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Steuern (Fach) / Steuern - Klausur (Lektion)
Klausurrelevanz
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- Die fünf Bemessungsverfahren? Ermittlungsverfahren Festsetzungsverfahren Erhebungsverfahren Rechtsbehelfverfahren Straf- und Bußgeldverfahren
- Ermittlungsverfahren - Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen? Ermittlung der Besteuerungsgrundlagen: § 199 AO = Prüfungsgrundsätze für Außenprüfer und Steuerpflichitgen · Ermittlung von Amts wegen: § 88 AO = Untersuchungsgrundsatz – Finanzbehörde · Mitwirkungspflichten: Pflicht zur Abgabe der Steuererklärung o Verspätungszuschlag § 152 AO o Zwangsmittel § 328 AO · Besondere Mitwirkungspflichten o Auskunftspflichten § 93 AO o Buchführungs- und Aufzeichnungspflichten §§ 140 ff. AO · Ermittlung im Außendienst: o Außenprüfung §§ 193 ff. AO o Steuerfahndung § 208 AO o Steueraufsicht § 209 AO
- Was versteht man unter dem Festsetzungsverfahren? · Steuerbescheid: Nach Abschluss des Ermittlungsverfahren o Höhe der Steuerschuld § 155 AO o Steueranspruch des Staates wird transparent · Steuerbescheid wird schriftlich erteilt § 157 AO o Rechtsbehelfbelehrung neben Steuerschuld · Gesonderte Feststellung der Besteuerungsgrundlagen: § 179 AO o Einheitswertbescheid = Wert für mehrere Steuern o Gesonderte & einheitliche Feststellung (Zurechnung an mehrere Personen, zB OHG)
- Was versteht man unter dem Erhebungsverfahren? Das Erhebungsverfahren dient dazu. Die Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis zu realisieren (§ 218 AO) · Fälligkeit der Steueransprüche o I.d.R. ein Monat nach Bekanntgabe (§ 122 AO) o Steuervorauszahlungen nach Zahlungsterminen (§ 37 EStG) · Stundung: Nach § 222 AO können Fälligkeitstermine hinausgeschoben werden
- Was versteht man unter dem Rechtsbehelfverfahren? Der Steuerpflichtige hat im ordentlichen außergerichtlichen Verfahren und gerichtlichen Verfahren die Möglichkeit seine Rechte durchzusetzen (Rechtsbelehrung) Vorverfahren = Einspruch gem.- § 347 AO (Entlastung der Gerichte, Selbstkontrolle der Verwaltung) Gerichtliche Verfahren = Klage, Revision und Beschwerden -> Entscheidung durch Urteil
- Was versteht man unter Straf- und Bußgeldverfahren? Verfahrensziel: Steuerliche Pflichtverletzung wird unter Androhung von Strafe und Bußgeldern verfolgt Steuerstraftaten: Steuerhinterziehung, Fälschung steuerlicher Wertzeichen (z.B. bei Zigaretten) -> Voraussetzung = vorsätzliche Steuerverkürzung nach § 370 (4) AO
- EStG Was besagt die Unbeschränkte Steuerpflicht (§ 1 (1) EStG? Wer ist "unbeschränkt" steuerpflichtig und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein? Natürliche Person (Privat-/Einzelperson) Wohnsitz im Inland (§ 8 AO) Gewöhnlicher Aufenthalt (§ 9 AO) = Zweitwohnung, dauerhafter Verbleib.. = Unbeschränkte Einkommensteuerpflicht mit sämtlichen Einkünften aus dem In- und Ausland (=Welteinkommen)
- Was besagt die beschränkte Steuerpflicht (§ 1 (1) EStG? Wer ist "beschränkt" steuerpflichtig und welche Voraussetzungen müssen gegeben sein? · Natürliche Person · Im Inland weder Wohnsitz noch gewöhnlicher Aufenthalt o Aber inländisches Einkommen (Bsp.: Wohnsitz Niederlande, Arbeit in Aachen – geregelt in § 49 EStG) o Kann allerdings nach § 1 Abs. 3 EStG auf Antrag unbeschränkter Steuerpflicht gestellt werden
