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Wirtschaftsgeschichte (Fach) / 4. Die Überwindung der Weltwirtschaftskrise und die NS-Arbeitsmarktpolitik (Lektion)
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- Die Finanzierung öffentlicher Aufträge mit Öffa-Wechseln Die Finanzierung der ABM stellte für die Reichsregierung insofern ein Problem dar, da das Reichsbankgesetz von 1924 den Zugriff der Kreditaufnahme der Reichsregierung bei der Reichsbank verwehrte. Zusätzlich war durch die WWK ein Ausgleich der Haushalte sehr wichtig geworden, da defizitäre Staatshaushalte in einer Krise zu einer Abwertung der Währung und somit zu ungünstigen Bedingungen auf dem internationalen Finanzmarkt führten. - Die Finanzierung durch ÖFFA-Wechsel war ein 1932 von der Reichsregierung eingeführtes Instrument zur Kreditbeschaffung für staatliche Bauvorhaben und später für ABM. Die Idee war es, das Reichsbankgesetz von 1924 zu umgehen und einen Weg zur AB mittels Geldschöpfung zu eröffnen. - Jedoch waren die Öffa-Wechsel keinesfalls eine neue Finanzierungsmethode der Nationalsozialisten, sondern fanden bereits unter dem Kabinett Brüning ll 1932 erstmals Anwendung. Dabei wurde ein öffentlicher Auftrag der Reichregierung an ein Unternehmen A vergeben. Die Bezahlung dieser Leistung erfolgte allerdings nicht aus dem öffentlicehn Reichshaushalt heraus, sondern über eine Briefkastenfirma (Scheinfirma ohne ausreichendes Eigenkapital). Diese Briefkastenfirma (“ÖFFA” = Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten 1932-1935; “MEFO” = Metallurgische Forschungsanstalt 1936-1938) aktzeptierte einen vom Unternehmen A ausgestellten Wechsel, der Aufgrund der Unterschrift der Öffa nicht als Staatswechsel, sondern als privater Handelswechsel halt und somit auch von der Reichsbank diskontiert werden durfte.Dieser Wechsel besaß wie alle anderen Wechsel einen LZ von 3 Monaten, konnte aber auf insgesamt 5 Jahre prolongiert werden. Zusätzlich konnte der Wechsel an ein Unternehmen B verbrief werden, um die Sicherheit zu erhöhen. Folglich diskontiert Unternehmen B den Wechsel bei der Geschäftbank (Giralgeldschöpfung), welche sich bei der Reichbank rediskontiert. Dabei wurde die Reichsbank keinesfalls getäuscht. Das Reich hatte durch Übergabe von Garantiedeckungspapieren Einlösung gegenüber der Reichsbank versprochen. Die langfristige Idee dahinter war es, nach Erreich der Vollbeschäftigung die erhöhten Steuereinnahmen der ÖFFA zur Verfügung zu stellen, um die Wechsel einzulösen. - Insgesamt brachte Öffa Wechsel von insgesamt 1,26 Milliarden Reichsmark in Umlauf. Die Folge dieser Erhöhung der GM war Druck auf das Preisniveau und die Regulierung inflationärer Tendenzen mittels Höchstpreisen. - Von den bis 1934 beschlossenen Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung: Von insgesamt 6.2 Mrd RM wurden etwa 3.2 Mrd RM am Reichshaushalt vorbei durch die Ausgabe von Arbeitsplatzwechseln finanziert. Dieser getarnte Notenbankkredit an das Reich erlaubte das Verdecken öffentlicher Schulden, weil sie in den Haushalten nicht auftauchte. Da die ABM mittelbar der Aufrüstung dienten (hauptsächlich in Autobahnbau und andere Infrastrukturprojekte), halfen sie, die Kosten für die Aufrüstung zu verschleiern und dem Reichsbankgesetz formal zu genügen. Somit finanzierte auf diese Weise Rüstungsausgaben
- Kann man die NS-Arbeitsmarktpolitik als innovativ charakterisieren? Begründen Sie ihre Antwort Nein, sie war nicht innovaitv Weil: im Hinblick auf Politik der Arbeitsbeschaffung sind starke Kontinuitäten zur Vorgängerregierung (WR) zu erkennen. Weder die Art der Maßnahme, noch ihr Umfang haben eine neue Qualität Die NS-Regierung führt im Hinblick auf die Arbeitsbeschaffung einen bereits eingeschlagenen Weg weiter Auch die Finanzierung durch Wechsel war bereit von den Vorgängerregierungen konzipiert und erprobt wochen. Im Jahr 1933 wurden auf dem Arbeitsmarkt Wirkungen von konjunkturpolitischen Maßnahmen spürbar, die die Vorgängerregierungen Hitlers bereits auf den Weg gebracht hatten.
