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Wirtschaftsgeschichte (Fach) / 6. Die wirtschaftliche Situation Deutschlands in den Nachkriegsjahren (Lektion)

1945 - 1948

Diese Lektion wurde von Janaw55 erstellt.

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  • Warum waren gegen Ende der 1940er Jahre wirtschaftliche Reformen in den westlichen Besatzungszonen notwendig? - 1948/1949 Jahre war die Wirtschaft in einem kritischen Zustand. Zahlreiche Engpässe bei Gütern des täglichen Bedarfs Bewirtschaftsungssystem war an seine Grenzen gekommen Grund: Versorgungs- und Ernährungskrise - Mit einer Senkung der Rationen 1941 war es gelungen, die Unterversorgung an Lebensmitteln gleichmäßiger zu verteilen. Aber es war nicht gelungen, die Versorgungsprobleme zu bewältigen.  Währungssituation war durch eine verdeckte Inlfation geprägt, wie die Existenz von Schwarzmärkten und das dort gültige Preisgefüge zeigten. - Brot 1 kg: 0.37 RM - SM: 20-30 RM- Kartoffeln: 0.12 RM - SM 4 RM - 1 Zigarette = 8 RM Währung konnte grundlegende Geldfunktion nicht mehr erfüllen, z.B. Zigaretten als Tauschmittel und Recheneinheit fungierten. Ausweichen auf Kompensationsgescheschäfte und Naturaltausch trug dazu bei, das Gefüge von Waren bzw. Leistungen und ihrem Entgelt zu verzerren Die Wirtschaft war fehlgesteuert und der Koordinationsmechanismus des Wirtschaftsystems erheblich gestört, was sich in typischen Begleiterscheinungen einer Lenkungswirtschaft äußerte, wie z.B. Hortung, Fehlallokation, fehlender Anreiz zu produktiver Tätigkeit Die Herstellung einer stabilen Produktionsnreize bietenden Wirtschaftsordnung war eine drängende wirtschaftspolitische Aufgabe. Beispiel: Ein bergarbeiter im Ruhrgebiet verdiente ca. 60 RM pro Woche. Durch as Halten eines Huhns mit 5 Eiern/Woche konnte er 4 Eier = 20 Zigaretten erwirtschaften. 1 Zigarette = 8 RM, 20 Zigaretten = 160 RM. - Ein anderes Beispiel war die Sachwertprämie, bei der die Arbeitnehmer mit Sachwerten statt mit Geld vergütet wurden, weil diese werthaltiger war.
  • Hintergrund: Gesetz über Leitsätze für die Bewirtschaftungs- und Preispolitik nach der Währungsreform 24.Juni 1948 Vom Wirtschaftsrat des Vereinigten Wirtschaftsgebiets parallel zur Währungsreform verabschiedet vom Direktor der Verwaltung für Wirtschaft des Vereinigten Wirtschaftsgebiets der Bizone war Ludwig Erhard  wurde 2 Tage vor der eigentlichen Währungsreform vom Wirtschaftsrat gegen die Stimmen der SPD verabschiedet wurde  Leitsätze:  - "Der Freigabe der Bewirtschaftung ist vor ihrer Beibehaltung der Vorzug zu geben - "Der Freigabe der PReise ist vor der behördlichen Festsetzung der Vorzug zu geben" Soweit der Staat dem Verkeht mit Waren und Leistungen nicht regelt, ist dem Grundsatz des Leistungswettbewerbs Geltung zu verschaffen  25. Juni 1948: Preise fast aller gewerblich erzeugten Produkte freigegeben 30. Juni 1948 auch die Rationierungsmaßnahmen aufgegeben.  Preise orientierten sich hierdurch nach über einem Jahrzehnt erstmalig wieder an Angebot und Nachfrage der privaten Wirtschaftssubjekte und signalisierten damit den Unternehmen, welche Waren besonders begehrt und deshalb zu hohen Preisen abgesetzt werden konnten.  
  • Die 4 Gesetze der Währungsumstellung 1. Währungsgesetz (20. Juni): DM als neue Währung Verhäktnis RM:DM grundsätzlich 1:1 2. Emissionsgesetz (20. Juni) Beschränkung des Rechts der Notenausgabe auf die Bank Deutscher Länder => Währungsreform auf Anordnung der westlichen Alliierten in westlichen Besatzunggebieten: Kopfquote: 40 DM gegen 40 RM, im August noch 20 DM pro Person Unternehmen erhielten 60 DM pro Arbeitnehmer Streichung der öffentlichen Schulden (Verbindlichkeiten des Reichs) = 400 Mrd RM alle Reichsmarkguthaben im Verhäktnis 10:1 umgestellt werden, die Hälfte des Umstellungsbetrages