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Einführung in die Wirtschafts- und Sozialgeschichte (Fach) / Wozu Wirtschaftsgeschichte? (Lektion)

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Diese Lektion wurde von amzha13 erstellt.

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  • 1. Wozu Wirtschafts- und Sozialgeschichte? "Perspektive durch Retrospektive" Historische Bedingheit der Gegenwart Hilft, aus Fehlern der Geschichte zu lernen Schutz vor Wiederholung in der Vergangenheit begangener Fehler um Gegenwart und Zukunft besser zu verstehen Gesetzesmäßigkeiten erkennen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Antrieb erkennen Zustandekommen von Zäsuren erkennen 2 Funktionen: propädeutische Funktion: sie hilft, das Ganze von seiner Wurzel her zu erschließen erklärende Funktion: erklärt z.B. wie sich ökonomische Institutionen und Wirtschaftssysteme im Zeitablauf entwickelten + welche Kräfte dies bewirkten
  • 2. Erklären Sie den Begriff Messe! HEUTE: im wirtschaftlichen Sinne eine zeitlich beschränkte und wiederkehrende Marketingveranstaltung Möglichkeit für Hersteller und Verkäufer ihre Ware/DL zur Schau zu stellen, zu erläutern und zu verkaufen HISTORISCH: hängt mit der geistlichen Messe zusammen Nach der heiligen Messe wurde meist der Einkauf auf dem Markt an oder nahe der Kirche erledigt → im Laufe der Zeit wurde das Wort allgemein für ökonomische Zusammenkünfte verwendet
  • 2. Erklären Sie den Begriff Pound Sterling! Britisches Pfund → Pfund der Osterlinge offizielle Währung des vereinigten Königreichs einschließlich der Kanalinseln und der Isle of Man ist etwa 1200 Jahre alt und damit die älteste Währung der Welt, welche immer noch in Gebrauch ist
  • 2. Erklären Sie den Begriff Börse! Die ersten regelmäßigen Versammlungen lombardischer Kaufleute fanden im mittelalterlichen Brügge vor dem Haus der Familie "van der Buerse" statt regelmäßiges Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage an einem bestimmten Ort mit dem Ziel bzw. Ergebnis einer offiziellen Preis- und Kursbestimmung
  • 2. Erklären Sie den Begriff Bankrott! ital. banca rotta = die zerschlagene, leere Bank Erinnert an den Geldwechsler des oberitalienischen Mittelalters Hatte auf dem Marktplatz seinen Tisch aufgebaut und darauf Säcke mit unterschiedlichen Geldsorten zum Tauschen drauf! leerer Tisch: Wechsler hat kein Geld mehr
  • 4. Was hat es mit der "New Economic History" auf sich? "neue Wirtschaftsgeschichte" Etablierte sich Ende der 1950er und Anfang der 1990er Jahre auch "ökonometrische Geschichte (Econometric history) oder auch Kliometrik (cliometrics) messende Geschichtswissenschaft → Positivismus (beschränkt sich auf das was gezählt, gemessen und gewogen werden kann
  • 5. Was verstehen Sie unter der kontrafaktischen Methode? Lat.: contra facta = entgegen den Tatsachen auch virtuelle Geschichte oder Uchronie genannt Typische Fragestellungen: Was wäre passiert, wenn Otto von Bismarck Deutschland nicht vereinigt hätte? Was wäre passiert, wenn Hitler den 2.WK gewonnen hätte?
