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Kommunikation (Fach) / Foliensatz 4 (Lektion)

Massenkommunikation / Medienkommunikation Wirkungsforschung

Diese Lektion wurde von Katharina9L erstellt.

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  • Wie äusserte sich Psychologisch orientierte Wirkungsforschung Anfang 1940? 1) Untersuchung von Forschergruppe um Carl I. Hovland --> stimulusorientiert (seit den 40er Jahre) Merkmalen der Aussage (Anordnung der Argumente, explizite vs. implizite Schlussfolgerungen, furchterregendeAppelle ...) Merkmale der Persönlichkeit  des Rezipienten (Intelligenz, Motivfaktoren ...) Merkmalen der Kommunikationsquelle (z.B. Glaubwürdigkeit, Attraktivität ...) 2) Konsistenztheoretische Ansätze -->  responseorientiert (seit den 50er Jahren) Erfassung des Einstellungsänderungsprozesses nach dem Prinzip des „kognitiven Gleichgewichts“ (Konsistenz)
  • Was wurde ind er Forschergruppe um Carl I. Hovland untersucht? Forschergruppe um Carl I. Hovland (zunächst im Auftrag der US-Armee, später an der Yale-Universität) empirische Forschung (Laboruntersuchungen) Wie sind mit Hilfe von Überredungskommunikation Einstellungsänderungen zu provozieren? Untersuchung von Merkmalen der Aussage (Anordnung der Argumente, explizite vs. implizite Schlussfolgerungen, furchterregendeAppelle ...) Merkmale der Persönlichkeit  des Rezipienten (Intelligenz, Motivfaktoren ...) Merkmalen der Kommunikationsquelle (z.B. Glaubwürdigkeit, Attraktivität ...) --> stimulusorientierter Ansatz
  • Was wurde um konsistenztheoretische Ansätze untersucht? Welche Annahmen geht dieser Ansatz nach? Erfassung des Einstellungsänderungsprozesses nach dem Prinzip des „kognitiven Gleichgewichts“ (Konsistenz) miteinander in Zusammenhang stehende Bewusstseinsinhalte stehen in Einklang miteinander (subjektiv empfunden) wenn sie NICHT im Einklang stehen, besteht, dann „kognitives Ungleichgewicht“ (Inkonsistenz): innerer Spannungszustand, der nach Ausgleich drängt als Ursache und Anlass für Einstellungsänderung wird ein einziges Motiv angenommen: der Wunsch nach Vermeidung einer kognitiven Konfliktsituation („Dissonanz“) Grundannahme: Menschen tendieren dazu, zwischen ihren Einstellungen und/oder Verhaltensweisen einen Zustand der Übereinstimmung und Vereinbarkeit (Konsistenz) zu erreichen und auch zu erhalten.
  • Wie kann das massenmediale Angebot helfen Inkonsistenzen abzubauen? Versuch, Inkonsistenzen abzubauen sich massenmedialen Angeboten selektiv aussetzen Vermeidung von inkonsistenten Informationen Interesse eher für solche Informationen, die konsistent zur eigenen Einstellungsstruktur sind
  • Welche konsistenztheoretischen Ansätze existieren in der psychologisch orientierten Wirkungsforschung? Konsistenztheoretische Ansätze 1. responseorientiert, weil persönliche Disposition (kognitive Struktur) des Rezipienten im Zentrum steht 2. präkommunikative Einstellungsstruktur also vor dem Empfang einer Aussage) als zentrale Variable im Wirkungsprozess 3. Möglichkeit von Aussagen über den Vorgang der aktiven Selektion des Rezipienten aus dem massenmedialen Angebot Wenn Menschen versuchen, Inkonsistenzen abzubauen, setzen sie sich massenmedialen Angeboten höchst selektiv aus (Interesse eher für solche Informationen, die konsistent zur eigenen Einstellungsstruktur sind -> Vermeidung von inkonsistenten Informationen)
  • Welche Kritik existieren an Konsistenztheoretischen Ansätzen? Kritik : empirische Basis = Laborexperimente  künstlich gleichgeschalteteRandbedingungen Datenfülle mit widersprüchlichen Resultaten Streben nach Konsistenz ist weniger ein universales menschliches Bedürfnisals ein soziokulturell variabler Wert
  • Wie geht die Soziologisch orientierte Wirkungsforschung vor? 1. Lazarsfeld bereits in den 1940er Jahren: Untersuchung des Wählerverhaltens Welche Faktoren beeinflussen die individuelle Wahlentscheidung? Begonnen noch nach dem Stimulus-Response-Ansatz Daten widerlegen den Ansatz jedoch: trotz massiver Wahlkampf-Propaganda über die Massenmedien ändern nur wenige Wähler daraufhin ihre Wahlabsicht Entscheidung der Wähler geht weniger auf direkten Einfluss der Massenmedien zurück, sondern auf Kontakt mit anderen Menschen Rolle der Kleingruppen (Familie, Bekannte,Freunde, Arbeitskollegen, Nachbarn)
