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Wirtschaftsgeschichte (Fach) / lll Rationalisierung (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Janaw55 erstellt.

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  • Wirtschaftsorganisatorische Rationalisierung Die Wirtschaftsorganisatorische Rationalisierung beschreibt die Zusammenfassung von Produktionsstätten, sowie den Zusammenschluss von ganzen Betrieben und Unternehmen durch vertikale und horizontale Konzentration bzw. Integration. - Das Ziel der wirtschaftsorganisatorischen Rationalisierung ist die Gewinnung von Synergieeffekten (Skaleneffekte, Verbundeffekte), der Minderung von Risiken (durch zunehmende Diversifikation gestreut) und der Einsparung von Kosten durch gemeinsame wirtschaftliche Aktivität.  1. Unter horizontaler Integration versteht man den Zusammenschluss mehrerer, vormals selbstständiger Unternehmen der gleichen Produktionsstufe unter einer einheitlichen Unternehmensführung (z.B. zwei Autohersteller).  Dadurch wurde die Marktmacht erhöht, die z.B. zu Preiserhöhungen auf dem Absatzmarkt oder/und beim Durchsetzten von günstigeren Einkaufskonditionen auf dem Beschaffungsmarkt genutzt werden konnten.  - Bekannte Beispiele sind z.B. die Fusion von Daimler und Benz (1988) und die Fusion der BASF, Bayer IG Farben, Hoechst und Agfa zu den IG-Farben (horizontale Integration 1925,1926)  2. Unter vertikaler Integration versteht man den Zusammenschluss von Unternehmen verschiedener Produktionsstufen (z.B. Eisen- und Stahlerzeuger kauft Maschinenbauunternehmen).  Dadurch konnte beispielweise der Informationsfluss zwischen den verschiedenen Produktionsstufen verbessert werden.  - Zunächst gründete man häufig eine Interessengemeinschaft, wie bspw. die Vereinigten Stahlwerke AG oder Daimler und Benz im Jahr 1924, um zu sehen ob diese vorteilhaft war. War diese Gemeinschaft erfolgreich, war der Weg zur Fusion nicht mehr weit z.B. s.o. die Fusion von Daimler und Benz (1988).
  • Technische Rationalisierung: - Die technische Rationalisierung sieht den Einsatz effizienterer Maschinen und Anlagen zur Steigerung der Ergiebigkeit und der Erzeugnisqualität vor.  1. Der Produktionsfaktor Arbeit wird durch Kapital ersetzt, d.h. es wurden weniger Arbeiter bei mehr Maschinen benötigt.  - Somit kam es vermehrt zu Entlassungen (Abbau der Belegschaft) durch zunehmende technische Rationalisierung.- In der Lohnkrise der WR kamen Tarifvereinbarungen häufig durch Zwangsschlichtungen zustande. Die AG fanden, dass die Lähne weit über die Produktivität der AN lagen.  - Die zunehmenden Entlassungen wurden von den AG im Zuge der Stabilisierungspolitik der WR dadurch begründet, dass es sich um “politische Löhne” handle, die über der eigentlichen Produktivität der Arbeiter lägen. - Aus Sicht der Arbeitnehmer war dies durchaus vorteilhaft, denn, obwohl neue Produktionsmethoden kurzfristig kostspielig sind, amortisieren sie sich langfristig, da so Arbeits- und Lohnkosten (durch Abbau von Belegschaft) eingespart werden können.  2. Außerdem profitierten sie von Chancen und (auch Gefahren) der Fixkostendegression (d.h. das Sinken der Fixkosten pro Stück bei steigender Ausbringungsmenge).  - Der Nachteil davon war jedoch, dass die Fixkostendegression bei Produktionsrückgang geringer ausfiel und somit der Anteil der Fixkosten pro Stück steigt. Diese Kostenerhöhung ist jedoch nicht abwälzbar, was Gewinneinbußen in Rezessionsphasen zur Folge hat.  Als Beispiel für eine technische Rationalisierung lässt sich hier der Einsatz von Presslufthammer und Schüttelrutsche im Steinkohlebergbau nennen. Dadurch steigt die Schichtleistung eines Ruhrbergmanns, was zum Abbau bzw. der Veränderung der Belegschaftsstruktur führt. Dem Abbau der Belegschaft folgten Zecheschließungen und Zusammenlegungen von Zechen.  Aufgrund der Rationalisierungsmaßnahmen stieg der Anteil an Maschinengeförderter Kohle in den Jahren von 1913 - 1929 von 2% auf 91%. Außerdem profitierten sie von Chancen und (auch Gefahren) der Fixkostendegression (d.h. das Sinken der Fixkosten pro Stück bei steigender Ausbringungsmenge).  Der Nachteil davon war jedoch, dass die Fixkostendegression bei Produktionsrückgang geringer ausfiel und somit der Anteil der Fixkosten pro Stück steigt. Diese Kostenerhöhung ist jedoch nicht abwälzbar, was Gewinneinbußen in Rezessionsphasen zur Folge hat.  Als Beispiel für eine technische Rationalisierung lässt sich hier der Einsatz von Presslufthammer und Schüttelrutsche im Steinkohlebergbau nennen. Dadurch steigt die Schichtleistung eines Ruhrbergmanns, was zum Abbau bzw. der Veränderung der Belegschaftsstruktur führt. Dem Abbau der Belegschaft folgten Zecheschließungen und Zusammenlegungen von Zechen. Aufgrund der Rationalisierungsmaßnahmen stieg der Anteil an Maschinengeförderter Kohle in den Jahren von 1913 - 1929 von 2% auf 91%.
  • Betriebsorganisatorische Rationalisierung: Die Betriebsorganisatorische Rationalisierung kennzeichnete sich durch Maßnahmen zur Optimierung der organisatorischen Gestaltung des Arbeitsablaufs (Arbeitsvorbereitung, Arbeitsverfahren, Produktionsprozess und Produktionsüberwachung). Dadurch: Erhöhung der Produktionsmenge sowie eine Beschleunigung der Produktion erreicht.  Arbeitsvorbereitung: Die Verbesserung der Arbeitsvorbereitung durch Standardisierung, Typisierung und Normierung von Produkten führte zu einer stetigen Kostensenkung im Betrieb. Ein weiteres Ziel war es, den “menschlichen Faktor im Betrieb” selbst zu gestalten und optimal einzusetzen. Dazu: Arbeitsvefahren, Produktionsüberwachung und Produktionsprozess:   Effektivere Arbeitsplatzgestaltung durch Einführung der Fließfertigung Maßnahmen zur Arbeitszeitgestlatung   Psychotechnische Begutachtung und Eignung i) Fließfertigung Vorteil für Produktionsprozess:  Taktgeber des Arbeitsablaufs und der individuellen Leistungssteigerung  Arbeitsplatz nun entsprechend der Reihenfolge der Montage eingerichtet werden Kostenvorteile durch Arbeitsteilung und Spezialisierung erzieltKostenvorteile durch Vermeidung von Zwischenlagerkosten Transportwege, Transportkosten minimiert (spart Raum) und reduziert die Durchlaufzeiten Nachteil: Störanfälligkeit der Produktion: Stockung an einer Station problematische Produktionsunterbrechungen an allen folgenden Produktionsabschnitten, was eine Unterbrechung der gesamten Produktion zur Folge hatte Soziale Probleme durch mangelnde Kommunikationsmöglichkeiten Entfremdung vom AG, Abstumpfung, Motivationsproblemen durch monotone Handlungsspielräume der Arbeitskräfte - Die Einführung der Fließfertigung ging auf die Pioniersarbeit Henry Ford’s zurück, der die Massenproduktion den T-Models (Fordismus) 1913 in einem Werk in River Rouge bei Detroit durch die “moving assembly line” einführte.  