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Wirtschaftsgeschichte (Fach) / Vll Wirtschaftswunder und Boom (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Janaw55 erstellt.

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  • Hat sich in der frühen Bundesrepublik ein Wirtschaftswunder vollzogen? Diskutieren Sie den Begriff des Wirtschaftswunders! Das schnelle Wachstum der deutschen Wirtschaft in den 1950er Jahren und der ersten Hälfte der 1960er Jahre wurde von Zeitgenossen mit dem Schlagwort "Wirtschaftswunder"beschrieben -Die ökonomische Entwicklung wirkte vor allem nach den Erfahrungen von Krieg, Hunger und Zerstörung sehr erstuanlich  -Die Wohlstandssteigerungen und der schnelle Abbau der Arbeitslosigkeit wirkte erstaunlich,  - Schuf ein neues Selbstbewusstsein nach "Fringsen" und Hungern zu "Fresswelle" "Reisewelle" - "Wunder" würde Ereignis implizieren, dessen Zustandekommen man nicht erklären kann Retrospektiv: Wunder ist nicht zutreffend, weil es ökonomische Rahmenbedingungen gab, die das schnelle Wachstum begünstigten -  Tatsächlich handelte es sich bei dem starken Wirtschaftswachstum der 1950er und 1960er Jahre um ein gesamteuropäisches Phänomen (Nachkriegsboom) Es gibt fünf Erklärungsansätze für die Prosperitätsphase:  Ordnungspolitischer Rahmen "Catching Up"-Hypothese Rekonstruktionsthese Exportorientiertes Wachstumspotential  Strukturwandel  Außerdem:  1945: "Wunder" auch nicht ohne Probleme: Preise stiegen in den ersten Monaten stark, was die Stabilität der neuen Währung in Frage stellte. Die Bank deutscher Länder, aus der 1957 die Deutsche Bundesbank entstehen sollte, bekämpfte die Inflation mit einer restriktiven Geldpolitik, die Kredite knapp und teuer machte und etliche Unternehmen zur Aufgabe trieb.  Juli 1950: Erst die kräftig ansteigende Auslandsnachfrage in Folge des im Juni ausgebrochenen Korea-Krieges brachte die deutsche Konjunktur zum Laufen  Ausgehend von einem sehr geringen Niveau wuchsen die inländische Wirtschaftsleistung, und damit die Einkommen, zunächst sehr stark.  Ab 1960: Vollbeschäftigung erreicht, Abflachung der jährlichen Wachstumsraten
  • Erklärungsansatz 1: Ordnungspolitischer Rahmen Annahme:  Ursachen des Nachkriegsbooms sind in den Tugenden der "Sozialen Marktwirtschaft" zu suchen, da diese einen wachstumsfördernden, ordnungspolitischen Rahmen bildete - Insbesondere der langjährige Bundeswirtschaftsminister und spätere Bundeskanzler Ludwig Ehrhard habe der Bundesrepublik einen organisatorischen und institutionellen Rahmen beschert, der Unternehmer/Arbeiter die richtigen Anreize gesetzt habe, um sich mit Fleiß und Lohndisziplin das Wirtschaftswunder zu erarbeiten.  Rolle Ludwig Erhards "Vater des Wirtschaftswunders"  Grund:  Aufschwung eingeleitet "durch eine marktwirtschaftliche Schocktherapie" durch Währungsreform Zurückhaltende Geld- und Fiskalpolitik führte zu anhaltenden Leistungsbilanzüberschüssen 1950er Jahre; Wachstum von Marktkräften einer deregulierten Wirtschaft sowie reichhaltigen Unternehmensgewinnen getragen 1960er: Zunehmende Regulierung, höhere Steuern und steigende Kosten hätten Wachstum verlangsamt Kritik: Lindlar Ist zu stark auf das deutsche Fallbeispiel fixiert Auch Länder mit anderen, ordnungspolitischen Weichenstellungen haben außerordentliche Wachstumsraten erzielt Es gebe nicht nur ein deutsches Wirtschaftswunder, sondern auch z. B. ein französisches, welches nahezu parallel zum deutschen verlief Planification in Frankreich = stärksten wirtschaftspolitischen Gegensätze in Westeuropa darstellten.
