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Institutionenökonomik (Fach) / Lektion 1 (Warum Institutionenökonomik?) (Lektion)

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Diese Lektion wurde von Dennis1602 erstellt.

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  • Neoklassik - ermöglicht nur sehr allgemeine Musterprognosen mit geringem Erklärungsgehalt im Hinblick auf die Realität - realitätsfern - keine Berücksichtigung von individuellen Entscheidungen in Bezug auf gesamtwirtschaftliche Veränderungen - geht vom vollkommenden Markt aus, von der vollständigen Konkurrenz
  • Annahmen der Neoklassik (Idealwelt) - Homogene Güter (im Auge d. Nachfrager alle gleich, gleiche Eigenschaften d. Güter a. d. Markt) - atomistische Marktstruktur (viele kleine Anbieter, von denen niemand Einfluss auf MP hat) - Anbieter und Nachfrager sind Mengenanpasser (Mengenänderung mit Marktpreisänderung) - unendliche Anpassungsgeschwindigkeit (ohne zeitliche Verzögerung) - vollkommende Markttransparenz (vollständige Information aller über Güter und Preise) - vollständige Verträge (alle Tatbestände vom Vertrag erfasst und deshalb akzeptiert) - rationales Handeln (Entscheidungstreffung, nutzenmaximierendes Verhalten) - keine Transaktionskosten (außer Preis) - dadurch Markträumung und allgemeines Marktgleichgewicht
  • Annahmen der Wirklichkeit - Verbraucher entwickelt Präferenzen - Anbieter haben z.T. aufgrund ihrer Machtposition einen Preissetzungsspielraum (Benzin) - Inhomogenität der Güter (Anbieter variieren die Packungsmenge, dadurch Ertragssteigerung) - individuelle Entscheidungen und Ziele (Einzelinteressen bei unternehm. Entscheidungen) - asymmetrische Informationsverteilung, dadurch Marktunvollkommenheiten - unvollständige Verträge (Verursachung von Informations- und Kontrollkosten, Transaktionskosten durch Vertragsschluss)
  • Hauptansätze der Institutionenökonomik - Neoklassik bildet den Ausgangspunkt für die Institutionenökonomik und die auf 3 Feldern neue Sichtweisen in die Ökonomik eingeführt hat - Transaktionskostenansatz (Nutzung des Marktmechanismus für die Marktteilnehmer ist nicht kostenlos, sonder es fallen Kosten an die das Verhalten der Individuen beeinflussen) - Principal-Agent-Theorie (widmet sich den Vertragsbeziehungen und behandelt das Problem der asymmetrischen Information) - Property-Rights-Ansatz (Eigentumsrechten und derer Übertragung, Allokation der Verfügungsrechten)
  • Allokation - Aufteilung gegebener Ressourcenbestände auf unterschiedliche Verwendungsmöglichkeiten
  • Klassik - Vertreter waren die Moralphilosophen A. Smith, J.S. Mill, D. Hume - Schwerpunkt: Bedingungen individuellen Handelns auch im Hinblick auf soziale Beweggründe neben egoistischen Interessen, Selbstverwirklichung, Frage der Moral, Sitte und Tradition, staatlichem Handeln, Rolle von Rechtsnormen - Basis: liberales Welt- und Menschenbild - Grundlage für spätere Entwicklung institutionsökonomischer Ansätze
  • Prämissen klassischer Ökonomie (Grundannahmen) - Individualismus (Selbstbestimmungsrecht und Eigenverantwortung zentrale Aspekte des Menschenbildes in der Klassik) - Liberalismus (an Stelle absolutistischer Herrschaftsstrukturen, in Klassik Ideal des Staates als Ordnungsmacht, der die Teilhabe der Bürger am Gemeinwesen sicherstellt) - Determinismus (es wird von der Existenz unveränderlicher, gleichsam gottgegebener Wahrheiten ausgegangen, die das Verhalten beeinflussen) - Nutzenidentität (klassische Ökonomen gehen davon aus, dass es eine Identität des Nutzens Einzelner mit dem Nutzen der Gesellschaft gibt, unterstellen, dass Wohlfahrtsoptimum erreicht wird, wenn jeder seine Eigeninteressen verfolgt)
  • Kritik an den Annahmen - Werturteilsfreiheit = Sicherstellung des Wettbewerbs führt automatisch zu einer effizienten Allokation - Keine faktenbasierte Theoriebildung = nur Einzeltheorien aber keine Synthese dieser - Nicht zur Erklärung der Realität geeignet, da sehr oft in eindeutigem Widerspruch zu ihr (z.B. Determinismus)
  • Deutsche Historische Schule - Vertreter: W. Roscher, B. Hildebrand, K. Knies - Schwerpunkt: Empirie hält Einzug in die WiWi, theoretisches Fundament der Klassiker wird um historische Analysen erweitert. Abkehr von Realitätsferne der klassischen Lehre, und der Vorstellung einer idealen VWL. Deduktiv abgeleitete Zusammenhänge (Klassik) sollten durch induktive Beobachtungen bestätigt werden - Induktion = Empirie -> Theorie, vom Allgemeinen auf das Besondere schließen d.h. beobachten um Theorie zu bilden - Deduktion = Theorie -> Empirie, vom Besonderen auf das Allgemeine schließen d.h. Theorie aus Prämissen bilden und mit Hilfe von Beobachtungen belegen - Kritik an Klassik: Werturteilsfreiheit nicht umsetzbar, da Ökonomie dem Wohl der Allgemeinheit dienen soll und ethische Urteile daher möglich sein müssen = Allokation nur durch den Markt ist nicht richtig