Das Volkswagenwerk in Wolfsburg, in dem der KdF-Wagen gebaut werden sollte, wurde in den dreißiger Jahren ebenfalls ganz nach dem Vorbild der Ford-Fabrik am River Rouge konzipiert - Pionier in Deutschland war die Adam Opel AG (zuvor Fahrradhersteller), welche die Fließbandarbeit in den 1920ern einführe - zunächst allerdings nicht zur Akkordfertigung, sondern um die Bauteile nicht von Werkstatt zu Werkstatt transportieren zu müssen. BIs 1929 gab es nur ein 45 m langes Fließbank für die Endmontage.  ii )Maßnahmen zur effektiveren Arbeitsplatzgestaltung Vorteil: Höhere Arbeitsproduktivität durch die Maximierung der menschlichen Arbeitsleistung und Minimierung von Arbeitszeitverlusten zu erreichen (Fokus: menschlichen Handarbeit) iii ) Industrielle Psychotechnik: "Psychotechnische Begutachtung der Eignung"  Vorteil: Faktor Mensch nach seinen Fähigkeiten auszuwählen Auch den Mensch rationalisieren Sogar schon junge Menschen mussten speziell entwickelte Eignungs- und Leistungstests zur Personalauswahl absolvieren (z.B. Tests zur Reaktionsschnelligkeit und Geschicklichkeit). DINTA Die Gründung “Das Deutsche Institut für technische Arbeitsschulung, kurz DINTA,” 1925  planmäßigen Berufsausbildung Befreiung des AN aus seiner Einsamkeit seiner isolierten Teilfunktion im Herstellungsprozess zu befreien feindliche Opposition zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu überwinden.  Aus diesem Grund wurde auch Sportstätten errichtet,  die auf eine Produktivitätssteigerung ausgerichtet war.  Während des NS-Regimes traten als Konkurrenten die Deutsche Arbeitsfront und ihr Amt Schönheit der Arbeit auf
  • Durch den Dawes-Plan kam es zu einer “Kommerzialisierung der Reparationsschuld”. Deutschland hatte nach der Hyperinflation ein Handelsdefizit. Für das Aufbringen der Mittel benötigte Deutschland ausländische Investitionen. Nach der Hyperinflation von 1923 war man im In- und Ausland misstrauisch, was die Stabilität der neuen Renten- bzw. Reichsmark anging.  Um das Vertrauen zurückzugewinnen wurde durch die restriktive Geldpolitik der Reichsbank Kredite zu hohen Zinsen vergeben (“Politik des knappen Geldes”). Anlagen in Deutschland erhielt somit Attraktivität für ausländische Investoren, weil sie hohe Zinsen erwarteten und sahen, dass Reichsbank tatsächlich auf Währungsstabilität abzielte.  Gleichzeitig wurden ausländische Kredite für deutsche Unternehmen attraktiv, die sich die teuren Kredite im Inland nicht leisten konnten. Folglich verschuldete sich Deutschland massiv im Ausland und konnte seine Reparationszahlungen mit Devisen leisten, ohne sich im Konsum einschränken zu müssen. Kommerzialisierung der Reparationen:  - Deutschland konnte die Reparationen durch andere, privatwirtschaftliche Schulden ersetzten und die Reparationen nur aufgrund seiner Zinspolitik aufbringen.  - Tatsächlich erwirtschaftete das Deutsche Reich zwischen 1924 - 1929 die Devisen für den Reparationstransfer nicht durch Export, sondern durch Kapitalimporte.  - Die Konjunktur der 1920er Jahre wurde nur von den ausländischen Kapitalgebern geliehen. Dies barg ein hohes Risiko, da die Kapitalgeber jederzeit ihre Gelder hätten zurückfordern können.