  • Erklärungsansatz 2: Catching-Up Hypothese Das vergleichsweise geringe Wachstum der Vereinigten Staaten ( DIE Wirtschaftsgroßmacht seit  Ende des Ersten Weltkriegs) gab Anlass, die Catching-up und Rekonstruktionshypothesen für das westeuropäische nach 1945 zu entwickeln. Die Catching-Up- und die Rekonstruktionshypothese schließen sich nicht aus. Annahme:  1. Es gibt einen Produktivitätsführer und mehrere Nachzügler => USA und westeuropäische Staaten  2. Nachzügler schließen durch Imitation der Produktionsverfahren,- techniken und organisatorischen Innovationen zum Produktionsführer aufschließen  => Westeuropäische Staaten hatten in der langen Phase nach 1945 die Chance der Annäherung  => Sie schlossen durch Nachahmung amerikanischer Verfahren zum Produktivitätsführer auf - Für den Produktivitätsführer ist es in der Regel mit einem riesigen Forschungs- und Entwicklungsaufwand verbunden, weitere Produktivitätszuwächse zu erzielen Länder können durch die Imitation von Produktionsverfahren / organisatorischen Innovationen hohe Wachstumsraten realisieren und sich dem Wohlstandsniveau annähern (Konvergenz) Voraussetzung: "social capabilities" (einen guten Ausbildungsstand der Bevölkerung). - D.h., geht man von einem gegebenen Ausgangspunkt aus, so erreichen arme Volkswirtschaften tendenziell ein schnelleres Wirtschaftswachstum als reichere Länder. Kritik:  Es gibt viele Belege für Konvergenzprozesse auf gesamtwirtschaftlicher Ebene, die aber auf sektoraler Ebene (Landwirtschaft, Industrie, Dienstleistungen) nicht immer bestätigt werden können.  Die Kovergenz könnte also eine andere Ursache als catching up haben (z.B.Strukturwandel) 
  • Erklärungsansatz 3: Rekonstruktionshypothese These: Wachstum durch Rekonstruktion: - Dieser Annahme zufolge kann es Volkswirtschaften nach exogenen Schocks (z.B. Krieg) aufgrund ihres technologischen Know-Hows und des Humankapitalbestandes durch hohe Investitionen in den Kapitalstock gelingen, schnell wieder das ursprüngliche Wohlstandsniveau zu erreichen. Annahme: - Volkswirtschaften haben einen natürlichen Wachstumspfad. - Durch exogene Schocks ( Krieg, Katastrophne) können diese VW von ihrem langfristigen Pfad abkommen. Das Wachstum bricht ein Anlagekapital zerstört Humankapital bleibt aber erhalten (sogar höher qualifiziert) => Zweiter Weltkrieg wirkte als exogener Schock auf die deutsche Volkswirtschaft aber: Erster Weltkrieg sorgte schon für Abkehr vom eigentlichen Wachstumspfad, auf den in der krisenhaften Weimarer Zeit nicht zurückgekehrt werden konnte. - Nach exogenem Schock: Möglichkeit zur Rückkehr auf den langfristigen Wachstumspfad unter gewissen Voraussetzungen: => Große Rekonstruktionspotentiale in der deutschen Wirtschaft , aber: starke Differenz zwischen tatsächlichem und potentiellen Wachstumslevel  Hoher Humankapitalbestand => Arbeitskräfte können nach Beseitigung des Nahrungsmittel- und Wohnraumnotstandes wieder nach Qualitifkation beschäftigt werden aber auch zusätzlich Ost-West-Transfer bis 1961 (d.h. Flüchtlinge aus der SBZ) Investitionen in den Kapitalstock (AK muss wieder aufgebaut werden)=> beseitigen die Kriegsschäden rasch und schaffen weitere Nachfrage und Wachstumsimpulse Moderner Kapitalstock durch hohe Investitionen während der Kriegszeit (+20%)  Technologisches Know-How ist vorhanden => Technologischer Fortschritt auch in NS-Zeit Vorhandensein der notwendigen Voraussetzungen Bemerkungen: - Der Rekonstruktionsprozess ist durch hohe, dann abflachende Wachstumsraten gekennzeichnet - Sie schließt keine anderen Erklärungsansätze aus Siehe BIP-Wachstum von 1913-1973, welches vom langfristigen Trend abweicht. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs steigt das Wachstum ungefähr bis zur Höhe dieses Trend wieder an.  - Empirische Befunden sprechen der Rekonstruktionshypothese eine große Erklärungskraft für das Wirtschaftswachstum zu. Werner Abelshauser: wirtschaftlicher Aufschwung schon ab 1946, d.h. vor Währungsreform und Marshall-Plan  - Rekonstruktionshypothese ist mit anderen Ansätzen vereinbar (Catching-Up Hypothese)- Rekonstruktionshypothese erklärt also auch das Wachstum anderer Länder (insbesondere solche, die stark vom Krieg betroffen waren z.B. Frankreich) unabhängig von spezifischen ordnungspolitischen Rahmenbedingungen. Kritik: Rekonstruktionshypothese schätzt die wirtschaftspolitischen Weichenstellungen nach 1945 als nicht so wichtig ein. 
