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Psychische Störungen im Kindes- und Jugendalter (Fach) / Störungsspezifische Interventionen (Lektion)

Störungen des KA Störungen des JA Störungen des KA und JA

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  • typische Störungen des KA umschriebene Entwicklungsstörungen (V.a. tiefgreifende Entwicklungsstörungen Ausscheidungsstörungen Verhaltensstörungen (Ängste, Aggressivität) Bindungsstörungen Kindesmisshandlung und -vernachlässigung sexueller Kindesmissbrauch
  • Sprachstörungen Störung Aufbau, der Struktur der Sprache expressive Sprachstörung, 80.1- Sprachproduktion rezeptive Sprachstörung, 80.2- Sprachverständnis - norm. sozialer Austausch, Diffdiagn. zu Autismus
  • Sprechstörungen Störung des Ablaufs des Sprechens Artikulationsstörung, Dyslalie, F 80.0, gehört zu umschriebenen Entwicklungsstörungen der Sprache Poltern, F 98.6 Stottern, F98.5
  • Diff.-Diagnose zu Sprach-/Sprechstörungen erworbene Aphasie mit Epilepsie (Landau-Kleffner-Syndrom, F80.3) tiefgreifende Entwicklungsstörungen Intelligenzminderung Mutismus
  • Diagnostik Autismus ADI-R- ab 2 Jahren- Statusdiagnostik- Interventionsplanung- Inhalte:  - frühkindliche Entwicklung  - Spracherwerb  - verbale/nonverbale kommun. Fähigkeiten  - Spiel-, soziales Interaktionsverhalten  - stereotype Interessen und Aktivitäten  - komorbide Symptome (Aggression, Selbstverletzung, Epilepsie)  ADOS- Rating-Skala- Kommunikation- soz. Interaktion- Spielverhalten
  • Autismus Komorbidität geistige Behinderung Epilepsie ADHS Auto- und Fremdaggression Tic Ausscheidungsstörungen Ess- und Schlafstörungen
  • Therapiemodelle Autismus multimodal ABA-Therapie nach Loovas- hochfrequent- kleine Schritte belohnt TEACCH-Programm- Strukturierung und Visualisierung Pharmakotherapie- ADHS Stimulanzien- Aggressionen atypische Neuroleptika
  • Epidemiologie Enuresis nocturna mehr Jungs diurna mehr Mädchen
  • Habit Reversal Nägelkauen Tics Daumenlutschen Nasebohren Trichotillomanie
  • Ätiologie Enuresis nocturna genetisch bedingte Reifungstörung Veränderung der zirkadianen Rhythmik der Sekretion des antidiuretischen Hormons ADH (Vasopressin) reguliert auch Wasserhaushalt schwer erweckbar reaktive Störung psychologische Faktoren eher modulierende Bedeutung viele komorbid: ADHS, Selbstwertprobleme, Angst
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  • Ätiologie funktionelle Harninkontinenz / Hypothesen genetische Instabilität der Blase bei idiopathischer Dranginkontinenz erlernter Verweigerungsmechanismus bei Harninkontinenz mit Miktionsaufschub Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination erworben, ergibt sich oft aus anderen Störungen
  • Ätiologie Enkopresis 30-40% zusätzlich heterogene psychische Symptome gibt nicht DIE Psychopathologie des Enkopretikers
