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RS-Lehrgang (Fach) / 3. Wochenende (Lektion)

Störung vitaler Funktionen (Kreislauf), BLS, ALS, Reanimation, Säuglings-/Kinderreanimation, Schock

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  • Kreislaufstillstand Als Kreislaufstillstand bezeichnet man den gleichzeitigen Ausfall aller Vitalfunktionen.
  • Ursachen von Kreislaufstillständen Kardiale Ursachen •      Z.B. akutes Coronarsyndrom •      Rhythmusstörungen •      Herzinsuffizienz Sonstige Ursachen •    Stoffwechselstörungen, Traumen,  •    Intoxikationen, Elektrolytengleisung, thermische Schäden   Respiratorische Ursachen •    Atemwegsverlegung •    Entzündungen der Atemorgane  •    Zentrale Atemregulationsstörung
  • Ablauf Kreislaufstillstand Kreislaufstillstand Patient sofort pulslos Bewusstlosigkeit  nach ca. 10-15 Sekunden Atemstillstand nach ca. 30 Sekunden nach ca. 3-5 Minuten irreversible Hirnschäden
  • Defibrillationswürdige Herzrhythmen Kammerflimmern Pulslose ventrikuläre Tachykardie
  • Nicht defibrillationswürdige Herzrhythmen Asystolie PEA/EMD (pulslose elektrische Aktivität / elektro-mechanische Dissoziation)
  • Symptome des Kreislaufstillstandes •    Bewusstlosigkeit  •    Atemstillstand  •    Zentrale Pulslosigkeit
  • Advanced Life Support (ALS): Auffinden einer leblosen Person auf Sicherheit achten nicht ansprechbar? --> Notruf 112/Notarzt Kopf überstrecken, Atemwege freimachen Keine normale Atmung? --> CPR 30:2
  • Wiedereinsetzender Spontankreislauf nach CPR (Maßnahmen) Sofortige Behandlung  •     ABCDE Methode anwenden  •     Ziel – SpO²: 94-98% •     Ziel = Normokapnie •     12 Kanal EKG •     Ursachen des Kreislaufstillstand behandeln  •     Temperaturkontrolle 
  • Merkmale Defibrillation •     AED - Gerät (durch zertifizierte Helfer) •     In Notkompetenz vom RettAss mit Halbautomat •     Vom Notarzt mit manuellen Defibrillatoren •     Einzige richtige Therapie von KF und PVT •     Depolarisation maximal vieler Myocardzellen •     Gleichstromimpuls
  • Defibrillation (Voraussetzungen zur Anwendung im RD) •     Einweisung in das Gerät gemäß MPG  •     Erfolgreiche Teilnahme an theoretischer und praktischer Basisausbildung mit Zertifizierung  •     Empfohlen wird eine Weiterbildung und  Rezertifizierung  alle zwölf Monate
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  • Defibrillation (Anwendung) •     Diagnostik gemäß BLS durchführen  •     Gerät einschalten und den Anweisungen folgen  •     In der Analyse-, Ladungs- und Schockphase keine Manipulation am Patienten
  • Defibrillation (Sicherheitshinweise) •     Keine Berührung des Patienten bei Schock  •     Guter und korrekter Elektrodensitz  •     Keine Nässebrücken durch Gel oder Feuchtigkeit  •     Deutlich gesprochener Warnhinweis vor Schockauslösung       und optische Überprüfung des Umfeldes   •     Keine Defibrillation im Wasser, auf elektrisch leitendem       Untergrund oder in explosionsgefährdeter Umgebung
  • Merkmale i.V. Zugang + Medikament im Rahmen der CPR Sollte im Rahmen der Reanimation nur durchgeführt werden, wenn 3. Helfer vor Ort  Alternativ bietet sich ein i.o. - Zugang an.  Für das Legen eines i.v. - Zuganges dürfen die BLS-Maßnahmen nicht unterbrochen werden. Medikamente Adrenalin / Suprarenin ®  Wirkung: Sympathikomimetikum  (hier in erster Linie gefäßverengende Wirkung)  •    Medikamentengruppe: Katecholamine  •    Indikation: HKS jeder Genese   •    Dosierung: Erwachsene (HKS): 1 mg  alle 3-5 min i.v. oder i.o. •    Medikament: Cordarex 300mg i.v. bei hyperdynamen HKS
  • Atemwegsmanagement bei CPR Die Intubation sollte nur durch geschultes Personal erfolgen.    Ansonsten sollten weniger invasive Maßnahmen durchgeführt werden (Maskenbeatmung / Larynxtubus). Die CO2 – Messung sollte bei jeder Intubation erfolgen (Kapnometrie).
