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Biologie (Fach) / Systematik (Lektion)

Pflanzenreich

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  • Taxaceae (Eibengewächse), Wirkmechanismus Taxana - Angriff an der Mitosespindel in der Metaphase des Zellzyklus - Zellteilungshemmung in der Metaphase - Hemmen die Mikrotubuli-Depolimerisation (trotz erfolgter GTP-Hydrolyse) - "einfrieren" - Mikrotubuli können ihre dynamische Funktion nicht mehr ausüben - Apoptose (programmierter Selbstmord der Zelle)
  • Terpene - gehen auf die Isopren-Einheit zurück - entstehen durch Aneinanderhängen (dabei kann Ringbildung vorkommen) - Hydrophob - Monoterpen (C10=10 C-Atome) - Sesquiterpen (C15) - Diterpene (C20) - Triterpene (C30) - in ätherischen Ölen befinden sich z.B. Mono- und Sesquiterpene
  • Ephedraceae (Meerträubelgewächse) - Ephedra sinica (Meerträubel) Ph.Eur.2005, DAB 2005 Ordnung: Gnetales Pflanze: wenig verzweigter Strauch bis 30 cm hoch, i.d.R. diözisch Blätter: schuppenförmig (reduziert) an rutenförmigem Strauch Blüten: stark reduziert Frucht: rote Beerenzapfen Verbreitung: angrenzende Gebiete zw. Mongolei und China Droge: Ephedrae herba - Meerträubelkraut Inhaltsstoffe: Ephedrin (Alkaloid) - gibt es auch totalsynthetisch Anwendung: Atemwegserkrankungen mit leichtem Bronchospasmus
  • Taxaceae (Eibengewächse) - Taxus brevifolia (Pazifische Eibe) Ph.Eur.2005, DAB 2005 Pflanze: breitkroniger, häufig krummstämmiger, bis 8 m hoher Baum Blätter: 2 mm breite, 2 cm lange Nadeln, abgeflacht, dorsiventral (nur eine Spiegelachse mit zwei spiegelbildlichen Hälften) Frucht: rot, dunkelbraune Samen umgeben von fleischigem Samenmantel (Arillus) Verbreitung: Nordost USA Droge: Rinde zur Gewinnung von Paclitaxel (Taxol), 6000 kg Rinde (=1000 Bäume) für 1 kg Paclitaxel Inhaltsstoffe: Paclitaxel (Diterpenalkaloid) Anwendung: Taxol als Zytostatikum bei Brust- und Eierstockkrebs
  • Taxaceae (Eibengewächse) - Taxus baccata (Europ. Eibe) Ph.Eur. 2005, DAB 2005 in Blättern: Baccatin III und Desacetylbaccatin III - daraus Semisynthese von Paclitaxel (Taxol) und Docetaxel (Taxotere)
  • Ziele der systematischen Forschung - Rekonstruktion der Evolutionsgeschichte (d.h. des Stammbaumes der Organismen oder Phylogenie) > anhand paläontologischer Information (fossiles Pflanzenmaterial, Pollen in Erdreich) > Aufstellung von Entwicklungslinien und Verwandtschaftszusammenhängen anhand abgestufter Ähnlichkeit von Merkmalen der heute lebenden Organismen - Endziel: Einordnung aller Organismen in ein natürliches System > spiegelt die Evolutionsgeschichte und damit die verwandtschaftlichen Zusammenhänge möglichst genau wieder > jedes Taxon ist monophyletisch, d.h. es enthält ausschließlich solche Organismen, die sich von einem gemeinsamen Vorfahren ableiten
  • Bakterien - Prokaryonten - kein Zellkern, aber ein Nucleoid (ringförmiges Chromosom) - geringe Kompartimentierung - Einzeller - 1-5 μM - stäbchenförmig, coccoid, spirillenförmig - beweglich oder auch unbeweglich - versatiler Stoffwechsel - Gram-positiv und Gram-negativ
  • Bakterien - Cyanobakterien - autotroph (oxygene Photosynthese) - ein- bis vielzellig - Gram-negativ - unbegeißelt - zur N2-Fixierung befähigt