  • These: Exportorientiertes Wachstumspotential These: Wachstum durch Export Exporte führen zu Wachstum, weil Nachfrage Investitionen fördern Ausnutzung von Spezialisierungsvorteilen Wachstumsrestriktionen umgangen werden können / Binnenmarkt nicht aufnahmefähig Gegen Devisenmangel Empirisch lässt sich ein positiver Einfluss des Exportwachstums auf das Wirtschaftswachstum gut belegen. Ebenso ist die starke Exportneigung der BRD gut belegt Kritik: Die deutschen Exporte wuchsen nur geringfügig schneller als anderer Länder, aber  Wirtschaftswachstum in Deutschland erheblich höher war.
  • These: Sektoraler Strukturwandel These. Strukturwandel als Wachstumsmotor Verlagerung von Arbeitskräften von der Landwirtschaft (niedriger Arbeitsproduktivität AP in Hochproduktive Industrie führt zu steigenden druchschnittlichen gesamtwirtschaftlichen AP Bemerkungen: Länder, die 1950 bzw. 1955 einen besonders großen Agrarsektor hatten, wiesen in den folgenden Jahren ein besonders hohes Wirschaftswachstum auf. Der Strukturwandel spielte somit in den ersten 20 Nachkriegsjahren eine wichtige Rolle.
  • Welche Rolle spielten die Europäische Zahlungsunion (EZU) und das Londoner Schuldenabkommen (LSA) für die Rückkehr der Bundesrepublik in die Weltwirtschaft? Begründen Sie Ihre Antwort. Die EZU von 1950 und das LSA von 1953 waren markante Entwicklungsschritte der Wiedereingliederung Deutschland in die Weltwirtschaft 1. Die EZU vereinfachte den Zahlungsverkehr im intra-europäischen Handel, indem sie einen Clearing-Mechanismus bereitstellte, mit dem knappe Dollarreserven gespart werden konnten - Danach trug sie zur Liberalisierung des Außenhandels und zur Förderung der Exporttätigkeit der Bundesrepublik in den 1950er Jahren bei 2. Auch die Regelung der Auslandsschulden im Rahmen des LSA ist als Rahmenbedinung für die Rückkehr auf den Weltmarkt zu nennen, weil die internationale Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik wiederhergestellt wurde. Ein Schuldenschnitt ermöglichte es, den aufgelaufenen Schuldenberg erheblich zu reduzieren -> auf 14.5 Mrd DM Bei der Festlegung der jährlichen Zahlungen wurden die eingechränkte wirtschafltiche Leistungsfähigkeit der westdeutschen Volkswirtschaft berücksichtigt.  Im Vergleich zur Reparationsfrage der Weimarer Republik hatte man bei der Schuldenfrage aus der Geschichte gelernt.  Für die Wiederherstellung der internationalen Kreditwürdigkeit Deutschlands war der Schuldenschnitt und die allgemeine Regelung dieser Frage des Londoner Schuldenabkommens enorm wichtig. 
