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organisationssoziologie (Fach) / March (Lektion)

Begrenzte Rationalität und organisationales Lernen

Diese Lektion wurde von LauraKraemling erstellt.

Lektion lernen

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  • Beschreibe die Annahmen einer Theorie mit vollständiger Rationalität! Entscheider kennen alle Handlungsalternativen, Entscheider kennen alle Handlungsfolgen, Entscheider haben vollständige und transitive Präferenzen, Entscheider wollen ihren Nutzen maximieren, Alternativen und Folgen sind unabhängig vom Entscheider.
  • Beschreibe die Annahmen einer Theorie mit Bounded Rationality (Begrenzter Rationalität) Entscheider kennen nicht alle Handlungsalternativen Entscheider kennen nicht alle Handlungsfolgen Entscheider haben keine vollständigen und transitiven Präferenzen Entscheider können ihren Nutzen nicht maximieren Handlungsalternativen und Folgen sind nicht unabhängig vom Entscheider
  • Zu welcher Frage führen die modifizierten Annahmen der Bounded Rationality? Die modifizierten Annahmen führen zu der Frage, wie Entscheider in Organisationen überhaupt handeln können, welche Gefahren auf sie lauern und welche Handlungsstrategien sie verfolgen können.
  • Was versteht man unter Satisfizing? Satisfizing bedeutet, dass Unternehmen ihre Preise so festsetzen, dass sie einen angemessenen Gewinn realisieren. Diese Entscheidungsregel widerspricht der betriebswirtschaftlichen Theorie der Unternehmung. Dieser Theorie zufolge erfolgt die Preisbildung am Schnittpunkt von Angebot und Nachfrage. Satisfizing bedeutet auch, dass Organisationen bei Personalentscheidungen üblicherweise nicht die bestmögliche Kombination von Person und Stelle anstreben. Beim satisfizing wird nur solange nach besseren Alternativen gesucht, bis jemand gefunden ist, der den Anforderungen genügt.
  • Was versteht man unter Slack? unentdeckte und ungenutzte Einsparpotenziale in Organisationen. Es handelt sich um die Differenz zwischen den realisierten und den möglichen Leistungen einer Organisation
  • Wann werden Puffer auf- und wann werde sie abgebaut? Solange die Leistung einer Organisation über ihrer intern gesetzten Zielschwelle liegt, werden Puffer aufgebaut. Entscheider legen sich solche Puffer zu, um für Krisen gerüstet zu sein. Leistung einer Organisation unter ihrer intern gesetzten Zielschwelle liegt, werden Puffer abgebaut. Damit wird die Organisation insgesamt effizienter, weil sie weniger Ressourcen für die gleiche Leistung benötigt.
  • Was bedeutet Loose Coupling? ,dass Entscheidungsprämissen und tatsächliches Handeln Begründungen und Entscheidungen Lösungen und Probleme sowie Prozesse und Prozessergebnisse nicht in einem linearen und konsistenten Zusammenhang stehen.
  • Wodurch wird Lose Kupplung ermöglicht? durch Dezentralisierung und Delegation von Verantwortung durch die bewusste Verwendung mehrdeutiger Begründungen vage Erwartungen
  • Was gewinnt eine Organisation durch Loose Kupplung und was verliert sie? gewinnt: flexible Reaktionsmöglichkeiten auf widersprüchliche Erwartungen der Umwelt auf Kosten der internen Kohärenz und Einheitlichkeit.
  • Was sind garbage cans? spezifische Form von loser Kopplung die zeitliche Ordnung von Problemen, Akteuren und Problemlösungen kann bedeutsamer sein als die vorausgeplante, konsistente und einheitliche Form des konventionellen Problemlösens in Organisationen
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  • Was ist Exploration? Suche nach neuem Wissen und Überschreitung des gegenwärtigen Know-Hows eröffnet neue Horizonte und Perspektiven
  • Was ist Exploitation? Verfeinerung des etablierten Wissens und die Einpassung in vorhandene Denkweisen, beutet vorhandenes Wissen und etablierte Technologien aus
