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Institutionenökonomik (Fach) / Lektion 3 (Grundelemente Institutionenökonomik) (Lektion)
IÖ
Diese Lektion wurde von Dennis1602 erstellt.
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- Institutionen - menschliches Handeln im Allgemeinen ist abhängig von menschlichen Beziehungen und beruht auf Institutionen - Institutionen entstehen dadurch, dass Menschen wiederholt miteinander in Beziehung treten und Routinen entstehen, die sich zu Verhaltensstandards entwickeln - Institutionen sind interpersonelle Verhaltensroutinen, sind wertrational - Leipold: -- Regeln oder Normen für das Verhalten von Individuen in sich wiederholenden, mehrpersonellen also sozial interdependenten Entscheidungssituation -- verdichten bewährte Verhaltensmuster und entlasten von der Notwendigkeit, stets neu und situationsbezogen entscheiden zu müssen -- begründen soziale Verhaltenserwartungen und wechselseitiges Vertrauen - Institutionen regeln das Zusammenleben in vielen sozialen Gebilden (Familie, Unternehmen, Staat) - Phänomen geregelter Kooperation bezeichnet werden - zwei Arten von Institutionen: Entscheidungssysteme / Verhaltensregeln - Institutionen definieren die Anreizstrukturen von Tauschprozessen auf gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und politischer Ebene -> Regeln können als Handlungsanweisung interpretiert werden (ordnen wiederkehrende Interaktionen und bauen stabile Erwartungshaltung auf) -> zunehmende Sicherheit des Systems führt zu reduzierter Unsicherheit des Einzelnen und unterstützt damit die Effizienz wirtschaftlicher Aktivitäten, da sich die Transaktionskosten durch Institutionen verringern - Ziel von Institutionen: - Bildung von Institutionen -> Errichtung von Institutionen -> Setzung von Anreizen -> Ordnung von Handlungen -> Reduktion von Unsicherheit - North: - Institutionen sind die Spielregeln einer Gesellschaft, schränken die Handlungsmöglichkeiten der Menschen ein, Durchsetzung von Institutionen geschieht durch das Setzen von Anreizen (Sanktionen)
- Organisation - Organisation fasst Personen und Institutionen mit dem Zweck zusammen, dass diese ein gemeinsames Ziel verfolgen - Organisationen sind das Ergebnis planvollen, zweckgerichteten Handelns -> schaffen eine allgemeinverbindliche Struktur und Ordnung zum Zweck der Zielerreichung durch Koordination der Mitglieder - Pendant zur Organisationist das Individuum -> institutionsökonomisch handeln wir entweder als Individuum oder als Organisation - Organisation braucht zur Funktionsfähigkeit Regeln, nach denen sich die Individuen verhalten müssen (Satzung, die Verhaltensregeln festschreibt) -> effiziente Kooperation innerhalb der Organisation - Organisationen sind zweckrational -> zielen auf die Funktionalisierung (Errichten funktionierender Handlungsabläufe ab - Institutionen sind wertrational -> zielen auf Habitualisierung (Einüben und verbindlich machen von Handlungsroutinen) - Beispiel: Sportverein ist eine Organisation die eine Satzung (Institution!) braucht, die folgende Informationen umfasst: Zweck des Vereins, Bedingungen der Mitgliedschaft, Governance-Struktur (Lenkung des Vereins, Positionen (Vorstand, Kassenwart, usw.), Zeitraum der bestimmten Organe, Rechte der Mitglieder - Satzung stellt die Institution dar, die der Organisation das Agieren ermöglicht - Organisationen und Individuen agieren in Handlungs- und Entscheidungssystemen (Markt und Bürokratie als wichtigste Systeme)
- Arten von Institutionen - Nach Bindungswirkung (Bedeutung für die nachgelagerten Handlungsebenen) -- fundamentale Institution und abgeleitete Institution - Nach Formalisierungsgrad (nach North) (Entstehungsprozess) -- informelle Institution und formelle Institution - Innere & Äußere Institutionen
- Nach Bindungswirkung (Bedeutung für die nachgelagerten Handlungsebenen) - fundamentale Institution: - Sprache, evolutionär entwickelt, grundlegende Rechte und Pflichten, schränkt den Handlungsspielraum auf nachgelagerten Ebenen ein, hohes Maß an Verbindlichkeit ohne gesetzliche Kodifizierung, Nichtbefolgung zieht soziale Sanktionen nach sich (andere Sprache in Berlin Kreuzberg, Reibungen, Probleme im Zusammenleben) - abgeleitete Institution: - Straßenverkehrsordnung oder jegliche Art von Verträgen (geringere Bindungskraft, beeinflusst Handlungsoptionen der nachgelagerten Institutionsebenen, bewusst gestaltet, bewusste Verfolgung mit gesetzlichen Sanktionen bei Nichtbefolgung)
- Nach Formalisierungsgrad (nach North) (Entstehungsprozess) - informelle Institution: - Ladies First (hohes Maß an interner Selbstbindung, nicht kodifiziert, determinieren dennoch das Verhaltens) - formelle Institution: - Rechtssysteme, Verträge (formgebunden, formell strukturierte und einklagbare Strukturen, Durchsetzung durch Sanktion, extern gestaltbar)
