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Applied Economics II (Fach) / Seminar (Lektion)

Fragen

Diese Lektion wurde von absinth erstellt.

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  • Was prüft ein Stresstest für Banken? Ein Stresstest ist eine Methode der quantitativen Finanzmarktanalyse zur Beurteilung der Risikotragfähigkeit einzelner Banken sowie des gesamten Bankensystems. Die Bankenaufsicht untersucht die Kapitalausstattung bzw. die Liquiditätssituation einzelner Institute und somit das Vertrauen in den Banken wiederherzustellen. Dabei werden Stressszenarien festgelegt und ihre Auswirkungen analysiert.
  • Wozu dienen Stresstests für Banken und welche Auswirkungen haben sie? Das Ziel dieser Bankenchecks ist es, vor allem Vertrauen zu schaffen. Ebenso dient dieser Stresstest zur Abschätzung des Systemrisikos, nämlich die Unsicherheit der Märkte betreffend die Lage vieler Banken zu beseitigen. Vor allem sollen europäische Banken durch die EZB geprüft werden, ob sie mit ausreichenden Kapital ausgestattet sind und eine neue harte Wirtschaftskrise überstehen werden. Die Prüfung soll daher Transparenz bringen, denn es gibt noch immer Zweifel in den Bilanzen der Banken, da die Banken in den Bewertungen der Risiken einen gewissen Spielraum haben. Auswirkungen: Zusätzliche Abschreibungen und Rückstellungen getätigtStärkung der Bilanzen Finanzsystem sicherer gemacht mehr Kreditvergabe-->somit wird der Konjunktur geholfen
  • Unter welchen Bedingungen würde die Strategie der Obsoleszenz rational sinnvoll sein? Wenn der Konsument das Produkt nicht länger nutzen möchte, als dessen Lebensdauer ist. 
  • Was kann man aus Konsumentensicht bzw. aus Unternehmenssicht gegen Obsoleszenz unternehmen? Antwort aus Konsumentensicht: Produktvergleichstests aus Zeitschriften wie „Konsument“ und „Stiftung Warentest“. Kundenrezessionen lesen. Antwort aus Unternehmenssicht: Garantieverlängerungen über die gesetzliche Garantie hinausgehend. Signalwirkung an Kunden.
  • In wie fern betreibt Amazon ruinösen Wettbewerb? Die Niedrigpreisstrategie und die daraus resultierenden niedrigen Margen auf Produkte machen es Mitbewerbern schwer auf Dauer diesen Wettbewerb mitzugehen. Der Fokus auf Gewinnung von Marktanteilen durch kontinuierliche Reinvestitionen, die Größe des Unternehmens und die damit einhergehenden Skaleneffekte (Fixkostendegression) erlauben es Amazon Produkte/Dienstleistungen günstiger zu kalkulieren als es Mitbewerber im Stande sind. Zudem kommt noch hinzu, dass Amazon langfristig, gestützt durch die Anteilseigner, auf Gewinne verzichtet. Dies können sich Mitbewerber in dieser Form nicht leisten.
  • Welche ökonomische Folge hat die Strategie von Amazon für bestehende Branchen? Der ruinöse Wettbewerb und der starke Preisdruck auf die Mitbewerber führt in weiterer Folge zu einer Ausdünnung der Branche, da die Mitbewerber den Preisdruck auf Dauer nicht durchhalten können. Die weitreichendste Folge dieser Strategie ist eine Monopolstellung Amazons durch Verdrängung sämtlicher Mitbewerber.
  • Was versteht man unter „Confirmation Bias“? Unter Confirmation Bias versteht man jenes Phänomen, dass Entscheidungsträger beim Entscheidungsprozess jene Wahlmöglichkeit favorisieren, durch welche sie auch schon in der nahen Vergangenheit positiv zufriedengestellt wurden und übersehen dabei die Vorteile der Alternativen.
  • Erklären Sie den Framing-Effekt anhand eines Beispiels. Zwei Mönche eines Ordens, der seinen Mitgliedern viel Arbeit und lange Gebetsstunden abverlangt, haben die gleiche Leidenschaft: das Rauchen. Beide möchten während der langen täglichen Phasen des Betens parallel den Tabak genießen und fragen ihren Abt getrennt um Erlaubnis. Dieser entscheidet überraschenderweise unterschiedlich. Das heißt dem ersten wird das ,,Bet-Rauchen" verboten, während es dem zweiten erlaubt wird. Die scheinbar irrationale und inkonsistente Entscheidung des Abtes wird sofort verständlich, wenn man erfährt, dass die beiden Mönche ihr Anliegen unterschiedlich formuliert hatten. Während der erste fragte, ob er beim Beten rauchen dürfe, hatte der zweite um Erlaubnis dafür gebeten, beim Rauchen beten zu dürfen. Die zweite Frage richtet sich zwar auf den objektiv identischen Sachverhalt, stellt diesen jedoch völlig diametral dar und bewirkt beim Befragten ganz andere Assoziationen und Emotionen: Bruder, wenn du selbst beim Rauchen noch beten möchtest nur zu.