  • Welche Rolle spielte die EZU für den Boom? 1948: Gründung der OEEC: "Organization for European Economic Co-Operation" 1950: Gründung der EZU "Europäische Zahlungsunion": = Die EZU war ein Clearinginstutit, welches die Verrechnung der Forderungen und Verbindlichkeiten jedes von 14 Mitgliedsstaaten vornahm. Die EZU hat den innereuropäischen Handel gefördert und leistete erheblichen Beitrag zum europäischen Witschaftsaufschwung der Boomjahre innerhalb 8 Jahren seit ihrer Gründung 1950. Tritt jedem einzelnen Land als alleiniger Gläubiger oder Schuldner auf, sodass sich nur ein einziger Guthaben oder Schuldensaldo pro Land ergab Vereinfachte und organisierte den Zahlungsverkehr über die Zentralbanken multilaterales Clearing zur Einsparung knapper Dollarreserven im Europäischen Handel Grund: Dollarreserven knapp Ziel: Freie Konvertibilität aller beteiligten Währungen, ohne auf die damals knappen US-Dollar zurückgreifen zu müssen -> Liberalisierung des intraeuropäischen Handels  -> 1958 konnte die freie Konvertibilität der Währungen wieder gewährleistet werden, da die Staaten in dieser Zeit Devisenreserven ansammeln konnten. 1958 erfolgte die Rückkehr zur freien Konvertibilität und die EZU wurde aufgelöst.  Nachfolger: Europäische Währungsabkommen. Gegensatz: Bretton-Woods-System -> fixes Wechselverhältnis zum amerikanischen Dollar
  • Das Londoner Schuldenabkommen von 27.2.1953 Die Regelung der Auslandsschulden im Rahmen des LSA ist als Rahmenbedinung für die Rückkehr auf den Weltmarkt zu nennen, weil so die internationale Kreditwürdigkeit der Bundesrepublik wiederhergestellt wurde. Vorkriegsschulden: ca. 13,5 Mrd DM -> noch Verbindlichkeiten aus der Weimarer Republik + offene Zins- und Tilgungsverbindlichkeites aus dem Dawes und Young-Plan Nachkriegsschulden: 16 Mrd DM -> Marshall-Plan, GARIOA-Programm Das Schuldenabkommen reduzierte die Foderungen aus den Vorkriegsschulden auf 7.5 Mrd DM, die Nachkriegsschulden auf 7 Mrd DM.  Die bundesdeutsche Regierung erklärte sich bereit, insgesamt 11 Milliarden DM zurückzuzahlen; die verbleibenden 3,5 Milliarden DM wurden von privaten Schuldnern getragen. Der realisierte Schuldenschnitt belief sich somit auf unge- fähr 50 Prozent.  Schuldenschnitt 
  • Die Entwicklung des Wirtschaftsraums Europa 1952: Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl 1957: Errichtung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft EWG in Rom  1958: Freihandelszone, d.h. keine Bonnenzölle, aber unterschiedliche Außenzölle 1968: Zollunion, d.h. keine Binnenzölle und ein einheitlicher Außenzoll 1979: ein gemeinsames Währungssystem 1993: ein gemeinsamer Markt (freier Kapital- und Dienstleistungsverkeht) 1999: eine Währungsunion
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  • Was waren die Ziele der EWG? Die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) war der ursprüngliche Name eines Zusammenschlusses europäischer Staaten zur Förderung der gemeinsamen Wirtschaftspolitik im Rahmen der europäischen Integration. 25. März 1957 wurde die EWG mit der Unterzeichnung der Römischen Verträge durch 6 Staaten: Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland  1. Dezember 2009 wurde sie mit Inkrafttreten des Vertrags von Lissabon aufgelöst. Ziele bis 1969: Abschaffung aller Restriktionen (Zölle, nicht-tarifäre Hemmnisse) im Verkehr von Industriegütern und Arbeitskräften Abschaffung aller Restriktionen bei der Mobilität von Kapital und Arbeitskräften Schaffung eines gemeinsames Marktes für Agrarprodukte (Details bi 1962) EInführung eines gemeinsames AUßenzolls Harmonisierung der Wirtschafts- und Sozialpolitik Kritik: Reformen nicht frei von Widersprüchen: Es wurden zwar gemeinsame freie märkte geschaffen, aber gleichzeitig auch sehr viele Kontrollinstrumente, um diese zu überwachen. 