  • Direkter Vergleich Young-Plan zu Dawes-Plan Fester Zahlungsplan mit festgelegter Höhe und Laufzeit Verringerung der Gesamtreparationslast und Reduktion der Annuitäten auf ca. 2 Mrd Wohlstandindex fällt weg für Höhe der Annuitäten Quellen der Reparationszahlungen: Deutsche Reichsbahn Aber: Wegfall alliierter Kontrollen Wegfall des Reparationsagenten Aber: Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel Wegfall der Transferklausel: Kein kommerzieller Gläubigerschutz Reichregierung Eigenverantwortlich für Zahlungen
  • Die “inflationsbedingten Sonderkonjunktur” 1921 und 1922 kam es jedoch zu einem weltweiten Konjunktureinbruch, von der sich nur die deutsche Volkswirtschaft erholen konnte.  1921: Konjunkturelle Indikatoren wie Arbeitslosigkeit (1922 bei 1%) und Produktion (+20%) weisen auf positive ökonomische Situation im Vergleich zu anderen Staaten hin. Deutschland koppelt sich vom weltwirtschaftl. Konjunkturverlauf - Deutschland verzeichnete beim Export einen Preisvorteil durch die Inflation und konnte wegen Inflation und geringen Lohnkosten deutsche Produkte immer billiger auf dem Weltmarkt anbieten, so lange der Wechselkurs der Mark im Verhältnis zu Ausland schneller fiel als die inländischen Preise im Verhältnis zum Ausland stiegen.  - Weiterhin schuf die inflationsbedingte Sonderkonjunktur ein positives Investitionsklima in Deutschland  Durch sinkende Realzinssätze durch steigender LHK-Index Durch fehlende Entwertungsklausel, Rückzahlung mit entwerteter Währung möglich - Die Inflation kam dem Staat 1923 zugute, da dadurch immerhin die inländische Verschuldung gestrichen und die Kriegskosten erledigt waren. Weiterhin schuf die Inflation Intransparenz bei Reparationsverhandlungen und galt als Mittel zur Staatsentschuldung (1923 gestrichen, Profiteure Steuerzahler!) Da Reparationen in Goldmark, Devisen und Sachgüter geleistet werden mussten waren sie nicht von der Inflation betroffen Auch Hugo Stinnes forderte von der Regierung, nicht von der Inflationspolitik abzukehren Die entwerteten Einkommen wirkten hier wie ein Lohndumping und die deutsche Wirtschaft wuchs stärker als die Siegermächste.  Die Reallohn sank während des Krieges zunächst, gegen Ende erhielt ein Arbeiter aber wieder so viel wie vor dem Krieg.  1919 (28) überstieg der Reallohn das Vorkriegsniveau (23) aufgrund des 8-h-Tages (Stinnes-Legien Abkommen). Bis 1922 (18) blieb Reallohn konstant, da LHK-Index und Nominallöhne gleichermaßen anstiegen. 1923 (15) sank er jedoch deutschlich ab, da der LHK-Index eplosionsartig anstieg ohne entsprechende Annäherung (Bitte auf Abschlagzahlung, zwei Raten Lohnzahlung). 
  • Weimarer Wirtschaft, Goldene 20iger Auf der anderen Seite gelten die Zwanziger Jahre als “Blütezeit der gesellschaftlichen Entwicklung” und der Kultur und Kunst. Eine zunehmende Fortschrittseuphorie (Grammophon, Fotoapparat), sowie Gesellschaftliche und technologische Entwicklungen (Film, Rundfunkt) brachten Deutschland insgesamt in die Moderne. Die langen Jahre der Entbehrung durch den WK entluden sich in einem Bedürfnis nach Ordnung und “Luxus”, je nach Budget. Eine Veränderung des Frauenbildes, neue Formen der Mode (Strümpfe durch Synthesefasern, Hüte, Zigarettenspitze), eine “Partyszene” bedingt durch zunehmende Liberalisierung, umfangreiche Aktienspekulation, neue Medien wie Film und Lichtspielhäuser und Sport als Vergnügung der Massen prägten diese eindrucksvolle Zeit. Es entstand eine neue Form des Wohnungsbaus (Kastenbauten, die viele kleine Wohnungseinheiten vereinten) und eine neue Art des Wohnens (“Frankfurter Küche”). Die Weimarer Republik ist in vielerlei hinsicht ein besseres Lehrbeispiel als z.B. die Wirtschaft im Nationalsozialistmus, da sich die Politik vor den Wählern verantworten muss. Es gibt keine grundlegenden Eingriffe in Eigentums- und Vertragsrecht (wie im totalitären Regime möglich), was das Wirtschaftssystem vergleichbarer zu unserem heutigen macht.  