- Welche Maßnahmen ergriff Hitler im Rahmen seiner Antikrisenpolitik zur Förderung des privaten Konsums? 1. Befreiung aller Neuwagen von der Kraftfahrzeugsteuer ab April 1933 => erheblicher Aufschung der noch eher unterentwickelten deutschen Automobilindustrie => vielfältiges Maßnahmenpakets zugunsten der Verbreitung von Kraftfahrzeugen => Umfangreicher Straßenbau, Autobahnbau (schon in WR konzipiert), erschwinglicher Käfer => Propaganda: Maßnahme zur Arbeitsbeschaffung (aber wenig beschäftigungswirksam, schlechter Lohn, erst knapp 4000 Arbeiter) 2. Ehestandsdarlehen Neuvermählte konnten ein Darlehen bis zu 1000 RM erhalten (Bedarfsdeckungsscheinen für Möbel und Haushaltsgeräte) Zweifach wirksam: 1. Erhöhung der Beschäftigung in langlebigen Konsumgütern (Elektro, Möbel, hatten durch Pessimismus gelitten) 2. Dadurch, dass an Bedingung geknüpft: Ehefrau bisher mind. 6 Monate in einem Beschäftigungsverhältnis gestanden Sie verzichtet in Zukunft auf eine weitere Beschäftigung so lange, bis das Darlehen abbezahlt war Zusätzich Rolle der Frau als Mutter und Hüterin des Heims etab (pro Kind wurde 1/4 des Darlehens) Man kann daher sagen, dass Maßnahme zur Entlastung des Arbeitsmarktes, indem Frauen aus Erwerbstätigkeit austreten Beweis: 1933: 140000 Ehestandsdarlehen vergeben, 140000 Frauen zogen sich zurück Maßnahme zwar beschäftigungswirksam, aber nicht konsumpolitisch: Steuerzuschuss bei den Ledigen, war diese Maßnahme eigentlich nur eine Geldverschiebung und entzog stattdessen die Kaufkraft bei den Ledigen. 3. Steuerbegünstigungen bei der Einstellung weiblicher Haushaltshilfen Maßnahme, Frauen vom Arbeitsmarkt für industrielle Arbeitskräfte fernzuhalten ⇓ ABER: Insgesamt restriktive Steuerpolitik, da sie die von Brüning veranlassten Steuererhöhungen weitgehend beibehielt.
- Mit welchen Maßnahmen begegnete das NS-Regime den Problemen auf dem Arbeitsmarkt? Selbstdarlstellung: Hitler hatte es oft so dargestellt, dass seine vorgängerregierungen tatenlos gewesen seine (inszenierung, Gigantismus durch Spatenstich -> Hitler : „Wir haben von etwas über 6 Millionen Arbeitslosen in acht Monaten über 2 ¼ Millionen in die Produktion zurückgeführt. (…)""Im Frühjahr wollen wir dann mit einem neuen Generalangriff gegen die Arbeitslosigkeit beginnen." - Man erkennt aber, dass die meisten Maßnahmen zur Belebung des AM schon zuvor auf den Weg gebracht worden waren, aber erst später ihre Wirkung entfalten konnten - Indikatoren (einer wirtschaftlichen Belebung, z.B. Auftragslage (z.B. in Investitionsgüterindustrie), z.B. kurzfristige Erwartungen der Unternehmen, Einschätzungen der Lage ("Geschäftsklimaindex") deuten darauf hin, dass die konjunkturelle Belebung bereits in der zweiten Jahreshälfte des Jahres 1932 eingesetzt hatte -> Arbeitsmarkt ist Spätindikator Vor Hitler gesamt bis Ende 1933: knapp 1 Mrd RmPapenprogramm 06/1932Sofortprogramm 01/1933Sonst. Maßnahmen unter Hitler: nur 10% des Gesamtvolumens, 163 Mio RM 1. und 2. Reinhardt Programm 06/09 1933 "Erstes Gesetz zur Verminderung der AL", erstes Programm ca. 1 Mrd RM) Spende zur Förderung der nationalen Arbeit (nahm Kaufkraft aus Wirtschaft und wurde schnell abgeschafft) Ehestandsdarlehen -> Entlastund des Arbeitsmarktes durch Rückzug der Frau, Anreize für Frauen, sich vom arbeitsmarkt zurükzuziehen (140.000 Frauen zurückgezogen) Konjunkturpolitik (Befreiung von KFZ-Steuern für Neuwagen (hebt Beschäftigung in der Autoindustrie) 09/1933: Bau der Reichsautobahn, aber geringe Beschäftigungswirksamkeit bis 1933 Arbeitsangebot wurde 1935 durch Einführung der "allg. Wehrpflicht" im Jahr 1935 verringert Sonstiges: Zerschlagung der Gewerkschaften und Gründung der DAF Schon im Mai 1933 waren gewerkschaften zerschlagen worden und die interessenvertretung der beschäftigten durch die nationalsozialistische Deutsche-Arbeits-Front ersetzt worden. Finanzierung:Von den bis 1934 beschlossenen Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung (Volumen: 6,2 Milliarden RM) wurden etwa 3,2 Milliarden RM durch die Ausgabe von Arbeitsplatzwechseln finanziert.
