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sozialstrukturanalyse (Fach) / Bevölkerungsdynamik (Lektion)
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- total fertility rate / zusammengefasste geburtenziffer Die zusammengefasste Geburtenziffer(TFR) eines Kalenderjahres beziehtsich auf alle Frauen, die imbetrachteten Jahr im Alter zwischen 15und 49 (auch 45) waren. Es wirdunterstellt, dass diese Frauen einen(hypothetischen) Jahrgang (Kohorte)bilden (in Wirklichkeit gehören sieverschiedenen Kohorten an). Die TFR2007 wird wie folgt interpretiert: Wenndas Geburtenverhalten der Frauenzwischen ihrem 15. und 50. Geburtstagso wäre wie das durchschnittlicheGeburtenverhalten aller 15- bis 49-jährigen Frauen im Jahr 2007, würdensie im Laufe ihres Lebensdurchschnittlich 1,37 Kinderbekommen. Die TFR wird als Summeder altersspezifischen Geburtenziffernder Frauen in den Altersjahren von 15bis 49 Jahren gemessen. verzerrung durch tempoeffekte
- completed fertility rate Endgültige Kinderzahl derFrauen einer Geburtskohorte ,auch: zusammengefassteGeburtenziffer einer Kohorteoder completed fertility rate,CFR. Summe der altersspezifischenGeburtenziffern derFrauen dieser Kohorte.Die CFR kann man erst dannbestimmen, wenn die Frauenein Alter erreicht haben, in demsie keine Kinder mehrbekommen können.
- bestanderhaltungsniveau Das Bestandserhaltungsniveauentspricht dem Geburtenniveau,bei dem der Erhalt der Elterngenerationdurch die Kindergenerationgesichert ist, es ver-ändert sich historisch durch dieEntwicklung der Sterblichkeit.Sind von 1.000 Frauen einesGeburtsjahrgangs bis zu ihrem49. Lebensjahr wiederum 1.000Mädchen geboren worden, sospricht man vom einfachenErsatz der Elterngeneration.
- Geburtenentwicklung in Deutschland • Die Zahl der Lebendgeborenen hängt ab von– Anzahl und Altersstruktur der Frauen im gebärfähigen Alter(potentielle Mütter)– der relativen Geburtenhäufigkeit dieser Frauen (Geburten pro Frau • Starker Geburtenrückgang zu Beginn des 20. Jh. (erster demographischer Übergang)• Mehrere historisch bedingte Einbrüche• „Golden Age of Marriage“ der 1950er und 1960er Jahre (Westdeutschland) biszum Baby-Boom• Ende der 1960er Jahre in Westdeutschland Rückgang der Geburten(„Pillenknick“), Geburten bis heute auf niedrigem Niveau– „Entdecker“ der „Pille“: Carl Djerassi (geb. 1923 in Wien); die Pille wurde1960 in den USA zugelassen• Ostdeutschland: drastischer Geburtenrückgang im Zuge der Wende • Gründe für den „Baby-Boom“:– Durch Krieg und unmittelbare Nachkriegszeit aufgeschobene Geburtenwurden nachgeholt, zunehmender Wohlstand– Heiratsalter sinkt– Endgültige Kinderzahl der Frauen stieg geringfügig an• Anschließender Rückgang der Geburten in Westdeutschland:– Aufschiebung der Familiengründung durch längere Bildungszeiten undErwerbstätigkeit der Frauen– Mit Anti-Baby-Pille war bessere Planung der Familiengründung möglich– Abnahme der endgültigen Kinderzahl, zunehmende Kinderlosigkeit– Geburtenniveau fällt unter das Reproduktionsniveau
