8

Wirtschaftsgeschichte (Fach) / ll Arbeitsbeziehungen (Lektion)

<3

Diese Lektion wurde von Janaw55 erstellt.

Lektion lernen

Diese Lektion ist leider nicht zum lernen freigegeben.

  • Schlichtungswesen Eine Besonderheit der Arbeitsbeziehungen in der WR war die staatliche Zwangsschlichtung, die im Oktober 1923 ihre rechtliche Fixierung erhielt.  Der Staat erachtete Schlichtung als notwendig, aufgrund des volkswirtschaftlichen Schadens, durch die Arbeitskämpfe. Die Gewerkschaften galten zwar als legitimer Partner bei kollektiven Tarifverträgen, jedoch waren nur in etwa 1/3 aller Tarifabschlüsse das Ergebnis freier Tarifverhandlungen. Der Großteil aller Tarifverhandlungen waren das Ergebnis staatlicher Schlichtungsverfahren bzw Zwangsschlichtung durch den Staat. MAAS MAßGEBLICH Wenn ein Tarifvertrag für allgemein bindend erklärt wurde bedeutete dies, dass er auch für AG und AN maßgeblich war, die keiner der beteiligten Organisationen angehörten.  ANTRAG Die Verbindlichkeitserklärung eines Schiedsspruchs konnte ohne Antrag der betroffenen Partei erfolgen AKTZEPTIEREN AG und Gewerkschaften mussten staatliche Schiedssprüche aktzeptieren. Keine legitime Möglichkeit des Vorgehens gegen staatliche Entscheidung STEUERN Reichsarbeitsministerien konnten Lähne nach eigenem Belieben steuern GEGEN WILLEN Schlichter konnten somit gegen den Willen von AG und Gewerkschaften bindende Tarifverträge durchsetzen. Daher: Häufig Kritik: Politische Löhne 
  • Das Stinnes-Legien Abkommen von 1918 Das Stinnes-Legien Akommen vom 15.11.1918 war eine Kollektivvereinbarung zwischen industieller Arbeitgeberverbände und den Gewerkschaften.  Schon im November 1918 einigten sich der Vorsitzende der Generalkommission der Gewerkschaften in Deutschland Carl Legien und der Großindustrielle Hugo Stinnes als Vertreter der Arbeitgeberseite auf eine grundlegende Übereinkunft und Anerkennung der gegenseitigen Interessen, bzw. Interessenvertretungen, d.h. AG-Verbände und Gewerkschaften. Dies war insofern revolutionär, als dass die Gewerkschaften als legitimer Partner bei Verhandlungen über kollektive Verträge anerkannt wurden. Das Stinnes-Legien-Abkommen war daher der erste kodifizierte Ansatz zu einer ernsthaften Sozialpartnerschaft mit dem Ziel, Interessengegensätze durch Verhandlungen und Konsens zu lösen. 1. Die Gewerkschaften: Erklärten Verzicht auf Sozialisierung der Unternehmen  Bekommen mehr Mitbestimmungsrechte 2. Die AG-Seite: Versprechen: 8-Stunden-Tag, Koalitionsfreiheit, Mitbestimmung auf betrieblicher Ebene. 1920 mit dem Betriebsrätegesetz erweitert, welches die Einrichtung von Betriebsräten in Betrieben mit mehr als 20 Beschäftigen regelte, aber keine Mitbestimmung in Unternehmensführung, sondern nur bei sozialen Belangen festlegte. vgl: 1916: Hilfdienstgesetz zur Sicherung des Arbeitsfriedens; Arbeiterausschüsse für alle kriegs- und versorgungswichtigen Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten.  Auch sollten Gewerkschaften als legitimer Partner bei kollektiven Tarifverträgen gelten, autome Tarifverhandlungen
  • Problemstellungen nach Kriegsende Der erste WK stellt eine Zäsur dar, da er die lange Zeit des wirtschaftlichen Wachstums im 19.JH beendet und die volatile Zeit ds kurzen 20sten JH einleitet.  Neben 20 Mio. Menschen, die mittelbar oder unmittelbar (Hunger) im Krieg starben, litten viele an den wirtschaftlichen Folgen des Krieges (soziale Not, Kriegswaisen, Kriegswitwen,) Weiterhin kam es zu einem Abbruch der Globalisierung, da internationale Handelsbeziehungen durchschnitten wurden. Die Weltmarktintegration von 1913 wurde erst im Jahr 1980 wieder erreicht.  Das Wohlstandsniveau der Vorkriegszeit wurde erst 10 Jahre später wieder erreicht. Der Versailler Vertrag von 1919 wurde von vielen in der Gesellschaft nicht aktzeptiert und förderte eine negative Grundstimmung und ein grundlegendes Konfliktpotential. Durch den Versailler Vertrag mussten 13% des Gebietes abgetrennt werden, 10% der Bevolkerung, 15% der landwirtschaftlichen Nutzfläche und 75% der Eisenerzförderung, 25% der Kohleförderung. Nach Ende der 1.WK litt die breite Masse der Bevölkerung dadruch, dass die Wirtschaft stark auf den Krieg ausgerichtet worden war und der Bedarf an Nahrungsmitteln und anderen Grundprodukten nicht gedeckt werden konnte.  