  • Was meint in der Soziologisch orientierte Wirkungsforschung das Two-step-flow-Konzept? Frage nach dem Stellenwert interpersonaler Kommunikation im Wirkungsprozess der Massenkommunikation Massenmedien erreichen einen Großteil der Bevölkerung nicht direkt, sondernzunächst (auf der ersten Stufe) nur die Meinungsführer (opinion leaders) und über diese dann (auf der zweiten Stufe) die weniger aktiven Rezipiente deshalb Two-step-flow of communication MM = Massenmedien (1. Schrit zu OL) OL = opinion leader (aktiver Rezipient) (2.Schritt zu R) R = (weniger aktiver) Rezipient
  • Wer sind die Opinion leaders (Meinungsführer)? nicht identisch mit den Prominentesten, Reichsten,Führungspersönlichkeiten sondern stammen aus allen gesellschaftlichen Schichten selten außerhalb des betreffenden Themenbereichs Weiterhin überdurchschnittlich ausgeprägte Geselligkeit --> soziale Kontakte Überdurchschnittlich aktives kommunikatives Verhalten, überdurchschnittlicher Medienkonsum (Massenmedien) Gelten in der sozialen Hierarchie als Experten für das betreffende Thema (bestimmte Positionen/Rollen in Bezug auf das betreffende Thema) Überdurchschnittlich ausgeprägtes subjektives Interesse an den betreffende Themen
  • Was ist die Kritik am Two-step-flow-Konzept? Prozess der Transmission (Übermittlung)  bzw. Diffusion (Verbreitung) einer Nachricht = GLEICHGESETZT = Prozess der Persuasion (Beeinflussung) Jedoch Notwendigkeit der analytischen Trennung! Denn Studien zeigen: Erreichbarkeit der Rezipienten durch Massenmedien direkt (ohne Zwischenschaltung von Opinion leaders) möglich, aber Beeinflussung (Persuasion) nicht ohne weiteres möglich
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  • Welche Schlußfolgerungen ergaben sich aus der Kritik des Two-Step-Modells? Two-step-flow-Hypothese im Hinblick auf Diffusionsprozess zu verwerfen im Hinblick auf Persuasionsprozess nur bedingt haltbar Bereits in den 1950er Jahren Erweiterung zum Multi-step-flow-Modell: Opinion leaders der Opinion leaders -> Opinion leaders werden selbst durch persönliche Kontakte mehr beeinflusst als durch Massenmedien Dennoch: Erklärungskraft des Two-step-flow-Konzepts für bestimmte soziokulturelleSituationen nicht unterschätzen (medienarme oder analphabetische Gesellschaften)
  • Wie ist der aktuelle Forschungsstand der zum Phänomen Opinium Leaders? Meinungsführer? Aktueller Stand der Forschung zum Phänomen Opinion leaders (Meinungsführer): strikte Trennung zwischen „opinion leader“ und „non leader“ kann nicht aufrecht erhalten werden eher „opinion sharing“ -Meinungsteilung Ratgeber-Rolle („opinion giver“) Ratsucher-Rolle („opinion asker“) Wechselseitigkeit der Interaktion in der face to face Kommunikation! „opinion giver“ und „opinion asker“ weisen als Gruppen keine signifikanten Unterscheidungsmerkmale auf opinion "avoiders“ -  weder „opinion giver“ noch „opinion asker“, sondern die Gruppe von Personen, die an der Meinung anderer zu einem bestimmten Thema nicht interessiert sind
  • Welche Schlußfolgerungen lassen sich aus der soziologischen Wirkungsforschung zu opinion leaders ableiten? Opinion-Sharing-Model Soziologisch orientierte Wirkungsforschung Schlussfolgerung: Zwar bilden sich kommunikativ unterschiedlich aktive Personenkreise, jedoch ist es nicht so, dass die Gruppe der „Aktiven“ (opinion leaders) ihre Informationen an die Gruppe der „Inaktiven“ (opinion avoiders) weitergibt Sondern: opinion leaders kommunizieren untereinander
  • Was sagen neuere Befunde der Forschung zur Diffusionsforschung? Diffusionsforschung zur Ausbreitung von Innovationen: erste Informationen über neue Ideen und Verfahrensweisen direkt über Massenmedien zu den in Frage kommenden Zielgruppen („one-step“
