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Psychiatrie FA (Fach) / F20 (Lektion)

Schizophrenie

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  • Welche Unterformen der Schizophrenie unterscheidet die ICD-10? F20.0: paranoide Schizophrenie F20.1: hebephrene Schizophrenie F20.2: katatone Schizophrenie F20.3; undifferenzierte Schizophrenie F20.4: postschizophrene Depression F20.5: schizophrenes Residuum F20.6: Schizophrenia simplex F20.8: sonstige Schizophrenie F20.9: nicht näher bezeichnete Schizophrenie Es besteht noch die Möglichkeit, das Verlaufbild an der fünften Stelle zu diagnostizieren: F20.x0: kontinuierlich F20.x1: episodisch, mit zunehmendem Residuum F20.x2: episodisch, mit stabilem Residuum F20.x3: episodisch remittierend F20.x4: unvollständige Remission F20.x5: vollständige Remission F20.x8: sonstige F20.x9: Verlauf unklar; Beobachtungszeitraum zu kurz
  • Welche diagnostischen Leitlinien sind für die Diagnose Schizophrenie erforderlich? mindestens ein eindeutiges Symptom der Gruppe 1 (zwei oder mehr, wenn weniger eindeutig)[Wahn, Halluzinationen: siehe dort] oder mindestens zwei Symptome aus der Gruppe 2 [Halluzinationen, Gedankenabreißen, katatone Symptome, Negativsymptome: siehe dort]. die Symptome müssen fast vollständig über einen Monat oder länger deutlich vorhanden sein bestehen die Symptome (behandelt oder unbehandelt) kürzer als einen Monat, ist die Diagnose einer akuten schizophreniformen psychotischen Störung F23.2 zu stellen die Diagnose einer Schizophrenie ist bei ausgeprägten affektiven Störungen nicht zu stellen, es sei denn die schizophrenen Symptome waren zeitlich vor den affektiven Störungen beim gleichzeitigen Auftreten von schizophrenen und affektiven Symptomen ist die Diagnose einer schizoaffektiven Störung zu stellen
  • Liste bei der Schizophrenie-Diagnostik die Symptome der Gruppe 1 auf! Symptome der Gruppe 1 der Schizophreniediagnostik: Gedankenlautwerden, Gedankeneingebung, Gedankenentzug, Gedankenausbreitung Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, Gefühl des Gemachten, deutlich bezogen auf Körper- oder Gliederbewegungen oder bestimmte Gedanken, Tätigkeiten oder Empfindungen, Wahnwahrnehmungen Kommentierende oder dialogische Stimmen, die über den Pat. und sein Verhalten sprechen, oder andere Stimmen, die aus einem Teil des Körpers kommen anhaltender, kulturell unangemessener oder völlig unrealistischer (bizarrer) Wahn, wie der eine religiöse oder politische Persönlichkeit zu sein, übermenschliche Kräfte und Fähigkeiten zu besitzen (z. B. das Wetter kontrollieren zu können oder im Kontakt mit Außerirdischen zu sein) Zur Diagnosestellung der Schizophrenie sind entweder ein deutliches aus der Gruppe 1 bzw. zwei oder mehr weniger deutliche Symptome aus der Gruppe 1 oder mindestens zwei Symptome aus mindestens zwei Gruppen der Gruppe 2 nötig.
  • Liste bei der Schizophrenie-Diagnostik die Symptome der Gruppe 2 auf! Symptome der Gruppe 2 der Schizophreniediagnostik: anhaltende Halluzinationen jeder Sinnesmodalität, begleitet entweder von flüchtigen oder undeutlich ausgebildeten Wahngedanken ohne deutliche affektive Beteiligung, oder begleitet von anhaltenden überwertigen Ideen, täglich über Wochen oder Monate auftretend Gedankenabreißen oder Einschiebungen in den Gedankenfluss, was zu Zerfahrenheit, Danebenreden oder Neologismen führt Katatone Symptome wie Erregung, Haltungsstereotypien oder wächserne Biegsamkeit, Negativismus, Mutismus und Stupor Negative Symptome wie auffällige Apathie, Sprachverarmung, verflachte oder inadäquate Affekte, zumeist mit sozialem Rückzug und verminderter sozialer Leistungsfähigkeit, wobei diese Symptome nicht durch eine Depression oder eine neuroleptische Medikation verursacht sein dürfen. Zur Diagnosestellung der Schizophrenie sind entweder ein deutliches aus der Gruppe 1 bzw. zwei oder mehr weniger deutliche Symptome der Gruppe 1 oder mindestens zwei Symptome aus mindestens zwei Gruppen der Gruppe 2 nötig.
