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Gruppen- und Organisationspsychologie (Fach) / - (Lektion)
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- Was ist das Prinzip von konjunktiven Aufgaben und welche unterscheidet man (mit Bsp.)? Prinzip: die Gruppenleistung hängt von jedem Einzelnen ab, die Gruppenleistung ist nur so gut, wie die des schlechteste Person bei nicht teilbaren Aufgaben (Orchester): jeder Einzelne muss erfolgreich sein --> Gruppenleistung entspricht der Leistung des schlechtesten Mitarbeiters --> mit ansteigender Gruppengröße sinkende Gruppenleistung bei teilbare Aufgaben (Bergsteigen): schwere Aufgaben gehen an besten Mitarbeiter z.B. Führer --> Gruppenleistung ist höher als die Leistung des schlechtesten Mitarbeiters --> bei ansteigender Gruppengröße nur leicht sinkende Gruppenleistung
- Vergleiche die Aufgabentypen von Steiner! Nenne die Typen, gib eine Erklärung an, nenne ein Beispiel und ein mögliches Problem das auftreten kann - Additive Aufgaben: Gruppenleistung ist die Summe der Einzelleistungen, Bsp.: Tauziehen, Mögliches Problem: MV Soziales Faulenzen - Kompensatorische Aufgaben: Mittelwert/Durchschnitt der Einzelleistungen zählt als Gruppenleistung, Bsp.: Schätzen von Schrotkörnern, Mögliches Problem: Einflussreiche Fehleinschätzungen, Fehlmeinungen - Konjunktive Aufgaben: Gruppenleistung hängt von jeder Einzelleistung ab (Gruppe ist nur so gut wie schlechtestes Mitglied), Bsp.: Orchester;Problem: Abhängigkeit vom schlechtesten Mitglied - Disjunktive Aufgaben: aus allen Beiträgen muss die richtige Lösung ausgewählt werden; Bsp.: Rechenaufgabe z.B. Pferd; Problem: Abhängigkeit von bestem Mitglied (wenn dieses schlechten sozialen Status hat oder unter sozialer Unsicherheit leidet ist das schlecht)
- Nenne den Zusammenhang zwischen der Art der Aufgabe und der Gruppenleistung (Gruppenproduktivität) nach Steiner! (6) - Additiv: Gruppenproduktivität = besser als beste Person - Kompensatorisch: Gruppenproduktivität = besser als die meisten Personen - Konjunktiv nicht unterteilbar (ganzheitlich): Gruppenproduktivität = gleich der schlechtesten Person - Konjunktiv unterteilbar: Gruppenproduktivität = besser als die schlechteste Person - Disjunktiv mit Aha-Effekt: Gruppenproduktivität = gleich der besten Person - Disjunktiv ohne Aha-Effekt: Gruppenproduktivität = geringer als die beste Person
- Welche Kritik kann man an den Theorien der Arbeitsmotivation von Maslow (Bedürfnispyramide) und Alderfers (ERG-Theorie) üben? Maslows Pyramide und Alderers ERG-Theorie entsprechen sich inhaltich nahezu! Maslow Kritik: - die 5 Kategorien sind beliebig --> Fast keine empirischen Studien! - hierarchische Anordnung konnte empirisch nicht nachgewiesen werden z.B. Flüchtlinge nehmen körperliche Gefahren/Schmerzen in Kauf (entspräche unterster Pyramidenebene) um Selbstaktualisierung (entspräche höchster Pyramidenebene) im Kauf Alderfers Kritik: - nur wenige empirische Studien! - dabei nur selten Bestätigung