  • Unter welchen Bedingungen führt Schuldenerlass zu Wirtschaftswachstum?  Die gesetzten Bedingungen für den Schuldenerlass müssen für den Staat sinnvoll und angepasst sein  Die gesetzten Bedingungen müssen eingehalten werden, damit sie positive Effekte haben  Tansania und Uganda gute Beispiele für die erfolgreiche Einhaltung der gesetzten Bedingungen  Achtung: Einhaltung der Bedingungen führt nicht zwingend zum Erfolg 
  • Welche möglichen negativen Effekte können durch Schuldenerlass eintreten?  Moral Hazard Staaten könnten nach einem Schuldenerlass glauben, dass ihnen auch in Zukunft Schulden erlassen werden  Gefahr, dass sich die strengen Bedingungen des IWF negativ auswirken  Gefahr für Zusammenbruch von Bankensystemen und Sozialkassen  Soziale Folgen in der Bevölkerung durch etwaige Steuererhöhungen
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  • Was versteht man unter dem Innovator’s Dilemma? Vor allem etablierte Unternehmen schlittern in das Innovator’s Dilemma, indem sie an der Anwendung von bewährten und erfolgreichen Managementmethoden festhalten und diese verteidigen, anstatt in ihre Zukunft zu investieren. Dies führt nur solange zum Erfolg, bis das Management neuen technologischen Entwicklungspfaden, d. h. disruptiven Innovationen, gegenübersteht. Disruptive Innovationen bzw. Technologien werden nach CHRISTENSEN (2011) als neue technologische Entwicklungspfade, welche z. B. Produkte hervorbringen, die mit der Leistungsfähigkeit etablierter Produkte anfangs noch nicht Schritt halten können, da sie einen anderen KundInnennutzen ansprechen, bezeichnet. Die Anzahl der KundInnen für diese Produkte wächst mit der Zeit, da diese Produkte oft simpler und preisgünstiger sind.
  • Welche Maßnahmen können gesetzt werden, um das Innovator’s Dilemma zu überwinden? Vor allem muss das Unternehmen neben einem stabilen System einen gewissen Grad an Instabilität und Anpassungsfähigkeit aufweisen, um auf Veränderungen schnell reagieren zu können und sich dem Umfeld anpassen zu können - dies wird oft erreicht, indem Transformationsprozesse im Unternehmen durchgeführt werden. Durch Strategieänderungen und –anpassungen kann somit dem Innovator’s Dilemma entgangen werden.
  • Erläutern Sie die Rolle und unterschiedlichen Funktionen von Ratingagenturen und Ratings am Kapitalmarkt im Detail! Ratingagenturen sind privatwirtschaftliche Unternehmen, die auf Kreditwürdigkeitsbeurteilungen spezialisiert sind. Das Rating stellt eine Bewertung der Bonität des jeweiligen Ratingobjekts dar und wird als Indikator für einen potenziellen Zahlungsausfall herangezogen. Um das Resultat der Bonitätsbeurteilung nun darzustellen werden Ratingsymbole herangezogen. Die gröbste Unterteilung dabei erfolgt zwischen den höchsten Ratingkategorien, den Investment-Grades, und den niedrigsten Ratingkategorien, den Speculative-Grades. Das Hauptmotiv für ein Unternehmen ein Rating zu beantragen liegt darin, dass man dadurch Zugang und Etablierung am internationalen Kapitalmarkt erreicht und dadurch eine Möglichkeit resultiert die Kapitalkosten zu senken, denn die Höhe des Ratings beeinflusst die Fremdkapitalkonditionen. Das Rating hat am Kapitalmarkt einen hohen Stellenwert, da es eine wichtige Informationsfunktion hat und diese wichtig ist für den effizienten Ablauf von Finanztransaktionen. Außerdem können durch Ratings bestehende Informationsasymmetrien teilweise reduziert werden und die Transparenz auf Kapitalmärkten erhöht werden. Ein Rating hat nun mehrere Auswirkungen für ein Unternehmen. Wird das Unternehmen in einem der Investment-Grades bewertet, so bedeutet das, dass man durch den Zugang zum internationalen Kapitalmarkt die Kapitalkosten senken kann. Wird man in einem der Speculative-Grades bewertet, steigen die Refinanzierungskosten eines Unternehmens, Investoren fordern höhere Zinsen und im schlimmsten Fall kann dies zur Illiquidität und in Folge zum Unternehmenskonkurs führen. Außerdem werden Ratings immer mehr in regulative Vorschriften eingebunden, wo vor allem die Eigenkapitalerfordernisse von Banken und Wertpapierfirmen von externen Ratings abhängig gemacht werden. Je höher das Rating für das gehaltene Wertpapier, desto geringer ist die notwendige Eigenkapitalhinterlegung.
