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sozialstrukturanalyse (Fach) / 12-räumliche mobilität (Lektion)
- Funktionswandel des Wohnens nach vier Dimensionen des modernen Wohnens: Funktionswandel des Wohnens nach vier Dimensionen des modernen Wohnens:– Wohnen in der Einheit der Kleinfamilie: Wohnung wird mitFamilienangehörigen geteilt, heute stellen Ein- und Zweipersonenhaushaltedie Mehrheit– Wohnen als Freizeit: Erwerbsarbeit ist aus Wohnung ausgelagert worden,Wohnung wird zum Ort persönlicher Aktivitäten, Selbstverwirklichung undGastlichkeit– Wohnen als Privatheit im Gegensatz zur Öffentlichkeit: Wohnung bietetMöglichkeit, nicht gesehen zu werden; Körperlichkeit (Essen, Schlafen,Sexualität etc.) wird in der Wohnung gelebt.– Wohnrechtlich wird eine Wohnung durch Kauf oder Miete erlangt: Inbesonderen Fällen werden Wohnungen staatlich zugeteilt (Asylsuchende,Aussiedler u.a.), sozialer Wohnungsbau und Genossenschaftsmodelleverlieren an Bedeutung.
- Wohnungspolitik BRD: – Wohnungen als marktförmige Ware, Förderung des Privateigentums anWohnungen– Schwächung des innerstädtischen Wohnens, da Wirtschafts-, VerwaltungsundDienstleistungsfunktionen in die Innenstädte verlagert wurden– Umzüge ins „Grüne“, Großsiedlungen an den Stadträndern– Trennung von Arbeiten, Wohnen und Freizeit: Suburbanisierung– Seit Ende der 1970er Jahre: neue Wertschätzung von historischen Gebäuden(Gründerzeitviertel, Altbaugebiete) vor allem durch neue Haushaltstypen
- Wohnungspolitik DDR: – Wohnung als öffentliche Gut, für das der Staat zu sorgen hat– Kein Privateigentum an Grund und Boden– Mieten werden gesetzlich auf niedrigem Niveau festgelegt– Standardisierter Wohnungsbau: Plattenbauten an den Stadträndern– Keine ausreichende Wohnungsversorgung, hoher Sanierungsbedarf
- Wohnen Nach der Wiedervereinigung – Schwierigkeiten wegen des Prinzips „Rückgabe vor Entschädigung“(etwa 2,2 Millionen Ansprüche an Immobilien, Grundstücken bis1997), Kapitalmangel der Eigentümer, fehlende Subventionen fürAltbauten– Übertragung des Mietrechts auf neue Bundesländer, staatlicheFördermaßnahmen– Seit 1994 auch in Ostdeutschland Suburbanisierung, vor allem Berlin,Leipzig, Dresden– In Ost- und Westdeutschland ist mittlerweile Standardausstattungerreicht, noch hoher Leerstand in Ostdeutschland
- Mietbelastungsgrenze Die Mietbelastungsquote drückt aus, welcher Anteildes verfügbaren Haushaltseinkommens fürWohnkosten aufgewendet wird und für sonstigenKonsum nicht zur Verfügung steht Engel-Schwabesches Gesetz; bei geringem Einkommen bleibt nur die Wahl zwischen schlechterWohnqualität oder einem geringen sonstigen Konsum
- Trends auf dem Wohnungsmarkt • Reurbanisierung: Trend ins Grüne in den alten Bundesländern verliert anBedeutung. Seit 2005 wachsen nur die Großstädte, Mittelstädte sindstabil, kleinere Gemeinden verlieren an Bevölkerung.• Gentrification: Soziale und bauliche Aufwertung innerstädtischerWohnlagen. Jüngere Personen mit kulturellem Kapital werten ein Gebietauf, Gewerbebetriebe und Gaststätten ziehen nach, es folgen Investitionin Gebäude, sanierte Wohnungen werden von Gentrifiern bezogen, oftnicht-familiale Haushalte mit höherem Einkommen.• Multilokales Wohnen: Vor allem bei jüngeren und kinderlosen Paaren• Schrumpfung und Leerstand: Folge des Rückgangs der Bevölkerung invielen kleineren Gemeinden (v.a. in Ostdeutschland); besondersbetroffen sind Gewerbeimmobilien, sanierungsbedürftige Gebäude,Gebäude an stark befahrenen Straßen oder in Dorfkernen ohneFreiflächen.
- Drei Formen räumlicher Mobilität: (1) Wanderungen: Wohnungswechsel über eine sozial bedeutsameEntfernung, z.B. 30 km oder 50 km, die das Pendeln nicht mehr erlaubt(2) Residentielle Mobilität: Wohnungswechsel unterhalb einerEntfernungsschwelle oder innerhalb kleiner administrativer Einheiten(3) Zirkuläre Mobilität: Wiederkehrende räumlicheBevölkerungsbewegungen, die nach einem relativ kurzen Zeitrauman ihren Ausgangspunkt zurückkehren
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