  • Bakterien, Pilze, Pflanzen Archaea - Prokaryonten - näher mit Eukaryonten verwandt als mit Eubakterien - sehr widerstandsfähig gegen Umweltbedingungen - unterscheiden sich in ihren Zellbestandteilen deutlich von Eubakterien
  • Unterschiede Farne - Samenpflanzen Farne (Samenpflanzen) - isospor oder heterospor (weibliche oder männliche Pflanze) - Megasporophyll (Fruchtblatt) - Mikrosporophyll (Staubblatt) - Megasporangium (Nucellus) - Mikrosporangium (Pollensack) - Megaspore (einkerniger Embryosack) - Mikrospore (einkerniges Pollenkorn) - Megaprothallium (prim- Endosperm nur bei Gymnospermen) - Mikroprothallium (mehrkerniges Pollenkorn bzw. Pollenschlauch)
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  • Elemente einer Blüte - Gymnospermen Gymnospermen A: Androeceum; Staubblätter, Stamina G: Gynoeceum; Fruchtblätter; Samenschuppe
  • Elemente einer Blüte - Angiospermen Angiospermen K: Kelch; Kelchblätter; Sepalen C: Krone (Corolla); Kronblätter; Petalen A: Androeceum; Staubblätter; Stamina G: Gynoeceum; Fruchtblätter; Karpelle
  • Elemente einer Blüte - Angiospermen (Perigon) P: Perigon; Blütenhüllblätter; Tepalen A: Androeceum; Staubblätter; Stamina G: Gynoeceum; Fruchtblätter; Karpelle
  • Evolution der Fruchtblätter 1. Einer Hypothese zufolge bildete ein modifiziertes Blatt mit Sporangien den Ursprung des Fruchtblattes 2. Im Laufe der Evolution rollten sich die Blattränder einwärts und verwuchsen schließlich miteinander 3. Am Ende dieser Abfolge sind drei Karpelle zu einem dreikammerigen Fruchtknoten verwachsen
  • Evolution des Staubblattes 1. Die blattartigen Teile der Struktur wurden immer weiter reduziert 2. bis nur noch die Mikrosporangien übrig waren
  • Lycopodiophytina (Bärlappgewächse) Lycopodium clavatum (Bärlapp) Beschreibung: - bis zu 1 m auf dem Boden kriechende Stängel - dichoton verzweigt - bis 30 cm aufrecht stehende Seitenäste - Blätter: klein, schmal, schuppenartig, gelbgrün - Blüte (Sporophyllstand): 2-3 walzenförmige, sporentragende Ähren Vermehrung: Generationswechsel (meist isospor), dominierender Sporophyt, kleines Prothallium Verbreitung: weltweit Droge: Sporen Inhaltsstoffe: Alkaloide (nicht in Sporen), Flavonoide Anwendung: Entzündungen der Atemorgane
  • Abteilung Streptophytina, Unterabteilung: Spermatophytina, Klasse: Magnoliopsida (Angiospermen) - 250.000 Arten (mehr als 80% der Flora) - Samenanlagen von Fruchtblättern eingeschlossen > Schutz z.B. vor Fraß, Verletzung, Austrocknung - auffällige Blüten (um Insekten anzulocken) - zwittrige Blüten, Bestäubung durch Insekten und Pollenabgabe - holzig oder krautig - sehr variabel - Xylem: Tracheen und Tracheiden - Phloem: Siebröhren - Blätter mit Spreite - diverse Sekundärstoffe
  • Systematik im Wandel - Vorstellung von Verwandtschaftsbeziehungen zwischen Blütenpflanzen (und natürlich auch anderen Pflanzengruppen) wandeln sich ständig - Grund: es liegen DNA-Sequenzierungen von einer zunehmenden Zahl von Taxa vor; auch Weiterentwicklung der Analytik - neue Erkenntnisse erfordern z.T. die Revision historischer Eingruppierungen
  • Sekundärstoffe Verbindungen, die nur in bestimmten Lebewesen vorkommen und dabei oft einen für die Art wichtigen Zweck erfüllen (Gifte und Abwehrstoffe, Pheromone und Blütenfarbstoffe)