  • Was ist das Hauptproblem rund um Ratingagenturen? Diskutieren Sie die dadurch entstehenden Auswirkungen bzw. Kritik! Das Geschäftsmodell der privatwirtschaftlichen Ratingagenturen beruht auf dem Prinzip, dass die bewerteten Emittenten für die Bewertung selbst bezahlen (Issuer-Pays-Modell) -Interessenskonflikt! Um die nötigen Informationen zu erhalten, arbeiten Ratingagenturen eng mit dem jeweiligen zu bewerteten Unternehmen zusammen. Kritik: RA unterliegen kaum einer Regulierung oder einer umfassenden Haftung trotz des maßgeblichen Einflusses auf die Entwicklung am Kapitalmarkt. Diese Anreizstruktur kann daher zu Moral Hazard führen, da die Verluste einer nicht korrekten Bewertung auf Dritte abgewälzt werden, während Gewinne aus zu optimistischen Ratings den Agenturen selbst zufließen. Problem Auswirkung von Ratings: Ratingagenturen reagieren prozyklisch. Während in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs gute Ratings die Investitionstätigkeit fördern, verstärken sie in der Abschwungphase den Verfall nach unten. Eine unerwartete Herabstufung führt zu steigenden Refinanzierungskosten des Unternehmens. Der Investor fordert höhere Zinsen, da ein schlechteres Rating ein höheres Ausfallrisiko suggeriert. Im Endeffekt können die hohen Zinsen nicht mehr finanziert werden, die negative Entwicklung der Schuldtitel überträgt sich langfristig auch auf andere Finanzinstrumente (z.B. Aktien), es kommt zur Illiquidität und in Folge zum Unternehmenskonkurs.
  • Erläutern Sie kurz die Begriffe SPV, ABS und CDO. SPV: Ist ein von den Banken gegründetes Unternehmen mit dem einzigen Zweck Ihnen die Kredite abzukaufen und diese als Kreditbündel weiterzuverkaufen. ABS: ist ein Wertpapier welches durch „poolen“ von Krediten das Einzelausfallsrisiko senkt und dadurch als Gesamtpaket ein deutlich besseres Rating erzielt. Bei Ausfall werden alle Anleger gleich belastet CDO: Ist eine Weiterentwicklung von ABS. Der Pool an Assets (ABS) wird in Scheiben geschnitten (Strukturierung). Bei Ausfall wird der Anleger nach dem Wasserfallprinzip belastet.
  • Welche Lösungen hatten Banken um die Eigenmittelhinterlegung zu minimieren (kurze Erläuterung)? Um die Eigenmittel nach Basel zu minimieren gründeten die Banken SPV’s um diesen ihre schlechten Kredite zu verkaufen und sie von ihnen als besser geratetes Wertpapier, in Form eines verbrieften Finanzinstrumentes wieder zurückzukaufen. Dadurch wurde das Risiko in der Bilanz verringert und die Eigenmittelhinterlegungsflicht geringer.
  • Inwieweit beeinflussen Preisvergleichsportale die Preispolitik eines Unternehmens? Preisvergleichsportale zeigen die Preise verschiedenster Unternehmen für die nachgefragten Güter an, sodass der Kunde sich entweder für den billigsten entscheiden kann oder diesen auswählt der den günstigsten Preis in seiner Umgebung hat. Das Unternehmen muss seine Preispolitik so gestalten, dass einerseits noch Deckungsbeiträge erwirtschaftet werden können, andererseits auch die Kostendeckung gegeben ist. Mittlerweile müssen Güter oft so günstig angeboten werden, dass das Unternehmen keinen Gewinn mehr erwirtschaften kann und somit Gefahr läuft, insolvent zu werden. 