- Erläutere Herzbergs Zwei-Faktoren-Theorie 1. Schritt "Hygienebedürfnisse" = der Arbeiter beurteilt die Arbeitsbedingungen (Bezahlung, Sicherheit, Beziehungen im Job, etc) und entscheidet ob seine Bedürfnisse erfüllt sind: Bedürfnisse erfüllt --> 2. Schritt Bedürfnisse nicht erfüllt --> unzufrieden, unmotiviert 2. Schritt "Motivationsbedürfnisse" - der Arbeiter beurteilt ob die Arbeitstätigkeit an sich seine Bedürfnisse befreidigt (intrinsische Faktoren: Verantwortung, Anerkennung, Beförderung, Sinn der Arbeit) Bedürfnisse erfüllt --> zufreiden, motiviert Bedürfnisse nicht erfüllt --> unzufreiden, unmotiviert Positiv: die Unterscheidung zwischen Arbeitsbedingungen u. Arbeitstätigkeit ist wichtig! --> führte zum "Job-Enrichment" (vertikale Restrukturierung) Negativ: eingeschränkte empirische Unterstützung, "Schrittigkeit" ist sinnlos (Arbeiter kann die Bereiche unabhängig voneinander beurteilen)
- Was sind die 3 Schlüsselmotivationen aus McClellands Theorie der gelernten Bedürfnisse? Leistungsmotivation (need for achievement) Zugehörigkeitsmotivation (need for affiliation) Machtmotivation (need for power)
- Erläutere die VIE-Theorie nach Vrooms und ihren Erklärungswert! VIE-Theorie = Erwartungs-x-Wert-Theorie Valenz (=Wert) = Attraktivität eines Ergebnisses Erwartung = die Wahrscheinlichkeit, dass ein Ergebnis mit einem bestimmten Verhalten erreicht werden kann Verhaltenstendenz = Valenz x Erwartung --> Wie man sich verhält (arbeitet) hängt davon ab, wie attraktiv das Ergebnis ist und für wie wahrscheinlich man es hält, dass mit einem bestimmten Verhalten das Ergebnis erreicht werden kann --> VIE-Theorie erklärt einen erheblichen Teil der Variabilität der Arbeitsleistung z.B. man ist motiviert ein Ziel zu erreichen (weil es Valenz hat - also attraktiv ist) sieht aber keine Chance dies zu schaffen (Erwartung gering)
- Welche sind die 3 Schlüsselmotivationen nach McClelland? (Theorie der gelernten Bedürfnisse) - Leistungsmotivation: need for achievement - Zugehörigkeitsmotivation: need for affiliation - Machtmotivation: need for power
- Erkläre alle relevanten Aspekte der Goal-Setting-Theorie von Locke! Leistung wird von 3 Seiten beeinflusst: - Sollen/Dürfen: Unterstützung durch die Organisation - Wollen: Zielgerichtete Bemühungen - Können: Persönlichke Fähigkeiten & Charaktereigenschaften Die zielgerichteten Bemühungen wiederum bestehen aus 4 Einflussfaktoren auf dei Arbeitsmotivation: 1. Schwierigkeit des Ziels: muss eine Herausforderung darstellen 2. Exaktheit der Zielbestimmung: Je exakter, desto motivierter sind Arbeiter 3. Zielakzeptanz: Wahrnehmung des Ziels als ein eigenes 4. Zielcommitment: Wie stark ist der Wille, das Ziel zu erreichen? - Leistung beeinflusst die intrinsische und extrinsische Belohnung was zu Zufriedenheit führt --> Das ist falsch! Modell suggeriert, dass man alleine durch Leistung Zufriedenheit mit Arbeit erfährt (Leistung führt nicht immer zu Zufriedenheit)
- Definition von Sozialer Einfluss Sozialer Einfluss meint die Veränderung von Urteilen und Einstellungen einer Person als Ergebnis einer Konfrontation mit den Urteilen und Einstellungen anderer Personen. (Man sieht was andere tun und lässt sich davon beeinflussen)
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- Konformität: Ergebnisse des Experiments zum sozialen Mehrheitseinfluss nach Sherif (Autokinetischer Effekt) - Vergleiche VG1 mit VG2 VGr.1: - am Anfang sehr heterogene Urteile zwischen Personen - je mehr Gruppensitzungen stattfinden, desto mehr gleichen sich die Urteile (Schätzungen) an (weil sie gehört haben, was andere für Urteile abgeben und sich daran orientieren) - am Ende: Homogenes Gruppenurteil (Konformitätseffekt trat von alleine auf) VGr. 2: - in den Gruppensitzungen wird ein homogenes Urteil gebildet - in der letzten Sitzung ist die Person alleine und weicht nur leicht vom vorher gebildeten Gruppenkonsens ab (sie orientiert sich auch in Abwesenheit der Gruppe an dieser)
