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Institutionenökonomik (Fach) / 1. Warum Institutionenökonomik? (Lektion)

1. Warum Institutionenökonomik?

Diese Lektion wurde von Stelak erstellt.

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  • Die neoklassische Ökonomie geht von folgenden Annahmen aus: • Homogene Güter, das heißt alle Güter, die auf einem Markt gehandelt werden, weisen inden Augen der Nachfrager die gleichen Eigenschaften auf.• Idealerweise besteht eine atomistische Marktstruktur, das heißt es gibt viele kleineAnbieter, von denen keiner Einfluss auf den Marktpreis hat.• Entsprechend verhalten sich Anbieter und Nachfrager als Mengenanpasser, das heißt dievon ihnen angebotene bzw. nachgefragte Menge verändert sich mit der Veränderung desMarktpreises.• Diese Änderungen passieren ohne zeitliche Verzögerung mit unendlicher Anpassungsgeschwindigkeit. • Dies beruht nicht zuletzt auf der vollkommenen Markttransparenz bei allen Marktteilnehmern,die dafür sorgt, dass alle stets vollständig über die relevanten Gütereigenschaftenund die Preise informiert sind.• Eine Konsequenz dieser vollständigen Informationen besteht darin, dass alle regelungsrelevantenTatbestände vom Vertrag erfasst und von den Vertragsparteien durch denAbschluss des Vertrages auch akzeptiert sind.• Alle Entscheidungen werden von perfekt rational handelnden Akteuren getroffen, die sichnutzenmaximierend verhalten.• Schließlich geht die Neoklassik davon aus, dass die Institution des Marktes kostenloszur Verfügung steht und Markttransaktionen keine weiteren Kosten als den Marktpreishervorrufen.• Dadurch kommt es zur Markträumung und zum allgemeinen Marktgleichgewicht.
  • Neoklassik ermöglicht nur sehr allgemeine Musterprognosen mit geringem Erklärungsgehalt im Hinblick auf die Realität.
  • Letztlich bildet die Neoklassik den Ausgangspunkt für die Institutionenökonomik, die im Wesentlichen auf drei Feldern neue Sichtweisen in die Ökonomie eingeführt hat: • Mit dem Transaktionskostenansatz wird berücksichtigt, dass die Nutzung des Marktmechanismusfür die Marktteilnehmer nicht kostenlos ist, sondern hier Kosten anfallen, diedas Verhalten der Individuen beeinflussen können.• Die Prinzipal Agent Theorie widmet sich all jenen Vertragsbeziehungen, mittels dererIndividuen Aufgaben an Dritte delegieren und behandelt dabei das Problem, dass Informationennicht – wie von der neoklassischen Ökonomie angenommen – symmetrischzwischen den Marktteilnehmern verteilt sind.• Schließlich wird mit dem Property Rights-Ansatz ein Augenmerk auf die Rolle vonEigentumsrechten und deren Übertragung gelegt. Dieser Ansatz weicht von der traditionellenSichtweise ab, indem er sich nicht mit dem Eigentum an Ressourcen beschäftigt,sondern zu einer Betrachtung des Eigentums an Verfügungsrechten und deren optimalerAllokation übergeht.
  • Unter Allokation wird die Aufteilung gegebener Ressourcenbestände auf unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten verstanden.
  • Die Klassik beschäftigte sich erstmalig mit Bedingungen individuellen Handelns
  • Grundannahmen klassischer Ökonomie Individualismus Selbstbestimmungsrecht und Eigenverantwortung sind die zentralen Säulen des Menschenbildes in der Klassik. Liberalismus Anstelle absolutistischer Herrschaftsstrukturen postuliert die Klassik das Ideal des Staatesals Ordnungsmacht, der die Teilhabe der Bürger am Gemeinwesen sicherstellt. Determinismus Es wird von der Existenz unveränderlicher, gleichsam gottgegebener Wahrheiten ausgegangen, die das Verhalten beeinflussen. Nutzenidentität Klassische Ökonomen gehen davon aus, ass es eine Identität des Nutzens Einzelner mit dem Nutzen der Gesellschaft gibt. Sie unterstellen, dass ein Wohlfahrtsoptimum erreicht wird, wenn jeder sein Eigeninteresse verfolgt.
  • Die Klassik baut auf einem liberalen Welt- und Menschenbild auf.
  • Mit der Deutschen Historischen Schule hält die Empirie Einzug in die Wirtschaftswissenschaften.
  • Induktion Mit Hilfe der induktiven Methode wird von empirisch beobachtbaren Phänomenen auf allgemeingültige Zusammenhänge geschlossen. Empirie → Theorie