  • Primärstoffe Primärstoffe, die als Produkte des Primärstoffwechsels für die Aufrechterhaltung des Zellgeschehens notwendig sind (Nukleinsäuren, Proteine, Nährstoffe) - kommen bei praktisch allen Organismen vor
  • Evolutionäre Progressionen der Angiospermen: ursprünglich > abgeleitet Blüte: schraubig > wirtelig Fruchtblätter: apocarp=choricarp > coenokarp (synkarp oder parakarp) Kronblätter: choripetal=frei > sympetal=verwachsen Fruchtknoten: oberständig > unterständig Staubblätter: frei > verwachsen Einzelblüten > Blütenstände Blätter: spiralig > wirtelig einfache Blätter > zusammengesetzte Blätter Pflanze: holzig > krautig
  • Leitbündelanordnung im Spross Dikotyledonen: - Leitbündel mit Kambium im Ring angeordnet - innen Xylem - außen Phloem Monokotyledonen: - Leitbündel ohne Kambium zerstreut im Sprossquerschnitt - Xylem immer innen - äußere Leitbündel kleiner als innere
  • Eudikotyledonen - 2 Keimblätter - Blüten meist 5(4)-zählig, Perianth, klein unscheinbar bis groß auffällig - Blätter netznervig, oft geteilt, zusammengesetzt mit Blattstiel, ohne Blattscheiden - Wurzeln allorrhiz (Haupt- und Seitenwurzeln) - sekundäres Dickenwachstum - Leitbündel im Spross ringförmig, offen kollateral - Leitbündel in Wurzel oligarch (wenigstrahlig) - kondensierte und hydrolisierbare Gerbstoffe - Triterpensaponine - ätherische Öle oft in Idioblasten, Exkretbehältern und Drüsen
  • Monokotyledonen - Rosidae (frühere Bezeichnung) - 1 Keimblatt - Blüten dreizählig, Perigon - Blätter parallelnervig, ungeteilt, ohne Blattstiel, mit Blattscheiden - Wurzeln homorrhiz (sprossbürtig) - kein sek. Dickenwachstum - Leitbündel in Spross zerstreut, geschlossen kollateral oder konzentrisch - Leitbündel in Wurzeln polyarch (vielstrahlig) - selten, nur kondensierte Gerbstoffe - Steroidsaponine - ätherische Öle selten, in Idioblasten
  • Magnoliales, Myristicaceae (Muskatnussgewächse) Myristica fragrans (Muskatnussbaum) Pflanze: bis 20 m hoher, diözischer Baum Blätter: immergrün, ledrig, bis 8 cm Blüten: weiß, ähneln denen des Maiglöckchens Frucht: beerenartige Kapsel, 8-10 cm lang Samen: länglich, rundlich mit einem roten Samenmantel Verbreitung: Molukken Droge: Myristiceae semen - Muskat Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (Monoterpene: α- und β-Pinen; Phenylpropan (Myristicin)) Anwendung: Erkrankungen und Beschwerden im Bereich des Magen-Darm-Traktes (Volksmedizin)
  • Unterabteilung: Spermatophytina, Klasse: Magnoliopsida, Magnoliiden (Einfurchen-Zweikeimblättrige) - ursprünglichste Angiospermen - Blütenhülle: Perigon - Anordnung der Blütenorgane: schraubig - Staubblätter: Polyandrie - Fruchtblätter: chorikarp - 2 Keimblätter mit einer Keimfurche = Einfurchen-Zweikeimblättrige - Wurzelsystem: allorrhiz - verholzte Lebensformen, seltener krautige Stauden - Blätter: meist deutlich gestielt, netzaderig, einfach - Sekundärstoffe: häufig Benzylisocholinalkaloide, ätherische Öle in Exkretzellen (Idioblasten)
  • Magnoliiden - Arznei- und Giftpflanzen Magnoliales: - Magnoliaceae (Magnoliengewächse) - Myristicaceae (Muskatnussgewächse) Laurales: - Lauraceae (Lorbeergewächse) > Cinnamomum verum = C. zeylanicum > Cinnamomum camphora Piperales: - Piperaceae (Pfeffergewächse) > Piper methysticum - Aristolochiaceae (Osterluzeigewächse) > Aristolochia clematitis