Das größte Problem war dabei die Bekämpfung des Hungers. Seitdem GB die Seeblockade 1914 gegen Deutschland errichtet bzw. verschärt hatte, war das Land von allen Nahrungsmittelimporten außerhalb seines militärischen und politischen Einflussbereiches abgeschnitten. Der Hunger und die Unterernährung führte zu einer Verminderung der Leistungsfähigkeit der Arbeitskräfte.  Eine erste Linderung des Hungers brachten nach Waffenstillstand die Hilfspakete z.B: aus den USA, GB und der Schweiz ,da sie Seeblockade erst im Juli 1919, 2 Wochen nach der Unterzeichnung der Versialler Verträge endgültig aufgehoben wurde. Die schlechte Versorgungslage der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln war zusätzlich auf niedrige landwirtschaftliche Produktion durch ausgelaugte Böden, Knappheit von Düngemitteln und Futtermitteln, Arbeitskräftemangel und geschwächte Arbeitskräftezurückzuführen.  Weiterhin musste die Kriegswirtschaft schnellstmöglich zurück in eine Friedenswirtschaft umgestellt werden, d.h. die Rüstungsgüterproduktion mussten auf die Zivilgüterindustrie umgestellt werden. Dies wurde problematisch durch die verminderte Leistungsfähigkeit der Arbeiterschaft, Rohstoffmangel und die verschlissenen Maschinen und Anlagen. Die Demobilmachung, d.h. das Wiedereingliedern der zurückkehrenden 10 Mio Soldaten und 1 Mio Kriegsgefangenen in den Arbeitsmarkt übte starken Druck auf den Arbeitsmarkt durch die Heimkehrer aus. Auch stellte die Frage der zukünftigen ordnungspolitischen Gestaltung ein Problem dar.  Durch die revolutionäre Erschütterungen von 1918 und 1919 wurde die Forderung der Arbeiter und der politischen Linken nach Neuregelung der Eigentumsfrage und des Verhältnisses zwischen Kapital und Arbeit offen. Fragen danach, “Wie sieht die Eigentumsordnung aus?”, “Sollen Produktionsmittel verstaatlich werden?” Mehrere Alternativen existierten (Sozialismus als   Besonders der Achtstundentag, Koalitionsrecht und die betriebliche Mitbestimmung und die Sozialisierung der Grundstoffindustrie standen in der Diskussion. Eine weitere Problemstellung war die Ordnung der Staatsfinanzen, sowie die Stabilisierung der Wärung.  Die Verschuldung des Staats bei seinen Bürgern war i) direkt, durch die Vergabe von Kriegsanleihen und ii) indirekt durch den ungedeckten Geldnotenbestand enorm gestiegen (von knapp 5 Mrd in 1913 auf 155 Mrd in 1919).  Dazu kam der erhöhte Finanzbedarf in der Nachkriegszeit, der durch die Umstellungsprobleme (wie Eingliederung der Soldaten) und dem Leisten der Reparationszahlungen zu weiterer Neuverschuldung führte. Der Außenwert der deutschen Währung viel entsprechend. Die Preise lagen, durch die geringe GM Ende 1918 über dem 3-fachen des Vorkriegsniveaus und stiegen weiter an. Ein weiteres Problem war die Aufbringung der Reparationszahlungen.  Problematisch war, dass das deutsche Reich nur über ein schwaches Steuersystem verfügte und dadurch auf die Matrikularbeträge der Länder angewiesen war. Erst durch die  Erzbergersche Steuerrreform im Herbst 1919 (zum Spitzensteuersatz 60%, aber abgewälzt auf Preise, Inlfationsdruck) wurde eine neue Finanzhoheit des Reichs geschaffen und es war nicht mehr von den Matrikularbeiträägen der Länder abhängig.  Die junge deutsche Demokratie sag sich somit mit Ansprüchen von ganz unterschiedlichen Stellen konfrontiert: 1. Von unten drängten die Gewerkschaften und die politische Linke auf eine stärkere Teilhabe der Arbeiterschaft an der Wirtschaft.  2. Aus dem Bürgertum kam die Erwartung, dass der Staat seine Schuldverpflichtungen nachkommen und die Währung reformieren solle.  3. Von außen forderten die Siegermächte auf die Zahlung der Reparationen.