  • Deduktion Mit Hilfe der deduktiven Methode wird von gegebenen Prämissen auf logischeKonsequenzen geschlossen. Die Empirie dient dann dem Beleg der These, die These wird jedoch nicht aus dem empirischen Material abgeleitet.
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  • Ein zentraler Kritikpunkt des älteren Zweigs der Deutschen Historischen Schule an der Klassik bestand in deren Werturteilsfreiheit. Während die klassische Lehre auf den Wettbewerbsetzt und postuliert, bei dessen Sicherstellung käme es automatisch zu einer effizienten Allokation der Produktionsfaktoren, gehen die Historisten davon aus, dass die Ökonomie dem Wohl der Nation dienen soll und daher auch ethische Urteile fällen darf – eine Schlussfolgerung, die die Klassiker, die ja von einer naturgegebenen Ordnung ausgingen, rundweg ablehnten.
  • Amerikanischer Institutionalismus Wie später auch die Vertreter der Neuen Institutionenökonomik, waren die Vertreter des AmerikanischenInstitutionalismus der Meinung, dass „der Markt in ein gesellschaftliches Institutionengeflechteingebettet ist, so dass letztendlich die Organisationskultur der Wirtschaftfür die realisierte Allokation verantwortlich ist“ (Erlei/Leschke/Sauerland 2007, S. 38). IhreKritik an der Neoklassik ging dahin, dass schon frühzeitig erkennbar war, warum diese ökonomischeModellanalyse nicht zur Erklärung der Realität geeignet war. Wie die Deutsche HistorischeSchule forderten auch die amerikanischen Institutionalisten eine empirische Untermauerungder Theorie und wandten sich somit gegen die Dominanz der aufkommenden Grenznutzenschule.
  • Österreichische Schule In der aufgrund der Herkunft ihrer wichtigsten Vertreter sogenannten ÖsterreichischenSchule wird die Zweckgerichtetheit menschlichen Handelns betont. Ein wesentlicher Unterschiedzur Neoklassik besteht darin, dass die Untersuchung von Gleichgewichtsbedingungenund Bedingungen für markträumende Gleichgewichte abgelehnt wird, da daraus kein wesentlicherErkenntnisgewinn zu ziehen sei. Vielmehr sei ein solches Gleichgewicht aufgrund vonMarktunvollkommenheiten sowie des Umstands, dass die der neoklassischen Analyse zugrundeliegenden Annahmen ohnehin nicht erfüllbar seien, nicht zu erreichen. Daraus wiederumschloss Carl Menger folgerichtig, dass die Analyse von Anpassungsprozessen abseits desGleichgewichts von größerer Relevanz sei
  • Der Amerikanische Institutionalismus stellt die Organisationskultur in den Mittelpunkt der Betrachtung.
  • Mit der Österreichischen Schule beginnt die Abkehr von der Analyse von Gleichgewichtsbedingungen.
  • Kontroversen im Methodenstreit Deutsche Historische Schule - Österreichische Schule Deutsche Historische Schule Kollektivismus,  Induktive Methodik Relativismus Staat Österreichische Schule Individualismus Deduktive Methodik Rationalismus Starker Laissez Faire
  • Freiburger Schul Die Synthese von Realität und ökonomischer Theorie war das erklärte Ziel der FreiburgerSchule, einer ökonomischen Denkrichtung, die auch als Ordoliberalismus bezeichnet wird.Sie wurde dadurch realisiert, dass bei der deduktiven Analyse der ökonomischen Gesetzmäßigkeitender ordnungspolitische Rahmen Berücksichtigung fand. Dieser durch staatliche Institutionengesetzte Rahmen wurde dabei so ausgestaltet, dass eine Wirtschaftsordnung entstand,in der marktwirtschaftliche Prozesse dominierten. Walter Eucken, der Hauptvertreter der FreiburgerSchule, postulierte dabei ein politisches Programm, mit Hilfe dessen der Staat einenHandlungsrahmen schaffen sollte, innerhalb dessen der Wettbewerbsprozess allokative unddistributive Verteilungsproblematik lösen kann. Das Hauptziel war der Schutz des Individuumsvor Willkür privater wie staatlicher Natur, also die Freiheit des Einzelnen.
  • Die Freiburger Schule des Ordoliberalismus liberalismus beschränkt sich auf die Untersuchung der Ausgestaltungeines optimalen Institutionenrahmens.
  • Positive Theorie beschreibt Entstehung und Wirkung von Institutionen.
  • Normative Theorie beschäftigt sich mit der Ausgestaltung von Institutionen mit bestmöglicher Wirkung.
  • die positive Theorie - Fragen • warum es überhaupt Institutionen gibt,• wie sie entstehen,• warum sie also notwendig sind,• wie sie gestaltet sind und• wie sie wirken,