- Sachliche Steuerpflicht (Steuerobjekt) ? Steuerobjekt = Steuergegenstand Das Einkommen ist die Summe Positive oder negative Einkünfte (EStG § 2 -> 7 Steuerarten) Vermindert um eine Reihe von Beträgen nach Leistungsfähigkeit des Steuerpflichtigen
- Bemessungsgrundlage errechnen? Bemessungsgrundlage vereinfacht: + Summe aller Einnahmen ./. Summe der steuerlich geltend zumachenden Ausgaben ./. Summe der Freibeträge und steuermindernden Posten ./. eventuelle Vorauszahlungen = Bemessungsgrundlage
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- Was versteht man unter Liebhaberei (Steuerbefreiung)? Einkaufsarten die mehr als Hobby durchgehen denn als Gewinn- oder Überschusserzielungsabsicht Können i. d. R. nicht den 7 Einkunftsarten zugeordnet werden: Lottogewinn Erbschaften
- Wo sind steuerfreie Einnahmen geregelt und wie definieren diese sich? · § 3 EStG = objektive Befreiungen nach Art des Vermögenszuflusses) Systematisch unterteilt in 2 Gruppen: 1. Konstitutive Befreiung = Befreiung bei bereits erfassten Einnahmen in anderen Konten 2. Deklaratorische Befreiung = Befreiung bei nicht regulierten Einnahmen die nicht in die Einkunftsarten fließen
- Was versteht man unter Betriebsausgaben und Werbungskosten und wo sind diese geregelt und wie definiert? · Betriebsausgaben: betriebliche Aufwendungen (Löhne, Gehälter, Mieten, Telefonie, etc…) -> negative Erfolgskomponente der Gewinneinkunftsarten und dort abzugsfähig (§4 Abs. 4, EStG) · Werbungskosten: Aufwendungen zur Erwerbung, Sicherung und Erhaltung von Einnahmen /Fremdkapitalzinsen oder Grundsteuern) -> negative Erfolgskomponente der Überschusseinkunftsarten und dort abzugsfähig (§9 Abs. 1 EStG
- Was meint die Zusammenveranlagung und das Splitting? Zusammenveranlagung von Ehegatten Ehepaare könne zwischen getrennter Veranlagung und Zusammenveranlagung wählen, sofern § 26 EStG erfüllt ist. Splitting-Verfahren ermittelt (§ 32a Abs. 5 EStG) beide Einkünfte werden halbiert und Tarifangewandte ermittelte Steuer verdoppelt
- Was ist die Lohnsteuer? · Keine eigene Steuerart, sondern Erhebungsform der ESt · Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit erfahren einen Lohnsteuerabzug der ESt
- Was sind die sieben Einkunftsarten der Einkommenssteuer und wie werden diese unterteilt? Gewinneinkünfte 1. Land-/Forstwirtschaft (§ 13 EStG) 2. Gewerbebetrieb (§ 15 EStG) 3. Selbstständige Arbeit (§ 18 EStG) Überschusseinkünfte 4. Nichtselbstständige Arbeit (§19 EStG) 5. Kapitalvermögen (§20 EStG) 6. Vermietung und Verpachtung (§21 EStG) 7. Sonstige Einkünfte (§22 EStG) = Summe der Einkünfte gemäß § 2 EStG
- Was bedeutet der Dualismus der Einkünfteermittlung? Dualistische Unterteilung der 7 Einkunftsarten · Einkünfte aus LuF, Gewerbebetrieb und selbständiger Arbeit werden als Gewinn (§§ 4 – 7k EStG) definiert. · Die Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, aus Kapitalvermögen, aus Vermietung und Verpachtung sowie sonstige Einkünfte werden als Überschuss der Einnahmen über die Werbungskosten (§§ 8 – 9a EStG) definiert.