  • Erklären Sie den Begriff Marktgleichgewicht im Zusammenhang mit Preisvergleichsportalen im Internet. In den Wirtschaftswissenschaften wird das Marktgleichgewicht erreicht, wenn die Nachfrage genau gleich ist wie das Angebot. Die Steuerung des Gleichgewichts erfolgt durch die Preisgestaltung. Da in einem Preisvergleichsportal Güter gleicher oder ähnlicher Art anhand des Preises verglichen werden, haben diese großen Einfluss auf das Marktgleichwicht, da dieses kaum erreicht werden kann. Es gibt ein Überangebot an Gütern, das in dieser Menge kaum nachgefragt wird.
  • Erläutern Sie Moral Hazard in Verbindung mit der EU-Einlagensicherung. Moral Hazard in Bezug auf die Einlagensicherung bedeutet, dass mehr Risiken eingegangen werden können, da Geschäfte nicht mit ausreichen Eigenkapital unterlegt werden müssen, wie im Beispiel von investierten Kundengeldern in Staatsanleihen. Wenn es dem Land schlecht geht steigen die Kreditzinsen für die Staatsanleihen und die Erträge der Bank, die dem Staat die Anleihen abkauft. Bei der Bank können die Zinsen dann auch erhöht werden, womit die Attraktivität für Kunden steigt. Höhere Kreditzinsen gibt es demnach in Risikoländern. Der bisher intakte Mechanismus, der Abwägung von erwartetem Risiko zu erwartetem Ertrag durch die Anleger, wird durch die Einlagensicherung ausgehebelt, zumindest für Einlagen bis € 100.000. die Anleger müssen auch in Risikoländern nicht um ihre Einlagen fürchten, da diese gesichert sind und können dort investieren, wo die Zinsen hoch sind. Das eingegangene Risiko wird durch keinen Mechanismus mehr begrenzt. Es besteht daher ein Anreiz höheres Risiko einzugehen.
  • Welche Argumente sprechen für eine EU-weite Einlagensicherung? (Begründung)  • Kein Risiko eines Bank Runs Sollte eine Bank in eine Krise geraten, brauchen die Anleger nicht um ihr Geld fürchten, da dieses durch die EU-Einlagensicherung gesichert ist. Es kommt nicht zu einem Massenandrang der Anleger, um ihre Einlagen von der Bank zu beheben, was die Banken noch weiter belasten würde. Dies gilt für Einlagen bis € 100.000 und betrifft somit vor allem Kleinanleger. • Einsparung von Transaktionskosten Durch EU-weite einheitliche Regelungen gibt es keine unterschiedlichen Vorgehensweisen mehr, was die Transaktionskosten verringert. • erhöhte Finanzmarktstabilität und Rechtssicherheit europaweit durch einheitliche Regelungen Die Vereinheitlichung der Gesetze führt zu einem erhöhten Sicherheitsgefühl bei den Anlegern. In jedem Mietgliedstaat gelten die gleichen Regelungen. Die Verpflichtung zur Besicherung der Einlagen führt zu einem stabileren Finanzmarkt, da Anleger in jede Bank investieren können und auch sicher sein können, die Einlagen im Konkursfall wieder zu erhalten. Der Wettbewerb zwischen den Banken wird dadurch allerdings unterminiert. Sparer können sowohl in eine Bank in einem Krisenland, als auch in einem stabilen Land investieren und haben die gleiche Einlagensicherheit. Dies stellt allerdings einen Nachteil für Banken dar, die ohnehin bereits bisher in die Einlagensicherheit der Kunden investiert haben gegenüber hoch spekulativen Banken. • raschere Auszahlung und erhöhte Sicherheit durch Vorauszahlung der Kreditinstitute Die Vorauszahlungen in die Einlagensicherung gewährleisten, dass im Krisenfall die finanziellen Mittel zur Auszahlung der Einlagen auch tatsächlich vorhanden sind. • Kontrolle durch die österreichische Finanzmarktaufsicht durch erweiterte Aufsichtszuständigkeiten Die FMA kontrolliert die Einhaltung der EU-Einlagensicherung und entscheidet, wie mit notleidenden Banken zu verfahren ist. • Entlastung des Steuerzahlers bei Ausfall eines Kreditinstitutes Der Steuerzahler wird nicht mit den Verbindlichkeiten aus den Einlagen bis € 100.000 belastet, da diese aus den Vorauszahlungen im Rahmen der EU-Einlagensicherung bedient werden. Weitere Ausfallskosten könnten weiterhin dem Steuerzahler angelastet werden, allerdings ist ein größerer Teil bereits besichert und verringert somit die Ausfallskosten erheblich.