  • Laurales, Lauraceae (Lorbeergewächse) Habitus: überwiegend Bäume oder Sträucher Blätter: immergrün, meist wechselständig, ledrig, ungeteilt Blüte: Perigon, *P3+3 A3+3+3+3 G1_ - Dreizähligkeit: gewisse Verwandtschaft von Magnoliiden zu Monokotyledonen Frucht: Beere (Lorbeere) oder Steinfrucht Chemie: ätherisches Öl in Exkretzellen (Monoterpene und Phenylpropan) Arzneipflanzen: - Laurus nobilis (Lorbeer) - Cinnamomum verum = Cinnamomum zeylanicum (Zimt) - Cinnamomum camphora (Kampferbaum) Bedeutung: typische Gewürzpflanzenfamilie
  • Laureales, Lauraceae (Lorbeergewächse), Laurus nobilis (Lorbeer) Pflanze: immergrüner Strauch Blätter: ledrig, oberseits glänzend, aromatisch duftend Frucht: glänzende, blauschwarze Beeren Verbreitung: Mittelmeergebiet Droge: Lauri fructus Lorbeerfrüchte Inhaltsstoffe: ätherisches Öl Anwendung: rheumatische Beschwerden (obsolet), Blätter als Gewürz
  • Laurales, Lauraceae (Lorbeergewächse) Ph.Eur. 5.0, Cinnamomum verum=Cinnamomum zeylanicum (Zimt) Pflanze: immergrüner, bis 12 m hoher Baum mit braungrauer Rinde Blätter: bis 12 cm lang, rundlich-eiförmig, ledrig, gegenständig, waagerecht abstehend, anfangs rot, später grün Blüten: unscheinbar, weißlich-grün, in achsel- oder endständigen Rispen stehend, etwa 0,5 cm groß, seidig behaart Frucht: beerenartig, eiförmig-länglich, kurzstachelig Verbreitung: Ceylon in Höhenlagen Droge: Cinnamomi cortex - Zimtrinde Inhaltsstoffe: ätherisches Öl (Phenylpropanoid: Zimtaldehyd) Anwendung: Appetitlosigkeit, Verdauungsbeschwerden, krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich
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  • Laurales, Lauraceae (Lorbeergewächse), Laurus nobilis (Lorbeer) Pflanze: bis 50 m hoher und 5 m dicker immergrüner Baum Blätter: wechselständig, oval-lanzettlich, langgestielt, ganzrandig, glatt und glänzend Blüten: klein, weiß, süßlich-aromatisch duftend, kurz gestielt Frucht: purpurschwarze, einsamige, 10-12 mm große Steinfrucht Verbreitung: Küstengebiete trop. und subtrop. Ostasiens Inhaltsstoffe: ätherisches Öl im Holz (Monoterpene, Kampfer) Droge: Rinde und Harz, Camphora=Kampfer Ph.Eur.2005 Anwendung: Muskelrheumatismus, Bestandteil von Erkältungssalben
  • Piperales, Piperaceae (Pfeffergewächse) Habitus: Sträucher, Lianen oder kleine Bäume Blätter: wechselständig, spiralig angeordnet, krautig oder fleischig Blüte: Blüten in ähren- oder kolbenförmigen Blütenständen, K0C0A1-10G4 (ohne Kelch und Krone) Frucht: Steinfrüchte Verbreitung: subtropisch bis tropisch Chemie: ätherisches Öl, Alkaloide (fast immer Scharfstoffe), Lignane, keine Flavonole Nutzpflanzen: Piper nigrum Arzneipflanzen: Piper methysticum (Rauschpfeffer)
  • Piperales, Piperaceae (Pfeffergewächse), Piper nigrum (schwarzer Pfeffer) Pflanze: krautige verholzte Kletterpflanze mit sprossbürtigen Haftwurzeln Blätter: groß, dunkel, herzförmig, lang gestielt Blüte: ährenförmige Blütenstände, unscheinbare reduzierte Blüten Frucht: Drupa (Steinfrucht) Verbreitung: tropisches Asien Droge: - Piperis nigri fructus (unreif, ungeschält, getrocknet)=schwarzer Pfeffer - Piperis albi fructus (reif, geschält, getrocknet)=weißer Pfeffer Inhaltsstoffe: ätherisches Öl, Scharfstoffe (Piperin, Alkaloid) Anwendung: Gewürze, verdauungsförderndes Mittel (Volksmed.)
