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sozialstrukturanalyse (Fach) / 9-ungleichheit und mobilität (Lektion)
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- def soz. ungleichheit „Als ‚soziale Ungleichheiten‘ bezeichnet man Lebensbedingungen (…), diees Menschen erlauben, in ihrem alltäglichen Handeln allgemein geteilteZiele eines ‚guten Lebens‘ (…) besser als andere Menschen zu erreichen“(Hradil 2004: 195).
- Lebensbed. „Lebensbedingungen“ sind äußere „Rahmenbedingungen des „Lebensund Handelns von Menschen“: Wohnung, Arbeitsplatz, Einkommen,Bildungsniveau…
- Soziale Ungleichheit bezieht sich auf Güter, die Soziale Ungleichheit bezieht sich auf Güter, die– in einer Gesellschaft als wertvoll gelten (sind für ein „gutes Leben“bedeutsam und knapp),– in einer Gesellschaft ungleich verteilt sind,– die durch die Einnahme sozialer Positionen und durch sozialeBeziehungen vermittelt werden (Hradil 2004: 195 f.).
- Verteilungungleichheit ungleiche sozialstrukturelleVerteilung eines wertvollen Gutes (z.B. Einkommen) in derBevölkerung
- Arten von Ungleichheit Verteilungsungleichheit Chancenungleichheit
- Chancenungleichheit Chancenungleichheit: Ungleiche Verteilung der Chancenzwischen bestimmten Bevölkerungsgruppen (Frauen,Ausländer etc.) wertvolle Güter zu erhalten
- Drei Annahmen/Voraussetzungen; „gemeinsamer Kern“ von Klassen und Schichtbegriffen: • Drei Annahmen/Voraussetzungen; „gemeinsamer Kern“ von Klassen undSchichtbegriffen: (1) Ähnlichkeit von Klassen- und Soziallagen(2) Klassen- bzw. schichttypische Prägungen und Subkulturen(Sozialisationsannahme)(3) Klassen- bzw. schichttypische Lebenschancen und Lebensrisiken
- Erste Annahme, klasse und schicht • Eine Bevölkerung lässt sich in Gruppen untergliedern, die sich inähnlichen Klassen- oder Soziallagen befinden, z.B.:• Ähnlichkeit in den Merkmalen („Schichtdeterminanten“ bei Geiger)– Stellung zu den Produktionsmitteln– Besitz- oder Einkommensverhältnisse– Berufe– Qualifikationen• „Gruppierungen von Menschen mit ähnlich vorteilhafter oderunvorteilhafter beruflicher Stellung (hinsichtlich Qualifikation, Macht,Einkommen oder Prestige) werden als ‚Schichten‘ bezeichnet“ (Hradil2004: 199).
- zweite Annahme, Klasse und Schicht Es gibt klassen- bzw. schichttypische Prägungen und Subkulturen(Sozialisationsannahme)• Menschen in ähnlicher Klassen- oder Soziallage leben unter ähnlichenBedingungen und machen ähnliche Erfahrungen• Klassen- und Soziallagen beeinflussen:– Klassenbewusstsein (Marx)– Schichtmentalität (Geiger)– Klassenhabitus (Bourdieu)– Schichtspezifische Einstellungs- und Verhaltensmuster
- Dritte Annahme, Klasse und Schicht Aus Klassen- und Soziallagen mit ihren Ressourcen und Prägungenresultieren typische Lebenschancen und Lebensrisiken
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- Def. Schicht und Klasse, Geißler Die Begriffe Schicht und Klasse fassen Menschen in ähnlichersozioökonomischer Lage zusammen, mit der aufgrund ähnlicherLebenserfahrungen ähnliche Persönlichkeitsmerkmale (psychischeDispositionen, Einstellungen und Wertorientierungen, Bedürfnisse undInteressen, Mentalitäten und Lebensstile) sowie ähnlicheLebenschancen und Risiken verbunden sind“ (Geißler 2014: 94).