  • PBLS/PALS: Ursachen Meist respiratorisch, z.B.: Atemwegsverlegung durch Fremdkörper Infektionserkrankungen der Atemwege Sonstige Ursachen, z.B.: Stoffwechselstörungen Intoxikationen
  • Algorithmus PBLS/PALS Säugling/Kind Bewusstseinskontrolle Atemwege freimachen Kopf überstrecken (nur Schnüffelposition) Kinn anheben, Unterkiefer vorschieben Atmung kontrollieren (ggf. stabile Seitenlage) Pulskontrolle (PALS) 5 Beatmungen (AZV 50-100ml) Kreislaufcheck CPR 15:2 100 Kompressionen/min, 1/3 des Brustkorbs Medikamente: Adrenalin: 0,01mg/kgKG i.v./i.o. alle 3-5 min Adrenalin: 0,1 mg/kgKG e.b. einmalig Amiodaron: 5mg/kgKG i.v. (hyperdynam)
  • Schockarten und deren Überbegriffe Absoluter Volumenmangel: Hypovolämischer Schock Relativer Volumenmangel: Anaphylaktischer Schock Neurogener Schock Septisch-toxischer Schock Minderung der Herzleistung: Kardiogener Schock --> "HANS K"
  • Ursachen für einen Hypovolämischen Schock Blutverlust (äußere/innere Blutungen, Hämorrhagischer Schock) Plasmaverlust (Verbrennungen Wasserverlust (Schwitzen)
  • Ursachen für einen anaphylaktischen Schock Allergische Reaktion 3. Grades auf Fremdeiweiße (Medikamte, Nahrungsmittel etc.)
  • Ursachen für einen neurogenen Schock SHT Rückenmarksverletzung --> Verletzung des ZNS
  • Ursachen für einen septisch-toxischen Schock Generalisierte Infektion durch Bakterien
  • Ursachen für einen kardiogenen Schock ACS HRST Linksherzversagen Trauma
  • Die drei Schockphasen Beginnende Phase (Kompensation) Hypotonoie Tachydardie Zentralisationsphase Periphere Vasokonstriktion Minderdurchblutung der Peripherie Zentralisierung des Blutes Hypoxie und Hyperkapnie im Gewebe Zunehmende Azidose Nekrosen der Kapillarwände und Gewebe Flüssigkeitsverschiebung von intravasal nach interstitiell Eindickung des Blutes (Sludge) Einsetzende Blutgerinnung Manifeste Phase Schocklunge, Schockniere Multiorganversagen
  • Allgemeine Schocksymptome •    Hypotonie, Tachycardie •    Blässe •    Kaltschweißige Haut (feinperliger, klebriger Schweiß) •    Unruhe oder Apathie
  • Schockstadien nach klinischen Symptomen (Blutdruck, Herzfrequenz, Atmung, Bewusstsein) Frühphase: Blutdruck: systolisch normal, diastolisch erhöht meist Tachykardie AF: erhöht Bewusstsein normal bis leicht getrübt Voll entwickeltes Schocksyndrom: Blutdruck: erniedrigt häufig Tachykardie AF: Tachypnoe, Dyspnoe (bei Schocklunge) Bewusstsein: gestört, eingetrübt Spätphase: Blutdruck: deutlich erniedrigt HRST, ggf. Bradykardie, Herzversagen respiratorische Insuffizienz Bewusstsein: stuporös bis komatös
  • Schockstadien nach klinischen Symptomen (Haut, Stoffwechsel, Nierenfunktion) Frühphase: Haut blass, kühle Extremitäten Azidose (metabolisch) eventuell verminderte Harnausscheidung Voll entwickeltes Schocksyndrom Haut kalt, feucht, blass, livide Extremitäten Azidose (metabolisch/respiratorisch) verminderte bis fehlende Harnausscheidung Spätphase Haut kalt, klebrig, grau-zyanotisch schwere Azidose (metabolisch/respiratorisch) fehlende Harnausscheidung
  • Allgemeine Maßnahmen bei Schock (inkl. Ziele) •    Kreislaufstabilisierung durch z.B. Schocklage, Volumensubstitution •    Hochdosierte Sauerstoffgabe •    Wärmeerhaltung  Alle weiteren Maßnahmen sind auf den jeweils vorliegenden  Schock abzustimmen ! Ziele der allgemeinen Maßnahmen: •    Kreislaufstabilisierung zur Durchbrechung der Schockkaskade  •    Verhindern der peripheren Minderdurchblutung und entstehenden Acidose  •    Hochdosierte Sauerstoffgabe zur Verbesserung der Sauerstoffsättigung und Verhindern der Acidosegefahr  •    Wärmeerhaltung, um z.B. bei eventuell bestehendem Kältezittern erhöhte Stoffwechselvorgänge zu reduzieren
  • Schocklage: Kontraindikationen: Verletzungen im Bereich: Schädel, Brustkorb, Bauch, Becken, Beine,  Wirbelsäule Unterkühlung Neurogener und cardiogener Schock „Alternativ kann in speziellen Situationen eine Ganzkörperschräglage durchgeführt werden.“