  • Piperales, Piperaceae (Pfeffergewächse), Piper methysticum (Rauschpfeffer, Kava-Kava) Pflanze: ausdauernder, 2-3 m hoch wachsender Strauch Verbreitung: Neuguinea Droge: Piperis methytici rhizoma = Wurzelstock Inhaltsstoffe: Kava-Pyronen Kavain Anwendung: nervöse Angst-, Spannungs-, Unruhezustände, Depressionen Zulassung: bis Juni 2002, widerrufen aufgrund von Leberversagen und Todesfällen
  • Piperales, Aristolochiaceae (Osterluzeigewächse), Aristolochia clematitis (Osterluzei) Pflanze: 30-100 cm hoch, mehrjährig Blätter: herzförmig, kriechende Sprossachse leicht brechend Blüten: gestielt, gelbe Blüten, 2-8 in den Achseln der oberen Blätter, oben "tütenförmig" Frucht: vielsamige Kapsel, anfangs grün, später schwarz Verbreitung: Europa, Kleinasien, Kaukasus Droge: Aristolochiae herba - Osterluzeikraut Inhaltsstoffe: Aristolochiasäure (nephrotoxisch und mutagen) Anwendung: Wundheilmittel (obsolet) - "Frauengold" ab 1953 rezeptfrei in Apotheken, Drogeriemärkten und Reformhäusern > Herz-Kreislauf-Tomikum > beruhigend, stimmungsaufhellend > 16,5% Alkohol > 1981 vom Bundesministerium aus dem Verkehr gezogen aufgrund des Gehaltes an Aristolochiasäure
  • Unterabteilung: Spermatophytina; Klasse: Magnoliopsida, Eudikotyledonen - Eudikotyledonen: Dreifurchenpollen-Zweikeimblättrige - nach molekulargenetischen Befunden monophyletisch - Blütenhülle normalerweise ein Perianth (in Kelch und Krone differenziert) - Anordnung der Blütenorgane wirtelig - Staubblätter meist in reduzierter Zahl > Pollenkörner dreifurchig (tricolpat) oder davon abgeleitete Formen - Fruchtblätter meist verwachsen (coenocarpes Gynoeceum) - Keimlinge mit zwei Keimblättern (dikotyl) - Wurzelsystem allorrhiz > Leitbündel kreisförmig im Sprossquerschnitt > LB offen mit Kambiumzone >> i.d.R. mehrjährige sek. Dickenwachstum > seltener bikollaterale LB > verholzte und krautige Lebensformen > ein- und mehrjährige Pflanzen - Blätter netzartig, häufig geteilt/zusammengesetzt > öfter mit Nebenblättern
  • Klasse Magniliopsida = Angiospermen Ranunculales Ranunculales: - Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse) - Papaveraceae (Mohngewächse) > incl. Fumariaceae (Erdrauschgewächse) - Berberidaceae (Berberitzengewächse) - Menispermaceae (Mondsamengewächse)
  • Unterklasse: Rosideae, Ordnung: Ranunculales, Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse) Habitus: überwiegend ein- oder mehrjährige Kräuter Blätter: meist wechselständig, keine Nebenblätter, häufig zusammengesetzt Blüten: zwittrig, einzeln oder in Infloreszenzen, radiär bis zygomorph, mit zahlreichen Staubblättern, chorikarpes (=nicht verwachsen) Gynoeceum * oder ↑ P∞ A∞ G∞ > * oder ↑ K5 C5 A∞ G ∞_ Frucht: mehrsamige Sammelbalgfrüchte Verbreitung: Dauerfrostzone bis Tropen Chemie: Diterpenalkaloide oder Benzyl-Isochinolinalkaloide oder herzwirksame Glykoside; ätherische Öle fehlen!! Besonderheiten: Nektarblätter Arzneipflanzen: - Aconitum napellus - Adonis vernalis - Helleborus sp. - Hydrastis canadensis  