- Klasse und Schicht, Geißler soz. Lage fürht zu Mentalitäten/Habitus führt zu Lebenschancen/Risiken
- Unterschied zw. Klassen und Schichtanalysen • Klassenanalysen– Orientieren sich eher an ökonomischen Kriterien (z.B. Produktionsmittelbesitz)– Betonen Konflikt-/Machtstrukturen (u.a. zwischen Klassen)– Historische Orientierung: Klassen werden in ihrer historischen Entwicklungerfasst– Theoretische Orientierung: Klassenanalysen fragen nach Ursachen derhistorischen Entwicklung bzw. der Konflikte • Schichtanalysen der BRD sind häufig deskriptiv
- Kontroversen zur Entwicklung der Klassen- und Schichtstruktur in den 1950er bis 1970er Jahren • „Klassengesellschaft im Schmelztiegel“ (Kritik von Geiger (1949) anMarx)– Differenzierung der Schichtstruktur nimmt zu– Klassenkonflikte nehmen ab– Neue Differenzierungsformen entstehen (z.B. Stadt/Land) • „Nivellierte Mittelstandsgesellschaft“ (Schelsky, 1950er Jahre)– Kollektive Auf- und Abstiegsprozesse führen zu sozialer Nivellierung– Breite Mittelschicht (kleinbürgerlich-mittelständisch) • Klassengesellschaft versus soziale Schichtung– Kontroversen zwischen Neomarxisten und nicht-marxistischen Schichttheoretikern– Ergebnis: Es existieren große (und folgenreiche) Unterschiede in denLebensbedingungen (u.a. Einkommens- und Besitzverhältnisse, Bildungschancen) undEinstellungen;
- Schichtmodell 60er nach Geißler /Bolte Zwiebelmodell Alter und neuer Mittelstand gleichwertig, Bauch aus : Alter Mittelstand:Berufsgruppen, die vor derIndustrialisierung dem dritten Standangehörten, also das freie Bürgertumder Städte: Akademiker, Kaufleute,Fabrikanten etc. Neuer Mittelstand:Berufsgruppen, die seit derIndustrialisierung entstanden sind und inder Selbsteinschätzung weder der Obernochder Unterschicht angehören (z.B.die Angestellten). Überwiegend derunteren Mittelschicht zugeordnet. Arbeiter
- Schichtmodell 60er nach Dahlendorf HausModell(Dahrendorf)Kriterien:- Funktion im Herrschafts- /Wirtschaftssystem- Mentalitäten
- Soziale Schichtung der deutschen Bevölkerung, 2009, Geißler Modernisierung“des „Haus-Modells“durch Geißler Schichtkriterien: Beruf(Einkommen, Prestige u.a.),Zuwanderung, Mentalitäten
- Vergleich der Modelle von Dahrendorf und Geißler Massive Umschichtungen– Ausdehnung des Dienstleistungsbereichs auf Kosten des Mittelstands imoberen und mittleren Bereich und auf Kosten der Arbeiterklasse im mittlerenund unteren Bereich– „Unterschichtung“ durch Einwanderung• Weitere Entwicklungen (nicht in Modellen sichtbar)– Mehr Wohlstand– Durchlässigere Schichtgrenzen (Überlappungshypothese), Fortsetzung derEntschichtung– Zusammenhang zwischen Soziallagen, Mentalitäten und Verhaltensweisenwird schwächer– Latenzhypothese: Schichttypische Unterschiede sind weniger sichtbargeworden
- Kritik der Schichtmodelle • Schichtmodelle konzentrieren sich auf traditionelle vertikaleDimensionen sozialer Ungleichheit, neue „horizontale“ Ungleichheitenwerden vernachlässigt (z.B. Geschlecht, Alter, Generation,Lebensform, Region, Erwerbstätigkeit/Nichterwerbstätigkeit)• Kulturelle Vielfalt wird unzureichend erfasst; Schichtmodelle erfassennur unzureichend die zunehmende Vielfalt der Mentalitäten,Lebensstile, Milieus, Interessen, Subkulturen u.ä.
- Soziale Lage • Erweiterung der Schicht- und Klassenanalyse zur mehrdimensionalenUngleichheitsforschung (auch Wohlfahrtsforschung)• Es werden vertikale und horizontale Ungleichheiten einbezogen• Bevölkerung wird nach sozial bedeutsamen Merkmalen inverschiedene Soziallagen unterteilt:– Berufsposition (berufliche Stellung, Erwerbsstatus)– Alter (unter/über 60 Jahre)– Geschlecht– Region (Ost/West)• Objektive und subjektive Wohlfahrtsindikatoren– Objektive Indikatoren sind materielle Ressourcen (z.B. Einkommen)– Subjektive Indikatoren sind z.B. Lebenszufriedenheit
- Lebensstil Zitat Geißler „Unter Lebensstil wird ein relativ stabiles, regelmäßig wiederkehrendesMuster der alltäglichen Lebensführung verstanden – ein ‚Ensemble‘ vonWertorientierungen, Einstellungen, Deutungen, Geschmackspräferenzen,Handlungen und Interaktionen, die aufeinander bezogen sind (…)“.