- Lassen sich Aussagen darüber treffen, wann die Talsohle der WWK in Deutschland durchschritten war? Die Talsohle war schon vor Hitlers Machtübernahme durchschritten AL war zwar noch hoch, aber Wende hatte bereits eingesetzt, denn Auftragslage in Investitionsgüterindustrie, Maschinenbau Erwartungen der Unternehmer Geschäftsklima Es gab einige Indikatoren, die dafür sprechen, dass zum Zeitpunkt der Machtübernahme der Nationalsoz. die Talsohle der WWK durchschritten war und dass sich Bereits im Herbst 1932 ein Wendepunkt abzeichnete AL erreichte im Januar 1933 noch einmal die Millionen-Marke, allerdings ist dies kein zwingendes Indiz dafür, dass keine Wende stattgefunden hatte. Arbeitslosenzahl muss eher als Spätmarker für konjunkturelle Ver#nderungen gelten können Auftragslage der Investitionsgüterindustrie zeigt sehr früh wirtschaftliche Belebung an Das kann man z.B. an den Inlandsaufträgen im Maschinenbau erkennen, die gegen Ende des Jahres deutlich anzogen Auch aus Einschätzungen der Wirtschaftsentwicklung durch die Unternehmen kann man eine Belebung der wirtschaftlichen Lage ab herbst 1932 erkennen Während die Lageberichte im Zuge der Bankenkrise noch im Winter 1931/32 ein durchweg trostlosess Bild widerspiegelten, zeichnete sich ab September 1932 überraschen klar eine Erholung des Geschäftsklimas ab, die bis Januar 1933 anhielt
- Nationalsozialistische Antikrisenpolitik am Beispiel der keynesianischen Verwendungsgleichung keynesianischen Verwendungsgleichung: Konsum (C), Investitionen (I), Staatsnachfrage (G) und Nettoexporte (X-M) – als makroökonomische Ansatzpunkt zur VerfügungY = C + I + G + (X – M)=> Anders als Vorgänger:Konzentration auf Erhöhung der Staatsnachfrage (G)(I) und (C) kamen allenfalls eine funktionale, untergeordnete Bedeutung zuMittelfristiges Ziel:Autarkie (X-M) hat sehr enge Grenzen- (C): Maßnahmenpaket zur Verbreitung von Kraftfahrzeugen Befreiung der Neuwagen von KFZ-Steuer -> Aufschwung in Automobilbrachne, Beschäftigungswachstum (Z zuruliefererindustrie) (I)Maßnahmenpaket Straßenbau, Autobahnbaus (in WR konzipiert) -> beschäftigungswirksam wurde der Autobahnbau, erst 1935/36, als sich die deutsche Wirtschaft der Vollbeschäftigung näherte.Volkswagen Projekt: RDA betraut Ferdinand Porsche, Bau VW-Werke nach Plan des Ford-Werks in Detroit -> Fallersleben, europäisch größtes Werkt (Wolfsburg)Spar-und Versicherungssystem durch KdF-Wagen (heute Käfer) ("Kraft durch Freude" = DAF-Organisation) für wenig kaufkräftige Schichten (knapp 340.000 bis Kriegsende, aber nur 100 VW) Ehestandsdarlehen (Bedarfdeckungsscheine, 1000 RM)- (I) Maßnahmenpakete Steuergutscheine (1.4 Mrd. RM Zuschuss durch zweites Rheinhardt-Programmfür Instandsetzungs- und Umabarbeiten an privaten Wohngebäuden) Zinsvergütungsgutscheine in Höhe von 4% der KreditsummeSofortabschreibung kurzlebiger Kapitalgüter- (G) Erhöhung Staatsnachfrage in Form direkter Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen165 Millionen RM - Brüning-Programm vom Juni 1932 150 Millionen RM - Papen im September 1932 500 Millionen RM - von Schleicher im Januar 19331 Millionen RM - Hiter "erste Reinhardt-Programm" Juni 1933 in NAchahmung der vorausgegangenen ProgrammeSonderaufträge von Reichsbahn, Reichspost, Notstandsarbeiten, Reichsautobahn (Unternehmen seit Juni 1933) (Bau von Straßen und Sportanlagen dienten bereits der Aufrüstung)