- Erkläre die Theorie sozialer Vergleiche nach Festinger (+Grundannahme) Festingers Grundannahme: Aus sozialem Vergleich kann man Selbsteinschätzung ziehen Personen haben das Bedürfnis nach Validierung ihrer... ...Einstellungen ...Fähigkeiten (ihres Leistungsselbstkonzeptes) Man vergleicht sich hauptsächlich mit vergleichbaren Personen (=meist andere Personen aus der Bezugsgruppe) z.B. mit anderen Soziale-Arbeit-Studenten Bezugsgruppe besteht aus bevorzugten Personen für den Vergleich mti sich selbst
- Welche Motive hat jemand sich konform zu verhalten nach Deutsch? (=Erklärung für den Konformitätseffekt nach Deutsch) Motiv 1: Person will richtige Einschätzung machen Person glaubt anderen (Informationseinfluss) Konversion (=private und öffentliche Konformität) Ergo: Person zweifelt an ihrer eigenen Wahrnehmung, denkt andere hätten mehr Ahnung Motiv 2: Person will guten Eindruck machen Person passt sich anderen an (normativer Einfluss) Nachgeben (nur öffentliche, keine private Konformität) Ergo: Person sieht die richtige Lösung, checkt dass die anderen falsch liegen: ändert also nur ihr öffenltiches Urteil - bei stillem Notieren bliebe ihr privates Urteil das richtige
- Wodurch wird der Konformitätseffekt beeinflusst? Wodurch wird der Konformitätseffekt verstärkt? - Der Konformitätseffekt wird vom Informationseinfluss und vom normativen Einfluss beeinflusst - Der Konformitätseffekt wird durch Erhöhung des Info-und normativen Einflusses verstärkt!
- Einflüsse auf die Konformität: Wodurch wird der Informationseinfluss und der normative Einfluss erhöht? a) Erhöhung des normativen Einflusses durch - verbale Verstärkung konformer Reaktionen (z.B. Nicken, Ja-sagen, kritisch schauen) - hohe Abhängigkeit der Mitglieder vom Gruppenerfolg z.B. Preis für kooperativste Gruppe - mittleren sozialen Status (Personen mit mittlerem sozialen Status haben mehr zu gewinnen/ verlieren als welche mit hohem/niedrigem) b) Erhöhung des Informationseinflusses durch - Geringes Selbstvertrauen (Selbsteinschätzung als inkompetent) - Kompetente Mehrheit - Hohe Schwierigkeit der Aufgabe - Numerische Größe der Mehrheit (je größer die Mehrheit desto eher Konformität) - Unabhängigkeit der Mehrheitsmitglieder
- Ergebnisse der Studie zu normativen und Informationseinflüssen nach Insko Welche Einflüsse erzielen welchen Konformitätseffekt? - Normativer Einfluss: öffentlich (Urteil zuordenbar) vs. privat (nicht zuordenbar) - Informationseinfluss: Urteil überprüfbar (hohe Anstrengung) vs. nicht überprüfbar (geringe Anstrengung) der höchste Konformitätseffekt = öffentliches + überprüfbares Urteil der niedrigste Konformitätseffekt = privates + nicht überprüfbares Urteil
- Wie reagieren Gruppen auf abweichende Meinungen? (Studie zum Umgang mit MInoritäten nach Schachter) Reaktion der Gruppe: - Intensive Überzeugungsversuche - Ignorieren weiterer Beiträge des Abweichlers - deutliche Reduktion der Beliebtheit --> Gruppe erzeugt Konformitätsdruck
