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Ophthalmologie (Fach) / Bindehaut (Lektion)
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- Pinguecula - sehr häufig, v.a. bei älteren Menschen (nie bei Kindern) - begünstigend: langjährige Exposition gegenüber Sonner, Wind oder Staub Klinik:- grau-gelber Fleck - meist am nasalen Hornhautrand- meist beidseitig - keine Therapiebedürftigkeit
- Pterygium Dreieckige, gefässhaltige Wucherung der Bindehaut, die sich über die Hornhaut ausbreiten kann Epidemiologie:- v.a. in südlichen Ländern- durch UV begünstigt - histologisch Ähnlichkeit mit Pinguecula, aber Defekt der Bowman-Membran --> Überwachsen auf die Kornea möglich Klinik:- lange asymptomatisch- Wachstum auf die optische Achse --> Zug auf Hornhaut --> irregulärer Astigmatismus Therapie:- Schutz der Augen vor Sonnenlicht- OP bei Beeinträchtigung der Sehfähigkeit
- Hyposphagma Flächenhafte rote Einblutung unter der Bindehaut Ätiologie:- spontan- Traumata- Druckerhöhung (Niesen, Pressen, schweres Tragen, etc)- fragile Gefässe- Gerinnungsstörung- Blutdruckentgleisung - harmlos, bildet sich innerhalb von 2 Wochen zurück
- Melanosis conjunctivae irregulär pigmentierte Verdickung des Epithels der Bindehaut - mit der Konjunktiva verschieblich (Unterscheidungskriterium zur kongenitalen Melanose) - halbjährliche Befundkontrolle indiziert (--> Bindegewebsmelanom)
- Konjunktivitis - Leitsymptome - Rötung des Auges- Fremdkörpergefühl- Photophobie- vermehrte Sekretion- Juckreiz- Brennen- Chemosis (Ödem der Konjunktiva)- Schmerzen- Schwellung
- Keratoconjunctivitis epidemica virale Konjunktivitis Ätiologie: Adenovirus Typ 8/19 - hochkontagiös (bis 14 Tage nach 2. Auge) Klinik: - Juckreiz, seröse Sekretion, starkes Fremdkörpergefühl- massive konjunktivale Hyperämie, besonders am medialen Lidwinkel (Karunkel)- Schwellung der präaurikulären Lymphknoten- oberflächliche korneale Erosionen (= Nummuli)
- Conjunctivitis allergica - Juckreiz, Chemosis, seröse Sekretion Formen:- Rhinoconjunctivitis ("Heuschnupfen"): Allergie gegen Pollen, Gräser- Keratoconjuncitivitis vernalis ("Fruhjahrskatarrh"): Vermehrte Mastzellaktivität, IgE vermittelt, besonders im Frühjahr, vermehrt bei Jungen; assoziiert mit Asthma bronchiale- gigantopapilläre Konjunktivitis (Riesenpapillen-Konjunktivitis): Durch chronischen Reiz (meist Kontaktlinsen) ausgelöst Klinik:- heftige Epiphora, Chemosis, Fremdkörpergefühl, Niesen- Papillen- Juckreiz Therapie: abschwellende, ggf. glukokortidoidhaltige Augentropfen, orale Antihistaminika der 2. Generation (zB Loratidin)
- Keratoconjunctivitis sicca Erkrankung durch eine Unterproduktion von Tränenflüssigkeit oder eine Veränderung der Zusammensetzung Ätiologie:- trockene Raumluft, Rauch, Bildschirmarbeit- Störung der Lidstellung- Sjögren-Syndrom- Vitamin A Mangel- Medikamente Diagnostik:- Spaltlampenuntersuchung- Anfärben der Epithelläsionen mittels Bengalrosa oder Fluoreszein- Verkürzte Tränenfilmaufrisszeit- Schirmer-Test pathologisch
- Histologie Zylinderepithel mit Becherzellen
- Bindehautfollikel Typischerweise bei Virus- und Chlamydienkonjunktivitis - knötchenförmig - 0,5-1,5 mm
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- Papillen - meist obere Conjunctiva tarsi - 0.1-0.2 mm - typischerweise bei einer allergischen Konjunktivitis
- Chlamydienkonjunktivitis 1. Paratrachom (C. trachomatis, Serotypen D-K)- sehr häufig- okulogenitale Übertragung (typischerweise junge, sexuell aktive Patienten)- Neugeborenenkonjunktivitis- schlecht gechlortem Wasser in Schwimmbädern2. Trachom (Serotypen A-C)- zweithäufigste Erblindungsursache Klinik: - Auge nur mässig rot und leicht verklebt- Follikel am Ober- und Unterlidtarsus Diagnostik:- Bindehautabstrich --> Immunfluoreszenz/Kulturen Therapie: Tetracyclin- oder Erythromycin (Kinder nur Erythromycin)- Auch Sexualpartner behandeln!
- Gonokokken-Konjunktivitis Klinik:- hochrote Konjunktiven- brettharte Lidschwellung- massive eitrige Sekretion- Blepharospasmus Diagnostik:- Nachweis von Diplokokken im Ausstrich- Kultur mit Antibiogramm Therapie: Penicillin G
- Okuläres Pemphigoid Chronische autoimmune Konjunktivitis (Anti-Basalmembran-Antkörper) beider Augen mit Schrumpfung des Bindehautsacks, kornealen Narben und letztlich Erblindung - meist >60-jährige Frauen Klinik:- anfangs Konjunktivitis, später subepitheliale Blasen- zähflüssig-schleimige Sekretion- Narbenstränge --> Symblepharon - "Einmauerung" des Bulbus Diagnostik: - Immunfluoreszenz: Antikörper-Ablagerungen entlang der epithelialen Basalmembran Therapie: Glukokortikoide lokal, Dapson oral- Erblindung häufig nicht vermeidbar
- Xerosis conjunctivae Vitamin-A-Mangel führt zur Austrocknung der Bindehautzellen - Im Lidspaltenbereich, also bei 3 und 9 Uhr, sieht man dreieckige weissliche Bezirke, das von schaumigem Sekret überlagert ist (Bitot-Flocken) - Durch den Vitamin-A-Mangel besteht meist gleichzeitig eine Nachtblindheit