  • Hypovolämischer Schock: Ursachen, Symptome, spezielle Maßnahmen Ursachen •    Blutungen nach innen oder außen („hämorrhagischer Schock“)  •    Plasmaverlust (Verbrennung)   •    Flüssigkeitsverlust (Brechdurchfall, starkes Schwitzen) Symptome Allgemeine Symptome  •    Blutung, Verbrennung, Exsikkosezeichen Die Symptome sind abhängig vom Volumenverlust und sind daher nicht alle sofort vorhanden. Spezielle MaßnahmenGgf. Blutstillung und Wundversorgung (Amputatversorgung)  „sicherer venöser Zugang mit einer bedarfsorientierten Volumentherapie“  
  • Anaphylaktischer Schock: Ursachen Lebensbedrohliche Unverträglichkeit auf körperfremde Eiweiße Freisetzung von Histamin mit den Folgen •    Gefäßdilatation •    Bronchokonstriktion •    Erhöhte Gefäßpermeabilität „Die allergische Reaktion verläuft in verschiedenen Phasen.Die allergische  Reaktion dritten Grades bezeichnet man als anaphylaktischen Schock.“ 
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  • Anaphylaktischer Schock: Schweregrade (inkl. Symptome) Stadium I: Exanthem, Juckreiz, Übelkeit, Quaddlen, Erbrechen keine vitale Bedrohung Stadium II: Atemnot HF erhöht Arrhythmie evtl. RR-Abfall messbare aber nicht unmittelbar bedrochlische Reaktionen Stadium III: starke Atemnot starker RR-Abfall Schocksymptome lebensbedrohliche Situation Stadium IV: Atem-Kreislaufstillstand akute Lebensgefahr
  • Anaphylaktischer Schock: Spezielle Maßnahmen (excl. Medikamente) Allergenzufuhr stoppen z.B. Insektenstachel seitlich wegkratzen, Medikamentenzufuhr stoppen, Kontrastmittelzufuhr etc Bewusstsein vorhanden?   Ja: Schocklage     Nein:  Stabile Seitenlage  Hochdosierte Sauerstoffgabe  Puls RR- Kontrolle Wärmeerhalt SpO² EKG Venöser Zugang + Volumensubstitution  (500 – 1000 ml VEL, ggf. wiederholen, max. 2000 ml) Regelmäßige Puls/RR-Kontrolle Schocklage zur Kreislaufstabilisierung ist nur dann möglich, wenn der Patient dies trotz der ggf. vorliegenden Atemnot toleriert !
  • Anaphylaktischer Schock: Medikamente 0,1 mg Adrenalin i.v. (max. 0,5 mg Adrenalin)   (nach neuer Empfehlung des FRRP: 0,01 mg titriert alle 10 sec., max. 0,5 mg) •  Antihistaminika z.B. Fenistil®  •  Corticoide z.B. Solu-Decortin H ®  •  Antiasthmatika  z.B. Salbutamol  ®
  • Neurogener Schock: Ursachen, Symptome, spezielle Maßnahmen Ursache •    Schädigung des Gehirns z.B. Schädel-Hirn-Trauma •    Schädigung des Rückenmarks z.B. Wirbelsäulentrauma Symptome•    Allgemeine Schockanzeichen in Verbindung       mit einer der o.g. Verletzungen und z.B.       •    Sensibilitätsstörungen, Lähmungserscheinungen     •    Stuhl- und Urinabgang     •    Hirndruckzeichen (z.B. Pupillendifferenz, Druckpuls) Spezielle Maßnahmen •    Immobilisation (Stif-Neck, Vakuummatratze) •    Ggf. RTH Transport •    Transport in neurochirurgische Klinik
  • Septisch-toxischer Schock: Ursachen, Symptome Ursachen •    Generalisierte Infektion durch Bakterien z.B. bei einer Sepsis Symptome •    Allgemeine Schockanzeichen in Verbindung       mit typischen Entzündungszeichen z.B.:   •   Rötung der Haut •   Fieber
  • Kardiogener Schock: Ursachen Allgemein gestörte Pumpfunktion des Herzens durch z.B.: •    Herzinsuffizienz •    ACS •    Herzrhythmusstörungen
  • Kardiogener Schock: Symptome Allgemeine Schockanzeichen in Verbindung mit typischen Zeichen  einer verminderten Pumpleistung des Herzens z.B.: •    Symptome eines Lungenödems •    Symptome eines ACS •    Gestaute Halsvenen weiterhin: RR < 80 mmHg oder < 100 mmHg bei vorbestehender arterieller Hypertonie Tachykardie Körperperipherie kühl, zyanotisch Haut blass, feucht-kalt gestaute Halsvenen Kapillarfüllungszeit verlängert Angst, Unruhe, Bewusstseinseintrübung ggf. HI-Symptome ggf. Zeichen des Lungenödems
  • Kardiogener Schock: spezielle Maßnahmen •    Oberkörper hoch, bei RR systolisch < 80 mmHg       wird der Patient flach gelagert  •    Ggf. herzkraftsteigernde Medikamente  •    Reanimationsbereitschaft
  • Vasovagale Synkope: Ursachen, Symptome, Spezielle Maßnahmen Ursachen: Versacken des Blutes durch langes Stehen und/oder reduzierte Wärmeabgabe Symptome: Kurzfristige Bewusstlosigkeit mit den allgemeinen Schocksymptomen  Spezielle Maßnahmen: Schocklage Im Vergleich zum klassischen Schockgeschehen ist eine Synkope in der Regel nicht lebensbedrohlich. Achtung: Gefahr von Sturzverletzungen