- Lebensstile Merkmale nach Geißler 4 Nach Geißler sind Lebensstile– bereichsübergreifend mit Schwerpunkt im Freizeit- und Konsumbereich,– expressiv-ästhetische Orientierungen,– dadurch charakterisiert, dass sie Individuen einen ‚subjektiven Sinn‘vermitteln,– identitätsstiftend und distinktiv. Sie schaffen kollektive Identitäten.
- Soz. Milieu • Milieubegriff hat in der Soziologie eine längere Tradition, wurde aber inden letzten Jahren durch die „Erlebnisgesellschaft“ (Schulze 1993) unddie Sinus-Milieus bekannt.• Sinus-Institut strebt „Zielgruppenorientierung“ in Produktentwicklungund Marktforschung an.• Menschen mit ähnlicher Lebensauffassung und Lebensweise(subkulturelle Einheiten) werden zu sozialen Milieus gruppiert.
- Sinus Milieu Bevölkerung wird nach Subkulturen gegliedert:• Werte• Lebensziele• Einstellungen zu Arbeit, Freizeit, Konsum, zu Familie und Partnerschaft• politische Überzeugungen
- Die Auflösungsthese • Vereinheitlichung der Lebensbedingungen (durch steigenden Wohlstandund staatliche Umverteilung nehmen auch untere Schichten anPrivilegien der oberen Schichten teil)• Differenzierung der Soziallagen, horizontale Ungleichheiten („neue“Ungleichheiten werden betont: Geschlecht, Alter, Region, Kinderzahl etc.)• Auflösung schichttypischer Subkulturen (klassen- und schichtspezifischeMentalitäten lösen sich auf)• Pluralisierung von Lebensstilen/Milieus und Entkopplung von objektivenLebensbedingungen (Lebensstile/Milieus sind immer weniger an Klassenund Schichten gebunden)• Entschichtung der Lebenswelt (Klassen und Schichten werden im Alltagimmer weniger wahrgenommen)• Pluralisierung der Konfliktlinien (Soziale und politische Konflikte sindimmer weniger Konflikte zwischen Klassen und Schichten)
- Fortbestehen schichttypischer Ungleichheiten • Schichttypische Lebenschancen und Risiken (Bildung, Aufstieg,Erbschaft, politische Teilnahme, angenehme und qualifizierte Arbeit,Arbeitslosigkeit, Armut, Krankheit, Mediennutzung etc.)• Schichttypische Orientierungen, Verhaltensweisen, Lebensstile, Milieus(Erziehungsstile, Heiratskreise, Freizeit und Sport, Alltagsästhetik,Parteipräferenzen, sozialräumliche Segregation etc.)• Schichttypische Individualisierungs- und Pluralisierungsprozesse (eherin den oberen Schichten)• Präsenz von Schichten im Alltagsbewusstsein der Akteure(Bevölkerung geht vom Fortbestand der Schichten aus)• Wahrnehmung sozialer Konflikte (Konflikte zwischen Arbeitnehmernund Arbeitgebern, zwischen Arm und Reich etc. sind immer nochverbreitet
- Soziale Mobilität Wechsel zwischen sozialen Positionen
- Typen sozialer Mobilität (1) Generationenmobilität oder Intergenerationenmobilität versus Karrieremobilität oder Intragenerationenmobilität(2) Horizontale versus vertikale Mobilität; vertikale Mobilität: soziale Auf- oder Abstiege(3) Individuelle versus kollektive Mobilität(4) Fluktuationen (soziale Mobilität von Individuen) versusUmschichtung (Veränderungen des Positionsgefüges)
- Vertikale Mobilität vertikale Mobilität: sozialeAuf- oder Abstiege • Gesellschaft ist in den vergangenen 50 Jahren geringfügig mobilergeworden• Aufstiegschancen haben zugenommen, Abstiegsrisiken habenabgenommen• Zunahme der „Langstreckenmobilität“
- Intragenerationenmobilität Die Intragenerationenmobilität, die Karriere, erfolgt innerhalb eines Menschenlebens
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- Intergenerationenmobilität Unter Intergenerationenmobilität, der sozialen Mobilität im engeren Sinne, versteht man den sozialen Aufstieg oder Abstieg, der sich von einer Generation zur nächsten vollzieht