  • Methoden bei Enuresis nocturna operante Verstärkung (Sonne-Wolken-Kalender) Apparative VT Dry bed training Pharmakotherapie
  • Methoden funktionelle Harninkontinez Blasentraining - RCT, Retention-Control-Training- Ziele:- Blasenkapazität erhöhen - bewusstes Zurückhalten - Sensibilität für Füllstand- Muskelkontrolle Einschätzung RCT- Verbesserung nicht nachweisbar, möglicher Sensibilisierungseffekt Pharmakotherapie- hilfreich anticholinerge Medikation- Oxybutinin- Propiverin
  • Methode Enuresis nocturna - operante Verstärkung Sonne-Wolken-Kalender setzt Kontrollfähigkeit voraus, hat Kind ja eig. nicht 20 % Erfolg, verbunden mit Motivationsaufbau, Verstärkung und Elternberatung
  • Methode Enuresis nocturna - apparative VT erste Wahl Erfolg mind. 14 trockene Nächte basiert auf Vermeidungslernen KEINE klassische Konditionierung
  • Methode Enuresis nocturna - dry bed training Kopplung apparativ mit wiederholten Flüssigkeitsbelastungen und stündlichem Wecken, kontingenter Verstärkung aufwendig viele aversive Elemente Einsatz v.a. bei therapieresistenten Jgdl.  Voraussetzung hohe Behandlungsmotivation nicht erfolgreicher als apparative Konditionierung allein
  • Methode Enuresis nocturna - Pharmakotherapie als Kombi, bei Therapieresistenz Motivationssteigerung spez. Indikationen (Klassenfahrt, Zuspitzung zuhause) Langzeittherapie bei therapieresistenten Jgdl. Desmopressin - synth. Analogion von ADH/Vasopressin, dadurch Reduktion nächtl. Urinproduktion Antidepressiva - Imipramin, Ausnutzung des antidiuretischen Effektes (UAW von TZA
  • Methoden idiopathische Dranginkontinenz operante Verfahren - Kalender, Verstärker kogn.-verhaltenstherapeutische Interventionen Blasentraining spez. Geäte ggf. Pharmako (Anticholinergikum) Ziel: Kontrolle der Drangsymptome ohne Haltemanöver
  • Methoden Harninkontinenz mit Miktionsaufschub operante Verfahren - Kalender Alarmgeräte Ziel: regelmäßige Toilettengänge
  • Methode Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination Biofeedback häufig stationäres Setting Ziel: möglichst weitgehende Entspannung während Miktion
  • Kodierung Kindesmisshandlung Achse V, abnorme aktuelle psychosoziale Umstände
  • Kindesmisshandlung Phänomene körperl. Misshandlung Vernachlässigung (körperl., emotional) sexueller Missbrauch Münchhausen by Proxy-Syndrom
  • Kindesmisshandlung Folgen/Syndrom KEIN spezifisches Syndrom oft Probleme Sozialverhalten Sprachentwicklungsstörungen kogn. Probleme erhöhtes Risiko: depress. Störg., Angst, SSV, hxperaktive Störg., Drogenabusus, suizid. Verhalten EW-Risiko: Borderline, Somatisierungsstörungen, dissoziative Störg., Essstörg., SVV, Drogenabusus
  • Misshandlung und Bindung oft desorganisiert Abgrenzung von anderen Bindungstypen, hier Reaktion auf Deprivation, Bezugspersonenwechsel, Trennung, Verlust, ... oft reaktive Bindungsstörung in Verbindung mit Misshandlung oder Missbrauch (nicht alle aber misshandelt!)