  • Auf was sind Organisationen normalerweise ausgerichtet? (Exploitation oder Exploration)? Exploitation anerkanntes Wissen in routinierter Weise verarbeiten auf der Basis funktionierender Technologien tätig sein die Produktion bestimmter materieller und kultureller Güter planen und implementieren.
  • Wieso riskieren Organisationen ihre Existenz, wenn sie nicht nach neuen und innovativen Technologien suchen und nicht bereit sind, Experimente zu wagen, deren zukünftige Erträge nur schwer zu bestimmen sind? Exploration fungiert als Suchstrategie zur Vorbereitung von Entscheidungen in sie eröffnet Optionen und Handlungsfelder, die für das Überleben von organisierten Systemen in einer veränderlichen Umwelt von herausgehobener Bedeutung sind.
  • Worin liegt die Schwierigkeit bei Exploration und Exploitation? dass sich exploitation schneller und effektiver reproduziert als exploration Exploitation verfügt über Mechanismen der Selbstverstärkung, während Exploration über solche Mechanismen nicht verfügt
  • Die Simulationsmodelle: Lernraten und organisationales Gesamtwissen: Wie sieht der Zusammenhang aus? Langsames Lernen der Mitglieder erhöht das durchschnittliche Gesamtwissen, vor allem dann, wenn die Organisation schnell lernt. Schnelles Lernen der Mitglieder verringert das Gesamtwissen, insbesondere wenn die Organisation schnell lernt
  • Die Simulationsmodelle:Homogene und heterogene Lernraten: Wie sieht der Zusammenhang aus? Eine Mischung langsam und schnell lernender Mitglieder ist für das durchschnittliche Gesamtwissen vorteilhafter als eine auf die Lerngeschwindigkeit bezogen homogene Mitgliederpopulation
  • Die Simulationsmodelle: Effekte der Personalfluktuation auf das Organisationswissen in Abhängigkeit der Lerngeschwindigkeit der Mitglieder: Wenn die Mitglieder langsam lernen und die Personalfluktuation gering ist, wächst das Organisationswissen. Wenn Mitglieder langsam lernen und gleichzeitig eine hohe Personalfluktuation herrscht, wird das Organisationswissen verringert. Wenn Mitglieder schnell lernen und eine moderat hohe Personalfluktuation vorliegt, erhöht sich das Organisationswissen.
  • Die Simulationsmodelle: Personalfluktuation bei Umweltturbulenz: Effekte der Personalfluktuation auf das Organisationswissen bei turbulenter Umwelt. Schlussfolgerungen aus Simulation: Gegenseitiges Lernen von Mitgliedern und Organisation führt zu einer dramatischen Verringerung des Organisationswissens, wenn keine Personalfluktuation stattfindet. Eine Abnahme des Organisationswissens bedeutet: fehlende Möglichkeiten zur exploration und damit Gefahr neues Wissen und neue Technologien zu verpassen
  • Folgestudie He/Wong aus dem Jahre 2004 Hypothese: Unternehmen, die explorative mit exploitativen Innovationsstrategien verbinden, sind leistungsfähiger. Abhängige Variable: durchschnittliche Wachstumsrate des Umsatzes;sowohl selbstberichtet als auch über Archivdatenvalidiert. Unabhängige Variablen (likertskalierte Befragungsitems): exploration: Einführung neuer Produkte, Erweiterung der Produktpalette, Öffnung neuer Märkte, Eintritt in neue Technologiefelder exploitation: Verbesserung bestehender Produktlinien, Verbesserung der Produktionsflexibilität, Reduktion von Produktionskosten, Reduktion des Ressourcenverbrauchs He/Wong (2004) bestätigen empirisch die theoretische Aussage von March, dass eine Kombination von exploration und exploitation für Wachstumssteigerungen und Leistungsverbesserungen notwendig ist.
  • Folgestudie Jansen et al. (2006) Design: Befragung von 769 Einheiten eines Finanzdienstleisters in Europa; zwei Befragungszeitpunkte; Regressionsanalyse. Abhängige Variable: durchschnittliche Profitabilität ein Jahr nach Messung der unabhängigen Variablen. Unabhängige Variablen: diverse Skalen und Konzepte Jansen et al. (2006) zeigen, dass exploration vor allem in dynamischen und turbulenten Organisationsumwelten vor Leistungsabfall schützt; zugleich zeigen die Autoren, dass exploitation in wettbewerblichen Kontexten Vorteile bietet und sich dort auch besser fortpflanzt.