- Nenne die 3 Seiten der Konsistenz nach Moscovici + seine Grundannahme ("Sozialer Wandel durch Minoritäten") Hat der Minoritäts oder Majoritätseffekt mehr Einfluss? Moscovicis Grundannahme: Der Minoritätseffekt funktioniert besser, je mehr Konsistenz die Minorität zeigt 3 Seiten der Konsistenz: Konsistenz in der Position = wenn der Standpunkt der Minorität logisch & geschlossen ist (ist förderlich/ wenn ambivalent = hinderlich) Synchrone Konsistenz = Wie einig sind sich die Minderheitsmitglieder? Einigekeit ist förderlich, Uneinigkeit ist hinderlich --> dadurch entsteht Konformitätsdruck Diachrone Konsistenz = Standpunkt der Minorität soll über längeren Zeitraum eingenommen werden (am besten über Jahre/Jahrzehnte) --> der Majoritätseffekt hat mehr EInfluss als der Minoritätseffekt
- Welchen Einfluss hat die Extremität der Minderheitsposition auf die Innovation nach Mugny? + Welche Position empfiehlt es sich als Minderheit einzunehmen um Erfolg zu haben? a) sehr extreme Position der Minderheit --> wird als rigide/dogmatisch wahrgenommen --> werden als Fanatiker/Spinner degradiert (Mehrheit versucht Minderheit abzuwerten) --> führt nur zu geringer Innovation b) weniger extreme Position der Minderheit --> wird als flexibel/differenziert wahrgenommen --> werden als Experten/Elite wahrgenommen --> führt zu hoher Innovation
- Einflüsse auf die Innovation: Erläutere den Schneeballeffekt nach Kiesler & Pallack - am Anfang: Kosistenz der Majorität (sind gleicher Meinung) - 1 Reaktionär tritt auf (hat andere Meinung - starke Abgrenzung von der Majorität) --> leichte Innovation - 1 Kompromissler will Kompromiss zwischen Majorität und Reaktionär finden (Annäherung) --> starke Innovation - 1 Überläufer (Konversion) --> führt zu sehr starker Innovation (es lassen sich immer mehr überzeugen)
- Welche Modelle gibt es, die behaupten, dass ein qualitativer Unterschied zwischen Majoritäts-und Minoritätseinflüssen besteht also dass diese grundsätzlich unterschiedlich funktioniere? Nenne und erläutere beide. 1. Das Duale-Prozess-Modell nach Moscovici a) Minoritätseinfluss --> Aufmerksamkeit liegt auf dem Objekt/Thema --> Überprüfungsprozess--> durch kognitive Aktivität erlang Person neuen BLickwinkel --> führt zu privater Konversion b) Majoritätseinfluss --> Aufmerksamkeit liegt auf der Meinung anderer --> führt zu sozialem Vergleichsprozess --> es lastet normativem Druck der Majorität auf Person --> führt zu öffentlichem Nachgeben 2. Das Zwei-Wege-Modell nach Nemeth a) Mehrheitseinfluss (Konformität) --> geringe kognitive Anstrengung --> enge Aufmerksamkeit --> konvergierendes Denken --> Imitation (Position/V. der Mehrheit wird imitiert) b) Minderheitseinfluss (Innovation) --> hohe kognitive Anstrengung --> breite Aufmerksamkeit --> divergierendes Denken --> Originalität
- Welches Modell behauptet, dass es keinen qualitativen Unterschied zwischen Minoritäts-und Majoritätseinflüssen gibt? Nenne und beschreibe es. Ein-Weg-Modell nach Latané und Wolf: --> es besteht kein qualitativer unterschied zwischen Maj.-und Minoritätseinflüssen, sie funktionieren also gleich, haben aber ein unterschiedliches Kräfteverhältnis Sozialer Einfluss der Min./Maj. = Stärke + Unmittelbarkeit + Größe Stärke = die Höhe des sozialen Status der einflussenehmenden Gruppe (Je höher sozialer Status, desto höher der Einfluss) Unmittelbarkeit = Nähe zwischen einflussnehmender Gruppe + Zielgruppe (Je näher, desto stärker ist der Einfluss) Größe = Größe der einflussnehmenden Gruppe (Personenanzahl) - Beeinflussen viele wenige oder wenige viele?