- Geburtenentwicklung in Deutschland • Die Zahl der Lebendgeborenen hängt ab von– Anzahl und Altersstruktur der Frauen im gebärfähigen Alter(potentielle Mütter)– der relativen Geburtenhäufigkeit dieser Frauen (Geburten pro Frau • Starker Geburtenrückgang zu Beginn des 20. Jh. (erster demographischer Übergang)• Mehrere historisch bedingte Einbrüche• „Golden Age of Marriage“ der 1950er und 1960er Jahre (Westdeutschland) biszum Baby-Boom• Ende der 1960er Jahre in Westdeutschland Rückgang der Geburten(„Pillenknick“), Geburten bis heute auf niedrigem Niveau– „Entdecker“ der „Pille“: Carl Djerassi (geb. 1923 in Wien); die Pille wurde1960 in den USA zugelassen• Ostdeutschland: drastischer Geburtenrückgang im Zuge der Wende • Gründe für den „Baby-Boom“:– Durch Krieg und unmittelbare Nachkriegszeit aufgeschobene Geburtenwurden nachgeholt, zunehmender Wohlstand– Heiratsalter sinkt– Endgültige Kinderzahl der Frauen stieg geringfügig an• Anschließender Rückgang der Geburten in Westdeutschland:– Aufschiebung der Familiengründung durch längere Bildungszeiten undErwerbstätigkeit der Frauen– Mit Anti-Baby-Pille war bessere Planung der Familiengründung möglich– Abnahme der endgültigen Kinderzahl, zunehmende Kinderlosigkeit– Geburtenniveau fällt unter das Reproduktionsniveau
- ausdehnung des Alters • Vorindustrielle Gesellschaft: Der Tod konnte jedenin jedem Lebensalter treffen• Moderne Gesellschaft: Der Tod ist in das hoheAlter verlagert, Lebenszeit ist „sicher“ geworden• Sterbekurve gleicht zunehmend einem Rechteck(Rektangularisierung der Sterbekurve)• Folgen:• Normen über den Lebenslauf entstehen(Institutionalisierung des Lebenslaufs),• Investitionen in den Lebenslauf (Bildung)werden sinnvoll, Lebensplanung wird möglich• „Dramatik des vorzeitigen Sterbens“
- Migration nach dem 2. Weltkrieg Sechs Phasen1944-50: Aufnahme von 8 Mill. (BRD) bzw. 4 Mill. (DDR) Vertriebenen und Flüchtlingen(aus ehemaligen deutschen Ostgebieten)1945-61: BRD nimmt 3,1 Flüchtlinge und Übersiedler aus DDR auf; 470000 Wanderungenvon der BRD in die DDR; 2 Mill. Menschen wandern nach Übersee aus1955-74: Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, 1973 Anwerbestopp: „Wechsel von derArbeits- zur Familienmigration“, Ausländerzahl (BRD) erhöht sich um ca. 3,5Mill. (1961-74)ab 1980: zunehmende Einwanderung von Asylsuchenden (aus „Dritter Welt“). 1992:438.000 Antragsteller; Rückgang ab 1993 (Drittstaatenregelung: Personen, dieim Ursprungsland politisch verfolgt wurden, aber über einen sicheren Drittstaateinreisen, haben kein Asylrechtab 1987: verstärkte Einwanderung von (Spät-)Aussiedlern („Deutschstämmige“ aus OstundSüdosteuropa, frühere Sowjetunion)ab 1988: Zusammenbruch sozialistischer Staaten, Ausreisewelle aus der DDR,Migrationsverluste Ostdeutschlands
- Einwanderung (BRD) Auswanderung (DDR) • Deutschland als Einwanderungsland internationale Spitzenposition (vorallem Ende der 1980er Jahre): „Auf 100.000 Einwohner bezogen,betrug die Zahl der Zuwanderer in den 1980er Jahren in den USA 245,in Kanada 479, in Australien 694 und in Westdeutschland 1022“• 1992: 1,2 Mill. Zuzüge von Ausländern, incl. Asylbewerber(„historisches Maximum“)• Bevölkerungswachstum seit den 1990er Jahren ist ausschließlich aufNettozuwanderung zurückzuführen (insbes. Spätaussiedler; vgl.Huinink/Schröder 2014: 76)• Die DDR war stets ein Auswanderungsland. Es war das einzige Land inWesteuropa außer Irland, aus dem bis in die 1980er Jahre hineindurchgehend mehr Menschen fortzogen als zuwanderten (vgl. Hradil2006: 57). 1989 lebten in der DDR weniger als 200.000 Ausländer(insbes. aus Vietnam und Mozambique).
