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Psychiatrie1 (Fach) / Affektive Störungen (Lektion)
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- Unterschiede der Altersdepression - Weniger Traurigkeit - Mehr somatische und hypochondrische Beschwerden - Gedächtnisstörungen - Mehr Angstsymptome - Mehr Apathie und Antriebslosigkeit
- Depression - Labor - Basalcortisol ↑- CRH-Stimulation ↓- CRH im CSF ↑- CRH Bindung ↓ Funktionstests:- DST (Dexamethason-Suppressionstest) ↑- DEX/CRH Test ↑
- Lichttherapie Indikation:- Saisonale Depression- Non-saisonale Major-Depression- Schwangerschaftsdepression- Bulimie- Schlafstörungen- Verhaltensstörungen bei Demenz- Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen der Schizophrenie- Persönlichkeitsstörungen
- Elektrokrampftherapie (EKT) Indikationen:- 1. Wahl bei perniziöse Katatonie- 1. Wahl beim malignen neuroleptischen Syndrom- Depression mit psychotischen Symptomen- Schwere Suizidalität- Bedrohliche Malnutrition wegen unzureichender Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme- Therapieresistenz (nach mind. 2 Antidepressiva) Nebenwirkungen:- Anterograde und retrograde Amnesie- Kardiovaskuläre Komplikationen- Neuropsychogene Störungen- Muskelschmerzen
- Depression: Stationäre Behandlung Indikation:- Suizidalität- Psychotische Symptome- Sozial selbstschädigende Handlungen- Alleinstehende Patienten, die sich nicht versorgen können- Schwere familiäre Konflikte- Therapieresistenz
- Depression: Kriterien A: Allgemeine Voraussetzungen (alle erforderlich)- Die Symptome müssen mindestens 2 Wochen vorliegen- keine manischen Symptome- keine organische Ursache B: Leitsymptome- Gedrückte Stimmung- Interessenverlust- Antriebsverlust C: Weitere Symptome- Verminderung von Konzentration und Aufmerksamkeit- Vermindertes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen- Schuldgefühle, Gefühle der Wertlosigkeit- Negative und pessimistische Zukunftsperspektiven- (Gedanken an) Selbstverletzung oder Suizidhandlungen- Schlafstörungen- Verminderter Appetit- Libidoverlust
- Somatisches Syndrom - tritt immer bei einer schweren Depression auf - Freudlosigkeit (Anhedonie)- Mangelnde Reagibilität- Früherwachen- Morgentief- Psychomotorische Hemmung oder Agitiertheit- Appetitverlust- Gewichtsverlust >5% des Körpergewichts im letzten Monat- Libidoverlust
- Depression: Therapie - Antidepressiva mit Psychotherapie/kognitive Verhaltungstherapie- Schlafentzugstherapie- Lichttherapie- Transkranielle Magnetstimulation (rTMS) 1. Wahl:- Sedierung nicht erwünscht: SSRI (Citalopram), SSNRI (Venlafaxin)- Sedierung erwünscht: Mirtazapin, TCA (Amitriptylin oder Trimipramin)2. Wahl- Sedierung nicht erwünscht: MAO-Hemmer (Moclobemid)
- Hirnveränderungen - Verminderung von Noradrenalin und Serotonin - Veränderung der Dichte/Empfindlichkeit von NA- und 5HT-Rezeptoren im frontolimbischen System
- Somatogene Depression Neurologie: Epilepsien, Hirntumoren, Enzephalitis, Morbus Parkinson Endokrinologie: Hypo-/Hyperthyreose, Morbus Addison, Morbus Cushing, Phäochromozytom Metabolisch: Porphyrie, Morbus Wilson, Diabetes mellitus, Niereninsuffizienz, Vitamin-B12-Mangel Pulmokardial: KHK, COPD, Schlafapnoe-Syndrom Infektionskrankheiten: Lues, Tuberkulose, Mononukleose, AIDS Intoxikation: Alkoholismus Malignome Sonstige: Anämie, Sarkoidose, Strahlentherapie, postoperativ
