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Kommunikation (Fach) / Foliensatz 8 (Lektion)

Interpersonelle Kommunikation: Erving Goffman

Diese Lektion wurde von Katharina9L erstellt.

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  • Welchen Forschungsfragen widmete sich Erving Goffman?  etablierte die Mikrostruktur der Interaktion (interaction order) als eigenständigen, der wissenschaftlichen Analyse zugänglichen Untersuchungsbereich zwei Untersuchungsrichtungen: - „rituelle“ Aspekte der Interaktion -> face-Konzept, „rituelles Gleichgewicht“- strukturelle Aspekte der Interaktion Entwicklung eines Instrumentariums zur Beschreibung der „sozialen Situation“ ethische und soziale Werte von Kommunikation Beziehungsaspekt als Kern kommunikativen Verhaltens
  • Welche 2 grundlegenden Erkenntisse hat Ervin Goffman getroffen? 1. Sprachliche Interaktionen folgen usuellen Mustern, die gegenseitig akzeptiert sind(z.B. Frage - Antwort / Gruß - Gegengruß) --> Sequenzierung kommunikativer Handlungen--> strukturelles Merkmal von Interaktion--> struktureller Aspekt der Interaktion 2. Interaktionen gelingen auf der Grundlage des Prinzips der gegenseitigen Akzeptanz -->  face und „rituelles Gleichgewicht“ als basale Regelsysteme-->  beruhen auf Selbstachtung und Rücksichtnahme-->  stabilisierende Wirkung auf Interaktion--> ritueller Aspekt der Interaktion
  • Was meint Interaktionsrituale nach Erving Goffman? Und welche Eigenschaften/Fähigkeiten sind dazu notwendig? Rituale: „Gesellschaften (müssen) ... ihre Mitglieder dazu bringen ..., selbstregulierendan sozialen Begegnungen teilzunehmen. Ein Mittel dazu ist das Ritual.“(1978, 52) Dazu notwendige Eigenschaften/Fähigkeiten des Individuums: Wahrnehmungsfähigkeit, ein durch face/Image ausgedrücktes Selbst: Stolz, Ehre, Würde, Besonnenheit, Takt, Gelassenheit Soziale Interaktionen: verlaufen über Strategien der gegenseitigen face-Wahrung unter den Bedingungen eines „rituellen Gleichgewichts“. Störungen dieses Gleichgewichts führen zu face-Bedrohung und indizieren Ausgleichshandlungen, um das rituelle Gleichgewicht wieder herzustellen. Der „rituelle Kodex“ einer sozialen Gruppe ist durch konventionelle Standards festgelegt, die sich vor allem über Verhaltensverpflichtungen und Erwartungshaltungen  manifestieren (soziale Normen über Selbstachtung und Rücksichtnahme) intersoziale und interkulturelle Unterschiede
  • Was meint Erving Goffman mit dem face-Konzept? face -->  positiver sozialer Wert, den eine Person durch konsistentes Verhalten für sich beansprucht, bzw. der ihr aufgrund dieses Verhaltens von anderen zugeschrieben wird. 1. „face“ im Sinne von „Image“ positives Selbstbild, das von den anderen in der sozialen Interaktion bestätigt wird oder nicht positiver Fall: Bestätigung konfliktärer Fall: Ignoranz, Korrektur oder Ablehnung, Wir sind Praktiken der Image-Pflege (--> „Interaktionsrituale“) 2. „face“ im Sinne von „Gesicht“ gegenseitige Akzeptanz des beiderseitigen Bedürfnisses der Interaktionspartner nach Wertschätzung und Schonung, gegenseitige Akzeptanz des Bedürfnisses, akzeptiert zu sein, nicht angegriffen oder herabgesetzt zu werden; Wahren des eigenen Gesichts und des Gesichts der anderen Demarkationslinie für mögliche Bedrohungen negativer Fall: Gesichts-Verlust
  • Was meint das Face-KONZEPT nach Ervin Goffman?  face verlangt wechselseitige Akzeptanz des eigenen und des Partner-Selbstbildes Aufrechterhaltung des face ist nicht Ziel der Interaktion, sondern deren Bedingung face ist ein wichtiges intersubjektives Medium normativer Ordnungskontrolle, denn gegenseitige Anerkennung ist ein grundlegendes strukturelles Merkmal von Interaktion; gegenseitige Anerkennung von Verhaltensstrategien hat stabilisierende Wirkung auf Begegnungen
  • Was meint Face-Bedrohung nach Goffman? Wenn jemand in der Interaktion spürt, dass sein face stimmig ist, d.h. dass die Interaktionspartner sein face akzeptieren und seine positive Meinung darüber teilen, dann reagiert er typischerweise mit Gefühlen von Vertrauen und Sicherheit. Wenn die Interaktionspartner das face nicht bestätigen und stützen, kommt es zu Konflikten, die von Gefühlen der Irritation und von Ängsten begleitet sein können
  • Was meint falsches Face nach Goffman? falsches face/Image: Jemand stellt ein positives Selbstbild zu Schau, die Interaktionspartner kennen jedoch Informationen über sein  Verhalten in anderen Fällen, die das positive Bild korrigieren bzw. zerstören. kein face/Image: Jemand nimmt an einer Interaktion mit anderen teil, ohne die Verhaltensstrategien einzusetzen (einsetzen zu können), die in der gegebenen Situation von den anderen erwartet werden. --> führt zur face-Bedrohung
  • Welche Ebenen der Verantwortlichkeit für face-Bedrohungen nach Goffman gibt es? a) ungewollt, nicht intendiert (Taktlosigkeit, Unwissenheit, fauxpas)b) gewollt, intendiert (offene Beleidigung) c) ungewollt, jedoch antizipiert und in Kauf genommen (die Beleidigung ist der bewusst nicht vermiedene Nebeneffekt einer übergeordneten Interaktionshandlung)
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