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Agrar und Lebensmittelmärkte (Fach) / Warenterminhandel (Lektion)

VL 3 Warenterminhandel

Diese Lektion wurde von selinabulling erstellt.

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  • Charakterisierung von Warentermingeschäften -          börsenmäßig organisiert -          Anzahl der Handelnden Personen beschränkt -          Handelsgegenstand = standardisierte Verträge = Kontrakte -          Kontrakt = Sicherheitsleistung, die nicht bei Vertragsabschluss bezahlt werden muss -          Käufer und Verkäufer interagieren nicht miteinander sondern mit der Warenliquidationskasse -          Erfüllung der Kontrakte = Glattstellen und nicht durch Lieferung/Erhalt der Ware   Vorteil:-          Preissicherheit-          Planungsicherheit  Nachteil:-          hohe Informationskosten-          geringe Markttransparenz-          Liefertreue
  • Hedgegeschäft 1.Hedge-Geschäfte: Anbindung des Warenterminmarktes an den Kassamarkt-> Preissicherungsgeschäft Ziel: Reduktion des Preisrisikos -Vorübergehenden Ersatz einer bestehenden oder erwarteten Kauf- bzw. Verkaufposition durch den Kauf bzw. Verkauf von Terminkontrakten -Kombination von Effektivgeschäft (Kassamarkt) und Börsengeschäft -Warum Risikoabsicherung (Hedging) •          Verbesserung der Planungssicherung•          Reduktion von Einkommensschwankungen•          Erhöhung der Liquidität des Unternehmens Beispiel: LW verkauft auf dem Warenterminmarkt zum Terminpreis für einen folgenden Monat. Im folgenden Monat kauft er das Kontrakt wieder zurück und verkauft es gleichzeitigt auf dem Kassamarkt zum Kassapreis. Egal ob die Preis bis zum folgenden Monat gestiegen sind, bekommt er als Erlös am Warentermin- und Kassamarktgeschäft immer seinen abgesicherten Preis im vorherigen Monat.
  • Abitrage-Hedge-Geschäft -> Abitrage-Hedge-Geschäft (=Transaktion am WTM zur Absicherung gegen Preisrisiken) zur Sicherung eines Lagerbestandes. Der Verkauf am WTM erfolgt, wenn der Betrag der Basis eines Kontraktes mit später Fälligkeit größer ist, als die intertemporalen Transaktionskosten zuzüglich der Kosten des Warentermingeschäftes. Hierdurch soll der Gewinn aus der Lagerhaltung gesichert werden. Warenterminhandel: HedgegeschäfteBeispiel: Arbitrage-Hedge bei der Rapslagerung (I)Kassamarktpreis für Raps im September: 16 €/dtWarenterminmarktnotierung im Sept. für den Februarkontrakt:20 €/dtLagerkosten für Raps von September bis Februar:3 €/dt Warenterminmarkt 1.Verkauf im September zumTerminpreis für Februar20 €/dt 2.Rückkauf im Februar für 22€/dt (Verlust am Terminmarkt 2€) Kassamarkt 1.Einlagerung der Rapssaat: -16€/dtLagerkosten: - 3 €/d 2.Verkauf im Februar zum Kassapreis 22 €/dt (3€ Gewinn am Kassamarkt) -3€  Gewinn -2€ Verlust= 1€ Gewinn aus Lagerhaltung
  • Spread Geschäft Angleichung von Preisdifferenzen zwischen Kassa- und Warenterminmarkt, Kauf von Futures bei gleichzeitigem Verkauf. Das Ziel des spread besteht darin, aus einer Veränderung der Differenz zwischen Kaufs- und Verkaufspreis Nutzen zu ziehen. Intracommodity spread: zwischen zwei unterschiedlichen Liefermonaten des gleichen Futures Intercommodity spread: spread zwischen Futures der gleichen Produktgruppe (Mais+Weizen) Intermarked: zwischen zwei verschiedenen Warenterminmärkten (z.B. Weizen in Chicago+ Kansas City)
  • Beurteilung der Möglichkeiten zur Einkommensstabilisierung (Voraussetzungen) WTM Voraussetzungen: -eine funktionierende Börse und dazu gehört eine ausreichende Liquidität, man sollte also eine hohe Umsatzrate haben - Preise von Vorleistungen dürfen nicht an den Preis gekoppelt sein, da das Hedgen ansonsten zu großen Liquidationsschwankungen führt (Bsp. Ferkelpreis und Schweinepreis) Schlussfolgerung: WTM hilft bei Preisstabilisierung, allerdings ist dies nur ein Faktor (Menge wird z.B. nicht stabilisiert) -ohne Hedging: Varianz größer, somit DB kleiner -stabiler DB sichert nur Rentabilität, aber nicht Einkommenssicherheit - Liquidität= Erlös zum Zeitpunkt t – Ferkel zum Zeitpunkt t wichtig für Einkommenssicherheit, nicht DB
  • Bedeutung von Spekulationsgeschäften für den Warenterminmarkt (5) -          liefert Information -          liefert Liquidität -          kein Kurseinfluss bei kleinen Transaktionen -          Spekulant übernimmt einen Teil des Risikos des Produzenten -          nur Börse, kein Kassamarkt
  • Kriterien zur Beurteilung von Prognosegüte Mittlerer Prognosefehler: MFP=1/n*Summe (P-T) n=Anzahl der Prognosen, P=Preis am Kassamarkt, T=Prognostizierter Preis, >0 Prognose kleiner als Tatsächliche Ergebnis, <0 Prognose zu hoch Mittlerer absoluter Prognosefehler: MFP= 1/n*Summe |(P-T)| Sagt einem wie groß der Prognossefehler insgesamt ist, aber nicht ob man drüber oder drunter liegt.
