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USES Crucius (Fach) / USES Crucius (Lektion)
USES Crucius
Diese Lektion wurde von Butterbrezel11 erstellt.
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- USES Nahezu jedem gestörten Spracherwerb können retrospektiv frühe Symptome nachgewiesen werden. Welche können das sein? Nennen Sie mindestens 4! - Reaktion auf Sprache- Erwerb der ersten Wörter verzögert- 50 Wort-Grenze zu spät- auffälliges Schreien ohne Prosodie, wenig Variation --> Anamnese, nur durch Fragen an die Eltern erfahrbar
- Auf welchen sprachlichen Ebenen können sich Umschriebene Störungen des Spracherwerbs auswirken? 4 formal-linguistische Ebenen:- phonematisch-phonologische Ebene- kommunikativ-pragmatische Ebene- morphologisch-syntaktische Ebene- semantisch-lexikalische Ebene + Sprachverstehen
- Die logopädische Diagnostik im Bereich Kindersprache setzt sich wie folgt zusammen: Anamnesegespräch, klinische Beobachtung und standardisierte/informelle Prüfverfahren. Was sollte jeweils Bestandteil dieser 3 Bereiche sein? Anamnesegespräch: - Anlass der Anmeldung- Familienanamnese- Eigenanamnese- Spiel- und Sozialverhalten --> Hypothesen ableiten für Ursachen klinische Beobachtung:- Analyse der Spontansprache--> Überprüfen der Hypothesen--> Auswahl der Testverfahren Prüfverfahren:- formal-linguistische Ebenen und SV prüfen--> Therapieableitung
- Nennen Sie Methoden, durch deren Anwendung die Aufmerksamkeit des Kindes auf Sprache gelenkt werden kann und geben Sie jeweils ein konkretes Beispiel für ein mögliches therapeutisches Vorgehen! - Trennung von Sprache und Handeln- Blickkontakt herstellen (Methode: Aufmerksamkeit auf Dialog und dessen Gestaltung --> verbal und handelnd)- Besondere Gestaltung des verbalen Dialogs- Parallelisieren von Sprache und Sichtbarem--> Sprache und Handlung versetzt anbieten--> erst rein verbale Planung, dann loslegen oder spielen und Bezug auf vorherige Planung nehmen--> mit Kind über Erlebtes sprechen (Dekontextualisierung)- Fokussieren auf sprachliche Informationen--> Modulation der Sprechstimme /-weise--> Triangulierung--> Sprechen mit Trennwand o.ä. --> Kind muss verstehen- Erfahrung der Wirkmacht von Sprache--> Sprache hat Bedeutung --> Kind ernst nehmen in dem was es sagt, Blickkontakt, ich will wissen was du sagst, WÜnsche und Bedürfnisse des Kindes respektieren--> Absprachen treffen
- Semantik/ Lexikon Ch. Glück (2009) beschreibt 4 charakteristische Merkmale der sprachlichen Schwierigkeiten, die Kinder mit semantisch-lexikalischen Auffälligkeiten haben. Welche sind das? Nennen Sie jeweils 2 konkrete Symptome. 1. eingeschränkter Wortschatz--> verzögerter Erwerb der ersten Wörter--> langsames Wortschatzwachstum 2. Ersetzungen und Fehlproduktionen --> semantische Paraphrasien--> phonologische Paraphrasien 3. Auffälligkeiten in der Sprachverwendung--> Abbrüche, Neuansätze--> Themenvermeidung 4. Begleit- und Folgesymptomatik --> Auswirkung auf Persönlichkeit o.ä.--> scheinbar kein Bedürfnis, ihrem Neugierverhalten nachzugehen--> verspüren kein Bedürfnis, lexikalische Lücken zu schließen
