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Softwaretechnik SoSe 2016 (Fach) / Gryczan 3 - Exemplarische Geschäftsprozessmodellierung (ePGM) (Lektion)

Gryczan 3 - Exemplarische Geschäftsprozessmodellierung (ePGM)

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  • Die Betrachtung welcher Dinge fehlt bei der klassischen Geschäftsprozessmodellierung (GPM)? Die Akteure (wer macht etwas?, z.B. Berater, Kunde) Die Arbeitsplatzgegenstände (was wird bearbeitet?, z.B. Kreditantrag) Die Arbeitsunterlagen (was wird betrachtet?, z.B. Konten) Kooperationsbeziehungen (wer kooperiert mit wem?) Unterschiedliche Arbeitsplatztypen oder Arbeitskontexte (welche Unterstützung für welchen Kontext?, z.B. Privat- vs. Firmenkundenberater)
  • Was kennzeichnet die Anwendungsorientierte Softwareentwicklung? (3) • Verstärkte Einbeziehung der Benutzer über die gesamte Projektlaufzeit. • Ständige Rückkopplung der Ergebnisse durch verständliche Dokumente und Prototypen. • Neuorientierung der Entwickler weg von rein technischer Konstruktion am Rechner zur Interaktion mit Benutzern und anderen beteiligten Gruppen.
  • Was sind Anwendungsorientierte Entwicklungsdokumente (AED)? (4 + Was ist das primäre Ziel?) Gemeinsame Dokumente für Entwickler und Anwender An der Fachsprache des Anwendungsbereichs orientiert Modellierung der fachlichen Aufgabe in für alle verständlicher Weise In Autor-Kritiker-Zyklen erstellt, bewertet und überarbeitet Primäres Ziel: Lern- und Kommunikationsprozesse
  • Nenne Beispiele für 1. den dynamischen und 2. den statischen Aspekt von Dokumenten im objektorientierten Entwicklungsprozess (jeweils 4 Punkte) Dynamisch: Betrifft alltägliche Umgangsformen Szenarios Kooperationsbilder Systemvisionen Prototypen Statisch: Betrifft Dinge, Begriffe und Konzepte Glossar Klassen mit Operationen Klassenhierarchien Rahmenwerke
  • Was versteht man grundsätzlich unter einem "Dokument" und was unter einem "Dokumenttyp"? Dokument: Beschreibung des Softwaresystems oder des Entwicklungsprozesses Dokumenttyp: ist ein Begriff im objektorientierten Sinne: dieBeschreibung eines Dokumenttyps legt fest, wie dieExemplare eines solchen Typs, die Dokumente, aussehen.
  • Was beschreiben wir in Szenarien (im Rahmen des AED)? (3) • Arbeitskontexte des Anwendungsfelds• Handlungsstudien / Arbeitsabläufe• vorhandene Problemlösungen
  • Was beschreiben wir im Glossar? (3) • bereits definierte Begriffe der Anwendung• technisch rekonstruierte Begriffe der Anwendung• neue Begriffsbildungen
  • Was beschreibt man in einer "Systemvision"? (3) • die Erledigung von Arbeitsaufgaben• die antizipierten Umgangsformen• unsere Vorstellung vom Erscheinungsbild des Systems Außerdem:Systemvisionen verbinden die mögliche Handhabungeines Computers mit bekannten und neuenArbeitshandlungen. Sie helfen uns, die Szenarien mitden Prototypen zu verbinden.
  • Mit Szenarios und Glossaren lassen sich die verschiedenen Aufgaben und Aktivitäten sehr gut aus der Sicht einzelner Arbeitsplätze beschreiben. Aber was ergeben sich dennoch für Lücken bzw. Probleme dabei? (5) • Gesamtsicht einer kooperativen Situation fehlt.• Die Gesamtsicht kann nicht einfach erstellt werden, da Anwender sichmit diesem Aspekt der täglichen Arbeit nicht befassen.• Menge der Szenarios für eine kooperative Aufgabe stellt eine solcheTextfülle dar, daß der Überblick verloren geht.• Solche Dokumentmengen sind auch keine ausreichende Grundlage fürdie Diskussion der Beteiligten über Kooperationszusammenhänge.• Die reine Textform eignet sich nur sehr bedingt für eine Rückkopplungmit Gruppen von Anwendern im Rahmen einer Arbeitssitzung.
  • Beschreibe "Kooperationsbilder" in 3 Punkten • Kooperationsbilder dienen der Erarbeitung eines Verständnisses undzur Rückkopplung übergreifender Aufgaben.• Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der Form der Zusammenarbeit.• Vergegenständlichung der Art und Weise der Weitergabe vonInformationen und Arbeitsgegenständen durch "Orte" und durch mitPiktogrammen annotierte Pfeile.