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- Pharmakogen ausgelöste Depressionen Antihypertensiva: Betablocker, Clonidin Parkinson-Mittel und Muskelrelaxantien: L-Dopa, Amantadin, Baclofen, Bromocriptin Steroidhormone (Glukokortikoide, ACTH) Antirheumatika, Opioide Tuberkulostatika, Antibiotika, Zytostatika Antiepileptika: Clonazepam, Phenytoin Psychopharmaka: Neuroleptika, Barbiturate, Disulfiram
- Manische Episode: Kriterien Leitsymptome:- situationsinadäquate, anhaltene gehobene Stimmung (sorglos-heiter bis erregt)- Antriebssteigerung- Selbstüberschätzung- beschleunigtes Denken - vermindertes Schlafbedürfnis, Rededrang, Ideenflucht- ↓ Aufmerksamkeit und Konzentration, Ablenkbarkeit, Hyperaktivität Mindestdauer: 1 Woche
- Hypomanie: Kriterien Stimmung deutlich abnorm gehoben oder gereizt und mindestens 3 der folgenden Merkmale:- gesteigerte Aktivität- gesteigerte Gesprächigkeit- Konzentrationsschwierigkeiten, Ablenkbarkeit- vermindertes Schlafbedürfnis- gesteigerte Libido- übertriebene Einkäufe, leichtsinniges Verhalten- gesteigerte Geselligkeit Mindestdauer: 4 Tage
- Ab wann pharmakologische Intervention (Tabakkonsum)? Ab ≥10 Zigaretten/Tag 1. Nikotinersatz2. Vareniclin (partieller Agonist an nikotinischen Rezeptoren)3. Buproprion (NDRI)
- Bipolare affektive Störung ≥2 Episoden, in denen Stimmung/Aktivitätsniveau deutlich gestört sind Bipolar-I-Störung: manische + depressive EpisodenBipolar-II-Störung: hypomanische + depressive EpisodenRapid Cycling: ≥4 depressive und (hypo)manische Episoden innerhalb von 1 Jahr M:F = 1:1
- Zyklothymia ≥2 Jahre hinweg auftretende (sub)depressive und hypomanische Stimmungsschwankungen Therapie: Phasenprophylaktika
- Dysthymia ≥2 Jahre andauernde, leichte deperssive Verstimmung, die nicht das Ausmass einer depressiven Episode erreicht
- Depression - Bildgebung Strukturell:- Erhöhte Aktivität im Amygdala (Emotionen)- Erniedrigte Aktivität im Hippocampus- Erniedrigte Aktivät im medialen präfrontalen Cortex Funkionell: Gestörte Netzwerke
- Depression - Kognitionstheoretische Modelle Erlernte Hilfslosigkeit (Seligman) Kognitive Triade (Beck): Negative Sicht der Zukunft, der Umwelt, der eigenen Person Wahrnehmungs- und Interpretationseinsichtigkeit Übergeneralisieren
- Manie >1 Woche Leitsymptome:- Inadäquat gehobene Stimmung- Antriebssteigerung- Beschleunigtes Denken- Selbstüberschätzung- Ablenkbarkeit Weitere Symptome:- Euphorie, Hyperaktivität, Rededrang, Einfallsreichtum bis zur Ideenflucht, Schlafbedürfnis ↓- Fehlen eines Krankheitsgefühls
- Zeitdimension Manie: ≥7 TageHypomanie: ≥4 TageDepressive Episode: ≥14 Tage Zyklothymia, Dysthymia: ≥2 Jahre Schneller Phasenwechsel (rapid cycler): ≥4 Episoden pro Jahr
- Depression im Alter - Risikofaktoren Zerebrovaskuläre Erkrankungen - Hypothyroidismus- Mangelernährung- Vitamin-B12-Mangel- Medikamente (Polypharmazie) - Einsamkeit - Ledig, verwitwet - Soziale Isolation - Negative Lebenserfahrungen - Niedriger sozio-ökonomischer Status - Positive Familiengeschichte - Vorangehende depressive Episoden - Suizidversuche in der Vorgeschichte