- Beschreiben Sie, wo nach Siegmüller & Kauschke (2006) die Störungsschwerpunkte von semantisch-lexikalischen Störungen liegen können! 3 Störungsschwerpunkte:a) Inventar und Bedeutungb) Vernetzung und Strukturierungc) Wortform: Speicherung und Zugriff zu a): Problem: eingeschränkter Erwerb von Wörtern und Wortbedeutungen, reduzierter Wortschatz- rezeptiv und expressiv- semantische Benennfehler- unspezifische Strategien- wenig Information zur Bedeutung- auf Nachfrage oft "ich weiss nicht" zu b)Problem: Unzureichende Organisation und Vernetzung erworbener Wörter- rezeptiv und expressiv- semantische Paraphrasien- Taxonomische Fehler (Unterbegriff fehlt, z.b. Turm statt Leuchtturm)- Umschreibungen und Gesten zu c)Problem: instabile phonoligshce Repräsentation oder Abrufproblem- nur expressiv- phonologische Paraphrasien- Annäherung bei Wortsuche- Suchbewegungen--> Anlauthilfe und Informationen zur Wortstruktur sind hilfreich
- Welchen Vorschlag macht Ch. Glück (2002) für den Aufbau einer diagnostischen Vorgehensweise bei semantisch-lexikalischen Störungen? 3 Ebenen:Ebene A:--> Indikation für eine Therapie?dazu wird eine Spontansprachanalyse durchgeführt und eine gezielte Wortschatzüberprüfung Ebene B:--> differenzierende Aussagen zur Art der Therapie- Qualität der Speicherung im mentalen Lexikon (Qualität des Wortwissens)- Qualität der Abrufprozesse aus dem mentalen Lexikon- Bewältigungsstrategien, die Ausdruck dessen sind, wie das Kind die Wortschatzerwerbs- und die Wortschatzgebrauchssituation gestaltet. Ebene C:--> die zugrunde liegenden Bedingungen für Wortschatzerwerbs und -gebrauch werden in den Aspekten "personale und soziale Variablen", "kognitive Kapazitäten und Strategien für den Wortschatzerwerb" und "kognitive Prozessvariablen" untersucht.
- Lexikalische Störungen bei Kindern im Rahmen einer USES werden häufig nicht erkannt. Erläutern Sie weshalb. - schwer messbar- Überbrückungsstrategien, um sich unbemerkt durchzumogeln--> erst durch Tests auffällig- sem. gut besetzte Inseln, in denen die Kinder gerne reden und in denen sie gut sind.
- Welche standardisierten und normierten Testverfahren stehen in welchem Alter für die Diagnostik semantisch-lexikalischer Störungen zur Verfügung? Nennen Sie mindestens 3! WWT 5;6 - 10;11Wortschatz und Wortfindungstest für 6-10 jährige AWST-R 3;0 - 5;5Aktiver Wortschatztest Revision PDSS 2;0 - 6;11Patholinguistische Diagnostik für Sprachentwicklungsstörungen
- In der Therapie semantisch-lexikalischer Störungen werden mindestens 3 Therapieformen unterschieden. Nennen Sie diese und erläutern Sie deren Ziele! 1. Elaborationstherapie2. Abruftherapie3. Strategietherapie zu 1.:Das Kind soll mit einem reicheren Wissen zu jedem Wort ausgestattet werden. Die Speicherorganisation soll optimiert werden. zu 2.: Die Abrufgeschwindigkeit, die Abrufgenauigkeit und die Abrufstabilität soll optimiert werden. zu 3.:dem Kind sollen die Methoden der Elaborationstherapie bewusst gemacht werden. es soll Strategien eigeninitiativ einsetzen, um sein lexikalisches Wissen zu erweitern und zu organisieren.
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- Welche übergeordneten Ziele werden in der SLS-Therapie verfolgt und mit welchen Methoden werden sie jeweils bearbeitet? 1. Anbahnung semantischer Fähigkeiten--> Manipulieren von Gegenständen (öffnen, schließen etc) + entsprechende Wörter anbieten (auf/zu/etc) 2. Aufbau eines expressiven Wortschatzes--> Zeigen von Gegenständen 3. Organisation des Lexikons--> Ober und Unterbegriffe erarbeiten 4. Verbesserung der Wortverarbeitung (Aufnahmen und Speicherung neuer Wörter)--> Zielwörter prosodisch hervorheben 5. Verbesserung des Wortlernverhaltens--> Erarbeiten eines Frageschemas in Übungen, z.b. "Was kann man damit machen?"