- Innere & Äußere Institutionen - Äußere Institutionen: - formaler Rahmen, innerhalb dessen sich die Akteure bewegen, Infrastrukturcharakter und regeln: - Zuordnung von Handlungs- und Verfügungsrechten - Bedingungen & Konditionen zu denen Verträge durchgesetzt werden können - Verfahrensregeln, die zur Konfliktlösung zwischen Parteien bereitgestellt werden - Innere Institutionen: - entwickeln sich im Verlauf von Vertragsbeziehungen - AGB - Entstehung von Unternehmen
- 4 Ebenen der Institutionen (nach Williamson) - Institutionelle Arrangements sind funktionsfähig, wenn die formellen Institutionen widerspruchsfrei in die informellen eingeordnet sind -> hohe institutionelle Konsistenz - bei widersprechenden Anreizen -> Veränderungsdruck, das Gebilde wird instabil - Williamson ordnet Institutionen in 4 Ebenen ein und geht von allgemeinen zu speziellen Regeln (Institutionen) über (übergeordnete Ebenen engen den Handlungsspielraum der nachgelagerten Ebenen ein: - Ebene 1: Werte, Riten, Bräuche (Soziologie) -- bilden gesellschaftliches Umfeld für alle weiteren institutionellen Regeln -- informelle, selbstregulierende, selbstdurchsetzende Normen mit langem Beharrungsvermögen - Ebene 2: Formelle Regeln (Property-Rights-Theorie) -- grundsätzliche Spielregeln -- Definition des institutionellen Rahmens für das menschliche Handelns -- Handlungsspielraum wird einzelnen Akteuren zugewiesen -- Setzung eines ordnungspolitischen Rahmens - Ebene 3: Steuerungs- und Anreizsysteme (Transaktionskostenökonomik) - Governancestrukturen zur Bestimmung von Anreizmechanismen - Ebene 4: Verträge (Vertragstheorie i.w.S.) - privatrechtlich abzuschließende Verträge
- Wie entstehen Institutionen? - Verhaltensregeln, die Institutionen definieren, werden Kodierungfiziert (Gesetze) oder erlangen informell, aufgrund stillschweigender Übereinkunft Gültigkeit (Traditionen) - Institutionen, die sich über lange Zeit herausgebildet haben sind stabiler und beeinflussen nachdrücklicher - Unterscheidung in formelle und informelle Regeln - informelle Regeln: -- bilden sich in Gesellschaften heraus / spontane Entstehung -- nicht schriftlich fixiert -- Sitten, Bräuche, Umgangsformen -- Gesellschaft sanktioniert Verstöße -- bedarf keiner Normsetzungsinstanz -- selbstdurchsetzend -- resultiert aus individuellen Nutzenüberlegungen - formelle Regeln: -- schriftlich niedergelegt -- werden als Konsequenz eines zielgerichteten Entwurfs durch normsetzende Instanz erlassen -- Durchsetzung durch Dritteinsatz -- Gesetze durch staatliche Einheiten erlassen und durch Gerichtsbarkeit durchsetzbar - formelle Regeln nur Ergänzung der informellen, informelle Regeln reichen weit in die formellen Regeln hinein - Institutionen -> Ausgestaltung/Durchsetzung -> Anreizsystem -> individuelles Handeln -> Gesamtwirtschaftliches Ergebnis - Erhöhung Steuer auf Kapitalerträge -> Geringerer Anreiz für Anlage -> höherer Konsum oder Anlage im Ausland - je größer die Aufdeckungswahrscheinlichkeit des Regelverstoßes und je schwerer die Strafe, umso geringer ist die Wahrscheinlichkeit des Regelbruchs, mit zunehmender Härte der Strafe sinkt auch die erforderliche Aufdeckungswahrscheinlichkeit (Geschwindigkeitsüberschreitung >50km/h)
- Wie verändern sich Institutionen? - institutionelles Gleichgewicht liegt vor, wenn ein System formeller Regeln in Verwendung bleibt und das System durch informelle Regeln ergänzt wird -> keine Veränderung der Institution - Die Qualität von Institutionen bestimmt sich mithin anhand der Kriterien: -- Gleichgewicht (stabiles institutionelles Arrangement) -- Effizienz (zu geringstmöglichen Kosten das gewünschte Ergebnis hervorbringen) - Institutioneller Wandel wird durch Veränderungen in den Handlungsbedingungen hervorgerufen: -- Exogene Faktoren werden von außen an das System herangetragen z.B. Klimawandel, Krieg -- Endogene Faktoren die durch Verhaltensänderungen der Akteure ausgelöst werden z.B. Innovation, Präferenzänderung - Es kommt zu einer Veränderung der relativen Preise (Güter die mehr nachgefragt werden steigen im Preis wodurch Güter, die konstant nachgefragt werden relativ billiger werden) -> Machtpositionsveränderung -> geänderte Gewinnmöglichkeitsverteilung -> Benachteiligte Streben nach Verbesserung (Positionsverbesserung) = Reformdruck, Veränderung des Institutionen-Sets, wenn diese nicht blockiert wird - Endogene/Exogene Rahmenbedingungen -> Veränderung der relativen Preise -> Änderung der Machtpositionen/Gewinnmöglichkeiten -> Formeller und/oder institutioneller Wandel
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