  • Arbeitsmarkt Das Arbeitsmarktgefüge veränderte sich im Krieg erheblich. Auch traten neue Organisationen, wie die “Reichszentrale für den Arbeitsnachweis” und die “Abteilung für Zurückstellungswesen” hatten die Aufgabe, Empfehlungen an das Kriegsministerium abzugeben, welche der dringend benötigten Facharbeiter in den Fabriken bleiben mussten. Arbeitsnachfrage verringerte sich zunächst in den ersten Kriegswochen (Kriegsstoß).  - Die Unternehmen hegten in den ersten Kriegswochen in eine unsicher Zukunftserwartungen.- Durch den zusätzliche Einbruch der exportorientierten Industrie (Wegall des Export) entließen sie vermehrt Arbeiter bzw. stellten keine neuen ein.  - Die resultierende Arbeitslosigkeit hielt entgegen aller Befürchtungen jedoch nur wenige Wochen an.  - Es folgte ein sprunghafter Anstieg der Arbeitsnachfrage nach der Anpassung an die neuen Verhältnissen, welche stabil auf hohem Niveau bis Kriegsende verharrte. - Besonders stark war die Zunahme vor allem in Metallindustrie, Elektroindustrie, Maschinenindustrie, Chemische Industrie, Papierindustrie  Das eigentliche Problem der Kriegsjahre lag auf der Arbeitsangebotseite: Insbesondere durch den hohen Rüstungsbedarf (hoher Kriegsbedarf) herrschte ein Arbeitskräftemangel. Wenige Arbeiter kamen auf sehr viele Arbeitsplätze (AL unter 1%). Das Arbeitsangebot (verfügbare Arbeitskräfte) verringerte sich in hohem Maße während des Krieges.  - Dies war einerseits durch die Mobilmachung (Einberufung der Männer in den Militärdienst), andererseits durch die Abwanderung ausländischer Arbeitskräfte (1/3 der Bergarbeiter in Lothringen italienischer Herkunft) - So kam es zu einem Rückgang der männlichen erwachsenen Beschäftigten von 5.4 auf 4 Millionen. - Seit 1915 herrschte ein Arbeitskräftemangel insbesondere bei den Facharbeitern, der in einem Zielkonflikt hinsichtlich der Verwendung der Arbeitskräfte mündete (Heer vs. Industrie).  1. Um das Defizit auszugleichen, wurden vor allem Frauen in den kriegswichtigen Industrien eingesetzt. Bei Krupp wuchs der Anteil weiblicher AN von 7% in 1915 auf 25% in 1918 heran. Ein Zwang zur Frauenarbeit bestand nicht.  Dadurch änderte sich auch das Frauenbild, da nun vor allem Frauen in vielen Männerdomänen arbeiteten (Schaffnerin). Letztendlich erweist sich der Fortschritt auf die weibliche Erwerbstätigkeit jedoch als gering.  2. Zusätzlich nahm der Anteil ausländischer (Zwangs-)Arbeiter ab 1916 um insgesamt: 1,7 Millionen zu. Dies machte bei Krupp 1918 Anteil von 9 % der Gesamtbelegschaft aus.  Carl Duisberg forderte außerdem, Arbeiter aus Polen holen und wollte die Arbeitslose aus Belgien Allgemein kam es zu einer Zunahme der Beschäftigten in den kriegswichtigen Industrien, insbesondere auf Kosten der Zivilgüterindustrie.  • Kriegsindustrie + 40% • Friedensindustrie -40%