Auf der anderen Seite stellen unterschiedliche wirtschaftlich Probleme die Leistungsfähigkeit des Staates in Frage. In der kurzen Zeit der WR erlebte der Staat verschiedene Krisen und wirtschaftliche Aufschwünge.  Friedensschock und Demobilmachung Hyperinflation Währungsreform Forcierte Rationalisierung Störung der internationalen Handelsbeziehungen Schuldenproblem  Deflation Die Startbedingungen nach dem ersten WK waren nicht günstig.  Durch den Versailler Friedensvertragn musste das deutsche Reich 13% deiner Fläche abtreten (Elsass Lothringen, Posen, Westpreußen, Memelland, Saargebiet) und verlor 75% seiner Eisenerz, 68% seiner Zinkerz und 25% seiner Steinkohleförderung.  Auch der Arbeitsmarkt war angespannt durch die demographische Entwicklung von der agrarischen zur industriellen Bevölkerungsweise. Hinzu kam ein extremes Bevölkerungswachstum (AK-Potenzial nahm in den 1920 schneller zu als die Bevölkerung).  Von 1924-1930 herrschten daher überdurschnittlich hohe Arbeitslosigkeit von 7.5% (außer in Inflationskonjunktur 1922) und war damit deutlich höher als im 1.WK.  Hinzu trat die schwierige Lage auf dem Kapitalmarkt. Durch die Inflation 1923 waren die größten Teile des Geldkapitals zerstört.  Die Investitionen nahmen nach dem 1.WK zwar zu, wuch jedoch deutschlich langsamer als vor dem 1. WK (niedrige gesamtwirtschaftl. Investitionsquote). Seit 1923 wurde die Hochzinspolitik verfolgt. Das hohe Zinsniveau war größtenteils politisch bedingt und Ausdruck von Politik des knappen Geldes. Das Zinsniveau lag weit über dem Internationalen. Seit 1923: Stabilisierungskrise. Unternehmen waren gezwungen, effizienter aufgestellt zu sein, da sie sich nun nicht mehr darauf verlassen konnten, ihre Preise wg. der Inflation günstiger anzubieten und in direkter Konkurrenz mit dem Weltmarkt standen. 
  • Geborgte Konjunktur Zwischen 1924 – 1929 erwirtschaftete das Deutsche Reich die Devisen für den Reparationstransfer nicht durch den Export (als Folge ein Handelsbilanzdefizits), sondern durch Devisenimporte in Form kurzfristiger, ausländischer Kredite (= vom Ausland „geborgtes“ Geld) Nach der Währungsreform: relativ positiver konjunktureller Aufschwung bis 1928/29, einer „geborgten Konjunktur“ mit einem steigenden Reallohn einem Wiedererreichen des Wohlstandsniveaus vor Kriegsausbruch im Jahr 1927.  Grundlage: ausländische Investitionen; kurzfristige Verschuldung im Ausland (= vom Ausland „geborgtes“ Geld) =>  öffentliche Hand (v.a. Gemeinden): 4 Mrd. RM => Banken (für ihre Kunden): 7 Mrd. RM => Unternehmen: 10 Mrd. RM  Investitionen in Deutschland waren für ausländische Kapitalgeber attraktiv => hohe Zinsen aufgrund restriktiver Reichsbankpolitik => Transferschutz gibt Sicherheit (kommerzielisierung der Reparationen) gleichzeitig: hohe Nachfrage deutscher Kreditnehmer nach ausländischem Kapital=>hohe Zinsen inländischer Kredite  Problematik dieser „geborgten Konjunktur“ 1. Art der Finanzierung z.B. das Risiko der Kapitalflucht aus Deutschlands. insbesondere 1931)2. Verwendung: Kapital floss nur zum Teil in wachstumsfördernde Investitionen, zum Teil auch in „unproduktiven Konsum“ z.B. Schwimmbäder, Theater, Sportanlagen, Parkanlagen=> Löste insgesamt keine Strukturprobleme der Weimarer Wirtschaft  Kreditklemme Arbeitslosigkeit fragile außenwirtschaftliche Position (passive Handelsbilanz) Investionsniveau Instabiler Bankensektor