  • Unterabteilung: Spermatophytina; Klasse: Magnoliopsida, Ordnung: Ranunculales, Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse) - sehr heterogene Pflanzenfamilie - häufig ursprüngliche, z.T. abgeleitete Merkmale - meist ausdauernde Kräuter - ca. 330 Arten in Europa - Chemie: Benzylisochinolinalkaloide, Diterpenalkaloide und z.T. Herzglykoside, Protoanemonin, KEINE ätherischen Öle - Blätter: meist zusammengesetzt, unregelmäßig oder fiederförmig geteilt, ohne Nebenblätter - Blattstellung: wechsel- oder gegenständig - Blüte: > sehr variabler Blütenbau > radiär oder zygomorph, zwittrig > einzeln oder in Infloreszenzen > Perigonblätter (3-15, häufig 5), aber auch Perianth > häufig Nektarblätter (umgebildete Staubblätter, Besonderheit, erzeugen den typischen Glanz) > zahlreiche Staubblätter (Polyandrie = mehr als 5) > meist chorikarpes Gynoeceum aus vielen (selten einem) Fruchtblättern > Früchte Balg oder einsamige Nüsschen Blütenformel * P3+3 A∞ G_∞ oder * K5 C5 A∞ G_∞
  • Unterabteilung: Spermatophytina, Klasse: Magnoliopsida, Ordnung: Ranunculales, Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse) - Arzneipflanzen - Aconitum napellus (Eisenhut) - Adonis vernalis (Adonisröschen) - Helleborus niger (Christrose) - Hydrastis canadensis (Kanadischer Gelbwurz)
  • Ranunculales, Ranunculaceae (Hahnenfußgewächse), Aconitum napellus (Eisenhut) Pflanze: ca. 0,4 - 1,5 m hohe krautige Pflanze mit tiefblauen oder blauvioletten, helmartigen, zygomorphen Blüten Blätter: wechselständige Fiederblätter, bis zum Grund fünf- bis siebenteilig und handförmig Frucht: Balgfrüchtchen Verbreitung: Europa, Asien, Nordamerika Droge: Wurzeln und Wurzelknollen Inhaltsstoffe: Diterpenalkaloide (Aconitin), sehr giftig, verlangsamt Inaktivierung der spannungsabhängigen Na+-Kanäle Anwendung: früher bei Rheuma und Migräne, kaum mehr Anwendung wegen geringer therapeutischer Breite (noch Homöopathie)
  • Ranunculales, Ranunculaceae, DAB 2005, Adonis vernalis (Adonisröschen) Pflanze: 10-40 cm hohes Kraut Blätter: zwei- bis vierschnittig fiederschnittig Blüten: groß (4-8 cm), mit Kelchblättern, bis 20 Kronblätter, schmal, gelb Verbreitung: Mittel-, Ost-, Südosteuropa Droge: Adonidis herba - Adoniskraut Inhaltsstoffe: herzwirksame Glykoside Anwendung: leicht eingeschränkte Herzleistung
  • herzwirksame Steroide - auch kardiotone oder herzwirksame Glykoside oder Herzglykoside - spezifische Wirkung auf die Dynamik und Rhythmik des insuffizienten Herzmuskels - Glykoside der Steroide mit einem ungesättigten γ-Lactonring (=Butenolidring, Cardenolid C23, Digitoxigenin R=H, Digoxigenin R=OH) oder δ-Lactonring (=Pentadienolidring, Ring=Cumalinring, Bufadienolid C24, Bufalin)
  • Vorkommen von herzwirksamen Glykosiden in Pflanzen - ca. 500 Verbindungen bekannt, 100 Aglyka und 40 Zucker - nur bei Angiospermae - in monokotylen und dikotylen Pflanzen - in 15 Pflanzenfamilien gefunden, Bsp.: Cardenolide: - Plantaginaceae: > Digitalis purpurea, > Digitalis lanata - Apocynaceae: > Nerium oleander, > Strophantus-Arten - Convallariaceae: > Convallaria majalis - Ranunculaceae: > Adonis vernalis Bufadienolide: - Ranunculaceae: > Helleborus niger - Hyacinthaceae: > Urginea maritima in Tieren: Bufadienolide in Kröten (Bufo bufo) und Blattkäfern