  • Bedeutung des Stinnes-Legien Abkommens Das Stinnes-Legien Abkommen vom 15.11.1918 war eine Kollektivvereinbarung zwischen industrieller Arbeitgeberverbände und den Gewerkschaften.  institutionelle Rahmenbedingungen Im November 1918 einigten sich der Vorsitzende der Generalkommission der Gewerkschaften Carl Legien und der Großindustrielle Hugo Stinnes auf eine grundlegende Übereinkunft und Anerkennung der gegenseitigen Interessenvertretungen, der AG-Verbände und Gewerkschaften. Meilenstein in der Annäherung im Verhältnis zwischen Unternehmen und Arbeiterschaft.  Erste kodifizierte Ansatz zu einer ernsthaften Sozialpartnerschaft mit dem Ziel, Interessengegensätze (z.B. bei Lohnfragen) durch Verhandlungen und Konsens zu lösen. Grund dafür war u.a., dass die Arbeiterschaft (vertreten durch die freien Gewerkschaften) durch den Mangel der Arbeitskräfte während des Ersten WK an Bedeutung gewonnen hatten. - Dies zeigte sich im Hilfdienstgesrtz von 1916 mit den ersten Ansätzen zur Anerkennung freier Gewerkschaften als Interessenvertreter der Arbeiterschaft und der betrieblichen Mitbestimmung durch Arbeiterausschüsse.  - Zusätzlich führten die Diskussion um die zukünftige Wirtschaftsordnung nach Ende des Ersten WK  zu einer besondern positiven Rahmenbedingungen bezüglich der Verhandlungsbereitschaft der Unternehmer.   Alternative aufgeführte Sozialismus hätte die Verstaatlichung des Privateigentums bedeutet, was das “Schreckgespenst” für die Unternehmer galt.  Dies half, die unternehmerische “Herr-im-Haus” Mentalität aufzulockern.
  • Lebensmittelversorgung Im Jahr 1913 erfolgte ein hoher Import von Nahrungsmitteln (etwa 25% aller Lebensmittel importiert, 43% aller Rohstoffe importiert). Durch den Krieg ging weiterhin das Angebot der inländischen Nahrungsmittel zurück, was c.p. einen höheren Importbedarf als vor dem Krieg zur Folge hatte.  Durch die Alliierte Seeblockade kam es allerdings zu einer Verknappung von Nahrungsmittel und Ressourcen. Nicht einmal das Vorkriegsimportniveau von 25% konnte erreicht werden.  Ressourcenenversorgung schnell zentraler wirtschaftlicher Engpass (inses. durch Düngemittelknappheit von Guano) und führte zu einem Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge Besonders Roggen, Weizen, Kartoffeln, Hafer  Auch dadurch, dass Fläche des Ackerlands sank, Arbeitskräftemangel, Futtermittelknappheit, Maschinen konnten nicht repariert werden. 1914: Daher wurde im August 1914 auch aufgrund der Inflation eine Preisregulierung für Grundnahrungsmittel eingeführt. Diese setzte Höchstpreisen für Lebensmittel auf kommunaler Ebene fest. Dies jedoch führte zu Preiskämpfen zwischen den Städten und einer Reduktion der Produktionsanreize durch Gewinneinbuße.  Um die inländische Nahrungsmittelproduktion zu steigern war dies nur möglich durch Preissteigerungen. 1915: Zur besseren Koordinierung der Lebensmittelversorgung führte der Schweinemord 1915 zum sofortigen Tod von 9 Millionen Schweinen. Dies führte wiederum zu einem Einbruch des Getreidemittelmarktes (geringere Nachfrage nach Schweinefutter)  Seit 1915 wurdenschrittweise Lenkungsinstanzen zur besseren Bewirtschaftung der Lebensmittel eingeführt. (Bsp. “Reichskartoffelstelle” Kartoffelfelder beschlagnahmen, als Viehfutter verwenden) Einführung von Lebensmittelkarten zunächst für Brot => Verbrieften lediglich das Recht auf Nahrung, allerdings musste diese auch leisten können Mai 1916 eingeführte “Kriegsernährungsamt” kümmerte sich um die Rationierung von Lebensmitteln.  Die Rationen deckten den Bedarf allerdings nicht (50% Normalverbraucher, 72% Bergmann) Bis 1918 haben erwachsene ca. 20% ihres Körpergewichts verloren. Schwarzmärkte entwickelten sich nach der “Logik des Geldbeutels” (1917 verschwinden Vieh und Schweine) Winter 1916: Steckrübenwinter nach Kartoffelmissernte, nur 50%, sodass Steckrüben als Ersatz genommen wurden