- Wie entwickelte sich die Arbeitslosigkeit nach 1933? 1. Entwicklung der Arbeitslosigkeit : seit 1933: geht rasch und kontinuiertlich zurück 6 Mio im 01/1933 3.9 Mio im 01/1934 ABER: Die "Stille Reserve" des Arbeitsmarktes baut sich nicht entsprechend ab. Die Anzahl der nicht-registrierten Arbeitslosen weist eine steigende Tendenz auf bis 1934 Durch Veränderungen der Arbeitslosenstatistik wurde ein Bild vom rascheren abbau der Arbeitslosigkeit vermittelt, als es tatsächlich der Fall war. Entwicklung der Stillen Reserve: "Erwerbslose Personen, die nich als arbeitslos gemeldet sind bei den Arbeitsämtern, unter günstigen Bedingungen aber bereit wären, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen (Hausfrauen, Langzeitsarbeitslose, Studenten, Rentner)" Kosmetische Veränderungen der Abreitslosenstatistik: Anstieg bei Seit 05/1933: Haushaltsgehilfinnen + Landarbeiter von Pflicht zur AL-Versicherung befreit (verringerung Lohnnebenkosten, Erhöhung BEschäftigungschencen ABER: kein Anreiz auf Arbeitslosenutnerstützung und Verschwinden aus offiziellen AL-Statistiken + Erhöhung der sillen Reserve des Arbeitsmarktes) "Quasi-Arbeitslose": Die im Rahmen staatlicher Beschaffungsmaßnahmen eingesetzten arbeiter wurden im gegensatz etwa zur heutigen Praxis nicht als arbeitlos gezählt, obwohl die ABM nur temporär war und schlechte Bezahlung lieferte. Bis Oktober des gleichen Jahres war sie bereits um 40 Prozent zurückgegangen und im April 1934 war sie gar um fast 60 Prozent gesunken. Diese Entwicklung wurde vom Regime propagandistisch genutzt und trug erheblich zur frühen Stabilisierung der nationalsozialistischen Herrschaft bei.Eigentlich veränderte sich die Summe aller AL nur um 37 %. Manchmal genügt(e) es bereits, Definitionen und Kriterien zu verändern, um die bereitgestellten Informationen im eigenen Interesse zu schönen.129
- War die nationalsozialistische Antikrisenpolitik "keynesianisch"? Auf den ersten Blick erscheint die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik bis Mitte der 1930er Jahre als ein Musterbeispiel für eine erfolgreiche Umsetzung keynesianischer Handlungsanweisungen zur Wiedererlangung eines Vollbeschäftigungsgleichgewichts Auch Grund: Keynes 1936:"Theorie (...) viel leichter den Verhältnissen eines totalen Staates angepasst werden [kann] als die [klassische] Theorie der Erzeugung und Verteilung einer gegebenen" Keynesianische Sicht: Instabilität des Wirtschaftssystems als Ausgangspunk gesamtwirtschaftliches Ungleichgewicht mit hoher Arbeitslosigkeit ist möglich; Volkswirtschaft kann Zustand nicht aus eigener Kraft überwinden; gesamtwirtschaftliche Nachfrage kann durch aktive staatliche Konjunkturpolitik stabilisiert werden. Keynesianische Konjunkturpolitik: Kurzfristig kann reine Arbeitsbeschaffung sinnvoll sein, langfristig ist auch Verwendungszweck der Maßnahmen wichtig -> Wachstumspotential der Volkswirtschaft erhöhen Im Aufschwung: Kürzung der Maßnahmen Beurteilung der NS-Antikrisenpolitik 1. Kreditfinanzierte Erhöhung der Staatsausgaben d.h. („deficit spending" durch aus Investitionsfalle)= Staatsausgaben durch die Ausgabe von Arbeitsbeschaffungswechseln spending zu finanzieren da im Falle einer Finanzierung durch Steuererhöhungen die private Nachfrage möglicherweise noch weiter zurückgedrängt worden wäre (Crowding-out). (=> Konzentration primär auf die Erhöhung der Staatsausgaben / die denkbare