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Wahrnehmung und Kognition (Fach) / Aufmerksamkeit und Augenbewegungen (Lektion)

Mandler, Arten der Aufmerksamkeit, Funktionen

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  • Arten der Aufmerksamkeit Overt attention: Offen-visuell; betrifft den Blick und seine Verlagerung  covert attention: Verdeckt-visuell; ist (u.a.) das Beachten ohne die Augen zu bewegen oder vor der Bewegung der Augen  Perceptual attention: perzeptuell; betrifft die Beachtung von visuellen, auditiven, taktilen, gustatorischen, etc. Reizen  central attention: Zentral; betrifft die Beachtung von Repräsentationen, etwas bei der Suche im KGZ oder bei der Auswahl einer Antwort  FBA (feature based): "Ich suche die DVD. Sie hat eine gelbe Hülle" LBA (location based): "Die Schere liegt hinten links in der Ecke der Schublade" OBA (object based): "Wenn du den Kirchturm gefunden hast, schau nach oben, dort ist die Uhr" voluntary attention: Willkürlich; wenn eine Aufgabe vorliegt und diese bestimmt, was beachtet wird  involuntary attention: Unwillkürlich; wenn Aufmerksamkeit ungeplant gelenkt wird 
  • Aufmerksamkeit und Augenbewegungen Augen bewegen sich ständig 3-4 Augenbewegungen/Sekunde (173.000/Tag) Augenbewegungen bringen Fovea dorthin, wo sie benötigt wird Blickverhalten: überwiegend Fixationen (ca. 200-500ms) und Sakkaden (30-80ms) Sakkaden: schnellsten Bewegungen des menschlichen Körpers  sakkadische Suppression: während Sakkade wird die visuelle Wahrnehmung unterdrückt
  • Was kontrolliert die Augenbewegungen? bottom-up Faktoren: Der Stimulus (Salienz → Differenz zu benachbarten Regionen); Augen fixieren saliente Orte oft als Erstes; Kritiker sagen, dass die Augen zu Objekten gehen; fraglich, ob automatisch oder nicht  top-down-Faktoren: Gedächtnis/Wissen/Erwartungen (Szenenwissen spielt offenbar eine Rolle; überraschende Reize werden länger beachtet als erwartete; allgemein nutzen wir Weltwissen, um die Augen zu lenken) Aufgabe (Zentrale Aussage: situative Aufgabenmerkmale bestimmen den Blick; Aufgabe: mit welchem Ziel wird eine Szene betrachtet; Klassische Demonstration: die Augen führen die Hand, was nicht zur Aufgabe gehört, wird kaum beachtet) Yarbus: Das Muster der Augenbewegungen hängt von der Aufgabe ab  Forschung zu Blickbewegungen mit eye-trackern ("peanut butter jelly sandwich")
  • Verdeckte und offene Aufmerksamkeit overt attention shifts: Blickbewegungen  covert attention shifts: verdeckte Aufmersamkeitsverlagerung  offen und verdeckt hoch korreliert  wo die Augen sind, ist oder war die Aufmerksamkeit. Covert geht overt voraus Täuschung: wenn man sich zwingt, das Auge still zu halten (Elfmeter) Mindless reading: Augen bewegen sich von Zeile zu Zeile, aber man stellt fest, dass man schon lange nichts mehr verstanden hat, sondern an etwas anderes gedacht hat  Inattentional blindless: Piloten landen "durch" ein unerwartetes Flugzeug auf der Landebahn 
  • Funktion der Aufmerksamkeit 1 (Feature-Integration-Theory -> FIT) Aufmerksamkeit löst das Bindungsproblem  Bindungsproblem: Lokation, Tiefe, Bewegung, Farbe, Form etc.: alles wird in Karten repräsentiert. Zwar sind die Karten selbst retinotop, aber an verschiedenen Stellen im Gehirn verortet (V1, V4, MT etc.) Treisman: Aufmerksamkeit, wenn sie auf einen Ort gerichtet wird, fügt alle Merkmale an diesem Ort zusammen ("glue") Zweistufen-Modell: Präattentive Prozesse extrahieren basale Merkmale in seperaten Merkmalskarten. Die attentive Stufe bindet die Merkmale. Postattentive Prozesse können nun zugreifen (Erkennen, Benennen, Handeln)  2 Arten visueller Suche:  Merkmalssuche: Target unterscheidet sich in einfachen Merkmalen von den Non-Targets (Merkmalskarte) Konjunktionssuche: Target ist durch 2+ Merkmale definiert. Unterscheidet sich z.B. von einem Teil der Non-Targets in einem Merkmal (Form) und in einem anderen Merkmal (Farbe) von den übrigen Reizen (Master Map of Locations)
  • Funktion der Aufmerksamkeit 2 2 Philosophien:  Selection for Perception: das Gehirn erreicht viel mehr Info als es verarbeiten kann, deshalb muss im Gehirn eine Auslese stattfinden Selection for Action: man kann immer nur eine Handlung in Bezug auf sehr wenige Objekte ausführen. Daher müsste selbst dann eine Auswahl erfolgen, wenn die Verarbeitungskapazität des Gehirns unbegrenzt wäre  Where-to-look-next. Selection-for-Perception/Action-Hybrid: inhomogene Retina bevorzugt foveale Info (für Wahrnehmung). Vor jeder Augenbewegung (Handlung) muss neuer Fokus gewählt werden 
  • Verdeckte Aufmerksamkeit: Inattentional Blindness (IB) Mack & Rock führten 100+ Untersuchungen zu IB durch  Stimulus: Zielbild für 200ms, dann Maske Aufgabe: Welcher Arm des Kreuzes ist länger? Bedingungen: pre-critical trials: cross only - Task = judgment task inattention trial: cross + new object - Task = judgment task divided attention trial: cross + new object - Task = judgment task + object task  full attention trial: cross + new object - Task = object task only  Ergebnis: ca. 20% der VPn übersehen den Reiz in inattention trial, praktisch niemand im divided oder full attention trial
  • Verdeckte Aufmerksamkeit: Change Blindness 2 Bilder mit geringer Abweichung abwechselnd gezeigt, getrennt durch eine kurze Phase ohne Bild  Veränderungen bleiben erstaunlich häufig/lange unbemerkt, obowohl sie augenfällig sind, sobald man sie wahrgenommen hat  offenbar können viele Veränderungen ohne Aufmerksamkeit nicht detektiert werden  Unterschied IB und Change Blindness: Bei CB such die VP nach einer Veränderung, bei IB wissen sie nicht einmal, dass es eine Veränderung geben wird  "The Grand Illusion": unser visuelles Feld wäre uniform in Full HD, und wir würden jedes Detail zeitgleich wahrnehmen CB sorgt dafür, dass wir Schnittfehler im Film nicht unbedingt sehen 
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