  • Regulierung im Krieg Man hoffte, mit Regulierung das Problem des Arbeitskräftemangels durch Mobilisierung von Arbeitsmarktreserven zu lösen und die Fluktuation von Arbeitskräften einzudämmen. Dies war dazu gedacht, Produktionssteigerungen realisieren zu können.  Dies wurde durch ein extremes Vertrauen in die Effizient unternehmerischen Handelns und dem Glauben an die Organisation (Lenin “staatsmonopolistischer Kapitalismus”) 1. Nicht die Regierung, sondern Aufsichtrat der AEG Rathenau hatte 2 Wochen nach Kriegsbeginn die Forderung nach der KRA eingereicht (Besonders Stickstoffmangel) Rekrutiert Personal aus Industrie -> Bevorzugung der eigenen Betriebe durch Staatsmanager bei Heeresaufträgen “stiller Verdrängungswettbewerb” 1. Lenkung bei Nahrungsmitteln  hauptsächlich durch Exportabhängigkeit.  43% aller Rohstoffe importiert, 25% aller Lebensmittel importiert Rohstoffversorgung stellte sich schnell als zentraler wirtschaftlicher Engpass heraus.  Nach Umfragen von 900 Industrieunternehmen ergab sich, dass ihre Rohstoffvorräte maximal für ein halbes Jahr reichten. 2. Nicht die Regierung, sondern Aufsichtrat der AEG Rathenau hatte 2 Wochen nach Kriegsbeginn die Forderung nach der KRA eingereicht (Besonders Stickstoffmangel) => Einführung einer Bewirtschaftung: Kriegswirtschaftliche Rohstoffe erfassen, Beschlagnahmen, an rüstungsrelevante Betriebe verteilen. 3. Vermittlung Staatlicher Subventionen für Erweiterung kriegsnotwendiger Produktionsanlagen 4. Kriegsgesellschaften für jede relevante Branche oder Rohstoff als Aktiengesellschaft oder GmbHLenkung bei Nahrungsmitteln: => Schwer durchschaubares Geflecht von privaten Körperschaften und Staatsbehörden (polykratische Organisation, Weisungsbefugnisse, Reibungsverluste) => Schrumpfung der Industrieproduktion um 20% im Vergleich zu 1913, Schrumpfung der Industrieproduktion um 40% im gesamten Krieg
  • Warum schrumpfte die industrielle Gesamtproduktion? Der Krieg hatte auch einen industriellen Charakter. Bei Kriegsbeginn wurde kein umfassender, zentraler Lenkungsapparat für die industrielle Mobilisierung geschaffen. Die Organisation lässt sich beschreiben aus staatlichem Dirigismus und unternehmerischer Selbstverantwortung. Industrieproduktion ging im 1. WK um 40% zurück (sogar Eisenerzeugnisse und Bergbau fiel ab, Flucht in Nicht-Eisen) Gründe Rohstoffmangel und Brennstoffmangel durch Blockade Arbeitskräftepotential begrenzt, konnte selbst durch Einsatz von Ausländern nicht überwunden werden Sinkende Arbeitsproduktivität: Einströmen von Frauen und Jugendlichen, Ungelernte bzw. nur flüchtig angelernte Arbeiter, Überbelastung und Unterernährung  Mangelnde Produktionselastizität bei Waffen schwer umstellbar Ausnutzung von Kriegsnot durch Unternehmen (Preise, Korruption, Marktmacht, Kostenkalkulation  1916: Untersuchung der Kriegsgewinne. Verdacht: Unternehmen würden nur “Gewinnmotiv” verfolgen
Anzeige