  • Lieferanten von Arzneibuchdrogen für Herzglyykoside nur Reinglykoside oder partialsynthetische Derivate eingesetzt: - Digitalis purpurea - Digitalis lanata - Strophanthus gratus - Urginea maritima Standardisierte Mono- oder Kombi-Präparate - Convallaria majalis - Adonis vernalis - Nerium oleander
  • Ranunculales, Ranunculaceae, DAB 2005, Cimicifuga racemosa (Traubensilberkerze, Wanzenkraut) Pflanze: bis zu 2 m hoch wachsende, ausdauernde Staude mit aufrechtem Stängel Blätter: zwei- bis vierfach fiederschnittig Blüten: weiß mit langen Trauben Verbreitung: Kanada und USA Droge: Cimicifugae racemosae rhizoma - Cimicifuga Wurzelstock Inhaltsstoffe: Triterpenglycoside (C30) Anwendung: zur Behandlung prämenstrueller und klimakterischer Beschwerden  
  • Unterabteilung: Spermatophytina; Klasse: Magnoliopsida, Berberidaceae (Berberitzengewächse) Habitus: überwiegend Sträucher Blätter: wechselständig, z.T. immergrün Chemie: Benzylisochinolin-Alkaloide, Lignane Arzneipflanzen: Berberis vulgaris, Podophyllum peltatum
  • Ranunculales, Berberidaceae (Berberitzengewächse), Podophyllum peltatum (Maiapfel, Schildförmiges Fußblatt) Pflanze: bis zu 30 cm hohes mehrjähriges Kraut Blätter: schirmförmig und mehrfach geteilt Verbreitung: Lichte Wälder Nordamerikas Droge: Podophylli rhizoma - Fußblattwurzel Inhaltsstoffe: Lignane (Podophyllotoxin) Anwendung: harz der unterirdischen Organe zu Behandlung von Feigwarzen; Ausgangsmaterial zur Podophyllotoxin-Gewinnung für Zytostatika-Herstellung (Tubulin-Polymerisationshemmung) - wirkt am Spindelapparat (ähnlich der Eibe), Spindelapparat kann sich nicht aufbauen
  • Ranunculales, Menispermaceae (Mondsamengewächse), Chondodendron tomentosum Verbreitung: Amazonasgebiet Droge: Tubo-curare (eingedickter wässriger Extrakt aus Zweigen, der Rinde und der Wurzeln) Inhaltsstoffe: Bisbenzylisochinolinalkaloide ((+)-Tubocarin) Wirkungen: muskelrelaxierende Wirkung Anwendung: bei OPs zur Muskelerschlaffung
  • Unterabteilung: Spermatophytina; Klasse: Magnoliopsida, Ranunculales, Papaveraceae (Mohngewächse) - meist Kräuter, ca 100 Arten in Europa - milchsaftführend in gegliederten Milchsaftschläuchen - Vorkommen von Alkaloiden Blätter: ungeteilt bis mehrfach fiederteilig, keine Nebenblätter Blattstellung: wechselständig Blüte: - radiär, zwittrig oder zygomorph - meist 2 Kelchblätter, die zur Blütezeit hinfällig (fallen ab) - meist 4 Kronblätter - meist zahlreiche Staubblätter - Gynoeceum coenocarp-paracarp - Blüten einzeln oder in Trauben, Rispen oder Dolden - Blütenformel: Papaver * K2 C2+2 A∞ G(_∞), Chelidonium (Schöllkraut) * K2 C2+2 A∞ G(_2) - Früchte: Porenkapsel, Schote (Chelidonium), ölhaltiges Endosperm
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