  • Problematik der Beurteilung von Prognosegüte auf der Basis von Korrelationskoeffizienten bzw. des Bestimmtheitsmaßes der Einfachkorrelation Problem der Messung von Prognosefehlern ist die Wahl des Referenzsystems: -> wie groß sind die Fehler bei anderen Systemen der Prognose: Bsp.: No-change-Prognose als Referenzsystem          L> Prognosegüte wird immer als relativ gut eingeschätzt - richtige Kennziffer wählen (siehe 14) - ab wann ist ein Prognosefehler schwerwiegend Die Korrelation mißt, wie gut die Daten zu irgendeiner linearen Funktion passen, wogegen das Ziel des Modells die Erfüllung der ganz speziellen linearen Beziehung sein muß.
  • Ölmühlenspread Die Ölmühlen kennen von der WTB den Preis für ihre Rohstoffe und Verarbeitungsprodukte (Sojaschrot, Sojaöl) usw. Sie wissen auch, wie hoch die Verarbeitungskosten und produzierten Mengen liegen. So können sie durch Kauf und gleichzeitigen Verkauf von entsprechenden Kontrakten die Produktion im Vorhinein absichern. Sie wissen so genau, wieviel sie verdienen können = Ölmühlen-spread= Spreadgeschäft
  • Bedeutung der Basis für Warentermingeschäfte im Hinblick auf den Zusammenhang unterschiedlicher Märkte Basis=Prognostizierte Preisänderung (Preis für Kontrakt heute- Kassapreis heute) Zum Zeitpunkt der Kontraktfälligkeit entsprechen sich der Kassamarktpreis und die Notierung des Warenterminmarktes -> für die Hedgegeschäfte ist eine stabile Basis sehr wichtig. Falls die Basis schwankt, bedeutet das für die Börsenteilnehmer ein zusätzliches Risiko. Wenn die prognostizierte Preisänderung auf dem Kassamarkt nicht annähernd stimmt, können die LW ihre Preis nicht mehr absichern und nicht mehr ihr Hedgen richtig planen. à würde Effizienz des WTM verringern Die Basis kann durch externe Effekte wie z.B. auf dem Kassamarkt Ernteschwankungen oder auf dem Warenterminmarkt unterschiedlichen Intertemporale Preise schwanken.
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  • Bedeutung der Transaktionskosten im Hinblick auf den Zusammenhang der unterschiedlichen Märkte Auf dem Warenterminmarkt entstehen nur indirekte Transportkosten, da man die Waren nicht wirklich liefert sondern glattstellt. Der Hegder führt ein entsprechendes Geschäft am Kassamarkt durch, bei dem er die Waren liefert oder empfängt und somit Transportkosten hat. Auf dem Warenterminmarkt fallen aber andere Transaktionskosten an. Bei jeder Transaktion fallen Gebühren an. Außerdem können Lagerhaltungskosten bei einem Abitragegeschäft enstehen. Somit muss der Gewinn des Geschäftes größer als die Transaktionskosten+ Kosten beim Ver-/Kauf der Waren. Je höher die Transaktionskosten, desto höher ist das Risiko zusätzlich. (zu dem Risiko der prognostizierten Preise) D.h. wenn die Transaktionskosten für den Teilnehmer des WTM zu hoch sind, können diese somit den Handel verhindern.