  • Neue deutsche Historische Schule - Vertreter: G. Schmoller, K. Bücher, L. Brentano - Schwerpunkt: faktenbasierte Theoriebildung in der Thesen Ergebnis und nicht Ausgangspunkt der Überlegungen darstellen & Einführung von gesellschaftlichen Institutionen und ihre wirtschaftswissenschaftliche Bedeutung in die Analyse - Kritik: Obwohl eine Unmenge an verwertbaren Daten ermittelt wurde, wurde keine Verknüpfung zu einer einheitlichen Theorie erstellt, Phänomene wie Inflation oder Arbeitslosigkeit konnten nicht erklärt werden
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  • Amerikanischer Institutionalismus - Vertreter: R. Commons - Schwerpunkt: Organisationskultur im Mittelpunkt der Betrachtung, gegen Dominanz der Grenznutzenschule - Kritik: Zwar Einführung neuer Sichtweisen z.B. Betrachtung von Verfügungsrechten, aber wesentliche Mängel in Analysen
  • Österreichische Schule - Vertreter: C. Menger, E. Böhm-Bawerk, L. v. Mises, F.A. v. Hayek - Zweckgerichtetheit des menschlichen Handelns wird betont - Schwerpunkt: Analyse von Anpassungsprozessen abseits des Gleichgewichts und Abkehr von der Untersuchung von Marktgleichgewichtsbedingungen (da auf Grund von Marktunvollkommenheit unrealistisch) - Individuum steht im Mittelpunkt der Betrachtung ->Ableitung von Gesetzen menschlichen Handelns - Analyse von Ursache-Wirkungszusammenhängen mit streng individualistischen Erklärungen (z.B. nutzenmaximales Verhalten) d.h. Individuum ist Erkenntnisobjekt der WiWi und mit Hilfe von Deduktion Theoriebildung möglich - eine der Wurzeln der neuen Institutionenökonomik - Methodenstreit zwischen Deutscher Historischen Schule und Österreichischen SchulenUnterschied: Historisch relativ (deutsch)<->(österreichisch) logisch objektiv erkennbar
  • Kontroversen im Methodenstreit - Deutsche Historische Schule: Kollektivismus, Induktive Methodik, Relativismus, Staat - Österreichische Schule: Individualismus, Deduktive Methodik, Rationalismus, Starker Laissez-Faire
  • Freiburger Schule (Ordoliberalismus) - Vertreter: W. Eucken - Schwerpunkt: Untersuchung der Ausgestaltung eines optimalen Institutionenrahmens/Deduktive Analyse der ökonomischen Gesetze unter Beachtung des ordnungspolitischen Rahmens, Entstehung Wirtschaftsordnung, in der marktwirtschaftliche Prozesse dominieren, Schaffung eines Handlungsrahmens, innerhalb dessen der Wettbewerbsprozess allokative und distributive Verteilungsproblematik lösen kann - Ziel: Synthese von Realität und ökonomischer Theorie, sowie die Freiheit des Einzelnen und Schutz vor privater/staatlicher Willkür - Kritik: Beschränkung der Untersuchung auf Wirtschaft ohne Berücksichtigung von Entstehung & Entwicklung von Institutionen (daher im engeren Sinne kein institutionentheoretischer Ansatz)
  • Neue Institutionenökonomik - Vertreter: R. Coase, O. Williamson (Begriff) - Schwerpunkt: Entstehung, Wirkung und optimale Ausgestaltung von Institutionen & systematische Analyse der Wirkung von Institutionen im Hinblick auf Recht, Wirtschaft und Gesellschaft - Kein Gegenentwurf zu Neoklassik, sondern Ergänzung um weitere Blickwinkel -- Positive Theoriebestanteile beschreiben Entstehung und Wirkung von Institutionen (Warum nötig/wie gestaltet/wie wirkend?) -- Normative Theoriebestandteile beschäftigen sich mit der Ausgestaltung von Institutionen mit bestmöglicher Wirkung (Wie gestalten für optimales Ergebnis in gegebene Situation?) - Ziel: Fragen nach Entscheidungen über die mit den entsprechenden Transaktionen verbundenen Verträge, Eigentumsrechte, Transaktionskosten etc., die wiederum von der Gestalt des Rechtssystems, des politischen Systems, nationalen Regulierungen, dem Bildungswesen, der nationalen Kultur etc. abhängen, statt Beschäftigung mit Bedingungen zur Erlangung des Marktgleichgewichts
  • Teilaspekte der Neuen Institutionenökonomik - Analyse von Institutionen der Wirtschaft (Principal-Agent-Ansatz, Transaktionskostentheorie) - Analyse von Institutionen des Rechts (Property-Rights-Ansatz) - Analyse von politischen Institutionen (Neue Politische Ökonomie, Verfassungsökonomik)