  • Was ist eine paranoide Schizophrenie F20.0? das klinische Bild wird von ziemlich dauerhaften, oft paranoiden, Wahnvorstellungen beherrscht, meist begleitet von akustischen Halluzinationen und anderen Wahrnehmungsstörungen Nicht im Vordergrund stehen Störungen der Stimmung, des Antriebs, der Sprache oder katatone Symptome  der Verlauf kann episodisch mit teilweiser oder vollständiger Remission oder chonisch sein bei chronischen Fällen bestehen die floriden Symptome über Jahre der Krankheitsbeginn liegt im allgemeinen später als bei der hebephrenen oder der katatonen Form Beispiele für die häufigsten wahnhaften bzw. halluzinatorischen Symptome sind: Verfolgungswahn, Beziehungswahn, Abstammungswahn, Sendungswahn, Eifersuchtswahn oder coenästhetischer Wahn Stimmen, die den Betroffenen bedrohen oder ihm Befehle geben, nichtverbale akustische Halluzinationen (Akoasmen) wie Pfeifen, Brummen oder Lachen Geruchs- und Geschmackshalluzinationen, sexuelle oder andere Körperhalluzinationen. Optische Halluzinationen können ebenfalls auftreten, stehen aber selten im Vordergrund.
  • Diagnostische Leitlinien zur Diagnose einer paranoiden Schizophrenie F20.0? Erfüllung der allgemeinen Kriterien zur Schizophreniediagostik( = ein eindeutiges Symptom der Gruppe 1 bzw.      zwei oder mehr weniger eindeutige Symptome der Gruppe 1 oder     mindestens zwei Symptome der Gruppe 2,      die während mindestens einem Monat fast ständig bestehen) Halluzinationen und/oder Wahn müssen im Vordergrund stehen Störungen des Affekts, des Antriebs, der Sprache oder katatone Symptome bleiben eher im Hintergrund meist treten Halluzinationen, wie beispielsweise bedrohende oder imperative Stimmen, Akoasmen, aber auch wie Geruchs- oder Geschmackshalluzinationen u. a., auf Wahn kann sich in jeder Form zeigen, meist aber als Kontrollwahn, Beeinflussungswahn, das Bestehen eines "Gefühls des Gemachten" oder Verfolgungsgedanken Differentialdiagnostisch vorrangig auszuschließen sind die - F22.0 wahnhafte Störung/Paranoia- epileptische und drogeninduzierte Psychosen.