- Wanderungssaldo Differenz zwischen Zu- und Fortzügen
- Wanderungsvolumen Summe von Zu- und Fortzügen
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- Binnen - und Außenwanderung • Wanderungsstatistik basiert auf Wanderungsfällen, die von Meldeämternregistriert werden. Amtliche Statistik unterscheidet:– Binnenwanderung: Wechsel der Hauptwohnung über die Gemeindegrenzeninnerhalb Deutschlands– Außenwanderung (internationale Migration): Wechsel der Hauptwohnungüber die Grenzen Deutschlands • Migration ist sozial selektiv (z.B. Alter, Bildung), daher führen Wanderungen inder Regel zu Veränderungen der Bevölkerungsgröße und –struktur in Ziel- undHerkunftsregion• Binnenwanderung ist in den letzten Jahren nicht angewachsen Negative Wanderungssaldo ist selten (Deutschland) aber seit 2006 (ca) negative Saldo der deutschen Staatsbürger (keine neuen Aussiedler mehr)
- Migrationshintergrund Zu den Personen mit Migrationshintergrundgehören die ausländische Bevölkerung –unabhängig davon, ob sie im Inland oder imAusland geboren wurde – sowie alleZugewanderten unabhängig von ihrerNationalität. Daneben zählen zu denPersonen mit Migrationshintergrund auchdie in Deutschland geboreneneingebürgerten Ausländer sowie eineReihe von in Deutschland Geborenen mitdeutscher Staatsangehörigkeit, bei denensich der Migrationshintergrund aus demMigrationsstatus der Eltern ableitet.Im Jahr 2013 lebten 15,9 MillionenMenschen mit Migrationshintergrund imengeren Sinn in Deutschland. Diesentspricht 19,7 % der Wohnbevölkerung,davon hatten 11,3 % die deutsche und 8,5% eine ausländische Staatsangehörigkeit.
- Wann ist Kinderlosigkeit ungewollt? • Ungewollte Kinderlosigkeit ist biologisch bedingte Unfruchtbarkeit• Etwa 5% bis 10% aller Frauen in entwickelten Ländern sindbiologisch bedingt unfruchtbar• Unterscheidung zwischen gewollter und ungewollterKinderlosigkeit problematisch; im Lebenslauf kann gewollte inungewollte Kinderlosigkeit umschlagen• Kinderlosigkeit kann Folge aufgeschobener Entscheidungen sein
- Kinderzahlen der Geburtskohorten 1940-1955, BRD DDR • In Westdeutschland nimmt die Kinderlosigkeit zu, der Anteil derFrauen mit einem oder zwei Kindern ist relativ stabil, der Anteilder Frauen mit drei und mehr Kindern nimmt ab.• In der DDR ist der Anteil Kinderloser und der Anteil der Frauenmit einem Kind recht stabil, der Anteil mit zwei Kindern hat zu-,der Anteil mit drei und mehr Kindern abgenommen.
- Gibt es eine Sandwichgeneration? • Frauen im Alter zwischen 40 und 59 Jahren werden häufig einer„Sandwich-Generation“ zugerechnet.• Eine Konstellation, bei der Frauen im Alter zwischen 40 und 54 JahrenEltern pflegen und Kinder betreuen und erwerbstätig sind, ist sehrselten (im Jahr 2002 zwischen 3% und 8%). Die Wahrscheinlichkeit,jemals im Lebenslauf in eine „Sandwich-Generation“ zu kommen, liegtbei etwa 20%.• In ähnlicher Weise sind auch Männer von dieser Situation betroffen.