  • sexueller Missbrauch - Folgen kein spez. Syndrom, Kodierung auf Achse V Folgen eher alters-, als tatspezifisch
  • Elektiver Mutismus Epidemiologie zwischen 4-8 Jahren Mädels mehr begleitend oft ängstl. schüchternes Temperament, bis Sozialangst, Ängste, Rückzug, Widerstand 
  • Elektiver Mutismus - Diff.-Diagnose rezeptive oder expressive Sprachstörung tiefgreifende Entwicklungsstörungen PTSD
  • typische Störungen des Jugendalters Substanzmissbrauch SVV Suizidalität Persönlichkeitsstörungen Essstörungen Schizophrenie
  • Achtung bei Alkohol typischen auffälligen Blutwerte ALAT (Alanin-Aminotransfrease, Leberzellenschädigung, auch GPT), ASAT (Aspartat-Aminotransferase, auch GOT), Gamma-GT, ... bei Jgdl. oft unaufällig am ehesten CDT (carbohydrat-defezientes Transferrin) heranziehen
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  • amotivationales Syndrom chronischer Konsum Passivität Lethargie Interesse- und Teilnahmslosigkeit
  • SVV häufig komorbid bei Borderline Essstörungen Drogenmissbrauch dissoziativer Bewusstseinsstörung SSV
  • SVV dient Affektregulation Unterscheidung offen und verdeckt (bei artifizieller Störung/Münchhausen-Syndrom) spielt auch Rolle bei- Intelligenzminderung, bzw. geistiger Behinderung- Autismus- Schizophrenie
  • Schizophrenie im Jugendalter Very Early Onset Schizophrenia sehr selten, Beginnv or 13. LJ, Early Onset Schizophrenia vor 18. LJ 10% beginnen im JA männl. häufiger so früh
  • typische Störungen Kinder UND Jugendliche umschrieben EW-Störungen ADHS SSV Angst Depressive Störungen Tics Zwang PTBS Intelligenzminderung somatoforme Störg. dissoziative Sexualstörg. Adipositas Schlaf
  • geeignete Testverfahren für Lese- und Rechtschreibstörungen AID K-ABC Wisc-IV BUEVA spez. Lese:- Knuspel-L- SLS 1-4- WLLP spez. Rechtschreib:- DERET-Reihe- HSP- WRT
  • Diagnosekategorie Lese-Rechtschreibstörungen LRS isolierte Rechtschreibstörung KEINE isolierte Lesestörung
  • Kormobidität LRS ADHS Sprech- und Sprachstörungen SSV Dyskalkulie Angst somatische depress.
  • Folgen LRS stabile Erkrankung Bis ins EW-Alter hohe Arbeitslosenquote, um das 6fache erhöht Sucht Delinquenz
  • Testdiagnostik für Rechenstörung ZAREKI-R - Erfassung von Dyskalkulie bei GS-Kindern HRT 1-4 RZD 2-6 - Rechenfertigkeiten- und Zahlenverarbeitungs-Diagnostikum DEMAT-Reihe (Deutsche Mathematiktests)
  • Komorbidität Rechenstörung ADHS SSV
  • Ätiologie ADHS genetische Faktoren Unterfunktion Dopamin erhöhte Rate bei Kindern rauchender Mütter in SSW, mit geringem Geburtsgewicht
  • Diagnostik ADHS nicht vor 6. LJ Symptomatik situationsunabhängig, zeitstabil Conners-3, FBB-HKS/FBB-ADHS können Diagnose validieren, nützlich für Einschätzung des Schweregrades
  • Komorbidität ADHS 50% oppositionelle SSV 30-50% SSV bis 40% affektive, v.a. depressive Störg. bis 30% Angst bis 25% umschriebene Entwicklungsstörg. bis 20% Legasthenie ca. 50% Einschlafstörg. 20-50% Somatisierungsstörungen
  • Psychopharmaka ADHS Ausgleich von gestörtem v.a. Dopaminhaushalt Methylphenidat Atomoxetin - SNRI/NARI- bei non-response auf Methylphenidat, Substanzmissbrauchsrisiko in Familie, komorb. Tic
  • Therapie ADHS multimodal VT-Methoden (MKT, THOP, Training nach Lauth & Schlottke) Pharmako Neurofeedback - EEG, Normalisierung der Theta-Beta-Rate
  • ADHS Verlauf bis 50% ins EW-Alter chronisch drei Verlaufstypen: Remission bis zur Adoleszenz Fortbestehen des klinischen Vollbildes oder residualen ADHS, Abnahme Hyperaktivität, Persistenz der Aufmerksamkeitsstörung Fortbestehen der ADHS mit häufigen komorbiden psychiatr. Symptomen - Depression, Persönlichkeitsst., Abhängigkeitserkrankungen
  • Prävalenz SSV 2-10%, zunehmende Tendenz, Jungs mehr
  • häufige Kombinationen SSV ADHS Depressionen Angst substanzbedingte Störungen
  • Verlauf SSV eher ungünstige Langzeitprognose Beginn vor 10. LJ, "Early Starter" meist ungünstig, chronisch, bis zur antisozialen Persönlichkeitsstörung "Late Starters", ab 10. LJ