- Abstrom- vs Zustromquoten • Abstromquoten bei der Generationenmobilität: wie viel Prozent derKinder strömen in den Beruf ihres Vaters bzw. in andere Berufe ab(seltener: Mütter)– Chancenstruktur einer Gesellschaft– Statuserhalt, Statusvererbung• Zustromquoten (Herkunftsquoten) zeigen an, aus welchen Schichtendie Angehörigen einer Berufsgruppe stammen (u.a.Selbstrekrutierungsquoten)
- Generationenmobilität Insgesamt hohe Generationenmobilität• Viele Aufstiegschancen durch Entwicklung zur „industriellenDienstleistungsgesellschaft“, Ausdehnung der Bildungsschichten,Bedeutungsverlust der Besitzschichten mit gleichzeitiger Umschichtungnach oben• Schichten sind offen und sozial gemischt zusammengesetzt• Ausnahme: Landwirte• Generationenmobilität bei Frauen– Statuserwerb über Bildung und Beruf, aber auch über Heiratsmarkt
- Stände „Als ‚Stände‘ bezeichnet man Gruppierungen innerhalb einer Struktursozialer Ungleichheit, denen Menschen in der Regel durch ‚Geburt‘angehören, deren ungleiche Existenzbedingungen und Lebensweisenweitgehend geregelt und in ihren Abgrenzungen von anderen Ständengenau festgelegt sind“ (Hradil 2004: 198).• Beispiele für Stände– Bauernstand– Bürgertum (z.B. Kaufleute, Fabrikanten, Akademiker)– Adel
- Methodologische Unterscheidungen, ungleichheit (Ursachen, Determinanten, Dimensionen, Folgen) • Ursachen sozialer Ungleichheit (Theorien sozialer Ungleichheit), z.B. MachtoderLeistungsunterschiede• Determinanten sozialer Ungleichheit (Soziale Merkmale von Menschen, diean sich keine Vor- oder Nachteile darstellen, die aber empirisch nachweisbarmit sozialen Ungleichheiten einhergehen); so bestehenChancenungleichheiten nach dem Beruf, dem Geschlecht, dem Alter, derethnischen Zugehörigkeit etc.• Dimensionen sozialer Ungleichheit (gruppierte soziale Lebensbedingungen),z.B. berufliche Stellung, Bildung, materieller Wohlstand, Macht, Prestige etc.)– „Eine höhere oder niedrigere Stellung eines Menschen im berufsnahen Oben und Unten vonBildung, Wohlstand, Macht und/oder Prestige wird Status genannt. Menschen mit ähnlichemStatus heißen Schichten“ (197)• Folgen sozialer Ungleichheit (z.B. Sprache, Erziehung, Wahlverhalten etc.)
- Klassen „Klassen“ sind Gruppierungen innerhalb der Struktur sozialerUngleichheit, „die auf Grund ihrer Stellung innerhalb desWirtschaftsprozesses anderen Gruppierungen über- oder unterlegensind (z.B. wegen ihres Besitzes oder Nichtbesitzes anProduktionsmitteln oder wegen ihrer Machtposition auf demArbeitsmarkt), woraus ihnen bessere oder schlechtereLebensbedingungen erwachsen“ (Hradil 2004: 199).• Frühe Industriegesellschaften sind „Klassengesellschaften“.
- Mittelstand • Mittelstand: „mittlere“ Gruppierung in einer vertikal gegliedertenSozialstruktur• Alter Mittelstand: Berufsgruppen, die vor der Industrialisierung demdritten Stand angehörten, also das freie Bürgertum der Städte:Akademiker, Kaufleute, Fabrikanten etc.• Neuer Mittelstand: Berufsgruppen, die seit der Industrialisierungentstanden sind und in der Selbsteinschätzung weder der Ober- nochder Unterschicht angehören (z.B. die Angestellten). Überwiegend derunteren Mittelschicht zugeordnet.• Falscher Mittelstand: Berufsgruppen vor allem aus dem tertiärenSektor, die im Hinblick auf Einkommen und Status kaum von dermittleren Arbeiterschaft zu unterscheiden sind, die sich aber derMittelschicht zuordnen und den alten Mittelstand kopieren.
