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Klinische Psychologie 1 (Fach) / Suizid (Lektion)
- Suizidalität Suizidideen:- Nachdenken über Tod im Allgemeinen o. eigenen Tod- direkte Vorstellungen über Suizidhandlungen Suizidversuche:- Verhalten mit suizidaler Absicht- Handlung im Glauben, dass sie zum Tode führt Suizid: ein zum Tode führender Suizidversuch Parasuizid:- nicht tödliche Handlung, aber absichtlich selbstverletzend- selbstschädigendes Verhalten- soll evtl. für Umfeld als Suizid aussehen- Bsp.: Überdosierung von Medis, Suchtmittel zur Selbstschädigung
- Häufigkeiten zu Suizidarten Tabletten/Medikamente: 51% Alkoholintoxikation: 16% Erhängen/Strangulation: 16% Pulsadereröffnung: 15% Suizid : Suizidversuch = 1 : 10-20 Männer : Frauen (Suizid) = 2 : 1 Männer : Frauen (Suizidversuch) = 1 : 2-3 mehr Tote durch Suizid als durch Verkehrsunfälle Suizide bei Älteren:- 4 mal höher als in Jugend- eher „stiller“ Suizid z.B. durch eingeschränkte Nahrungsaufnahme- in 80% der Fälle Mitbeteiligung v. Depression
- Risikofaktoren Suizid psychopathologisch Hoffnungslosigkeit niedriges Selbstwertgefühl depressiver Wahn (nihilistisch, Schuld, Selbstbestrafung) imperative Stimmen mit Aufforderung zum Suizid paranoide Beziehungsideen (Bedrohtheit, Verfolgung, etc.) innere Unruhe, Getriebenheit Angst vor Kontrollverlust über eigene Suizidimpulse
- Risikofaktoren Suizid soziodemografisch Geschlecht: Männer > Frauen Alter: älter als 50 Jahre > jünger als 50 Jahre Familienstand: geschiedene > verwitwet > ledige > verheiratet soziale Schicht: Unterschicht überrepräsentiert Arbeitsstand: Arbeitslose > mit Arbeitsplatz Jahreszeit: Winter + Herbst > Sommer + Frühling (trifft auch auf Depressionen zu) Stadt/Land: Stadt > Land (in Ländern der ehemaligen UDSSR umgekehrt) Religion: protestantisch > katholisch
- Risikofaktoren Suizid Adoptionsstudien: genetische Vulnerabilität für Suizide soziodemographische Risikofaktoren frühere Suizidversuche psychopathologische Risikofaktoren
- Stadien der suizidalen Entwicklung Erwägung:- suggestive Momente (TV, Literatur, Bekannte, Chats, Foren, etc.)- nach innen gerichtete Aggressionen Ambivalenz:- Intervention möglich- Hilferufe, Ankündigungen- Appelle müssen ernstgenommen + explizit erfragt werden Entschluss:- höchstens indirekte Ankündigung- oft scheinbar ruhig + gelassen → sieht nach gebessertem Zustand aus
- Funktionen von Suizidversuchen Appell-Funktion/Hilferuf Wunsch nach (befristeter o. endgültiger) Ruhe Autoaggressivität, Selbstbestrafung Rachemotiv, Fremdbestrafung (Beziehungs-) Manipulation
- Hinweise auf latente Suizidabsichten rücksichtsloses Autofahren Trunkenheit am Steuer Anfangen von Hobbies mit hohem Risiko häufige Unfälle in der neueren Lebensgeschichte Berichte von lebensgefährlichen Erlebnissen ohne angemessene emotionale Beteiligung Diabetiker ohne Selbstdisziplin häufig wechselnde Sexualpartner ohne Berücksichtigung von Safer-Sex-Praktiken exzessiver Drogenkonsum (auch Nikotin + Alkohol)
- typische Fehler im Umgang mit Suizidalität latente suizidale Reaktionen übersehen Bagatellisierung akzeptieren zu schnelle Orientierung auf positive Veränderungen (Kann ich Ratlosigkeit aushalten?) konventionelle Klischees (Verlegenheitsäußerungen unter Zeitdruck) abgenutzte Beschwörungsformeln Provokationen („Ich kann Ihnen gerne ein Geschäft nennen, wo sie einen Strick finden.“) (eigene) Gründe für das Weiterleben aufzählen → erzeugt Distanz
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