  • Entwicklung der Wettbewerbsordnung (Soziale Marktwirtschaft in der Praxis) Hintergrund:  Kartellfreundliche Tradition bis 2. Weltkrieg. In den 20iger Jahren war man der Meinung, dass Kartelle den Preismechanismus abfedern (Auf- und Ab der Märkte) und erlaubten, Preise über dem Niveau freien Wettbewerbs zu halten.  Im Nationalsozialismus waren große Kartelle sehr beliebt, da man diese leichter überwachen und kontrollieren konnte. Nach 1945: Amerikaner übernahmen die Zuständigkeit für die deutsche Wirtschaft übernahmen -(Erfahrungen des späten 19. Jahrhunderts, als der Machtmissbrauch großer US- Konzerne (Trusts) zum Beginn der Antitrust legislation geführt hatte) zum Teil Entflechtung; z.B. Zerschlagung von Kartellen (IG Farben und Vereinigte Stahlwerke, Zerschlagung der drei Großbanken Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank (nur von kurzer Dauer) Ende der 1950er Jahre waren sie alle wieder unter ihren früheren Namen vereint.  Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen 1957 (Meilenstein, Durchsetzung was umkämpft und viele Schlupflöcher) Verbot von Kartellen, Preisbindung Mißbrauchsaufsicht (Verbot des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung) aber: Ausnahmeregelungen
  • Bedeutung der Währungsreform innerhalb der verschiedenen Erklärungsansätze zum „Wirtschaftswunder Bedeutung der Währungsreform innerhalb der verschiedenen Erklärungsansätze zum „Wirtschaftswunder“ Ordnungspolitische Rahmenbedingungen : Währungsreform ist gemeinsam mit der Wirtschaftsreform und dem Marshall-Plan der entscheidende Faktor für den wirtschaftlichen Aufschwung Catching-Up-Hypothese und Rekonstruktionshypothese Währungsreform besitzt keine erhebliche Bedeutung für den wirtschaftlichen Aufschwung d.h. Vernachlässigung der 1948 gesetzten ordnungspolitischen Rahmenbedingungen 
  • Der Ablauf der Währungsreform von 1948 1945: Währungsreformgespräche im alliierten Kontrollrat "Expertenrunde": Colm-Dodge-Goldsmith Plan => 218 Reformvorschläge, 30 in engere Auswahl Mai 1946: Währungsplan (General Clay) und Uneinigkeiten der Alliierten FR: keine zu starke Abwertung, da zu starke Konkurrenz USA: Angst, keinen Zugriff auf Notenbank 1947: Entscheidung auf DM in Washington März 1948: Gründung der Bank deutscher Länder (als Zentralbank) Juni 1948: Ludwig Erhard (Direktor der Verwaltung im Vereinigten Wirtschaftsgebiet) hatte im Alleingang Aufhebung der Preiskontrollen verkündet und die Wirtschaftsreform eingeleitet.  Freitag, 18. Juni 1948: Währungsumstellung im Radio angekündigt. Samstag, 19. Juni 1948: Geschäfte geschlossen wegen „Erkrankung“, „Umbau“, oder„ausverkauft“. Sonntag, 20.Juni Ersatz der RM durch DM als offizielle Währung jeder Bürger im Umtausch gegen 40 RM als sogenannte Kopfquote 40 DM weitere 20 DM wurden innerhalb der folgenden 2 Monate ausgezahlt. alle über Kopfquote hinausgehenden Bargeldbestände und RM-Guthaben wurden auf einem extra Festonto gesammelt und im Verhältnis 10 RM = 1 DM umgestellt. Hälfte des Betrags wurde den Bürgern frei zur Verfügung gestelltSperrung der anderen Hälfte auf dem Festkonto  Idee dahinter Es bestand Unsicherheit über die Höhe des notwendigen GM-Schnitts  Man wollte sich mehrere Optionen im Fall den Auftretens von inflationären Tendenzen offenhalten (Längerfristige Sperrung auf dem Konto bzw. weitere Reduktion) Montag, 21. Juni 1948: Wegen des begrenzten Kopfgeldes gab es Kaufzurückhaltung, Preise stiegen und die Arbeitslosigkeit wuchs. Donnerstag, 24. Juni 1948: Auflösen des "Gesetz über Leitsätze für die Bewirtschaftungs- und Preispolitik" durch Ludwig Erhard Oktober 1948: Festkontengesetz; eine Kombination daraus realisiert: Ersatzlose Streichung von 70% des Guthabens auf Festkonto Buchung von 20% auf das Festkonto Sperrung von 10% auf Anlagenkonto bis 1953 Endgültiger Kurs belief sich somit auf 100RM = 6,5 DM Neues Geldvolumen: 13 Mrd DM