- Funktionalistische Schichtungstheorie • In jeder Gesellschaft gibt es Positionen unterschiedlicher Wichtigkeitund funktionaler Bedeutung (z.B. Grad der Abhängigkeit andererPersonen)• Jede Gesellschaft muss dafür sorgen, dass Positionen von Personenbesetzt werden, die die Aufgaben kompetent erfüllen.• Besonders talentierte und kompetente Personen sind knapp undmüssen motiviert werden (zum Beispiel eine höhere Ausbildung zuabsolvieren), die funktional wichtigen Positionen einzunehmen.• Höhere Positionen müssen daher besser belohnt werden als niedrigerePositionen.• Überdurchschnittliche Belohnung und Berufsprestige soll Konkurrenzum die Besetzung der wichtigsten Positionen erhöhen.• Dadurch wird gesichert, dass diejenigen diese Positionen einnehmen,die dafür am besten geeignet sind.• Soziale Ungleichheit ist universal; durch Leistung legitimierteUngleichheit ist in allen Gesellschaften notwendig
- Soziale Lage Geißler Ähnlich wie Hradil argumentiert Geißler (2006: 104):– „Lagenmodelle markieren die Erweiterung der traditionellenSchicht- und Klassenanalyse zur mehrdimensionalenUngleichheitsforschung. Sie vermeiden die Beschränkung auf dievertikale Dimension und beachten neben den traditionellenvertikalen auch ‚horizontale‘ Ungleichheiten, um dieMehrdimensionalität der Ungleichheitsstruktur besser zuerfassen“.• Lagenmodelle wurden in der Wohlfahrtsforschung entwickelt, z.B.Indikatoren für „objektive“ und „subjektive“ Wohlfahrt
- Kritik der funkionalistischen Schichtungstheorie • Theorie enthält keine Aussage darüber, wie viel Ungleichheit notwendigist• Gerade in funktional differenzierten Gesellschaften ist jede Positionprinzipiell gleich wichtig• Talente sind nicht knapp, soziale Ungleichheit verhindert die Entfaltungder Talente• Eine höhere Ausbildung ist kein „Opfer“• Einnahme höherer Positionen muss nicht mit besonderen Anreizenverbunden werden, weil Arbeit dort mehr „intrinsische“ Freude bereitetals Arbeit auf den unteren Positionen.
- soziale Lage • „Als ‚soziale Lage‘ bezeichnet man die Gesamtheit derLebensbedingungen einer sozialen Gruppierung, die durch einegemeinsame soziale Position (Studierende, Rentner, Facharbeiter,Arbeitslose, ausländischer unqualifizierter Arbeiter, Hausfrau etc.)definiert ist.“ (Hradil 2004: 200)• „In postindustriellen Gesellschaften sind die Gefüge derLebensbedingungen und die darin unterscheidbaren Gruppierungen derMenschen, die ‚sozialen Lagen‘ bzw. die ‚Lebenslagen‘, komplexer als inIndustriegesellschaften. ungleichen Lebensbedingungen zusammen“(Hradil 2004: 199 f.)• „Lagenbegriffe dienen der differenzierten Unterscheidung sozialerUngleichheiten und sind u.a. in pluralisierten postindustriellenGesellschaften hilfreich“ (Hradil 2004: 200)
- Schicht • „Gruppierungen von Menschen mit ähnlich vorteilhafter oderunvorteilhafter beruflicher Stellung (hinsichtlich Qualifikation, Macht,Einkommen oder Prestige) werden als ‚Schichten‘ bezeichnet“ (Hradil2004: 199).• Fortgeschrittene Industriegesellschaften sind „Schicht-Gesellschaften“.
- Modernisierung und soz. Ungleichheit In vormodernen Gesellschaften ist die Einkommensungleichheitniedrig, da die Einkommen im Agrarsektor relativ niedrig und gleichverteilt sind• In der aufkommenden Industriegesellschaft wächst Ungleichheit, dasich ein Teil der Beschäftigten im niedrigen und ein anderer Teil imBereich hoher Löhne befindet• In weitgehend modernisierten Gesellschaften ist dieEinkommensungleichheit wieder niedrig, da sich die Erwerbstätigenüberwiegend im industriellen Hochlohnsektor befinden.
- Theorien soz. Ungleichheit 4 1. Ressourcentheorie, schichtspezifische Sozialisationsforschung– Kinder werden je nach Schichtzugehörigkeit mit „Kapitalien“ ausgestattet,die den Bildungserfolg beeinflussen2. Humankapitaltheorie nach Becker– Je geringer das Familieneinkommen, desto geringer die Investitionen inBildung. Je mehr Bildungsinvestitionen, desto größer der Bildungserfolg.3. Theorie der primären und sekundären Effekte nach Boudon– Verbindung von (1) und (2), außerdem: Erträge einer Bildungsinvestitionsind um so größer, je höher die soziale Position der Familie ist4. Funktionalistische Schichtungstheorie Theorie wird von Hradil genauer referiert, da sie Einkommensverhältnisseerklären kann