Alternative weitreichender Steuersenkungen für Haushalte und Unternehmen vernachlässigt) 2. Limitierung der Importnachfrage mittels Devisenbewirtschaftung: zusätzliche Nachfrage der HH führte zu positiven Beschäftigungseffekten im Inland, die nicht im Ausland wirksam wurden („gespaltenen Wechselkurse“ durch Schacht führte zu höhrerem Exportvolumen und zu Multiplikatoreffekten gegen Arbeitslosigkeit) Aber: wie ist der Multiplikatoreffekt der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik einzuschätzen? (=> Multiplikatoreffekt bezeichnet makroökonom. Beobachtung, daß die wirtschaftlichen Auswirkungen eines konjunkturpolitischen Eingriffs deutlich über den ursprünglichen Impuls hinausgehen können, hängt von marginaler Konsumquote ab) Vorraussetzung zur Charakterisierung einer Politik als "keynesianisch": diejenigen konjunkturpolitischen Maßnahmen ergreifen, die unter geg. Bedingungen die stärksten Multiplikatoreffekte hervorrufen. Aber: Multiplikatorwirkung der NS-Antikrisenpolitik war gering (-> René Erbe: Gegenteil war der Fall, nur 1.6) , Privater Konsum begrenzt durch „Sparfeldzüge", Steuern. Gegenteil gemacht. Es ging den Wirtschaftplanern nicht darum, den privaten Konsum (C) anzukurbeln, die damit der Rüstung verloren gegangen wären. Erreicht wurde dies unter Verringerung der maginalen Komsumquote (c), mittels qualitativer und quantitativer Beschränkungen von Konsummöglichkeiten "Sparfeldzüge" Hohe Steuersätze Brünings beibehalten Und Lohnstopp hält Löhne auf Krisenniveau eingefroren Daher: Nationalsoz. Wirtschaftspolitik Priorität der Aufrüstung, ABM zielten auf die Wehrhaftmachung der Volkswirtschaft ab.(Truppenübungen, Kasernen, Waffen waren kein langfr. Wachstumspotenzial; es wären Wohnungen, Traktoren sinnvoller gewesen, die das langfristige Wachstumspotential der Volkswirtschaft stärken) Setzt auch nach Erreichen der Vollbeschäftigung (1936) das durch Kreditaufnahme finanzierte Aufrüstungsprogramm fort. (Auch während der Aufschwungphase soll Staat regulierend eingreifen mit kontraktiven Maßnahmen und deficit spending nach vollbeschäftigung einstellen Überhitzung ab 1936 begegnete man mit einem allgemeinen Preisstopp (Inflation,diese kann nicht al keynesianisch charakterisiert werden, sondern als Statskonjunktur) -> siehe Verwendung des BNE 1925-1928 (BNE; Staat; Investitionsniveau, Lohnniveau) FAZIT: weitestgehend Einigung darüber herrscht, dass die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik aus den genannten Gründen nicht als keynesianisch charakterisiert werden kann, finden bestimmte wirtschaftspolitische Leistungen des Regimes doch weiterhin wissenschaftliche Anerkennung (Buchheim, Abelshauser)
- Erläutern Sie die Funktion der "Kraft durch Freude"-Organisation KdF war eine nationalsozialistische Organisation bzw. Freizeitwerk in Trägerschaft der DAF und hatte die Aufgabe, die Freizeit der deutschen Bevölkerung zu gestalten, zu überwachen und gleichzuschalten. Sie war eine Unterorganisation der DAF und wurde am 28.11.1933 mit Sitz in Berlin gegründet mit dem für Amt für Reisen, Wandern und Urlaub und war u.a. der größte Reiseveranstalter im Dritten Reich. Das Ziel war es, einen Konsens zu Schaffen und einen Beitrag zur gesellschaflichen Gleichschaltung zu leisten. Die Betriebliche Sozialpolitik sollte als Ersatz für die vorausgegangenen Beschneidungen ausgebaut werde und stellte eine