  • Zeitstudien und REFA - Zu diesem Zweck wurde der Reichsausschuss für Arbeitszeitermittlung (REFA) 1924 gegründet ( Institution zur gezielten Förderung betrieblicher Rationalisierungsmaßnahmen).  Arbeitsvorgang durch die Aufteilung in kleinere Arbeitsschritte und durch Zeiterfassung der Leistung der AN (Überprüfung anhand REFA-Zeitaufnahmebögen) zu optimieren. Zur Zeiterfassung wurden Zeitstudien eingesetzt, um die maximal notwendige Zeit zur Verrichtung einer Arbeitsbewegung zu ermitteln.  Arbeitsschritte auf ihre Zweckmäßigkeit hin untersucht und optimalen Durchführung optimiert unnötige Arbeitsbewegungen eliminiert.  Einführung von Akkordlöhnen und einem Prämienlohnsystem und Kopplung an die Ergebnisse der Zeitstudien 
  • Problemstellungen nach Kriegsende knapp Problemstellungen:  1. Bekämpfun des Hungers => geschwächte Arbeitskräfte, geringe landwirtschaftl. Erträge, ausgelaugte Böden (20 Mio Menschen starben im Krieg durch Hunger und Krieg) => Abbruch der Globalisierung : Internationale Handelsverflechtungen werden durchschnitten 2. Demobilmachung und Umstellung auf Friedenswirtschaft => Druck auf den Arbeitsmarkt durch Heimkehrer 3. Ordnungspolitische Gestaltung => Neuregelung des Verhältnisses von Kapital zu Arbeit, Eigentumsfrage Sozialisierung der GrundstoffindustrienRevolutionäre Erschütterung 1918,19194. Ordnung der Staatsfinanzen Staatsausgaben kriefsbedingt gewachsenErhöhter Finanzbedarf in Nachkriefszeit durch Umstellungsprobleme, Eingliederung der Soldaten, weiter Neuverschuldung in 1918Stabilisierung der Währung (Staatsausgaben blieben anch dem Krieg auf hohem Niveau, weil viele Aufgaben aber kein leistungsfäiges Steuersystem vorhanden warHerbst 1919: Erzbergersche Steuerrreform (Spitzensteuersatz 60%), aber abgewälzt auf Preise, Inlfationsdruck
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  • Dawes-Plan Der Versailler Vertrag vom 28. Juni 1919 schrieb diese Ansprüche fest, deren Höhe bis 1921 präzisiert werden sollte. Dies misslang, und die Reparationsfrage wurde Anlass wachsender außenpolitischer Spannungen, die in der französisch-belgischen Ruhrbesetzung 1923 mit ihren verheerenden innenpolitischen Folgen ("Ruhrkampf", Hyperinflation etc.) gipfelten. Ab 1924 gelang schrittweise die Lösung auf dem Konferenzweg. Die zweite Phase beginnt 1924 Durch die Annahme der Reparationshöhe von 132 Mrd RM, die im Londoner Ultimatum im Mai 1921 festgesetzt wurde (ansonsten Besetzung des Ruhrgebiets), wurde die Reparationsfrage zunehmend Anlass wachsender außenpolitischer Spannungen, die in der französisch-belgischen Ruhrbesetzung von 1923 mit verheerenden innenpolitischen Folgen mündete (Ruhrkampf, Hyperinflation).  In der Inflationszeit lieferte das Reich Gold, Devisen und Sachgüter, die auf einem Reparationskonto verrechnet wurden. Es gab daher häufig große Diskrepanzen über den Gegenwert der von Deutschland gelieferten Sachleistungen, weshalb sich Deutschland ungerecht behandelt fühlte.  Im November 1923 dann beschloss die Reparationskommission die Einberufung eines Sachverständigenkommitees unter Vorsitz des Finanzexperten Charles G. Dawes. Der Dawes Plan, der im August 1924 wirksam wurde, stellte insofern einen Meilenstein dar, da er sich erstmals an der Leistungsfähigkeit bzw. der Zahlungsunfähigkeit der deutschen Wirtschaft orientieren.  Dies war begründet durch die Einsicht, dass konstante Zahlungen nur bei einer stabilen Währung und einer leistungsfähigen deutschen Wirtschaft hätten geleistet werden können. Dieser Perspektivenwechsel bewertet die Reparationen nun auch als ein ökonomisch-finanziellen und nicht nur als politisches Problem.  - Darum wurde bewusst auf die Festlegung einer endgültigen Summe und Zahlungsdauer verzichtet (Frankreich bestand jedoch auf Beibehalt der Zahlung von 132 Mrd) und moderat ansteigende Annuitäten mit Kopplung an einen “Wohlstandsindex”, der sich nach der wirtschaftlichen LF der Wirtschaft richtet, angepasst. Dieser sollte sicherstellen, dass Deutschland mehr leistete, wenn es dem Staat wirtschaftlich besser ging. Die erste Annuität wurde somit 1925 fällig und betrug 1 Mrd RM (200 Mio bar + 800 Mio aus Erlös einer Anleihe, die Deutschland erhalten hatte). Ab 1928/1929 sollte die Rate auf 2.5 Mrd Rm erhöht werden. Ab dann konnte die Annuität auch über 2.5 Mrd hinaus ansteigen bei einem entsprechenden Anstieg des Wohlstandsindexes.  55 % der Reparationen sollten in Geld, der Rest in Sachleistungen erbracht werden. Mit der Verwaltung, Transfer und Verteilung der Zahlungen, sowie der Verantwortung für die Währungsstabilität wurde der sog. Reparationsagent Seymor Parker Gilbert betraut. Dieser stellte sicher, dass Deutschland mehr leistete, wenn es dem Staat wirtschaftlich besser ging. Zu diesem Zweck gab er regelmäßig Berichte über die wirtschaftliche und finanzielle Situation des Deutschen Reichs an die alliierte Regierungen.  Durch die Möglichkeit des Transferstopps hätte er die Zahlungen stoppen können, falls die Währungsstabilität (Gefahr von Devisenmangel) gefährdet war. Diese Transferschutzklausel galt allerdings nur für die Reparationen und nicht für Zins- und Tilgungszahlungen privater Gläubiger (Vorrang privater Schulden vor öffentlichen Schulden). Somit mussten die ausländischen Kapitalgeber nicht befürchten, dass die Reparationslast die deutsche Währung unter Druck bringen würde. Die Transferschutzklausel wurde jedoch nie angewandt.  Die Quelle für Reparationen waren zunächst zu 25%, später zu 50% Steuern und Zölle aus dem Reichshaushalt. Die Abwicklung erfolgte über eine Treuhandkommission.  Die übrigen Teile erfolgten über eine Zwanganleihe, die der Deutsche Reichsbahn (damals staatlich gegründetes Monopolunternehmen, in das die Länder Staatsbahnen hatten einbringen müssen) auferlegt wurde und durch besondere Beförderungssteuern. Der deutschen Industrie (ca. 65000 Betriebe mit Betriebsvermögen von 50.000RM) wurden ebenfalls eine Zwangsanleihe auferlegt. Die Abwicklung der o.g. Zahlungen erfolgte über die Bank für Industrie-Obligationen AG. Um die Zahlungen zu sichern wurde die Reichsbahn in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und durch einen alliierten Treuhänder beaufsichtigt. Der Verwaltungsrat wurde mit ausländischen Mitgliedern aus den alliierten Staaten besetzt.  Außerdem verlor die Reichsregierung Zugriff auf die Reichsbank. Hier wurde ein Generalrat eingerichtet, der mit ausländischen Mitgliedern besetzt wurde.  Der Dawes-Plan wurde von den Bürgern als ein Instrument der alliierten Siegermächten gesehen, die das Deutsche Reich wegen des verlorenen WK bluten lassen wollte.  Als 1928 erstmals die volle Annuität von 2.5 Mrd RM fällig war, drängte die Reichsregierung auf Revision der Reparationsregel, was die 3.Phase der Reparationsfrage einleutet. 
  • Kommerzialisierung der Reparationen Folglich verschuldete sich Deutschland massiv im Ausland und konnte seine Reparationszahlungen mit Devisen leisten, ohne sich im Konsum einschränken zu müssen. - Deutschland konnte die Reparationen durch andere, privatwirtschaftliche Schulden ersetzten und die Reparationen nur aufgrund seiner Zinspolitik aufbringen.  - Tatsächlich erwirtschaftete das Deutsche Reich zwischen 1924 - 1929 die Devisen für den Reparationstransfer nicht durch Export, sondern durch Kapitalimporte. 