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  • Gründe für die gute Verständlichkeit von Kooperationsbildern für Fachabteilungen? (5) • Kooperationsbilder „erzählen eine beispielhafte Geschichte“• Kooperationsbilder untersuchen ausgewählte Szenarien (!), n i c h tvollständige Abläufe mit Verzweigungen und Fallunterscheidungen• Menschen mit ihren Aufgaben und ihrer Arbeit (Arbeitsgegenständeund Arbeitsunterlagen) stehen im Vordergrund, n i c h t  Datenflüsse undGeschäftsfunktionen.• Kooperation und Kommunikation zwischen Mitarbeitern wird explizitgemacht.• Die Darstellung ist durch intuitive Piktogramme und Symboleverständlich
  • Kooperationsbilder sind szenario-basiert: Kernmodelle formulieren Szenarien • Szenarien sind Geschichten – über Personen und ihre Handlungen • Szenarien setzen ein Setting voraus. • Szenarien enthalten Akteure, die Ziele haben • Szenarien haben einen Plot (eine Handlung); sie bestehen aus einer Folge von Aktionen und Ereignissen Gewusst
  • Was interessiert uns an bei der Abbildung von Prozessen mit Kooperationsbildern? (6) • Wer sind die Teilnehmenden (Akteure)?• Was tun sie typischerweise in welcher Reihenfolge?• Mit wem arbeiten sie zusammen?• Mit welchen Gegenständen arbeiten sie?• Wann geben sie Gegenstände (an wen) weiter?• Bei welchen Tätigkeiten werden Sie (wie) von EDV unterstützt?
  • Welche 3 miteinander verknüpfte Ebenen ("...-bilder") kennt das ePGM? (siehe auch: 3+1 Modellierung) - Was zeigen diese 3 jeweiligen Bilder? • Kooperationsbilder zeigen, wie mehrere Akteure in einemGeschäftsprozess zusammen arbeiten (wurde bereitsausführlich erläutert). • Arbeitsplatzbilder zeigen, wie ein Akteur in einer bestimmtenSituation an seinem Arbeitsplatz agiert. Aus einer Folge voneinzelnen Tätigkeiten wird hier ein sinnvoller Arbeitsablaufkonstruiert. • IT-Interaktionsbilder zeigen, wie ein Akteur eine einzelneTätigkeit IT-gestützt durchführt.
  • Mehrere Kooperations- und Arbeitsplatzbilder beziehen sich auf ein fachliches Begriffsmodell - Was macht ein "fachliches Begriffsmodell" aus? (3) • Das Begriffsmodell sorgt für eine Begriffs-Vereinheitlichung über die verschiedenen Modelle• Es ordnet Ober- und Unterbegriffe zu• Es definiert Begriffe als Teil eines Ganzen
  • Arbeitsplatzbilder werden in Kooperationsbilder eingebunden gewusst
  • IT-Interaktionsbilder werden an einzelnen Arbeitsplatzbildern (an Einzeltätigkeiten) angeheftet gewusst
  • Wie kann eine Kooperationsbild im Zusammenhang mit UML eingesetzt werden? Und wie das fachliche Begriffsmodell? • Ein Kooperationsbild (oder mehrere) können eines UML-(Business)-Use-Case erläutern • Das fachliche Begriffsmodell entspricht einem UMLKlassenmodellin der Form des Object Model
  • Begründe inwiefern das Ziel von Kooperationsbildern nicht in "Vollständigkeit" besteht? (3) • Kooperationsbilder zeigen keine „negativen“ Prozessverläufe• Kooperationsbilder kennen keine Fallunterscheidungen• Sie zeigen typische Prozessverläufe Merke:Das Leitbild ist der „90%-Fall“, die Masse des Geschäfts
  • Was ist eine häufige Problematik bei der Dualität zwischen Geschäftsprozessen und Software-Unterstützung? (1) Prozesse müssen sich häufig anbestehende Software anpassen, weil Software teuerund langlebig ist
  • Was sind die Vorteile einer gemeinsamen domänenspezifischen Modellierungsbasis? (7) • Reduzierung von Doppelarbeit durch eine sinnvolleArbeitsteilung zwischen GP-Modellierern und Software-Entwicklern• Gemeinsame Kommunikationsgrundlage für die Zusammenarbeit• Aktualisierte Dokumentation von Geschäftsprozessen undAnwendungssoftware• Gemeinsame Konzepte und Begriffe für Geschäftsprozesse undAnwendungssysteme.• Besseres Zusammenspiel zwischen Geschäftsprozessen undunterstützender Anwendungssoftware.• Ausgangspunkt für System- und Akzeptanztests• Unterlage für Anwenderschulungen und Orientierungshilfe imArbeitsprozess
  • Welche Fragen können wir nach diesem Abschnitt (also: ePGM) beantworten? (Irgendwann gewusst ankreuzen) • Wie sehen die aktuellen und geplanten Prozesse aus?• Wie sieht die aktuelle und zukünftige IT-Unterstützung aus?• Wie könnte eine (bessere) IT-Unterstützung für einen geplantenProzess aussehen• Wie könnte ein Prozess auf Basis einer (feststehenden) ITUnterstützung(besser) gestaltet werden?• Welche relevanten organisatorischen Änderungen treten auf?• Wie ändert sich die Interaktion mit dem System an relevantenStellen?