- Was lässt sich über Innovation und Gesellschaft allgemein sagen? - Soziale Veränderungen werden eher durch Minoritätseinflüsse als Majoritätseinflüsse hervorgerufen - Ausgelöste Veränderungen gehen jedoch nicht immer in die Richtung der Minorität sondern völlig neue Wege/Lösungen werden gefunden (durch Auslösung des divergierenden Denkens) - Um Einfluss zu gewinnen müssen Minoritäten konsistent und aktiv/flexibel sein
- Was lässt sich über Innovation und Gesellschaft allgemein sagen? - Soziale Veränderungen werden eher durch Minoritätseinflüsse als Majoritätseinflüsse hervorgerufen - Ausgelöste Veränderungen gehen jedoch nicht immer in die Richtung der Minorität sondern völlig neue Wege/Lösungen werden gefunden (durch Auslösung des divergierenden Denkens) - Um Einfluss zu gewinnen müssen Minoritäten konsistent und aktiv/flexibel sein
- Welche Prinzipien können Gruppen bei Entscheidungen verfolgen nach Laughlin? (Modell der sozialen Entscheidungsschemata) 1. Prinzip: die Mehrheit gewinnt "Wir stimmen jetzt ab!" - ist sinnvoll, wenn es keine einzige richtige Lösung gibt 2. Prinzip: die Wahrheit gewinnt "Wir diskutieren jetzt!" - ist sinnvoll, bei einzig richtiger Lösung 3. Prinzip: Ausgewogene Wahrscheinlichkeit - man ist sich noch nicht sicher, ob nach Prinzip 1 oder 2 gehandelt werden soll Prizip-Fehler wäre: Wenn bei Prinzip 1 mit Prinzip 2 vorgegangen wird und andersherum z.B. Entscheidung über Wandfarbe im Büro (Prinzip 1) - Welche Farbe ist besser? (Prinzip 2)
- Beschreibe den Risikoschub in Gruppen nach Stoner. - Vpn sollen sich zwischen zwei Alternativen entscheiden (eine ist weniger riskant, die andere riskant) z.B. Roulette - die Entscheidungen werden in der Gruppe diskutiert Ergebnis: Im Konsens und Postkonsens wurden riskantere Entscheidungen getroffen als im Präkonsens -->> Die Risikobereitschaft in Gruppen ist deutlich höher als im Alleingang!
- Beschreibe die Gruppenpolarisierung nach Moscovici & Zavalloni - Französische Schüler sollten "De gaulle" und "Amerikaner" beurteilen - in der Gruppendiskussion wurde eine Meinung z.B. Für De Gaulle, gegen Amerikaner deutlich verstärkt Ergebnis: POLARISIERUNG: Die Einstellung von Gruppenmitgliedern gegenüber o.g. Personen wurden durch die Gruppendiskussion extremer!
- Welche Einflüsse gibt es auf die Gruppenpolarisierung? - normativer Einfluss: wird in VGr. geprüft durch das Vortragen schlechter Argumente --> kein Polarisierungseffekt --> spricht gegen normativen Einfluss auf Gruppenpolarisierung - Informationseinfluss: wird in VGr. geprüft durch das Vortragen guter und schlechter Argumente --> Polarisierungseffekt nur bei guten Argumenten --> spricht für Informationseinfluss auf Gruppenpolarisierung
- Definiere "Group Think" nach Janis, nenne dessen Kriterien, den Prozess und welche Gegenamaßnahmen gegen Group-Think eingesetzt werden können. Group-Think = eine extreme Form der Gruppenpolarisierung, bei der eine hoch kohäsive Gruppe kompetenter Einzelpersonen eine inkompetente Gruppenentscheidung trifft. Kriterien: - hoch kohäsiv "zusammengeschweißt" - von alternativen Informationsquellen isoliert - Gruppenführer bevorzugt bestimmte Lösung Prozess: - Illusion der eigenen Unverwundbarkeit - Wechselseitige Rationalisierung der eigenen Position - Ignorieren/Abwerten von inkonsistenter Information Gegenmaßnahmen: - Gruppenführer enthält sich der Meinung - Advocatus diaboli (= jemanden beauftragen, der immer dagegen spricht/oppositionell ist) - Meinungen zunächst aufschreiben lassen (bei direktem Vortrag tritt Konformitätseffekt ein) - Untergruppen bilden mit der Aufforderung LÖsungen zu finden - externe Kommunikation