  • Nennen Sie Vertreter der Economic History! Robert W. Fogel Douglass C. North Stanley L. Engermann
  • Welche Einwände erheben Kritiker gegen die New Economik History? Sei zu wenig historisch beruhe auf hypotetischen Modellen, die nie verifiziert werden können Methoden seien anti-empirisch + anti-positivistisch Bringe keine Geschichte, sondern nur "Quasi-Geschichte" hervor
  • Nennen Sie die 5 Ebenen des strukturhistorischen Ansatzes! Demografische Struktur: Bev.entwicklung, Mortalität, Fertilität, Alterspyramide Soziale Struktur: Klassen(Gesellschaftsschichten), soziale Mobilität, Verflechtungsbeziehungen Ökonomische Struktur: Sektoren, Standort- bzw. Raumwirtschaftstheorie, ökon. Grenzen Politische Struktur: Verfassung, Gesetzgebung, Gewaltenteilung, polit. System., Mentale Struktur: Konfessionen, nationale Identität, Verhaltensnormen, Motive, Bedürfnisse, Triebkräfte
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  • 8. Was verstehen Sie unter Zünften? Genossenschaftliche Vereinigungen von Handwerkern Gegenseitige Verflichtung selbstgegebene Normen einzuhalten Die Zunft regelt: die Qualität der Ware Anzahl der zugelassenen Lehrlinge und Arbeiter Beschaffung der Rohstoffe Preisfestsetzung Alters- und Hinterbliebenenversorgung Zunft unterhält eigene Gewerbepolizei erstrebt "Zunftzwang" verhängt den "Zunftbann" gegen Wander- und ländliche Gewerbe (Zunftbann=Monopol für ein Gebiet, in dem die Zunft gewerbliche Machtvollkommenheit in Anspruch nimmt)
  • Nennen Sie die Vor- und Nachteile einer Zunft! Vorteile: relativ konstantes und standesgemäßes Einkommen Nahrungssicherung für die Zunftmitglieder Starkes Bemühen um Ausbildung des Nachwuchses Qualitätssicherung durch zunftkonforme Standards Vermeidung sozialer Ungleichheit innerhalb der Zunft Nachteile: Wettbewerbsbeschränkung durch Verhinderung nichtzünftiger Gewerbe, Maßregeln, Abschließungstendenz Beschränkung der Gesellenzahl Bewusst gering gehaltene Kapitalausstattung Widerstand gegen innovative Fortschritte(handgemachtes steht im Vordergrund) Verhinderung hoher Arbeitsteiligkeit und Produktivität Kartellartige Preisabsprachen
  • 9. Was verstehen Sie unter Verlegerwesen? Unternehmensorganisation, deren Produktion dezentral und deren Absatz zentral organisiert war (Verlger sammelt die produzierten Güter und kann sie zentral vermarkten) Verleger tritt mit Geld und/oder Rohstoffen in Vorlage Produktion selbst wird in selbstständiger Heimarbeit vorgenommen, bei der die Produktionsmittel im Eigentum des Produzenten stehen (d.h. der Kaufmann(Verlger) macht sich den Handwerker(Meister) dienstbar Verlger sorgte für die Markterschlißeung und der abhängige Handwerker stellte die technischen Ausstattung und den Transport der Produkte Produktion zielte nicht auf den lokalen Markt ab → produziert wurden Massengüter, die auf überregionalen oder internationalen Märkten vertrieben werden sollten Massengüter setzen einheitliche Qualität voraus, somit war die Herstellung an strikte Regeln gebunden Begriff hat sich erhalten, heute: Verleger auf eigene Rechnung den Produktionsauftrag und sorgt für den Vertrieb
  • 10. Was verstehen Sie unter einer Manufaktur? Lat.: Manus = Hand und facere = machen zentralisierter, arbeitsteiliger Großbetrieb, der handwerkliche Technik beibehält Stand in der Zeit des Merkantilismus in Vordergrund häufig staatliche Gründung und/oder Unterstützung meist dominanz des fürstlichen Interesses Merkmale: Beibehaltung der Handwerkstechnik geringe Arbeitsteilung gringe Kapitalintensität geringe Produktionsmengen vorwiegend gelernte Arbeitskräfte Typische Produkte: Wolle, Samt, Seide, Schmuck, Porzellan, Waffen, Werkzeug, Glas, Leder