  • Young-Plan Der Young-Plan war der letzte der Reparationspläne, die die Reparationsfrage auf Grundlage des Versailler Vertrags regeln sollte und löste den Dawes-Plan rückwirkend zum 1. September 1929 ab.   - Er sollte bis 1988 gelten, wurde aber bereits im Juni 1931 durch das Hoover-Moratorium ausgesetzt und im Juli 1932 von der Konferenz von Lausanne aufgehoben. Durch den Dawes-Plan von 1924 und der gleichzeitig auferlegten Dawes-Anleihe war der amerikanische Kapitalmarkt für Deutschland wieder geöffnet.  - Dadurch wuchs die Wirtschaft der Weimarer Republik in deutlich und trotz passiver Handelsbilanz waren auch genug Devisen vorhanden, um die Annuitäten zu begleichen.  - Dennoch machten sich die Banken der Wall Street und das US-Schatzamt zunehmend Sorgen, dass Deutschland bald überschuldet sein könnte: Seit 1924 waren ausländische Kredite im Wert von über 10 Mrd RM nach Deutschland geflossen, von denen ein großer Teil für nicht wachstumsfördernde Zwecke ausgegeben wurden (Schwimmbäder, Parkanlagen etc. - Auch in Deutschland war man mit dem Dawes-Plan nicht völlig zufrieden. 1928 wurde nämlich erstmals die Normalannuität von 2,5 Milliarden Reichsmark fällig, was immerhin 3,3 Prozent des Volkseinkommens entsprach. - Da Frankreich 1929 fällige Verbindlichkeiten an die USA zu begleichen hatte, zu denen ihnen (u.a. durch die Inflation 1924/1925 das Geld fehlte) waren diese an einer Umschuldung auf die offenen Reparationsforderungen an Deutschland interessiert. Da diese nicht in Vorleistung treten wollten (neben Verhandlungen über eine Mobilisierungsanleihe) schlug der Reparationsagent Gilbert Parker den Einsatz einer Sachverständigenkommission unter Vorsitz Owen Young’s zur Neuregelung der Reparationsfrage vor. Der Young-Plan setzte eine endültige Reparationssumme von 111 Mrd RM inklusive Zinsen fest und stellte einen festen Zahlungsplan mit einer LZ bis 1988 auf. Die derart lange LZ stieß auf großen Widerstand in der Bevölkerung, Aufstände gegen den Young-Plan scheiterte jedoch.  Die Gesamtlast der Reparationslast und die Annuitäten fielen im direkten Vergleich mit dem Dawes-Plan geringer aus und sollten unabhängig von einem Wohlstandsindex geleistet werden. Sie sollten bis 1965/66 von 1,6 auf 2,3 Mrd RM steigen und von da an bis 1988 bei 1,65 Mrd RM liegen. Auch die Quellen der Reparationszahlungen veränderte sich. Die Belastung der Industrie wurde aufgehoben, bis 1966 sollten die deutsche Reichsbahn jedoch noch järhlich 660 Millionen Reichmark zahlen.  Zusätzlich entfielen die alliierten Kontrollmöglichkeiten, die sich die Gläubigermächte im Dawes-Plan über die Deutsche Reichsbahn und die Reichsbank gesichert hatten Durch den Wegfall des Reparationsagent Gilbert Parker lag die Zahlungsverantwortung für Reparationszahlungen in Devisen oder Sachleistungen nun ausschließlich bei Deutschland lag.  Die Zahlungen sollten an die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel gerichtet werde, die für Transaktionen, Kooperation der Notenbanken und die Sicherung der Währungsstabilität (siehe Aufgabe Reparationsagent) verantwortlich war.  - Auch der Transferschutz des Dawes-Plans wurde abgeschafft und die Zuständigkeit für den Transfer der Reparationen und die Stabilität der Währung auf die Reichsregierung und die Reichsbank übertragen. Dadurch, dass die Priorität privater vor öffentlicher Schuldner wegfiel, stellten deutsche Banken keine so sichere Anlage mehr dar.