  • Was ist eine hebephrene Schizophrenie F20.1? hier stehen affektive Veränderungen im Vordergrund:die Stimmungs ist flach und unpassend, oft begleitet von Kichern, selbstversunkenem Lächeln, oder von hochfahrendem Verhalten, Grimassieren, Manierismen (bizarr aussehende, verzerrte, verschnörkelte Bewegungsabläufe), Faxen, hypochondrische Klagen. außerdem stehen Antriebsstörungen sowie Denkstörungen im Vordergrund Äußerungen werden wiederholt (Reiterationen) das Denken ist ungeordnet, die Sprache ist weitschweifig und zerfahren Wahnvorstellungen sind flüchtig und bruchstückhaft das Verhalten ist verantwortungslos und unvorhersehbar Beginn meist zwischen dem 15. und dem 25. Lebensjahr schnelle Entwicklung der Negativsymptomatik, daher eher schlechte Prognose die prämorbide Persönlichkeit ist meist schüchtern und einzelgängerisch Diagnostische Leitlinien: die allgemeinen Kriterien zur Schizophreniediagnostik müssen erfüllt sein die Diagnose soll in der Regel nur bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen gestellt werden und zwar erst nach einer 2-3-monatigen Beobachtungszeit
  • Was ist eine katatone Schizophrenie F20.2? im Vordergrund stehen psychomotorische Störungen, die zwischen Erregung und Stupor oder zwischen Befehlsautomatismus und Negativismus alternieren können. Schwere Erregungszustände können ein Charakteristikum der Erkrankung sein Zwangshaltungen und -stellungen können lange Zeit beibehalten werden die katatonen Symptome können mit lebhagften szenischen Halluzinationen einhergehen Diagnostische Leitlinien: die Diagnose hat bei nicht kommunikationsfähigen Pat. vorläufig zu bleiben, bis weitere Symptome ausreichend belegt vorliegen Erfüllung der allgemeinen Kriterien der Schizophreniediagnostik und zusätzlich ein oder mehrere Symptome der folgenden Verhaltensweisen Stupor oder Mutismus Erregung Haltungsstereotypien Negativismus Rigidität Flexibilitas cerea bzw. wächserne Biegsamkeit andere Symptome wie beispielsweise Befehlsautomatismus oder verbale Perseverationen
  • Was ist eine undifferenzierte Schizophrenie F20.3? die allgemeinen Kriterien zur Schizophreniediagnostik werden erfüllt, aber es werden nicht ausreichend Symptome aufgewiesen, um die Kriterien einer bestimmten Schizophrenieform zu erfüllen oderes werden so viele Symptome aufgewiesen, dass die Kriterien mehrerer Unterformen erfüllt werden. die Diagnose ist nur nach dem Versuch der Zuordnung der Symptome zu einer der Untergruppen zu stellen. andere Bezeichnung: atypische Schizophrenie
  • Was ist eine postschizophrene Depression F20.4? dies ist eine länger anhaltende depressive Episode,die nach einer schizophrenen Erkrankung auftritt, wobei noch schizophrene Symptome, negative oder positive, vorhanden sein müssen, die aber nicht das klinische Bild beherrschen. erhöhtes Suizidrisiko Diagnostische Leitlinien: Diagnosestellung nur möglich, wenn: der Pat. in den letzten 12 Monate an einer Schizophrenie gelitten hat noch einige schizophrene Symptome vorhanden sind die depressiven Symptome im Vordergrund stehen, die Kriterien einer depressiven Episode erfüllen und seit mindestens zwei Wochen vorhanden sind. wenn der Pat. keine schizophrenen Symptome mehr aufweist, ist die Diagnose einer depressiven Episode zu stellen. wenn die floriden schizophrenen Symptome noch im Vordergrund stehen, ist die Diagnose einer Schizophrenie zu stellen.
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  • Was ist ein schizophrenes Residuum F20.5? ein schizophrenes Residuum ist ein chronisches Stadium im Verlauf der schizophrenen Erkrankung, gekennzeichnet durch negative Symptome. Diagnostische Leitlinien: auffällliges Vorhandensein von Negativsymptomen(bspw. Antriebsminderung, psychomotorische Verlangsamung, Affektverflachung, Passivität etc.) früheres eindeutiges Vorhandensein von wenigstens einer psychotischen Episode ein Zeitraum von wenigstens einem Jahr, in dem die floriden Symptome vermindert und die Negativsymptome deutlich waren Ausschluss einer Demenz, einer organischen Hirnerkrankung, einer chronischen Depression.
  • Was ist eine Schizophrenia simplex F20.6? dazugehöriger Begriff: einfache Schizophrenie die Schizophrenia simplex ist ein seltenes Zustandsbild mit schleichender Progredienz von merkwürdigem Verhalten, der Unmöglichkeit, soziale Anforderungen zu erfüllen und mit Verschlechterung der allgemeinen Leistungsfähigkeit Keine Wahnvorstellungen oder Halluzinationen die Negativsymptomatik entwickelt sich ohne vorhergehende floride psyotische Symptomatik die Stellung der Diagnose wird nicht empfohlen