- Ein übergeordnetes Ziel der semantisch/lexikalischen Therapie ist es, das Wortlernverhalten des Kindes zu verändern. Erläutern Sie mit welchen Methoden das Wortlernverhalten der Kinder positiv beeinflusst werden kann! 1. Vermittlung von Strategien für das WörterlernenMethoden: Erarbeiten eines Frageschemas in Übungen, z.b. "Was kann man damit machen?" 2. Vermittlung von Strategien bei AbrufstörungenMethoden: Übungen mit einer Abrufhilfe-Hierarchie
- Beschreiben Sie die kognitiven Voraussetzungen, die ein Kind für den Übergang vom Symbol- zum Rollenspiel benötigt! Das Vorschulkind: - Dezentrierung + Perspektivenwechsel- Dekontextualisierung- Skript von alltäglichen Handlungen
- Welche Veränderungen im sprachlichen Verhalten eines Vorschulkindes können als Ausdruck sozial-kommunikativer Kompetenz verstanden werden? - Initiierung eines Gesprächs- Metakommunikation- Versprachlichen eines Skripts- "Du hast die Meinung und ich habe die Meinung"- Ironie eines Witzes verstehen können
- Die Anwendung welcher therapeutischer Methoden soll zum kommunikativen Gebrauch der Sprache führen? - Probleme schaffen- als Gegenüber zeigen / als eigene Persönlichkeit mit eigenen Grenzen- das, was das Kind von sich aus bringt, aufnehmen- kein Hilfs-ich sein- Zwischenmenschliches aufgreifen- gemeinsame Spielplanung- Metasprache anbieten und von Rollensprache trennen
- Nennen Sie jeweils 4 mögliche primäre und sekundäre Symptome, die bei Kindern mit Schwierigkeiten im Bereich des Sprachverstehens bestehen/erwartet werden können! primär:- Störung der akustischen Analyse- Störung des auditiven Arbeitsgedächtnisses- defizitärer passiver Wortschatz- eingeschränktes Wortbedeutungsverstehen sekundär:- geringes Interesse an sprachlichen Angeboten- Zurückziehen und Verändern von Antworten aufgrund des Gesichtsausdruck des Gegenüber- Strategien zur Aufrechterhaltung der Kommunikation- ausbleibende oder unerwartete Reaktionen
- Welche standardisierten Testverfahren können zur Befundung des Sprachverständnisses verwendet werden? Nennen Sie mindestens 3! - TROG-DTest zur Überprüfung des Grammatikverständnisses 3;0 - 10;11 Jahre - TSVKTest zum Satzverstehen von Kindern2;0 - 8;11 Jahre - ASVKAnalyse kindlicher Sprachverstehenskontrollprozesse3;6 - 4;11 Jahre SV-Teile enthalten:- WWT- PDSS- SETK
- Wie wird das SV außerhalb standardisierter Testverfahren befundet? - informelle Untersuchung --> fragen über bestimmte Kompetenzen des Kindes und Reaktionen auf bspw Aufforderungen - Wichtig! Gehör abklären lassen!! - informelle Untersuchungen des Textverständnisses--> z.b. Michi-Geschichte
- Was verstehen Sie unter dem Begriff Sprachverstehenskontrolle? Das Gehörte wird überprüft, ob es verknüpfbar ist mit dem eigenem Weltwissen oder kommunikativen Kontextwissen. Sollten Widersprüche auftreten oder etwas nicht sinnvoll sein, muss entsprechend reagiert werden, z.B. durch eine direkte Nachfrage.
- Nennen Sie die 3 Zielbereiche, in denen bei SV-Störung gearbeitet wird und beschreiben Sie die anzuwendenden Methoden! 1. Aufmerksamkeit für Sprache und deren Repräsentationsfunktion--> Aufmerksamkeit sichern--> Erfahrung der Wirksamkeit von Sprache--> Fokussierung sprachlicher Informationen--> Parallelisierung von Sprache und Sichtbarem 2. Funktion des Sprachverstehens selbst--> Differenzierungsübungen nach auditiver Vorgabe--> Übungen zur Erhöhung der phonologischen Bewusstheit--> Erarbeitung von Merkstrategien 3. Umgang mit der Störung--> Aufklärung und Beratung--> therapeutisches Modellverhalten zur Verständnissicherung--> Übungen zur Wahrnehmung und Thematisierung des Nicht-Verstehens--> Erarbeitung von Strategien