  • Was sagen enue Forschungsbefunde zu Einstellungs- und Verhaltensänderungen? Einstellungs- und Verhaltensänderungen eher über interpersonale Kommunikation Befunde aus den 1990er Jahren zur Rolle sozialer Netzwerke auf Themengewichtung und politische Meinungsbildung hier interpersonale Kommunikation wichtiger als Massenmedien
  • Wie ist der Stand zu Massenkommunikative Wirkungsforschung? Wichtiger Einflussfaktor für Wirkungsforschung denn: 1. Bedeutung der individuellen psychischen Disposition Einstellungsforschung -> Einstellungen als relevante Variable im Wirkungsprozess 2. Erreichbarkeit der potentiellen Rezipienten Diffusionsforschung (-> Bedingungen, unter denen sich massenmedial vermittelte Inhalte verbreiten) Stellenwert der interpersonalen Kommunikation (Stellenwert der Kleingruppen)
  • Welches Fazit kann in Hinblick auf 1) Massenmeiden 2) Interpersonaler Kommunikation 3) Rezeption massenmedial verbreitete Aussagen der Kommunikationswissenschaftlichen Wirkungsforschung getroffen werden? Fazit Massenmedien Wissensvermittlung Aufmerksamkeitssteuerung Verstärkung von bestehenden Einstellungen, Meinungen,Verhaltensdispositionen Fazit Interpersonale Kommunikation Änderung von bestehenden Einstellungen, Meinungen, Verhaltensdispositionen Fazit Rezeption massenmedial verbreitete Aussagen ist ein ein aktiver Prozess, zielorientierten (intentionales) Handelns zur Wirklichkeitskonstruktion Fazit Verschiebung des Fokus in der Massenkommunikationsforschung medienzentrierte Betrachtungsweise (passives Reagieren auf äußere Reize) --> Perspektive orientiert auf Publikum bzw. Rezipienten (aktive Rezipienten, die intentional handeln) -> zielgerichteter Mediengebrauch
  • In welchen Widerspruch befinden sich die ANforderungen an den Journalismus un Ideal und Realität? Konstruktion und Inszenierung Konstruktion und Inszenierung IdealAnforderungen an Journalismus (handlungsleitende Verpflichtungen der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten): Wahrheit, Objektivität, Ausgewogenheit, Unparteilichkeit usw. Realität Medien geben die Wirklichkeit nicht wahrheitsgetreu wider (und können dies auch gar nicht), sondern konstruieren sie
  • Wovon werden Berichte der klassischen Massenmedien beeinflusst? Konstruktion und Inszenierung Berichte der klassischen Massenmedien 1. oft ideologisch gefärbt 2.dargebotene Wirklichkeit wird beeinflusst von Stereotypen und Werturteilen des Journalisten Zwängen der Nachrichtenauswahl und –produktion Erfordernissen medialer Darstellung Nur bedingt Rückschlüsse auf Eigenschaften der Welt, Strukturen der Gesellschaft, Ablauf von Ereignissen,Verteilung der öffentlichen Meinung
  • Wie lässt sich der Widerspruch zwischen dem Ideal des journalistischen Berufsethos (Wahrheit, Objektivität, Ausgewogenheit,Neutralität usw.) und der medialen Realitätsdeformation (Verzerrung der Wirklichkeit) auflösen? 1. Unterstellung eines prinzipiellen Gegensatzes zwischen Massenmedienund Gesellschaft  --> Medien als Spiegel der Wirklichkeit -> Aufgabe der (v.a. Nachrichten) Medien istes, die Wirklichkeit widerzuspiegeln -> Alltagsverständnis von der Rolle der Medien 2. Medien als Teil der Wirklichkeit Massenmedien nicht mehr nur als Kommunikationsmittel, sondern als Instanzen der Selektion und Sinngebung -> aktiver Eingriff in Konstruktion von Wirklichkeit Medien als integraler Bestandteil der Gesellschaft, als aktives Element in einem sozialen Prozess, aus dem eine Vorstellung von Wirklichkeit erst hervorgeht denn: über Medien werden Fakten ausgewählt, verarbeitet und interpretiert sie sind Teil eines kollektiven Bemühens, Realität zu konstruieren Wirklichkeit „an sich“ ist zwar real existent, aber erst über Informationsverarbeitungsprozesse konkret erfahrbar
  • Was ist die zentrale Frage an die Massenkommunikationsforschung? Worin bestehen die Selektions- und Interpretationsregeln, nach denen Realität für uns in den Nachrichtenmedien definiert wird. NICHT: Wie (gut oder schlecht) bilden Medien Wirklichkeit ab?