  • Bedeutung der Marktliquidität für die Erfüllung der Funktionen unterschiedlicher Geschäfte auf dem Warenterminmarkt Marktliquidität beschreibt ob Waren problemlos an einem Markt bezogen oder abgesetzt werden können.  Zu einem liquiden Markt gehört, dass eine einzelne Transaktion den Warenterminmarkt nicht beeinflusst und es keine Kursschwankungen gibt. Die Marktliquidität erhöht die Markttransparenz und erhöht somit auch die Informationsflut. Je höher die Marktliquidität, desto elastischer der Markt und desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Verkäufer und Käufer der entsprechenden Ware sich zum Handel treffen und es zum Handel kommt.
  • Beschreibung der Rückwirkungen der Warenterminnotierungen auf die Kassamärkte (Wie können Spekulationen an Warenterminmärkten die Kassamärkte beeinflussen?) Spekulanten übernehmen das Risiko für die LW, so dass überhaupt der Markt funktioniert Und die LW ihre Preise absichern können Der Spekulant sorgt durch seine Geschäfte für die notwendige Liquidität am Markt und somit auch für die Einkommenssicherheit für den LW. Die Spekulanten geben eine Prognose ab für die zukünftigen Preise und beeinflussen somit auch die übrigen Marktteilnehmer und auch den Kassamarkt.
  • Glattstellen Erfüllen eines Kontraktes gegenüber der Warenliquidationskasse durch ein entgegengesetztes Geschäft am Warenterminmarkt
  • Maturity basis Differenz zwischen den Preisen auf dem Kassa und Warenterminmarkt bei Kontraktfälligkeit
  • Kontrakt sachlich, räumlihch und zeitlich standartisierter Vertrag über die Lieferung und den Bezug von Waren innerhalb einer zukünftigen Periode
  • Warum werden Warentermingeschäfte idR. glattgestellt und nicht durch physische Lieferung erfüllt? Transaktionskosten-> da Händler und LW häufig aus weit entfernten Regionen kommen-man muss nicht den standartisierten Vertrag erfüllen, sondern kann auf den Betrieb zugeschnittenen Vertrag erfüllen- standartisierte Ware muss kontrolliert werden = Kosten - man kann nicht auf den gewohnten Verkaufsmechanismus zurückgreifen- Unsicherheit bezgl. der Qualität der Ware
  • Risiko eines Hedgegeschäfts Das Risiko liegt darin, dass man bei steigendem Preis nur den abgesicherten bekommt
  • Warum wird auf Warenterminmärkten eine Verbesserung der Markttransparenz in zeitlicher Hinsicht erwartet? - täglich werden die gehandelten Waren für zukünftige Liefermonate auf Basis aktueller Makrtinformationen neu bewertet - Vielzahl von Börsenteilnehmern bringen durch notierte Kontrakpreise ihre Einschätzung im Hinblick auf die gegenwärtige und zukünftige Marktsituation zum Ausdruck - da die Marktteilnehmer für ihre "Preiserwartung" finanziell einstehen müssen, spiegeln die Kontraktpreise relativ zuverlässig die Gleichgewichtspreise in der Gegenwart und nahen Zukunft wieder - Informationsdienstleistung durch die Börse
  • Vorraussetzungen damit Hedgegeschäft zur Einkommenssicherung führt - funktionierende Böse und ausreichende Liquidität - Preise von Vorleistungen dürfen nicht an den Preis gekoppelt sein Eine Aktion auf dem WTM ist nur eine Absicherung, wenn man ein entgegengesetztes Geschäft am Kassamarkt tätigen kann
  • Warum kommt dem Handelsvolumen auf WTM eine hohe Bedeutung zu? Je größer das handelsvolumen, desto- mehr Informationen finden Zugang zum Markt- desto größer ist die Liquidität des Marktes -> kommt nicht direkt zu Kursschwankungen - desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Verkäufer und Käufer der enstprechenden Waren zusammen finden und es zum Handel kommt
  • Arbitrage-Geschäft Ausnutzung räumlicher Preisunterschiede gleicher Waren auf verschiedenen Märkten
  • Spekulationsgeschäft alle auf Gewinnerzielung aus Preisveränderungen gerichteten Geschäftstätigkeiten, also die Ausnutzung von zeitlichen Preisunterschieden Anreiz für die Beschaffung und Verarbeitung von Informationen