- Wie definiert sich bzw. lassen sich Gewinn und Überschuss der Einnahmen über Werbungskosten ermitteln? Gruppe Gewinneinkünfte Betriebsvermögen des aktuellen Wirtschaftsjahres ./. Betriebsvermögen des vorangegangenen Wirtschaftsjahres +Einlagen ./. Entnahmen = Gewinn (Betriebsvermögensdifferenz) EStG §4 Abs. 1 S.1 Gruppe Überschusseinkünfte Einnahmen über Werbungskosten = „Geldrechnung“ Zahlungseingang ./. Zahlungsausgang EStG § 4 Abs. 3
- Definitionen von Einkommensermittlingszeitraum/Veranlagungszeitraum? · Einkommenssteuer = Jahressteuer (§2 Abs. 7 S.1 EStG) · Einkommenssteuerermittlungszeitraum = Zeitraum der zu ermittelnden Besteuerungsgrundlagen · i.d.R deckungsgleich mit Kalenderjahr (§2 Abs. 7 S. 2 EStG)
- Was beschreibt der Betriebsvermögensvergleich nach § 5 EStG ? · Ist § 5 EStG (Gewinn bei Kaufleuten und bei bestimmten anderen Gewerbetreibenden) erfüllt, gilt der Maßgeblichkeitsgrundsatz · = Ansatz des Betriebsvermögens ist nach GoB handelsrechtlich anzusetzen · Abweichungen in § 5 EStG durch diverse Einzelbestimmungen
- Wie definiert das EStG "Einnahmen"? · Alle Güter (monetär oder Geldeswert) im Rahmen der Einkunftsarten des Steuerpflichtigen (§ 8 Abs. 1 EStG) · Einnahmen, die in Geld bestehen (Sachbezüge = Firmenwagen, etc..) werden mit ihrem Geldwert angesetzt
- Was sind nichtabziehbare Betriebsausgaben nach § 4 Abs. 5 EStG? Betriebsausgaben die nicht unter das Abzugsverbot nach § 12 EStG fallen, aber als Betriebsausgaben gewertet können: 1. Geschenke über 35 € im Wirtschaftsjahr 2. Betriebsaufwendungen, welche unangemessen sind (Geschäftsessen im Nobelbordell), angemessene Bewirtungskosten sind nur in Höhe von 70 % abziehbar 3. Gästehäuser außerhalb des Betriebes
- Was oder wer ist der Fiskus? der Staat als Eigentümer des öffentlichen Vermögens."Steuern an den Fiskus abführen"
- Was bedeutet ARAP und welchen Zweck verfolgt es? Als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten (ARAP) sind Ausgaben vor dem Bilanzstichtag auszuweisen, soweit sie Aufwand für eine bestimmte Zeit nach dem Bilanzstichtag darstellen (§ 250 (1) HGB) – Bsp.: Im Voraus (über das Geschäftsjahrende hinaus) gezahlte Miete Voraussetzungen: · Ausgabe vor dem Abschlusstichtag · Erfolgswirksamkeit nach Ablauf des GJ (erst dann auch in GuV) · Eindeutige zeitliche Begrenzung der Erfolgswirksamkeit Grund: · Grundsatz der periodengerechten Gewinnermittlung (§ 252 HGB) · Zwischenkonto (aktivisches Bestandskonto) · Kein eigenständiger Vermögensgegenstand (§ 246 HGB)
- Was sind Rückstellungen und ab wann müssen diese in der Bilanz aktiviert werden? = dem Grunde und/oder der Höhe nach ungewisse Verbindlichkeiten 3 Merkmale von Rückstellungen: (alle Merkmale müssen erfüllt sein) 1. Vorliegen einer Verpflichtung gegenüber Dritten (Außenverpflichtung) 2. Wirtschaftliche Verursachung vor dem Bilanzstichtag 3. Überwiegende Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme (> 50%) Untergliederung innerhalb der Bilanz: 1. Rückstellungen für Pension und ähnliche Verpflichtungen 2. Steuerrückstellungen 3. Sonstige Rückstellungen
- Welche Rückstellungsarten gibt es? 1. Ungewisse Verbindlichkeiten (§249 (1) HGB: Garantie, Prozessrisiken, Steuern, etc.. 2. Drohende Verluste aus schwebenden Geschäften: Vorsichtsprinzip 3. Gewährleistungen ohne rechtliche Verpflichtungen: Kulanz bei Garantien 4. Im Geschäftsjahr unterlassene Instandhaltung: (keine Außenverpflichtung) Maschinendefekt vor Bilanzstichtag und Reparatur erfolgt danach