Art Kompensation für die Einschnitte bei der Mitbestimmung dar. => Beispiel: nationalsozialistische Regierung versprach den Arbeitnehmern eine weitere Ausdehnung des Urlaubs und eine Verkürzung der Arbeitszeit und konnte somit einen Teil der vormals sozialdemokratisch gesinnten Arbeiterschaft umstimmen. Hauptziel war der Organisation „Kraft durch Freude“ war es, dem deutschen Volk (Leistungs-)„Kraft“ zu verleihen, um die volkswirtschaftliche Produktion anzukurbeln um aus den Deutschen ein körperlich gesundes, kriegstüchtiges Volk zu machen Dabei sollte Gewinnung Zustimmung der Gesellschaft, die die Vorzüge der modernen Konsumgütergesellschaft kennenlernen durch Anbieten von kulturellen Veranstaltungen, Reiseaktivitäten für Arbeitnehmer, Freizeit und Sportkursen Volkswagen-projekt (KdF-Wagen, Angebote für die breite Masse erschwinglich) Schöne Arbeitsstätten Finanziert durch: Beschlagnahmes Gewerkschaftsvermögen und den Zwangsbeiträgen der Mitglieder
- Erörtern Sie kurz einen wirtschaftspolitischen Zielkonflikt der NS-Regierung Zielkonflikt zwischen Aufrüstung und Konsumentenwünschen - Wirtschaftspolitische Zielsetzung: Autarkie und Rüstungsproduktion Ein Wirtschaftspolitischer Zielkonflikt bestand darin, forciert Aufrüstung zu betreiben und gleichzeitig die Konsumentenwünsche zu erfüllen. Trade-Off: 1 - Durch staatliche Umlenkung der gesamtwirtschaftliche Produktionsfakorten die Autarkie- und Rüstungsproduktion fördern Aufrüstung so schnell wie möglich "erledigen" 2 - Andererseits war das Regime auf den Konsens und die Kooperation der Bevölkerung angewiesen, die nach Jahren der Krise auf eine Erfüllung der Konsumwünsche hoffte. Wunsch nach einem gehobenerem Lebensstandart Wichtigkeit von Sozialer Frieden und Regimetreue (Regierung musste dem nachkommen) Die staatlichen Behörden versuchten, den Wohlstand der Bevölkerung auf dem Niveau zu stabilisieren, das die Massen zufrieden stellte und gleichzeitig möglichst wenige volkswirtschaftliche Ressourcen verbraucht. Kompromiss "So viel Butter wie nötig, soe viel Kanonen wie möglich" (Abelshauser) Lösung Ökonomische Realität spiegeln das Ideal der Volksgemeinschaft nicht wider Abhängig Beschäftigte verloren Einkommenspositionen Reallöhne stiegen langsamer als BSP Verteilung verschob sich zugunsten des Produktionsfaktors Kaital Aber: Zeitgenossen erinnern sich an Verbesserungen ihres Lebensstandards
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- Wieso haben die Arbeitnehmer auf die Einschränkungen der Arbeiterrechte nicht mit mehr Opposition reagiert? Die nationalsozialistische Arbeitsmarktpolitik entzog den Arbeitnehmern kontinuierlich die während der WR gewonnenen Arbeitnehmerrechte: Auflösung legitimer Interessenvertretungen Verlust der betrieblichen Mitbestimmung Aufhebung der freien Tarifverhandlungen Aufhebung der freien Berufs- und Arbeitsplatzwahl Zunehmense staatliche Regulierung des Arbeitsmarktes Grund dafür war, dass der Vierjahresplan und das Ziel der Aufrüstung eine Umverteilung der Arbeitskräfte der Konsumgüterindustrie in die Grundstoff, Investitionsgüter und Rüstungsindustrie forderte. Die Arbeitnehmer haben mit nicht mehr Opposition reagiert, da Verunsicherung und Entsolidarisierung der Arbeiterschaft in Folge der WWK Tiefes Bedürfnis der Arbeit nach existentieller Sicherheit entsprach dem Abbau der Arbeitslosigkeit, die dem NS zugeschrieben wurde.