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Psychologie Fetchenhauer (Fach) / 17 (Lektion)

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Diese Lektion wurde von SOWI erstellt.

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  • Wieso ist uns die Meinung unserer Mitmenschen so wichtig? Evolutionspsychologische Perspektive Menschen, die mit anderen kooperieren, erreichen mehr  Sicherung des eigenen Überlebens  Produktion von Nachkommen  Fähigkeit zum Alleinsein wird aber auch benötigt  Menschen, die kein Bedürfnis nach Gesellschaft haben, kommen weder als Freund und Kooperationspartner, noch als Sexualpartner in Frage Der Wunsch nach Gemeinschaft und die Gefühle, die uns dazu motivieren ihn zu realisieren, sind adaptiv
  • Wann sind Menschen am glücklichsten? Menschen sind in den Tagesabschnitten, die sie mitanderen verbringen, glücklicher als in denen, die sieallein verbringen
  • Wie viele Freunde braucht ein Mensch?  Die meisten Menschen haben zwischen vier und sechs wichtige Bezugspersonen in ihrem Leben Menschen mit weniger engen Kontakten neigen zu Gefühlen von Einsamkeit und Depression Ein größeres Netzwerk führt zu Gefühlen von sozialem Stress Aber: Menschen unterscheiden sich in ihrem Bedürfnis nach Intimität und Nähe Männer befriedigen ihr Bedürfnis nach sozialer Nähe auch über vergleichsweise anonyme Kontakte
  • Ostrazismus Ostrazismus: Missachtung und Ausschluss aus einer Gruppe Folgen von Ostrazismus Geringeres Selbstwertgefühl, trauriger, verunsicherterer Höhere Bereitschaft, sozialen Normen zu folgen und sich in der Gruppe prosozial zu verhalten
  • Chronischer Ostrazismus  Versuche werden aufgegeben, sich durch besondere Normenkonformität beliebt zu machen Stattdessen Aggression und Feindseligkeit gegenüber der Gruppe Beispiel: Amoklauf
  • Konformität  Um aus einer Gruppe nicht ausgeschlossen zu werden,orientieren wir uns in unserem Verhalten meistens amVerhalten anderer Gruppenmitglieder
  • Konformität als Heuristik  Vorteil: Ersparnis der Kosten aufwändiger Informationsverarbeitung  Beispiel: Autofahren in England  Nachteil: Kann wie jede Heuristik systematisch in die Irreführen  Werbung mit angeblich „zufriedenen Kunden“  „Infomercials“  Mode
  • Schattenseiten der Konformität: „Bystander Effekt“  In außergewöhnlichen Situationen sind wir oft verunsichert und beobachten zunächst, wie andere Menschen reagieren Uns ist jedoch selten bewusst, dass unser Verhalten wiederum von anderen beobachtet wird  Die Folge: Eine Kaskade der Unentschlossenheit Die Wahrscheinlichkeit, mit der eine Person einem anderen in Not hilft, ist umso niedriger, je mehr potentielle Helfer es in der Situation gibt Beispiel: Dominik Brunner
  • Schattenseiten der Konformität: „Werther-Effekt“ Die Selbstmordrate steigt vor allem in solchen Gebieten, in denen zuvor über einen Selbstmord berichtet wurde Es bestehen hohe Übereinstimmungen zwischen dem Alterund dem Geschlecht eines Vorbilds und dem Alter unddem Geschlecht seiner Nachahmer Beispiel: Robert Enke
  • Reziprozität Kooperatives Verhalten wird oftmals durch Reziprozitätsregeln geprägt Auf den Gefallen einer Person haben wir damit zu reagieren, dass wir ihr zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls einen Gefallen tun
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  • Unter welchen Bedingungen gelten Reziprozitätsregeln?  Kulturuniversale Gültigkeit Auch bei Menschen, die einem unsympathisch sind Auch bei Schimpansen
  • Manipulation durch Reziprozitätsregeln Die Reziprozitätsnorm kann auch instrumentalisiertwerden, um andere zu bestimmten Gegenleistungen zuverpflichten Gratisproben in Supermärkten Das Märchen vom Froschkönig Strategischer Einsatz der Reziprozitätsregel „Door in the face“ Technik
  • Soziale Dilemmata  Oft müssen Menschen wählen zwischen dem, was für siepersönlich am Besten ist oder dem, womit sie einerbestimmten Gruppe von Menschen dienen
  • Das Kollektivgutproblem Alle Gruppenmitglieder können ein Gut konsumieren,unabhängig davon, ob sie durch einen eigenen Beitrag zuseiner Erstellung beigetragen haben oder nicht Beispiele: Öffentliche Verkehrsmittel, Radio, saubere Luft
  • Wie können Kollektivgutprobleme gelöst werden?  Selektive Belohnung bzw. Bestrafung, Aber: Erneutes, schwer lösbares Kollektivgutproblem(2. Ordnung)  „Ausnutzung der Großen durch die Kleinen“ Manchmal hat ein Einzelner ein derart hohes Interesse ander Erstellung des kollektiven Gutes, dass er bereit ist, diegesamten Kosten auf sich zu nehmen Beispiel: Verteidigungsausgaben der USA in der NATO  Altruistisches BestrafenSelbst wenn ein solches Bestrafen mit Kosten für denBestrafenden verbunden ist, wird egoistisches Verhaltenvon „Free Ridern“ durch andere Gruppenmitgliederunterbunden
  • Wann sollte man Menschen vertrauen und wann nicht? Neoklassische Ökonomie Es ist rational, nur dann zu vertrauen, wenn es im Interesseder anderen Person liegt, das Vertrauen nicht zuenttäuschen Beispiel: Autoverleih Psychologische Perspektive Vertrauen ist ein psychologischer Zustand, der aufpositiven Erwartungen in Bezug auf die Absichten und dasVerhalten des anderen basiert, wobei die Bereitschaftvorhanden ist, eine Verletzung in Kauf zu nehmen
  • Aspekte von Vertrauen  Vertrauen als Kognition „Ich bin mir sicher, dass X mir das geliehene Geldzurückgeben wird“ Vertrauen als Handlung „Ich leihe X einen bestimmten Betrag Geld“
  • Verhältnis zwischen kognitiver und gezeigter Verhaltensebene  Oft wird zumindest implizit angenommen, dass man dasVorliegen von Vertrauen auf der kognitiven Ebene ausdem gezeigten Verhalten schließen kann Ergebnisse des „Trust Game“ zeigen, dass eine deutlicheTrennung zwischen kognitiver Ebene und Verhaltensebeneherrscht
  • Warum unterschätzen Menschen die Vertrauenswürdigkeit anderer? Error Management Theory Mechanismus zum Schutz der eigenen Person, derverhindert, von anderen ausgebeutet zu werden  Evolutionspsychologische Perspektive Ultimate Erklärung: siehe Error Management Theory Proximate Erklärung: Einseitiges Feedback über dieVertrauenswürdigkeit unserer Mitmenschen
  • Kognitive vs verhaltensebene Vertrauen  Auf einer kognitiven Ebene vertrauen Menschen anderenMenschen zu wenig Auf der Verhaltensebene vertrauen Menschen anderenhingegen zu viel (zumindest gemessen an ihren eigenenErwartungen und Risikopräferenzen)