit, dass Probanden Hemmungen haben, die Tabuwörter dem Versuchleiter zu nennen Die Unterschiede in den verbalen Daten und den physiolofischen Daten sind DAS entscheidende Argument für eine Wahrnehmungsabwehr die beiden Datenquellen sind unterschiedlicher Natur (dichotom vs. kontinuierlich) und die Unterschiede sind möglicherweise auf diesen Umstand zurückführbar
  • Wie wurde die Wahrnehmungsabwehr im Experiment von Blum (1961) umgesetzt? Was waren die Ergebnisse? Induzierung eine hypnotischen Suggestion von Blindheit für den angstauslösenden Stimulus (= Induzierung einer Wahrnehmungsabwehr) nur in der Experimentalgruppe Ergebnis: keine Hautleitfähigkeit für den angstauslösenden Stimulus in der Experimentalgruppe
  • Nenne Formen von Hypnosezuständen nach den heutigen Erkenntnissen! ca 90% aller Personen erreichen unterschiedlich tiefe Hypnosezustände Ausführen von Handlungen post-hypnotische Amnesie positive Halluzinationen negative Halluzinationen Anwendung bei Patienten mit Phobien oder chronischen Schmerzen
  • Was untersuchte Bargh et al. 1996? Was waren die Ergebnisse? Welche Kritik wurde an diesem Experiment ausgeübt? Bargh et al. stellte Untersuchungen zum Konzept des autmatischen Verhalten an. Diejenigen Probanden, die einen thematischen Bezug zum Alter hatten, benötigten länger, um das Labor zu verlassen, als diejenigen, bei denen ein thematischer Bezug zur Jugend hergestellt wurde.Als Kritik ist einzuwenden, dass sehr schwerwiegende, zugunsten der Hypothesen verfälschende "Anfängerfehler" sichtbar werden: dem Versuchsleiter waren die Hypothesen bekannt und Versuchsleiter wusste in welcher Bedingung der Proband war
  • Was sind mögliche Fehlerquellen bei dem Experiment von McGinnies zur Wahrnehmungsabwehr? Verbale Erinnerungsleistungen als kontinuierliche Variable und physiologische Messwerte als diskrete Variablen sind nicht miteinander vergleichbar / nicht gleich aussagefähig.
  • Was untersuche Bargh & Chen (1987)? Automatischen Verhalten mit Methoden zur Aktivierung von Schemata/Stereotypen, bei der durch die Darbietung von subliminaren Reizen (bekommt sie nicht bewusst mit) die Einschätzung der Interaktion eines unbekannten Partners schlechter ausfiel, wenn diese subliminaren Reize Fotos farbiger Personen beinhalten.
  • Was ist der unterschied zwischen der S-R- und der S-C-R-Psychologie? S-R-Psychologie:- Behaviorismus- auf einen Stimulus folgt eine Reaktion- keine Berücksichtogung von Denkprozessen S-C-R-Psychologie- Grundposition der Psychologie- Annahme kognitiver Prozesse zwischen Stimulus und Reaktion
  • Welche Rolle spielen Emotionen in der Motivationspsychologie? - Motivation, Handeln und Emotionen sind fast unzertrennbar miteinander verbunden- Verhalten wird von Emotionen begleitet- entscheidende Frage in der Motivationspsychologie ist die Bedeutung der Emotionen für das motivierte Verhalten- viele Phänomene der Motivation sind ohne emotionale Vermittlung nicht möglich
  • Nenne Gemeinsamkeiten zwischen Hulls und Freuds Theorie! Determinismus Homöostase Hedonismus keine interindividuellen Unterschiede Wichtigkeit des Triebkonzeptes
  • Wodurch wird Verhalten nach Hull gezeigt? Durch Triebe und Gewohnheiten
  • Wie definiert Hull Triebe? = motivationale Komponente physiologischer Bedürfnisse primäre Triebe sind angeboren sind aktuelle interne Stimulie, die wie externe Stimuli gesehen werden Verhalten unterliegt systematischen Schwankungen, auch bei konstanten Umweltbedingungen -> interne Stimuli als Triebe
  • Welche empirische Grundlage zieht Hull zur Erklärung des Triebkonzeptes heran? Welches Versuchsparadigma gibt es dazu? Untersuchung von Richter (4927)- Nahrungsdeprivation von Versuchstieren macht sie aktiver Versuchsparadigma: Columbia Obstruction Box
  • Was zeigt die Columbia Obstruction Box? Beschreibe den Versuchsaufbau! innere Veränderungen bewirken Änderungen im Verhalten Wahrscheinlichkeit schmerzhafte Elektroshocks zu ertragen, erhöht sich bei zunehmender Nahrungsdeprivation Versuchsaufbau: --> Tier in Startbox (hungrig) muss über elektrisches Gitter um in die Zielbox zu gelangen, inder Nahrung vorhanden ist
  • Was ist ein Habit nach Hull? Auf welchen früheren Erkenntnissen basiert es? - Habit = "Lenksystem", das dem Verhalten seine Richtung gibt- auch Gewohnheitsstärke genannt- basierend auf Thorndikes Gesetzmäßigkeiten des Lernens (1911)-> Lernen durch "Trial and Error"-> S->R (und STärkung der Verbindung zwischen Situation und Rekation)-> Law of Effect (Gesetz der Auswirkung)
  • Was beinhaltet das "Law of Effect"? Von wem ist es? Eine Reaktion wird häufiger auftreten, wenn sie angenehme Zustände zur Folge hat Stärkung der Verbindung zwischen Situation und Reaktion
  • Was sind Gewohnheitshierarchien nach Hull? = Gesamtheit aller verfügbaren Reaktionen- je höher das Verhalten in der Hierarchie, desto höher ist auch die Auftretenswahrscheinlichkeit für das Verhalten- je öfter positive Konsequenzen durch ein Verhalten auftreten, desto höher steigt das Verhalten in der Hierarchie
  • Welche Aussage/n stimmt/stimmen? A) Gewohnheiten sind angeboren B) Triebe sind angeboren C) Triebe werden erlernt D) Gewohnheiten werden erlernt E) Gewohnheiten und Triebe sind weder angeboren noch erlernt B und D ist richtig :)
  • Beschreibe die Verhaltensvorhersage nach Hull! Verhalten = Trieb x Habit -> wenn Triebstärke gegen null, wird kein Verhalten gezeigt (Bedürfnis gestillt)-> wenn keine "richtige" Reaktion in der Hierarchie vorhanden ist (Habit = 0), wird kein Verhalten gezeigt (entspricht Tieren, die in Thorndikes Experimenten noch nicht den öffnenden Mechanismus entdeckt haben)
  • Welches Verhalten aus der Gewohnheitshierarchie wird gezeigt? Verhalten welchen in der Hierarchie am höchsten steht