wurde auf einem Festkonto blockiert Durch treichung der inländischen Schulen wurden quasi mit einem Schlaf alle Sparer enteignet "geräuschlose Verschuldung" , das ich das Regime ja Kapital für die Aufrüstung bei Sparern geliehen hatte  Man behielt sich vor, durch weitere Maßnahmen die auf dem Festkonto gutgeschriebenen Guthaben wieter zu sperren oder zu reduzieren. Klärung erfolgte mit dem Festkontengesetzt im Oktober  3. Umstellungsgesetz (27. Juni)  Regelung Umtausch Altgutgaben:Altforderungen, Verhältnis 10:1 Regelungen Finanzierung der freigegebenen Mittel Ausgleich festgelegt für wertlos gewordene Staatsschuldtitel, die die Kreditinstitute hielten. Die betroffenen Institute erhielten niedrig verzinste und langlaufende Ausgleichsforderungen gegen den Staat.  4. Festkontengesetz (4. Oktober)  Umwandlung größerer RM-Guthaben im Verhältnis 100:6,5 70% des verbliebenen Festkontoguthaben wurden gelöscht, 20% wurden freigegeben und 10% waren auf Anlagekonto bis 1953 blockiert.
  • Rationierung von 1939-1948 und geräuschlose Kriegsfinanzierung Geräuschlose Kriegsfinanzierung 1939 bis 1945 wurden etwa 55 Prozent durch Verschuldung im Inland finanziert 64% kurzfrisitge Reichsschulden Verzicht auf Zeichnung langfristiger Anleihen, da dies direktes Abschöpfen der Einkommen bedeuted Sinkendes Vertruane in den Endsieg offenbart schwindendes Publikumsinteresse in den Anleihen => öffentlich sichtbar würde Daher: „geräuschlose Finanzierung“ - ermöglicht durch die Regulierung der deutschen Konsum- und Kapitalmärkte. 2.1. Rationalisierung seit 1939: keine andere Wahl, als zu sparen Milch erhielten allein die Kinder. Ein Stück Ersatzseife im Monat. Kleiderkarte mit 100 Punkten im Jahr   Kaffee nur für Frontsoldaten =>Nahrungsmittel: standardisierte, verdünnte oder versetzte Einheitsprodukte hergestellt einschließlich Mehl, Marmelade, Margarine und Puddingpulver.   => Verbrauch von Kleidung um die Hälfte reduziert, Verschlechterung der Qualität 2.2. Forcierte "Sparfeldzüge“:  Arbeitnehmer konnte sich verpflichten, regelmäßig einen bestimmten, gesetzlich vorgeschriebenen Teil seines Lohns auf Eiserne Sparkonto einzuzahlen Dieses Guthaben frühestens nach Beendigung des Krieges abgehoben werden. Dafür wurde Eisernes Sparguthaben mit dem höchstzulässigen Zinssatz verzinst, die Sparbeträge wurden zudem von der Lohnsteuer befreit.  Sonstige Anlagemöglichkeiten: Großkredite und Aktienemissionen waren generell untersagt und bedurften einer staatlichen Genehmigung  => DAHER: Geschäftsbanken und anderen Geldsammelstellen wie Sparkassen&Versicherungen hatten keine andere Wahl, als die einlaufenden Spargelder dem Staat zur Verfügung zu stellen. Ohne es überhaupt zu merken, wurden die privaten Sparer somit zum Gläubiger des nationalsozialistischen Staates.  Funktionierte bis 1943, dann Vertrauensverlust und Schwarzmarktbildung + Hortung Reich gewungen, sich unmittelbar über Reichsbank zu refinanzieren Ab 1939: Staatswechsel und Schatzanweisungen wurden ins Portefeuille der Reichsbank übernommen, die im Gegenzug dem Staat frisch gedruckte Reichsmarknoten zur Verfügung stellte.  Folge der gewaltigen Neuverschuldung des Reichs: Bargeldumlauf wächst von Kriegsbeginn bis Anfang März 1945 von 11 Milliarden RM auf über 59 Milliarden RM an, das heißt er nahm um über 400 Prozent zu. Für das Kriegsende wird der Geldumlauf auf über 70 Milliarden RM geschätzt, was die hemmungslose Geldschöpfung in der letzten Kriegsphase verdeutlicht. Mit Hilfe der staatlichen Preis- und Lohnüberwachung konnte gleichwohl verhindert werden, dass das anwachsende Ungleichgewicht von Geldumlauf und verfügbarer Gütermenge der Bevölkerung durch entsprechend starke inflationäre Entwicklungen in vollem Umfang bewusst gemacht wurd 
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