- Welche Problematik kann bei der Bewertungstabelle der Piloten-Bewerber auftreten und was kann man daraus hinsichtlich der Prozessgewinne in Gruppen schließen? - 3 Entscheider beurteilen Piloten-Bewerber hinsichtlich ihrer Vor-und Nachteile - Problematik: Es gibt z.B. tatsächlich 6 Proargumente für einen Bewerber, jeder der Beurteiler kennt jedoch nur 2 (aber jeder kennt zwei verschiedene!) - Wenn die Beurteiler nun den Inhalt der Pro-Argumente nicht teilen bzw. miteinander abgleichen sondern sich nur gegenseitig die Anzahl der Proargumente nennen, finden sie nicht heraus dass jeder unterschiedliche hat und es eigentlich 6 sind statt 2 ! Was kann hinsichtlich der Prozessgewinne in Gruppen daraus geschlossen werden? - Privates Wissen von Gruppenmitgliedern muss geteilt werden = Transaktives Gedächtnis (das, was alle Gruppenmitglieder gemeinsam wissen) > dann Prozessgewinn! - Wenn die Gruppenmitglieder ihr Wissen miteinander teilen, gibt es Situationen, in denen Gruppenentscheidungen besser sind --> Prozessgewinn
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- Nenne die komplette Formel für die Gruppenproduktivität TP = PP - MV - KV + MG + KG (Bsp.: für Koordinationsgewinn ist Transaktives Gedächtnis)
- Klausurfragen Freestyle ;) Was ist Gruppenpolarisierung nach Moscovici? Def. + Bsp. Wie werden Prozessgewinne bei Gruppenentscheidungen definiert? + Bsp. Was ist der Risikoschub nach Stoner? + Bsp. Was ist Group-Think nach Janis? + Bsp. kleine Hilfe zu Frage 2:Von einem Prozessgewinn ist dann die Rede, wenn eine Gruppe eine bessere Entscheidung trifft als eine Einzelperson. Ein PG in Form eines Koordinationsgewinns ist z.B. das Transaktive Gedächtnis. Transaktives Gedächtnis = das was alle Gruppenmitglieder gemeinsam wissen (Wenn Gruppenmitglieder ihr privates Wissen miteinander teilen, dann gibt es Situationen in denen Gruppen besser Entscheidungen treffen)
- Beschreibe kurz das Experiment zu "Obedience to authority" und dessen Ergebnis von Milgram. Experiment: -Vpn werden angewiesen vermeintlichem Schüler (eigentlich Konföderierter) bei falschen Antworten zunehmend stärker werdende bis tödliche Elektroschocks zu geben (fake) Ergebnis: - Versuchsgruppe: bei unmoralischen Befehlen von einer Autorität gingen über 60% der Vpn bis zur höchsten Stufen (368V) - Kontrollgruppe: ohne Anweisung von Autorität (Vpn konnten selbst die Höhe der Schocks bestimmen) gingen 70% nicht über 75V hinaus
- Welche moderierenden Einflüsse gibt es auf das Gehorsamsverhalten? Nenne und erkläre alle. 1 . Moderierender Einfluss: MERMALE DER AUTORITÄT - bei geringer Überwachung (Befehle werden über Telefon gegeben) --> Gehorsam ist stark reduziert - bei geringem Status (Statusniedrige Person wird Autorität) --> Gehorsam stark reduziert - bei geringer moralischer Integrität (Autorität bricht Versprechen) --> Gehorsam unveränderet hoch! ESSENZ: Auf das Gehorsamsverhalten hat Einfluss... - die Überwachung zwischen Befehlsgebendem & Befehlsnehmendem (je stärker die Überwachung desto mehr Gehorsam) - der Status des Befehlsgebenden - NICHT die geringe moralische Integrität (ist egal) Was muss eine Autoritätsperson also tun/ wie muss sie sein? - muss gute Überwachungsmöglichkeiten haben - muss einen hohen Status haben 2. Moderierender Einfluss: DISTANZ - zunehmender Distanz zwischen Befehlsnehmendem & Zielperson: Bereitschaft, Befehle zu befolgen die die Zielperson schädigen nimmt zu z.B. Bereitschaft der Zielperson starke Elektroschocks zu geben ist größer wenn sie in Nebenzimmer ist, wie wenn sie neben einem sitzt - abnehmender Distanz zwischen Befehlsnehmenden & Zielperson: man ist gehemmter Befehle auszuführen, die Zielperson schädigen 3. Moderierender Einfluss: VERHALTEN ANDERER - wenn andere Gehorsam gegenüber dem Befehlsgebenden sind steigt die eigene Bereitschaft Befehle auszuführen, die die Zielperson schädigen
- Sind personenbezogene vs. situative Einflüsse auf das Gehorsamsverhalten nach Milgram stärker? Klausur - Personenbezogene Einflüsse/Faktoren wie z.B: Geschlecht, Beruf, --> geringer Einfluss auf Gehorsamsverhalten - Situative/Moderierende Einflüsse/Faktoren: MERKMALE DER AUTORITÄT; DISTANZ; VERHALTEN ANDERER --> haben starken Einfluss auf Gehorsamsverhalten!